Hajo
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Buddh. Seminar
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Re:
Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Was unter rechter Anstrengung zu verstehen ist, hat Sariputta in M.141.29 kurz und bündig dargelegt.Rechte Anstrengung gehört bei der Dreiteilung des achtfachen Pfades zu "Sammlung". Es geht dabei nicht nur um die Bemühung den Geist auf ein einziges Objekt zu konzentrieren, sondern den Geist allgemein vor Zerstreuung zu bewahren.
"Und was, Freunde, ist Richtige Anstrengung? Da erweckt ein Bhikkhu Eifer um das Nichtentstehen noch nicht entstandener übler, unheilsamer Geisteszustände, und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Er erweckt Eifer um das Überwinden bereits entstandener übler, unheilsamer Geisteszustände, und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Er erweckt Eifer um das Entstehen noch nicht entstandener heilsamer Geisteszustände, und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Er erweckt Eifer um das Beibehalten, das Nicht-Verschwinden, die Stärkung, das Anwachsen, die Entfaltung und Vervollkommnung bereits entstandener heilsamer Geisteszustände, und er bemüht sich, bringt Energie hervor, strengt seinen Geist an und setzt sich ein. Dies wird Richtige Anstrengung genannt."
M.141 ist eine etwas ausführlichere Zusammenfassung von S.56.11, Buddhas erster Lehrrede, und enthält im Grunde die gesamte Lehre im Überblick. Mir scheint: Nicht ohne Grund steht die rechte Anstrengung (das rechte Mühen) an 7. Stelle auf dem Achtpfad, denn der ist ein Weg. Sariputta erwähnt es ausdrücklich in M.141.23:
"Und was, Freunde, ist die Edle Wahrheit vom Weg, der zum Aufhören von Dukkha führt?"
Jeder Weg beginnt am Anfang und solange Richtige Ansicht, Richtige Absicht, Richtige Rede, Richtiges Handeln, Richtige Lebensweise nicht verwirklicht sind, entbehrt die Rechte Anstrengung der nötigen Basis, sie hängt quasi in der Luft. Der Weg besteht aus allen Schritten aber nicht allen Schritten im gleichen Augenblick.
Ich weiß, daß diese Ansicht umstritten ist aber sooft ich darüber nachdenke und meine eigene Wegstrecke betrachte, komme ich immer wieder zu diesem Schluß.