Die Metapher oder Analogie vom Floss verstehe ich etwas anders. Eine Landkarte bildet auf eine bestimmte Art die äußere Wirklichkeit ab und man benutzt sie dann, um sich in der äußeren Wirklichkeit zu orientieren. Das Floss in dieser Analogie ist der verbale oder schriftliche Dharma . Dieser ist wie eine äußere Landkarte, in den Suttas und Sutras tradiert, die uns aufzeigt, wie wir uns schulen müssen, um den Dharma in unserem eigenen Geist verwirklichen.
Ach, lieber
@Helmut, da stimmt doch alles, meine Güte.
Ich meine aber etwas anderes.
Einmal wurde ein Rabbi gefragt, welches die wirkliche Sünde Adams war. Dann antwortete er: „Er sorgte sich um den folgenden Tag.“ Ha ha ha … Frei nach Martin Buber.
Wir wollen immer mehr wissen, mehr etwas erfahren, mehr praktizieren. Kann sein, dann glauben wir, dass wir schneller erleuchtet oder erwacht werden.
Wir vergessen, dass es überhaupt keine fassbare Zeit gibt. Die Vergangenheit ist schon nicht mehr da, die Zukunft ist noch nicht da, und wenn ich versuche, dieses „Jetzt“ zu finden, ist es schon weg.
Also leben wir eigentlich in der Zeit?
Das stellt für mich diese innere Art der Anhaftung dar, aber keine klare Aufmerksamkeit, die diese unfassbare Flüssigkeit des Lebens sieht und anerkennt, im Sinne dessen, dass alles in dieser Welt nur den Prozess des Werdens darstellt. Alles wandelt sich, ändert sich und hat keinen festen Kern. Es ist nicht zu verorten, sozusagen nicht festzunageln. So verpassen wir das Leben, das nur im Hier und Jetzt passiert.
Wir verirren uns in den Theorien und in diesen ganzen Konzepten. Immer wollen wir etwas beweisen, dass wir besser verstehen oder fortgeschrittener sind.
Das ist gerade Dünkel, also diese Wurzel der Verblendung, dass uns etwas gehört und wir selbst etwas beherrschen oder steuern können. Aber alles entgleitet und entzieht sich, denn es gibt kein „Ich“, und es gibt nichts, was mir gehört. Das alles ist Illusion, also eine Fata Morgana.
Das ist meine eigene Version des Dharma, aber nicht aus Büchern oder irgendwelchen heiligen Texten. Die sind alle nur die Schilder, aber kein verkörperter Weg in der Realität, den ich mit meinen eigenen Füßen gehe.
Der
Buddhismus stellt, scheint mir, eine bestimmte Art der Wahrnehmung dar, diese Verflüssigung der Dinge zu sehen, die nicht auffindbar sind. Wenn diese Fähigkeit nicht anwesend ist, dann hilft kein Wissen.
Gerade deswegen sagt man im Zen, man solle den Buddha töten, was bis heute missverstanden wird, und alle Bücher verbrennen.
Weil sich das alles in unserem teilenden und bewertenden Verstand abspielt. Wir brauchen die innere Sicherheit und den Halt, aber tief im eigenen Inneren wissen wir, dass alles vergänglich ist. Tod-sicher, oder? Das Wort „Leben-s-sicher“ gibt es nicht.