Inwiefern ich mich erinnere, benutzt du die Übersetzung. Oder?
Ja, die deutschen Übersetzungen des
Palikanon . Bei Unklarheiten schaue ich in den Wörterbüchern nach, besonders von Nyanatiloka und Klaus Mylius. Manchmal übersetze ich eine Textstelle so gut es eben geht, oder ich frage jemanden. Das reicht schon aus.
Prasangika war für mich einfach interessant, wie der Dalai Lama es erklärt. Das macht mir Freude. Darum geht es im ganzen Faden: Warum studieren wir das alles? Brauchen wir das oder nicht? Ich präsentiere meine eigene Version.
Ob es korrekt ist oder nicht, weiß ich am Ende nicht. Aber ohne gründliches Studium geht es meiner Meinung nach nicht. Und interpretieren kann man immer anders.
Es gibt verschiedene Interpretationen. Z.B. wurde Anatta mit Nicht-Selbst übersetzt und das leuchtet mir ein: "Das bin ich nicht, gehört mir nicht, ist kein Selbst", ist im Kanon ein oft wiederholter Standardsatz über die Khandha. Später habe ich woanders gelesen, Anatta würde gar nicht Nicht-Selbst bedeuten. Da mache ich mir dann nicht die Mühe die ganze Argumentation dahinter zu studieren. Die Khandha umfassen alle Phänomene die es gibt und nichts davon ist ein Selbst, das ist durch Nachdenken und Introspektion nachvollziehbar und wesentlich für die Befreiung von Leid, das genügt mir.
Dukkha bedeutet nicht Leid, liest man auch. Es ist aber beschrieben als Geburt, Alter, Krankheit, Tod, Kummer, Jammer, Schmerz, Gram, Verzweiflung, getrennt sein von Lieben, vereint sein mit Unlieben und nicht erlangen was man wünscht - was ist das anderes als Leid?
So geht das dauernd, man versteht etwas und praktiziert es mit einigem Erfolg, dann stößt man auf eine andere Interpretation, manchmal mit der Behauptung, dieser oder jener Begriff wurde länger als zwei Jahrtausende falsch verstanden. Dieses Wirrwarr brauche ich nun wirklich nicht, andere individuelle Zugänge zur Lehre interessieren mich nur mäßig. Es gibt genug Meister und Schüler, die meinen eigenen Zugang bestätigen.
Zum Beispiel schauen wir hier:
"Ausführlich behandelt Rahula die Lehre von Anatta – keine Existenz hat ein festes, unveränderliches und unabhängiges Selbst. Daraus folgert er, dass es
keine Wiedergeburt gibt, sondern nur eine Fortdauer von Energien. Ziel des Weges ist Nirvana, was schon innerhalb dieses Lebens erreicht werden kann."
Walpola Rahula Was der Buddha lehrt
Manche wollen das Wort Wiedergeburt nicht verwenden, verneinen aber nicht die Fortsetzung des Daseins in verschiedenen Lebensformen. Das hält mich nicht davon ab dieses Wort zu verwenden, sonst müsste man ja sehr viele Worte im Sinne der Anattalehre vermeiden wie Geburt, Tod, Dasein, Wesen usw. Wenn man das Prinzip einigermaßen verstanden hat, weiß man was gemeint ist, wenn im Zusammenhang mit der Buddhalehre von Wiedergeburt die Rede ist.