Schwachpunkte der traditionellen Drei-Leben-Interpretation der Paticca Samuppada
1. Der Buddha sagt in mehreren Sutten, der Dhamma ist „sanditthiko“, das bedeutet „sichtbar in diesem Leben“ oder „hier-und-jetzt sichtbar“. Obwohl der Buddha über vergangene und manchmal sogar über zukünftige Leben sprach, die er durch seine höheren Geisteskräfte unmittelbar schaute und erkannte, verstand er unter sanditthiko, dass der Dhamma bereits in diesem Leben, ohne Kenntnis vorhergehender Leben oder höherer Geisteskräfte, erkennbar ist. Das ist äußerst wichtig, denn es bedeutet, dass ein gewöhnlich intelligenter Mensch ohne höhere Geisteskräfte den Dhamma verstehen kann.
Weiter sagt er, der Dhamma ist „akaliko“, d.h. „nicht zeitabhängig, zeitlos, unmittelbar“. Das bedeutet, der Dhamma ist immer zutreffend, ungeachtet der Zeit, nicht an Zeit gebunden.
SN 35.70: „Erhabener, man sagt, ‚hier-und-jetzt sichtbarer Dhamma‘, ‚hier-und-jetzt sichtbarer Dhamma‘. Inwiefern aber, Erhabener, ist der Dhamma hier-und-jetzt sichtbar, zeitlos, einladend, zutreffend, dem Verständigen von selbst verständlich?“
„Hat da, Upavana, ein Mönch mit dem Auge eine Form (Körper) gesehen, so empfindet er die Form und die Begierde nach Formen. Und von dieser inneren Begierde nach Formen versteht er: ‚In mir ist die Begierde nach Formen.ˈ Eben deshalb, Upavana, ist der Dhamma hier-und-jetzt sichtbar, zeitlos, einladend, zutreffend, dem Verständigen von selbst verständlich.“
(Gleiches für die weiteren Sinne)
„Hat da, Upavana, ein Mönch mit dem Auge eine Form gesehen, so empfindet er diese bloß, ohne Begierde danach. Wenn er innerlich keine Begierde danach hat, dann weiß er: ‚In mir ist keine Begierde danach‘. Eben deshalb, ist der Dhamma hier-und-jetzt sichtbar, zeitlos, einladend, anwendbar, dem Verständigen von selbst verständlich.“