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mukti

Mitglied
Buddh. Richtung:
Theravada
Rechte Anstrengung gehört bei der Dreiteilung des achtfachen Pfades zu "Sammlung". Es geht dabei nicht nur um die Bemühung den Geist auf ein einziges Objekt zu konzentrieren, sondern den Geist allgemein vor Zerstreuung zu bewahren. Wenn er überall umherschweift vergisst er die Wahrheiten des Dhamma und wird sehr anfällig für alle möglichen Verlockungen. Wenn der Geist kontrolliert ist, sind die Sinne kontrolliert und in weiterer Folge die Handlungen. Wenn ich mich immer an die Wahrheiten des Dhamma erinnere, kann ich nichts falsch machen. Wenn die Wahrheit klar bewusst ist, kann man nicht gegen sie handeln. Das entwickelt sich durch Übung, je öfter man darüber kontempliert, desto mehr folgt der Geist nach bis er endlich ganz davon erfüllt ist. Das ist eine Reinigung, unheilsame Gewohnheiten werden durch heilsame Gewohnheiten ersetzt. Gewohnheit ist wie eine Wohnstätte, der Standpunkt, die Perspektive, die Ebene auf der man sich befindet. Weil das Dhamma kein künstliches Konstrukt ist sondern der wahren Natur der Dinge entspricht, vertieft es sich bei jeder Wiederholung und das Auge der Wahrheit öffnet sich allmählich. Z.B. die Tatsache der allumfassenden Vergänglichkeit wird bewusst wenn man sich immer wieder daran erinnert. Das ist eine künstliche Anstrengung die mit der Zeit zum Gewahrsein wird, es ist keine bloße Glaubensüberzeugung oder eine philosophische Idee, es ist wirklich so und man kann es erfahren. So verliert man nach und nach das Interesse an den vergänglichen Dingen und erlangt ein befreites Verhältnis zur Welt, involviert sich nicht darin, wird nicht von Gier oder Hass überwältigt und beherrscht, Gleichmut und innerer Frieden entstehen, verbunden mit Erkenntnis und Weisheit. Diese Weisheit, dieses Sehen der Wirklichkeit nimmt schließlich überhand und dominiert, es geht einem das Herz auf und man wird glücklich und zufrieden. Die "Stätte höchsten Friedens" rückt näher, der unantastbare Ort wo es keine Leiden gibt.

Ich dachte ich schreibe das einfach mal hier rein, ohne bestimmte Richtung und ohne Erwartungen.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Ich finde es wichtig darauf hinzuweisen, dass es sich bei diesem Ort nicht um einen
geografischen Ort handelt sondern um den eigenen Geist.
 
| Mein Blickwinkel: Ich schreibe aus dem Blickwinkel verschiedener Rollen, die mein jetziges Leben prägten. Als Sohn, als Ehemann, als Arbeitnehmer, als Volkswirt und vor allem als Schüler der buddhistischen Philosophie, wobei ich versuche, diese in mein Leben zu integrieren.
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
@mukti
Hast du vielleicht noch ein Beispiel für künstliche Anstrengung?

Bei mir wär das Menschenansamlungen zu meiden wo heftig über alles mögliche Diskutiert wird und man sich unbedingt einer Meinung anschließen sollen möchte.

Das betrifft sogar schon die Mittagspause wo es öfters unerträglich wird, leider...

LG :)
PS: über Dharma diskutieren natürlich ausgenommen, kommt aber in der Pause nicht vor. ;)
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
@mukti
Hast du vielleicht noch ein Beispiel für künstliche Anstrengung?
Mit "künstlich" habe ich alles gemeint, das nicht von selber passiert. Die Vergänglichkeit wird mir nicht von selber bewusst, ich muss daran denken wenn z.B. der Wunsch aufsteigt etwas zu erwerben was ich nicht wirklich brauche. Oder an Metta wenn Hass aufsteigt, an die Gegenwart wenn der Geist beginnt in Vergangenem zu schwelgen, an Dukkha wenn er riskante Zukunftspläne macht, an Anatta wenn sich das Ich aufbläht. Ich muss mich bemühen etwa im Garten alle Lebewesen größtmöglich zu schonen, bei meinen Handlungen achtsam zu sein, das Ziel der Befreiung nicht aus den Augen zu verlieren, bis es zur zweiten Natur wird bzw. von selber gegenwärtig bleibt. Da hat man als Pensionist also auch eine Menge zu tun ;)
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Ja, verstehe also nicht immer so spontan (über) reagieren .

Das ist auch eine gewisse Anstrengung.

Bei mir wäre das am PC wenn die Finger oder wer auch immer ;) etwas bestellen wollen was keiner braucht.

Danke , jetz fällt es mir bestimmt leichter.
Weil es Teil der Befreiung ist.

LG 🍁
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Das Thema ist mir auch sehr wichtig, denn was bleibt uns anderes praktisch zu tun, als sich zu bemühen - sich anzustrengen - achtsam zu sein.
Am Anfang ist es ja wirklich anstrengend, so oft wie möglich achtsam zu sein - sich auf den Fersen zu bleiben - sowohl im Denken als auch im Handeln.
Bis es zur Gewohnheit wird, ist viel Zeit und Geduld mit sich selbst nötig, jedenfalls stelle ich es bei mir immer wieder fest. Aber mit der Zeit merkt man dann doch Fortschritte, die zum Weitermachen motivieren. Was nutzten all die vielen theoretischen Diskussionen, wenn sie keine praktischen Folgen haben.
"Das Gesetz erfüllen und das Herz läutern" ist die Kurzform meiner Maxime, mit der ich mich täglich abmühe.
Mit dem Gesetz meine ich all jene gesetzlichen Zusammenhänge des physischen und psychischen Daseins, wie sie der Buddha (und auch andere) lehren. Die Silas - im engeren und weiteren Sinne - gehören für mich dazu. Ich sehe sie aber lediglich als eine Art "Minimalanforderung", das Mindestmaß dessen, was zu leisten uns aufgetragen ist.
Sollte (irgendwann) das Herz wirklich rein und lauter geworden sein, alles Anhaften aufgegeben-, alle Neigungen und Wollensflüsse- und somit auch das ICH verschwunden sein, - ja was dann... ?
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Das Thema ist mir auch sehr wichtig, ...- und somit auch das ICH verschwunden sein, - ja was dann... ?
Die Frage was dann... brauchst du dir nicht zu stellen wenn du festgestellt hast das es kein ICH gibt welches von sich heraus existiert sondern nur in abhängigem entstehen.

Also kann was nicht existiert auch nicht verschwinden, aber ich weiß wie du das meinst.

Loslassen von Greifen nach " Ich bin".

LG :)

PS: Darf ich fragen welcher Buddhistischen Richtung du folgst? @Hajo
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Das Thema ist mir auch sehr wichtig, denn was bleibt uns anderes praktisch zu tun, als sich zu bemühen - sich anzustrengen - achtsam zu sein.
Am Anfang ist es ja wirklich anstrengend, so oft wie möglich achtsam zu sein - sich auf den Fersen zu bleiben - sowohl im Denken als auch im Handeln.
Bis es zur Gewohnheit wird, ist viel Zeit und Geduld mit sich selbst nötig, jedenfalls stelle ich es bei mir immer wieder fest. Aber mit der Zeit merkt man dann doch Fortschritte, die zum Weitermachen motivieren. Was nutzten all die vielen theoretischen Diskussionen, wenn sie keine praktischen Folgen haben.
"Das Gesetz erfüllen und das Herz läutern" ist die Kurzform meiner Maxime, mit der ich mich täglich abmühe.
Mit dem Gesetz meine ich all jene gesetzlichen Zusammenhänge des physischen und psychischen Daseins, wie sie der Buddha (und auch andere) lehren. Die Silas - im engeren und weiteren Sinne - gehören für mich dazu. Ich sehe sie aber lediglich als eine Art "Minimalanforderung", das Mindestmaß dessen, was zu leisten uns aufgetragen ist.
Sollte (irgendwann) das Herz wirklich rein und lauter geworden sein, alles Anhaften aufgegeben-, alle Neigungen und Wollensflüsse- und somit auch das ICH verschwunden sein, - ja was dann... ?
Es ist anstrengend wegen der weltlichen Gewohnheiten, die man angesammelt hat. Zunächst wird das Denken umgekrempelt um die rechte, heilsame Ansicht zu gewinnen. Aufgewachsen bin ich mit der Lehre dass die Welt etwas Wunderbares und das Dasein zum Genießen und Herrschen bestimmt ist. Eigentlich wird ist es nicht direkt so gelehrt, aber es wird als eine Selbstverständlichkeit angenommen. Wenn man dann hört das Dasein ist mit Dukkha verbunden, im Grunde eigentlich überhaupt nur Leiden, das Begehren ist ein Übel und der Ich-Bezug Verblendung, klingt das in den Ohren des modernen Menschen eher nach einer krankhaften Depression als nach dem Weg zum wahren Glück. Bestenfalls wird so eine Lehre als religiöser Trost akzeptiert, für Menschen die mit dem Leben nicht zurechtkommen. Schopenhauer hat den Pessimismus in die Philosophie eingeführt heißt es, aber meistens wird er als alter Griesgram wahrgenommen. Es wäre doch absurd, so ein negatives Denken zu kultivieren, positives Denken ist allein sinnvoll. Auf der psychologischen Ebene stimmt das ja, aber wenn man sich eingehend mit den indischen Lehren befasst, die überwiegend auf Pessimismus gründen, kann allmählich klar werden, dass es sich um tiefgründige Wahrheit handelt. Das menschliche Dasein ist deshalb so wunderbar, weil es ermöglicht die Frage zu stellen, wie das Leid vollkommen zu beenden ist, Tiere können das nicht. In der Befreiung liegt das Heil, nicht im Vergänglichen.

Nun ja, ich könnte noch Seitenweise weiterschreiben, aber es ist ja besonders im Buddhismus alles Wesentliche überliefert und von weitaus kompetenteren Menschen kommentiert als ich es bin. Dein Beitrag spricht mir aus dem Herzen und Paul Debes war offenbar ein vorbildlicher Laienanhänger.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
@citröyen
Mein letzter Satz oben war natürlich ein wenig ironisch gemeint, ich hätte ein :) setzen sollen.
Um so mehr freut es mich, daß Du ihn richtig verstanden hast.
Auch wenn mir der Theravada am nahesten steht, zähle ich mich eigentlich keiner buddhistischen Richtung wirklich zugehörig.
Meine Schule war (und ist) das Buddhistische Seminar und die wichtigsten Lehrer Paul Debes, Fritz Schäfer, Hellmuth Hecker und einige andere.

@mukti
Pessimismus scheint mir etwas Destruktives zu sein. Schopenhauers Weltsicht resultiert aus tiefem Nachdenken und aus Lebenserfahrung. Er war in meinen Augen einer, dem es um Erkenntnis der Wirklichkeit ging. Daß das nach außen wie Pessimismus ausschaut, liegt wohl in der Natur der Sache. Wie Du schon schreibst, werden wir erzogen, die Welt als etwas Wunderbares anzusehen. Sobald wir uns mit zunehmender Erfahrung mehr und mehr der Lebenstatsachen bewußter werden, beginnt der äußere Glanz zu verblassen und sobald uns unser Karma zu Buddhas Lehre führt und wir dem Weg folgen, verliert das Ganze endgültig seinen Reiz.

Der Wahrheit durch Nachdenken über das Gewordene näher zu kommen, ist ein Weg, der an einem bestimmten Punkt endet, nämlich an den Grenzen unseres Denkens, denn dasselbe wird durch unsere endlichen Sinne begrenzt. Jenseits (!!!) unserer (für Wahr)nehmungsmöglichkeiten können wir nichts denken und folglich auch nichts wissen.
Größere Einsicht ist meiner Erfahrung nach nur durch zwei Wege erreichbar: Entweder durch eine eigene spirituelle Erfahrung oder durch den langen und mühsamen Weg, den der Buddha uns weist. Seine Einsicht ist ja ebenfalls das Ergebnis einer spirituellen Erfahrung, nämlich jener, die ihm unter dem Boddhibaum widerfuhr. Leider ist diese Erfahrung nicht direkt vermittelbar und eher selten und sie ist auch nicht vom Wollen oder irgendwelchen Verdiensten abhängig. Mir scheint, im Grunde ist seine Lehre eine Anleitung, alle Nachfolger zu befähigen, selbst zur spirituellen Einsicht zu gelangen. Was bleibt unsereinem also anderes übrig, als der Lehre praktisch nachzufolgen und zu hoffen.
Und ja - Paul Debes war einer, der das Wesentliche der Lehre sehr gut zu vermitteln wußte. Ich verdanke ihm sehr viel.

Kürzlich las ich einen Satz, der mir gefallen hat:
Ob du die "Wahrheit" weißt oder nicht, ändert nichts an der Wahrheit.
Als jeder "wußte", daß die Erde flach ist und die Sonne um die Erde kreist, war die Erde trotzdem rund und kreiste um die Sonne.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Pessimismus scheint mir etwas Destruktives zu sein. Schopenhauers Weltsicht resultiert aus tiefem Nachdenken und aus Lebenserfahrung. Er war in meinen Augen einer, dem es um Erkenntnis der Wirklichkeit ging. Daß das nach außen wie Pessimismus ausschaut, liegt wohl in der Natur der Sache. Wie Du schon schreibst, werden wir erzogen, die Welt als etwas Wunderbares anzusehen. Sobald wir uns mit zunehmender Erfahrung mehr und mehr der Lebenstatsachen bewußter werden, beginnt der äußere Glanz zu verblassen und sobald uns unser Karma zu Buddhas Lehre führt und wir dem Weg folgen, verliert das Ganze endgültig seinen Reiz.

Schopenhauer hat die Einsicht, dass es in der Welt kein dauerhaftes Glück gibt, Pessimismus genannt. Gewöhnlich wird unter dem Begriff Hoffnungslosigkeit und eine gedrückte Stimmung verstanden, das ist aber nur der Fall wenn man keinen Ausweg aus Dukkha kennt. Dann führt der Pessimismus zu Fatalismus, Nihilismus oder einfach zu einer depressiven Stimmung. Schopenhauer wusste dass Begehren die Ursache von Dukkha ist und mit der "Verneinung des Willens zum Leben" meinte er das Versiegen des Sinnlichkeitstriebes (kāmāsava) und des Daseinstriebes (bhavāsava). Eigentlich führt der Optimismus, der in diesen Trieben etwas Gutes sieht, aufgrund der Verletzlichkeit und Vergänglichkeit des Daseins letztlich zu Hoffnungslosigkeit und der Pessimismus zu einer Hoffnung, die durch rechte Erkenntnis und das Glück der Loslösung nicht enttäuscht werden kann.

Beeindruckend finde ich, dass Schopenhauer von selber darauf gekommen ist und erst mit indischer Weisheit und dem Buddhismus in Kontakt gekommen ist, nachdem er seine Philosopie im Wesentlichen schon fertiggestellt hatte. Es gibt ja diese drei Arten des Wissens: Auf eigenem Nachdenken beruhendes Wissen, auf Belehrung beruhendes Wissen und auf Geistesentfaltung (bhāvanā) beruhendes Wissen. (D.33) Das Wissen wird wohl erst durch Geistesentfaltung zum unmittelbaren Sehen der Wirklichkeit, was dann Triebversiegung und Nibbana zur Folge hat. In Verbindung mit Wissen und Sittlichkeit entfaltet sich durch Achtsamkeit und Sammlung der Geist, da soll die rechte Anstrengung meines Erachtens hinführen.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Ich hatte einen guten, liebe- und verständnisvollen Lehrer, der es verstand, die Lehre des Buddha kompetent darzulegen. Nach seinem Tod studiere ich immer wieder das, was er an Wissen hinterließ, und die Schriften der großen Meister, die er zitierte. Ich vergaß und vergesse nicht, mich in dem zu üben, was er mir ans Herz legte: nach zunehmend gefestigtem Wissen bezüglich der Lehren der eigenen Schule, auch über den eigenen Tellerrand zu schauen, den Lehrmeistern und Lehreninhalten anderer Schulen/ Traditionen respektvoll mit offenem Geist zu begegnen und durch ihre Darlegung der Lehren des Buddha dazuzulernen. ...

... Mit zunehmendem Alter wurde mir klar, dass die Inhalte der Lehre Buddhas und das Studieren in der Stille mir wichtiger als alles andere sind, und ich mich selbst inmitten des Trubels täglichen Lebens, "nach innen zurückziehe". Die Hektik und der Lärm der Welt mit all ihren angepriesenen, angeblich begehrenswerten Dingen prallen an meiner "Seifenblase" ab und bleiben außen vor ...

Kann es sein, dass das tiefere Verständnis der Rechten Erkenntnis etwas plötzlich Aufflammendes ist - so, wie man es als Kind erlebte: "Ahhh - so ist das also, ..."?
 
| Mein Blickwinkel: Ich schreibe nicht zwangsläufig aus dem Blickwinkel der Gelug-Prasangika-Madhyamaka, sondern dem Standpunkt meiner Gesprächspartner entsprechend, (auf die ich bemüht bin, einzugehen), sodass es uns möglich ist, auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Aus der Perspektive der Versenkung bzw. in der Sammlung beruhigt sich Geist (Citta) wohl weil Sinneseindrücke und Hemmnisse nicht anwesend sind,
würde ich sagen.

Dieses ruhige Empfinden fällt im Gewahrsein von oben tief in den Herzgeist hinab.
Und diesen reinen Moment empfinde ich in der Verbundenheit als sehr klar.
Klar im Dharma verankert.

So könnt ich es ebenso als erhellendes Aufmerken von Herzgeist in Verbindung mit Klarblick wirkend beschreiben.

Citta wird nach diesen gesammelten Augenblicken auch formbarer, geschmeidiger.


Als Kind gab es diese Momente bestimmt öfter.
Im Alter wiederholt sich ja so Vieles so das diese Momente irgendwie seltener ‚erscheinen‘ oder nicht mehr so aufregend daherkommen.

Doch sobald diese Lichtblicke erscheinen fühlt es sich so an wie es @mkha' benennt.

Jung, Frisch Anfängerlich, Wowh…

In Metta🙏
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Du könntest gut Youtube- Videos machen als Dhamma- Lehrer. :) Anders ausgedrückt, deine Unterweisungen sind so hilfreich für mich und viele andere, wie die eines jahrelang Ordinierten oder jahrelang Ex-Ordinierten. Aber du brauchst keine Videos machen, da, das was du im Eingangstext geschrieben hast, alles was wichtig ist zusammengefasst hat. Es gibt nicht viel mehr was man wissen muss. Danke Dir dafür.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Ich bin aber schon ein Schussel weil mir gar nicht aufgefallen ist, dass ich bereits voriges Jahr das Thema "Rechte Anstrengung" eröffnet habe. Aber macht nichts, man kann so wichtige Dinge nicht oft genug wiederholen und vertiefen, bis sie endlich ganz verinnerlicht sind.

An Youtube-Videos habe ich auch schon gedacht, aber will mich nicht zu einem Lehrer machen und wieder mal Ahamkara, dem Ich-Macher auf den Leim gehen. Auch habe ich nicht die Fähigkeit zum Lehrer, andere können das wahrlich besser. Eigentlich belehre ich mich selber, reflektiere über die Worte des Buddha bis sie im Inneren lebendig werden, um die Wahrheit zu erkennen und tatsächlich zu sehen. In einsichtsvollen Menschen entsteht Freude am richtigen Weg zu sein und die Zuversicht das Ziel zu erreichen wächst, wenn sie einander verstehen, bestätigen und belehren. Vielen Dank dafür.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Danke dir, @mukti, für die klaren Worte. Ich kann persönlich nur zustimmen, dass sowohl die innere als auch die äußere Abgeschiedenheit, das beständige Reflektieren über die Lehre und das Praktizieren wesentliche Mittel sind, die zur Befreiung führen. Deshalb bemühe ich mich, diesem Pfad zu folgen, denn jeder Augenblick des Lebens ist vergänglich, und diesen zu versäumen oder zu verpassen, wäre eine reine Verschwendung.

Ich selbst brauche keinen Lehrer, denn in den Sutras steht alles. Viele Interpretationen sind oft sogar widersprüchlich, aber wer den Geschmack der Erlösung in seinem Inneren erfahren hat, der braucht, wie mir scheint, keine Beweise mehr – denn alle Beweise stammen aus dem reinen Herz-Geist, niemals aber aus dem Verstand und der dualen Logik.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Ich selbst brauche keinen Lehrer, denn in den Sutras steht alles. Viele Interpretationen sind oft sogar widersprüchlich, aber wer den Geschmack der Erlösung in seinem Inneren erfahren hat, der braucht, wie mir scheint, keine Beweise mehr – denn alle Beweise stammen aus dem reinen Herz-Geist, niemals aber aus dem Verstand und der dualen Logik.
Der Buddha hatte ja die Fähigkeit, das Herz der Menschen zu durchschauen. So haben ihn viele um Anweisungen gebeten, weil er sehen konnte welche Übungen gemäß ihrer individuellen Situation am Geeignetsten sind. So ein Lehrer ist schwer zu finden, aber wir haben zum Glück die Überlieferung, die sich durch Praxis immer mehr bestätigt.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
... So haben ihn viele um Anweisungen gebeten, weil er sehen konnte welche Übungen gemäß ihrer individuellen Situation am Geeignetsten sind. So ein Lehrer ist schwer zu finden, ...
Er begegnet dem Menschen, wenn dieser gar nicht daran denkt, ... (und bleibt in seinem Herzen - über der Tod hinaus.)
 
| Mein Blickwinkel: Ich schreibe nicht zwangsläufig aus dem Blickwinkel der Gelug-Prasangika-Madhyamaka, sondern dem Standpunkt meiner Gesprächspartner entsprechend, (auf die ich bemüht bin, einzugehen), sodass es uns möglich ist, auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Der Buddha hatte ja die Fähigkeit, das Herz der Menschen zu durchschauen.
Ach ja, D.T. Suzuki sagt im Prinzip dasselbe: Solange der Buddha noch lebte, brauchte man keine ausgeklügelte und raffinierte Philosophie.

Doch als der Meister starb, entstanden Spaltungen: erst ein Konzil, dann das nächste.

Am Ende weiß man nicht—ich scherze—was der Buddha wirklich gesagt hat und was ihm später angedichtet wurde.

Die späteren Traditionen, und das wollte ich nicht vertiefen, stellen den Buddha anders dar, als er im Pali -Kanon beschrieben wird.

Aber ich denke, das ist nicht entscheidend. Rein praktisch gesehen ist das Wasser überall gleich, sei es in einer schmutzigen Pfütze, im Teich oder im Ozean.

Die Gelehrten können weiter streiten—Ironie.

P.S. Sehr wichtig ist aber!, dass ich in der Lage war, das zu erkennen, was Heil bringt und das Herz läutert, und was Unheil bringt – alles andere wäre meine eigene Verantwortung und Willenskraft, also cetana. Punkt, so wie ich es sehe.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Solange der Buddha noch lebte, brauchte man keine ausgeklügelte und raffinierte Philosophie.

Doch als der Meister starb, entstanden Spaltungen: erst ein Konzil, dann das nächste.
Mir scheint dass es oft scholastische Haarspaltereien sind, weswegen man sich duelliert und voneinander getrennt hat, aber wahrscheinlich haben auch unterschiedliche Auffassungen des Vinaya eine Rolle gespielt?
Würde auch die Lehre selber und der Abhidhamma vergessen werden, solange der Vinaya nicht verloren geht, bleibt die Lehre bestehen. (M.1.67)
Zu Lebzeiten des Buddha hat Z.B. Devadatta das Vinaya verändert, da hat ihn der Buddha aus dem Orden ausgeschlossen.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Mir scheint dass es oft scholastische Haarspaltereien sind, weswegen man sich duelliert und voneinander getrennt hat, aber wahrscheinlich haben auch unterschiedliche Auffassungen des Vinaya eine Rolle gespielt?
Ach, das geht sehr tief und beeinflusst das Verstehen der ganzen Lehre. Ich lese jetzt zum zweiten Mal die 33 Beiträge von Ñāṇananda über Nibbana. Dabei wendet er sich buchstäblich gegen die traditionelle Exegese, wie sie im Visuddhimagga oder im Abhidhamma dargestellt wird. Und er sagt dasselbe wie Bhikkhu Mettiko oder Ñāṇavīra. Einfach alles zu ignorieren, kann ich nicht, tut mir leid.
Das alles, was die bedingte Entstehung betrifft, finde ich entscheidend, + es beeinflusst meine eigene Praxis.
 
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Doch als der Meister starb, entstanden Spaltungen: erst ein Konzil, dann das nächste.
Mir scheint dass es oft scholastische Haarspaltereien sind, weswegen man sich duelliert und voneinander getrennt hat, aber wahrscheinlich haben auch unterschiedliche Auffassungen des Vinaya eine Rolle gespielt?
Schaut mal, vielleicht interessiert Euch die Abhandlung von Prof. Frauwallner, (1898 - 1974, österreichischer Indologe):
 

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| Mein Blickwinkel: Ich schreibe nicht zwangsläufig aus dem Blickwinkel der Gelug-Prasangika-Madhyamaka, sondern dem Standpunkt meiner Gesprächspartner entsprechend, (auf die ich bemüht bin, einzugehen), sodass es uns möglich ist, auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Re: Achtsamkeit Rechte Anstrengung
Lieber @Igor,

ich lernte, nicht die Unterschiede zu gewichten, sondern Gemeinsamkeiten, und
gemeinsam sind uns die Vier Edlen Wahrheiten , incl. des Achtfache Pfadeṣ ...
 

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| Mein Blickwinkel: Ich schreibe nicht zwangsläufig aus dem Blickwinkel der Gelug-Prasangika-Madhyamaka, sondern dem Standpunkt meiner Gesprächspartner entsprechend, (auf die ich bemüht bin, einzugehen), sodass es uns möglich ist, auf Augenhöhe zu kommunizieren.
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