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traditionsübergreifend
Re: Dharma Wiedergeburt
Was von Existenz zu Existenz weitergeht ist das geistige Bewusstsein.
Demnach wird das geistige Bewusstsein nicht vom Gehirn erzeugt und stirbt nicht mit dem Gehirn. Es ist ein eigenes Element, das sich mit dem Körper verbunden hat.
Der Glaube, dass nach dem Tod alles aus ist, beruht wohl auf der Ansicht, dass der Geist ein Produkt des Gehirns ist.
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Demnach wird das geistige Bewusstsein nicht vom Gehirn erzeugt und stirbt nicht mit dem Gehirn. Es ist ein eigenes Element, das sich mit dem Körper verbunden hat.
Na ja, ich frage mich, wie sich etwas wie ein „Ding“ wandeln kann, wenn es doch abhängig entstanden ist. Das ist doch ein Widerspruch.

"Ehrwürdiger Herr, es ist das, was spricht und fühlt und hier und da die Resultate guter und schlechter Taten erfährt."


"Du fehlgeleiteter Mensch, wen sollte ich jemals das Dhamma auf solche Weise gelehrt haben? Du fehlgeleiteter Mensch, habe ich nicht in vielen Lehrreden dargelegt, daß Bewußtsein bedingt entsteht, weil es ohne Bedingung keine Entstehung von Bewußtsein gibt? Aber, du fehlgeleiteter Mensch, du hast uns durch dein falsches Verständnis falsch dargestellt und dich dadurch selbst verletzt und viel Unverdienst angehäuft; denn dies wird dir lange zum Schaden und zum Leid gereichen."
Die längere Lehrrede über die Vernichtung des Begehrens - Mahātaṇhāsaṅkhaya Sutta
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Das Bewusstsein wandelt sich je nachdem wovon es abhängt - Sehbewusstsein, Hörbewusstsein usw.
Richtig, aber es ist kein "Ding", oder?

Siehe hier:
[2] Nach dem zwölfgliedrigen Beispiel der bedingten Entstehung ist auch umgekehrt Bewußtsein die Bedingung für Name-und-Form. Bewußtsein ist ohne Essenz, es ist immer Präsenz von etwas, von diesem abhängig. Dieses Etwas (Name-und-Form: Gefühl, Wahrnehmung, Wille, Aufmerken, Kontakt - und - Form, das Sinnesobjekt) ist davon abhängig, vom Bewußtsein "entdeckt" zu werden (vgl. M9).
Fußnote zu Die längere Lehrrede in der Vollmond-Nacht - Mahāpuṇṇama Sutta
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Indem man sagt, Bewusstsein ist ein Ding, ein Objekt, ein Phänomen, ein Element, sagt man nur, dass es dieses Bewusstsein gibt und von anderen Phänomen unterschieden werden kann. Man sagt aber mit diesen Begriffen nichts darüber aus wie dieses Bewusstsein, dass es gibt, tatsächlich existiert. Der weitverbreitete Fehler besteht ja darin aufgrund von Unwissenheit auf die Begriffe Ding, Phänomen, Objekt, Element usw. eine eigenständige Existenz zu projizieren und deshalb zu glauben, wenn andere diese Begriffe benutzen, sie diese genau in diesem verblendeten Sinne benutzen, um sie dann zu kritisieren.
 
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Re: Dharma Wiedergeburt

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tibu063-2002-24-dl-bewusstsein.pdf
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| Mein Blickwinkel: Ich schreibe nicht zwangsläufig aus dem Blickwinkel der Gelug-Prasangika-Madhyamaka, sondern dem Standpunkt meiner Gesprächspartner entsprechend, (auf die ich bemüht bin, einzugehen), sodass es uns möglich ist, auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Re: Dharma Wiedergeburt
Was wird wiedergeboren? Die falsche Annahme eines Selbst. Weil es die gab, fand die Geburt statt und solange sie in diesem Leben besteht, führt sie zur nächsten Geburt. Unwissenheit und Begehren halten die Selbstvorstellung aufrecht und damit sie weiter bestehen kann, bedarf es nach dem Tod eines neuen Körpers. Bei dieser großen Veränderung erlischt gewöhnlich die Erinnerung an vorherige Leben. Manche Menschen erinnern sich ein wenig aufgrund bestimmter Bedingungen und manche Menschen gelangen durch intensive meditative Übung über die Selbst-Vorstellung hinaus und können von dieser höheren Warte aus die vergangenen Leben überblicken. Ohne die falsche Annahme eines Selbst kann dann keine weitere Geburt mehr stattfinden.
 
Re: Dharma Wiedergeburt
bedarf es nach dem Tod eines neuen Körpers.
Da habe ich eine Frage: Wer sollte denn die Erschaffung des Körpers überhaupt bewerkstelligen?
In der bedingten Entstehung kann ich kein Ding an sich selbst definieren.
Auch in der modernen Philosophie des Geistes gilt das Leib-Seele-Problem als unlösbar.


Wenn ich also von einem „neuen Körper“ spreche – was ist dann mit dem Geist?
Damit trenne oder zerschneide ich gewissermaßen den nahtlosen Stoff des Daseins, und so entstehen Gegensatzpaare wie Leben gegen Tod oder Samsara gegen Nirvana .


Oder, noch einfacher ausgedrückt: Körper und Geist kann man wie die zwei Seiten derselben Medaille sehen – aber nicht als eigenständige Entitäten.
Kein „Ding“, denn es ist immer be-ding-t.

Das "Ding" ist damit nicht auffindbar.

Und das würde genau dem entsprechen, was @Helmut sehr klar ausgedrückt hatte. Beitrag 81.
 
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Re: Dharma Wiedergeburt
Da habe ich eine Frage: Wer sollte denn die Erschaffung des Körpers überhaupt bewerkstelligen?
In der bedingten Entstehung kann ich kein Ding an sich selbst definieren.
Wieso denn "wer"? Es entsteht doch alles aufgrund von unpersönlichen Ursachen und Bedingungen.

Auch in der modernen Philosophie des Geistes gilt das Leib-Seele-Problem als unlösbar.

Wenn ich also von einem „neuen Körper“ spreche – was ist dann mit dem Geist?
Damit trenne oder zerschneide ich gewissermaßen den nahtlosen Stoff des Daseins, und so entstehen Gegensatzpaare wie Leben gegen Tod oder Samsara gegen Nirvana.

Oder, noch einfacher ausgedrückt: Körper und Geist kann man wie die zwei Seiten derselben Medaille sehen – aber nicht als eigenständige Entitäten.
Kein „Ding“, denn es ist immer be-ding-t.
Offensichtlich ist ein neuer Körper von Geburt an mit dem Geist verbunden, was gibt es da für ein Problem? Eigenständig ist gar nichts, alles hängt von etwas anderem ab.
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Offensichtlich ist ein neuer Körper von Geburt an mit dem Geist verbunden, was gibt es da für ein Problem? Eigenständig ist gar nichts, alles hängt von etwas anderem ab.
Warum sollte es sofort verbunden sein?
Wenn ich a priori über das Geburtsbewusstsein spreche, dann müsste es den Körper entsprechend den karmischen Wirkungen erschaffen. Das bedeutet, wir hätten sozusagen wieder die Trennung bzw. Dualität von Körper und Geist.


Oder anders gesagt: Beim Tod des Körpers müsste ich davon ausgehen, dass das Bewusstsein bestehen bleibt.
Schau mal – so wie ich es sehe, würde das im Klartext bedeuten, dass ich nicht bestimmen kann, was zuerst und was später war. Wenn der Körper weg ist, dann – sehr vereinfacht gesagt – auch das Bewusstsein.
Folge ich dieser Logik, dann hätte der Buddha nach dem Erwachen sofort sterben müssen, was aber nicht geschehen ist.

26. Gerade so, Verehrter, wie wenn da zwei Rohrbündel an einander gelehnt stünden.---
  • aus der Aufhebung von Geist und Körper folgt Aufhebung der sechs Sinnesbereiche;

  • aus der Aufhebung der sechs Sinnesbereiche folgt Aufhebung der Berührung;

  • aus der Aufhebung der Berührung folgt Aufhebung der Empfindung;

  • aus der Aufhebung der Empfindung folgt Aufhebung des Durstes,

  • aus der Aufhebung des Durstes folgt Aufhebung des Erfassens;
S.12.67. Das Rohrbündel - 7. Naḷakalāpī Sutta

Hier ist es eigentlich derselbe Gedanke:

7. Da kam mir, ihr Bhikkhus, dieser Gedanke: Was muß denn vorhanden sein, daß Bewußtsein entsteht; aus welcher Ursache geht das Bewußtsein hervor?


8. Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil: Wenn Geist und Körper vorhanden ist, entsteht das Bewußtsein; aus Geist und Körper als Ursache geht das Bewußtsein hervor.

Also, was war zuerst? Warum sollte ich beide trennen?
Sie sind nicht „verbunden“, sondern abhängig entstanden – und zwar gleichzeitig. So kann man folgern.


S.12.65. Die Stadt - 5. Nagara Sutta
 
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Re: Dharma Wiedergeburt
Oder anders gesagt: Beim Tod des Körpers müsste ich davon ausgehen, dass das Bewusstsein bestehen bleibt.
Schau mal – so wie ich es sehe, würde das im Klartext bedeuten, dass ich nicht bestimmen kann, was zuerst und was später war. Wenn der Körper weg ist, dann – sehr vereinfacht gesagt – auch das Bewusstsein.
Folge ich dieser Logik, dann hätte der Buddha nach dem Erwachen sofort sterben müssen, was aber nicht geschehen ist.
Solange Begehren vorhanden ist, verbindet sich das Bewusstsein beim Tod augenblicklich mit einem neuen Körper, es kann nicht unabhängig bestehen. Wenn kein Begehren vorhanden ist, verbindet sich das Bewusstsein beim Tod nicht mit einem neuen Körper. Weil es nicht unabhängig bestehen kann, erlischt es.
Der Buddha ist durch die höchste Vertiefung (jhana ) zeitweilig in den Erlöschungszustand eingetreten. "Nirodha " wird mit Aufhebung oder Erlöschung übersetzt. nirodha samāpatti
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Solange Begehren vorhanden ist, verbindet sich das Bewusstsein beim Tod augenblicklich mit einem neuen Körper, es kann nicht unabhängig bestehen. Wenn kein Begehren vorhanden ist, verbindet sich das Bewusstsein beim Tod nicht mit einem neuen Körper. Weil es nicht unabhängig bestehen kann, erlischt es.
Na gut, wenn Körper und Bewusstsein zugleich miteinander verbunden wären, stünde das im Widerspruch zur bedingten Entstehung.
Das bringt uns nicht weiter. Schönen Tag noch.

(Bedingte Entstehung von Bewußtsein)​


8. "Ihr Bhikkhus, Bewußtsein wird nach den jeweiligen Bedingungen, in deren Abhängigkeit es entsteht, klassifiziert [2]. Wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Auge und Form entsteht, gilt es als Sehbewußtsein; wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Ohr und Klang entsteht, gilt es als Hörbewußtsein; wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Nase und Geruch entsteht, gilt es als Riechbewußtsein; wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Zunge und Geschmack entsteht, gilt es als Schmeckbewußtsein; wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Körper und Berührungsobjekt entsteht, gilt es als Körperbewußtsein; wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Geist und Geistesobjekt entsteht, gilt es als Geistbewußtsein. Genau so wie Feuer nach den jeweiligen Bedingungen, in deren Abhängigkeit es brennt, klassifiziert wird - wenn Feuer in Abhängigkeit von Holzscheiten brennt, gilt es als Holzfeuer; wenn Feuer in Abhängigkeit von Reisigbündeln brennt, gilt es als Reisigfeuer; wenn Feuer in Abhängigkeit von Gras brennt, gilt es als Grasfeuer; wenn Feuer in Abhängigkeit von Kuhmist brennt, gilt es als Kuhmistfeuer; wenn Feuer in Abhängigkeit von Häcksel brennt, gilt es als Häckselfeuer; wenn Feuer in Abhängigkeit von Abfall brennt, gilt es als Abfallfeuer - ebenso wird Bewußtsein nach den jeweiligen Bedingungen, in deren Abhängigkeit es entsteht, klassifiziert. Wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Auge und Form entsteht, gilt es als Sehbewußtsein; wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Ohr und Klang entsteht, gilt es als Hörbewußtsein; wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Nase und Geruch entsteht, gilt es als Riechbewußtsein; wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Zunge und Geschmack entsteht, gilt es als Schmeckbewußtsein; wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Körper und Berührungsobjekt entsteht, gilt es als Körperbewußtsein; wenn Bewußtsein in Abhängigkeit von Geist und Geistesobjekt entsteht, gilt es als Geistbewußtsein."
Und die Fußnote:

[2] Ein Weltling kann nicht unmittelbar erkennen, daß Bewußtein vergänglich ist. Der Buddha erläutert im Folgenden das Gegenmittel: Erkennen, daß Bewußtsein von seiner Essenz her negativ ist - es ist immer Bewußtsein von etwas - somit bedingt entstanden, von vergänglichen Faktoren abhängig, somit selbst vergänglich und nicht-selbst.
Wenn ich dieser Logik folge, dann entsteht und vergeht der Körper augenblicklich – was für den normalen, gesunden Verstand kaum vorstellbar wäre.
Egal, alles gut.🙏

P.S. Denn Ursachen und Bedingungen wandeln sich unaufhörlich.

Majjhima Nikāya 38
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Das Thema war für mich ganz am Anfang eine schier unüberwindbare Hürde.
Ein Buch, das mir sehr geholfen hat, war Ian Stevensons "Reinkarnation - Der Mensch im Wandel von Tod und Wiedergeburt".
Darin sind 20 mit wissenschaftlicher Akribie recherchierte Fälle von Rückerinnerungen von Kindern an frühere Existenz veröffentlicht, die teilweise in eindrucksvoller Weise verifiziert werden konnten. Am Ende blieb mir gar keine andere Wahl, als es als Tatsache zu akzeptieren. Und nicht zuletzt finden sich (wie schon oben von mkha erwähnt) im Sutta Pitaka unzählige eindeutige Aussagen des Buddha. Mit dem in all den Jahren gewachsenen Vertrauen in die Integrität des Lehrers, ist für mich ein Streit über dieses Thema verschwendete Lebenszeit.
Dem Thema bin ich irgendwann natürlich auch begegnet. Ich habe am Anfang an eine Wiedergeburt geglaubt.
Aber natürlich war es nur ein Glaube.
Ich habe auch ein ganzes Leben lang an ein Ich geglaubt.
Unabhängig von meinen späteren Erfahrungen mit der Meditation gab es noch Erfahrungen aus meiner Kindheit die mich sehr geprägt hatten.

Ich hatte erstens Erinnerungen an einen Vorfall , von dem meine Mutter nichts wusste.
Es war jetzt keine abenteuerliche Geschichte, aber ich habe seit meiner Kindheit eine Szene im Kopf, die nichts mit meinem Leben zu tun hatten.
Naiv und unschuldig wie ich war habe ich meine Mutter darauf angesprochen, aber sie konnte mir nicht weiterhelfen.

Ein paar Jahre später verweilte ich öfters in einem Zustand, den ich heute als angrenzende Sammlung bezeichnen würde. Das war 16/17 Jahre bevor ich zum Buddhismus kam.

Es gab da später im Kloster noch ein anderes Erlebnis. In meinem Kloster lernte ich zwei junge Frauen aus meiner Heimat kennen. Wir sind alle im selben Alter (+/-1 jahr) und haben alle eine ähnliche Jugend erlebt. In Österreich leben wir nur etwa 50 Kilometer von einander entfernt.

Wir sind seitdem befreundet.

In Thailand waren wir wie eine Familie und weil mich das so fasziniert hatte, habe ich meinen Lehrer gefragt wie das sein könnte.
Zu dem Lehrer möchte ich noch sagen, dass er sich sehr gut mit dem tibetischen Buddhismus auskannte, obwohl er nie etwas mit den anderen buddhistischen Traditionen zu tun hatte.
Er sagte mir dann folgendes: In diesem Leben kennen wir uns erst seit kurzem, aber wir haben uns schon in unzähligen Leben getroffen und zusammen praktiziert.

Natürlich ist das kein Beweis, aber alles was ich so in meiner Praxis erlebt habe, geht in diese Richtung.
Ich stehe mit meiner Meinung inzwischen ziemlich alleine da im Westen, und das ist völlig okay.
In meiner Praxis habe ich folgendes für mich entdeckt: Mein Glaube an ein Ich hat Gedanken,Handlungen mit sich gebracht, und diese Handlungen haben Konsequenzen.
Tagtäglich und unzählige Male entsteht eine Wiedergeburt in meinem Herzen.
Ich erschaffe himmlische und höllische bereiche .

Das Wort Wiedergeburt ist für mich eine ungünstige Benennung. Ich werde nicht wieder geboren. Meine Unwissenheit hat Konsequenzen und die kommen wieder.

Früher dachte ich, dass die Menschen unter einem schlechten Karma leiden und manche Menschen einfach ein gutes Karma haben.
Aber all die Tragöden treffen uns in erster Linie, weil wir hier sind . Die Geburt, bedingt durch meine Unwissenheit ist der Grund, warum ich diesen Tragöden überhaupt ausgesetzt bin.
Aber das gute an der Sache ist, dass ich in diesem Leben (wieder) der buddhistischen Lehre begegnet bin.
Niemand in meinem näheren Umfeld ist in diesem Leben ein buddhist geworden.
Niemand von denen hat sich auf die Suche nach einer Lösung gemacht.
Ich bin nach China und Thailand geflogen um dort zu praktizieren.

Ich habe in diesem Leben Frieden gefunden weil mir gezeigt wurde wie ich mich selbst an das Leiden gefesselt habe.
Das Problem mit dem Thema ist das folgende:
Wir können heute alle Bücher der Meister lesen und wir glauben, dass wir diese Meister verstehen.
Aber diese Menschen haben das andere Ufer erreicht. Und von deren Seite aus sieht es so aus, als ob es keine Wiedergeburt gibt. Es gibt einen Pfad in die Freiheit, aber wenn man Freiheit erlangt hat, dann erkennt man, dass es niemanden gibt der ihn beschreiten könnte.

Ich dachte eine Zeit lang , dass ich dieses und jenes tun müsste, damit ich in einer Zukunft die Befreiung erlangen könnte.

Aber die Wahrheit/Befreiung/Nibbana ist immer nur hier und jetzt im Herzen zu finden.

Was ich damals gemacht habe war, dass ich für mein erdachtes Ich, eine erdachte Zukunft erschaffen habe , wo das zukünftige erdachte ich dann Befreiung erlangen würde.
Und durch diese falsche Vorstellung, habe ich neue fesseln erschaffen.
Und durch diese Fesseln war ich dem Leben mit all seinen Gefahren ausgesetzt.

Wenn ich nun sagen würde, dass es eine Wiedergeburt gibt, dann wäre das nicht ganz richtig.
Wenn ich nun sagen würde, dass es keine Wiedergeburt gibt, dann wäre dies auch nicht ganz richtig.
Ich komme nicht wieder, aber weil ich die Dinge nicht so gesehen habe wie sie sind, habe ich bedingt durch meine Unwissenheit, Handlungen begangen, die Konsequenzen mit sich bringen.

Meine Unwissenheit ist der Grund für diesen Körper und der Grund dafür, dass dieser Körper dem Leben mit all seinen Dingen ausgesetzt ist.

Dieser Geist an sich ist komplett frei . Aber aus meiner Unwissenheit heraus binde ich mich an die vergänglichen Elemente, die seit unvorstellbarer Zeit durch meine Unwissenheit gefesselt werden.

Das Universum entsteht, weil ich nichts verstehe.

Ich liebe gutes Essen, sex , die Natur , meine Freunde und meine Familie, und ich versuche indirekt auch mein (erdachtes Ich) dadurch zu bestätigen und abzusichern.

Und wenn sich dieser Elementehaufen (aka Universum) verändert (weil unbeständig), dann trauere ich, dann fürchte ich mich, dann leide ich.

Aber wenn ich verstehe, dass ich nicht das Objekt bin, sondern die Bühne dafür, dann werde ich erkennen, dass Himmel und Hölle, Geburt und Tod, nur ein Geistesmoment ist, der mich gerade bewegt.
Den Himmel berührt es nicht, wenn eine Wolke entsteht und vergeht, und es verängstigt ihn nicht, wenn durch die Wolke Blitz und Donner entsteht.
Aber wenn der Himmel mangels besserer Erkenntnis, sich mit der Wolke identifiziert und sich versucht durch sie zu bestätigen, dann entsteht Leiden, Geburt und Tod.

Vor der Erleuchtung gibt es Wiedergeburt, himmlische und höllische Bereiche
Aber nach der Erleuchtung gibt es niemanden mehr der dies erfährt.
Diese Bücher und Texte können uns inspirieren, aber auch verwirren.
Nur wer dieses Herz heilt, bewacht und befreit, der wird verstehen, warum es Wiedergeburt gibt , und nicht gibt.

Mögen wir alle Frieden finden 🙏
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Ha, so der alte Faden.Also erzähle ich die Version von E. Conze (Wiedergeburt!), der sich auf die sehr interessante Illustration von Schtscherbatskoi bezieht.

Wenn ich beim Billard mit einem Queue eine Kugel anstoße, dann entsteht die Verkettungsreaktion, wo sich sehr viele Kugeln bewegen, und die stoßen wieder andere an, welche wiederum andere anstoßen.

Das erinnerte mich an das Indra -Netz oder das Modell des holografischen Universums, als ich es gelesen habe.

In diesem Netz ist es sozusagen nicht möglich, eine einzige Kugel zu verorten, also etwas wie das Ding festzunageln. Spannend! Gerade deswegen spricht man über die bedingte Entstehung. Aber wo ist das Ding selbst? Hä? Nichts zu finden.
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Genau hier berührt man die Grenze des dualistischen Denkens
Wer es weiß der sagt es nicht,wer es nicht weiß ,verliert sich ins Endlose 🌈
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Re: Dharma Wiedergeburt
Das ist ein großartiges und einzigartiges Buch. Allerdings folgt Nyanatiloka hier der traditionellen Visuddhimagga -Interpretation über drei Leben, die von Gelehrten wie Ñāṇananda, Ñāṇavīra oder Metthiko Bhikkhu deutlich kritisiert wurde. LG.
Nananda kenne ich nicht.
Nanavira habe ich mal gelesen und kurz durch die Ki gejagt.
Ich werde es hier nicht rein kopieren, aber das kann jeder selbst machen.
Mag sein dass er gegen die Drei Leben Theorie war, aber er hat nicht wirklich gesagt, dass es nur dieses Leben gibt und danach/ davor nichts.

Da ich den ehrwürdigen Bhikkhu Metthiko (hier und da besuche ich das Kloster) kenne, war ich ein wenig skeptisch ob er es so sieht wie Buddhadasa Bhikkhu und du.

Dieser Dhammatalk von ihm auf Deutsch könnte interessant sein für dich. Übrigens geht er auch kurz auf Nanavira Thera ein.

https://muttodaya.org/mediathek/2018/18-01-13_der_fehlende_link_mettiko.mp3

Im großen und Ganzen gehe ich davon aus, dass es hier ein Missverständnis zwischen Absolut und Relativ gibt.
Aus der Sicht von Buddhadasa Bhikkhu (der vermutlich befreit war) , stimmt zumindest die Aussage (falls er das irgendwo so geschrieben hat), dass dieses Leben das letzte war und es danach nichts mehr gibt.
Aber für den Rest sieht die Sache ganz anders aus.

Wenn du sagst das du nur an dieses Leben glaubst und es danach nichts mehr gibt, dann steht dir diese Aussage im Sinne der freien Meinungsäußerung natürlich zu.
Aber weder Ajahn Metthiko noch Ajahn Dtun , und nicht einmal der ehrwürdige Nanavira Thera kann zu 100 Prozent für die Bestätigung deiner Meinung herangezogen werden.


Lg Martin
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Aus der Sicht von Buddhadasa Bhikkhu (der vermutlich befreit war) , stimmt zumindest die Aussage (falls er das irgendwo so geschrieben hat), dass dieses Leben das letzte war und es danach nichts mehr gibt.
In "Anatta und Wiedergeburt" schreibt Buddhadasa Bhikkhu:
Wenn alles anatta ist, gibt es nichts, was wiedergeboren werden könnte. Es gibt Geburt, Geburt, Geburt – natürlich, das ist offensichtlich. Geburt findet die ganze Zeit statt, aber es ist nie dieselbe Person, die ein zweites Mal geboren wird. Jede Geburt ist neu. Es gibt also Geburt, endlos, dauernd, aber wir werden sie nicht Wiedergeburt oder Reinkarnation nennen.
Da fühle ich mich jetzt nicht dazu verpflichtet, das Wort Wiedergeburt nicht zu verwenden.

Aber für den Rest sieht die Sache ganz anders aus.
Für mich, der ich zum Rest gehöre, ist verständlich, dass ich im höchsten Sinn nicht geboren wurde und nicht wiedergeboren werde. Weil es aber noch die Ich-Anhaftung gibt, verwende ich das Wort Wiedergeburt. Ich war ein Kind und jetzt bin ich ein alter Mann, so ist nun mal das Erleben, das sich nicht künstlich wegdenken lässt. So wird es erfahren, weil es aufgrund von Begehren und Anhaften noch Identifikation mit khandhas gibt. Wenn in diesem Dasein das Begehren nicht erloschen ist, wird es sich nach dem Zerfall des Körpers in anderer Form fortsetzen.

Eine andere Stelle in diesem Buch:
Sogar im Buddhismus müssen wir viel über atta sprechen. Obwohl der Buddhismus anatta lehrt, muss er das doch mit gewöhnlichen atta-Worten
tun. Buddhisten müssen aufgrund dieser Notwendigkeit das Wort atta benutzen, aber mit einer anderen, neuen Bedeutung: das atta, das Nicht-Selbst ist; das Selbst, das anatta ist.
Schließlich:
Wenn es kein Selbst gibt, wer handelt dann? Wer bringt alle diese körperlichen, sprachlichen und geistigen kammas (gewollte Handlungen) hervor und empfängt die Resultate dieser Handlungen (kamma -vipaka )? Wer erfährt Glück und dukkha ? Der "WER" ist "NIEMAND"? Es besteht gar kein Bedarf für irgendjemand. Tatsächlich brauchen wir das Wort "wer" überhaupt nicht benutzen.
Offenbar besteht ein Bedarf für das Wort "wir". Der Buddha verwendet auch ständig persönliche Fürwörter, z.B. "Er gelangt, wie er sich's erwirkt, in himmlisches Dasein." Oder "Er gerät beim Zerfall des Leibes, nach dem Tode, auf eine glückliche Fährte, in himmlische Welt", der Palikanon ist voll davon. Zu sagen "Nach dem Zerfall des Leibes gerate ich auf diese oder jene Daseinsfährte", oder zu sagen "Ich werde wiedergeboren", da sehe ich keinen wesentlichen Unterschied.
 
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Re: Dharma Wiedergeburt
Dieser Dhammatalk von ihm auf Deutsch könnte interessant sein für dich. Übrigens geht er auch kurz auf Nanavira Thera ein.
Vielen herzlichen Dank für den Link, lieber Martin, ich werde es mir noch heute bestimmt ansehen. Respekt vor deinem Wissen, ich meine es ernst. Auch danke für die Beiträge in meinem Faden. Ich werde mich später noch melden.

Ich weiß über diese Wiedergeburt dank der Praktiken wie das holotrope Atmen nach S. Grof. Als ich jung war, hatte ich enorm viel experimentiert. Ich war sehr kräftig, wie das Berg von Muskeln, deswegen hatte ich zu viel riskiert, denn alleine ist es gefährlich.

Ich denke insofern, dass meine Probleme in diesem Leben aus der anderen entstammen. Ich erzähle aber niemandem davon. Das würde wirklich verrückt klingen.

Wir alle, damit meine ich die normalen (als ob) Menschen, erscheinen mir meistens wie allegorische Wesen, die nur die Oberfläche sehen, also zwei Koordinaten. Wenn dieses Wesen dann die Schatten von dem Baum sieht, dann weiß es nichts über den Baum, sondern interpretiert entsprechend.

Erinnert mich an Platons Höhlengleichnis oder die bekannte Parabel vom Elefanten und den Blinden.

Ich werde deine Links und die Quellen dann nachlesen.🙏
 
Re: Dharma Wiedergeburt
Alle mystischen Traditionen wussten, dass der Tod nicht das Ende ist.

Ich starb als Stein und entstand als PflanzeIch starb als Pflanze und entstand als TierIch starb als Tier und ward geboren als MenschWeshalb sollte ich mich fürchten?Was habe ich durch den Tod verloren?​

Rumi (1207 - 1273), Dschalāl ad-Dīn Muhammad Rūmī, zählt zu den bedeutendsten persischsprachigen Dichtern des Mittelalters und gilt als Mitbegründer der islamischen Mystik ; geboren in Balch im heutigen Afghanistan, lebte und wirkte in Konya, der heutigen Türkei; zu Zeiten Rumis wurde Anatolien im islamischen Raum, bezogen auf das Byzantinische Reich, als Rum (“[Ost-] Rom”) bezeichnet, daher der Beiname Rumi (Römer); der Mevlevi-Derwisch-Orden geht auf ihn zurück; von seinen Derwischen und späteren Anhängern wird er Mevlana (Herr/Meister) genannt

Ein Tolles Buch, der Autor war ein Schüler von Ñāṇavīra Thera:

Der Versuch sich durch begriffliches Denken dem Wie, der Mechanik
der Wiedergeburt in Zeit und Raum zu nähern, wird nichts
nützen. Im Gegenteil, jeder Versuch wird mehr Schaden anrichten
(wie bereits bei der Erfindung des Begriffes patisandi viññ¤na
geschehen, als man über die Sutten hinausging) als Gutes tun.
Was dem Buddha zufolge zu tun ist, ist das eigene, gegenwärtige
Leiden zu verstehen, wie es entsteht, wie es sich auflöst und den
Weg zu seiner Auflösung.
Nur dadurch wird der Pfad erreicht
Die Lehre des Buddha
und ihre wesentliche Bedeutung
von
R. G. de S. Wettimuny

 
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Re: Dharma Wiedergeburt
Das Wort Wiedergeburt ist für mich eine ungünstige Benennung. Ich werde nicht wieder geboren. Meine Unwissenheit hat Konsequenzen und die kommen wieder.
Das sehe ich ähnlich - danke für Deinen Beitrag
Die Rückerinnerungen der Kinder waren für mich damals darum sehr hilfreich, weil sie mir auf sehr eindrückliche und direkte Weise zu verstehen halfen, daß es kein Ich gibt, das wiedergeboren werden könnte. Aus den Berichten ist ganz klar ersichtlich, daß die neue Existenz mit der vorherigen zwar durch früheres Wirken (Karma) verbunden ist aber die Persönlichkeit ist ein gänzlich anderes und ganz neu zusammengedachtes Ich.

Das, was mkha oben in Post #2 geschrieben hat, sind schöne Beispiele dessen, was der Buddha über das Thema gelehrt hat. Im Laufe der Jahre komme ich mehr und mehr zu der Erkenntnis (Erfahrung?), daß Bücher sicher hilfreich sein können, um der Wahrheit näher zu kommen aber für wirkliche Einsicht in das Wesen dessen, was wir als Existenz betrachten, bleibt nur jene eigene innere Erfahrung, die sich manchmal in tiefer Meditation oder bei anderen Anlässen gelegentlich einstellt und aus der man mit einem veränderten Wesen hervorgeht und über die zu sprechen völlig unmöglich ist.
 
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