Statt das Selbst auf die fünf Daseinsgruppen (Aggregatgruppen) zu reduzieren, argumentierte der Buddha, dass das, was für das Selbst gehalten wird – nämlich die Daseinsgruppen –, nicht die Eigenschaften eines Selbst besitzt. Da Form, Gefühl, Wahrnehmung und die übrigen Daseinsgruppen in unserer unmittelbaren Erfahrung hier und jetzt vergänglich sind, wie könnten sie ein Selbst sein, das notwendigerweise ewig sein müsste?
Der Unterschied ist subtil. Stell dir vor, jemand hätte ein neues Auto gekauft. Er hängt sehr daran, und deshalb nimmst du als guter Freund die Aufgabe auf dich, ihm diese Illusion zu nehmen.
„Das Auto ist schön, aber weißt du, eigentlich ist es doch nichts weiter als eine Ansammlung von Einzelteilen, oder? Wir nennen es nur ‚Auto‘, wenn die Teile zusammengesetzt sind. Du kannst ja zum Beispiel den Motor ausbauen.“
„Ja, und was für ein Motor! Dieser 4,0-Liter-V8, dieser Klang – wow, das fühlt sich einfach großartig an!“
„Und ich weiß nicht … die Räder sind doch auch nur Einzelteile. Sie sorgen dafür, dass das Auto rollt.“
„Klar, und sehen diese Niederquerschnittsreifen und Felgen nicht unglaublich cool aus?“
Wir können also genauso an den einzelnen Teilen anhaften wie am Ganzen.
Die Analyse in einzelne Bestandteile kann ein Teil einer Strategie sein, um Anhaftung zu überwinden, aber sie ist weder notwendig noch ausreichend. Manche Menschen können Anhaftungen loslassen, indem sie das Ganze betrachten und den Verlauf erkennen, den ihr Leben nimmt. Andere sehen die einzelnen Bestandteile und lassen sofort los.
Solche Herangehensweisen können hilfreich sein. Aber es ist nicht so, dass die Reduktion von Ganzheiten auf ihre letztendlichen Bestandteile ein wesentlicher Bestandteil der Einsicht wäre. Vielmehr hilft uns die Aufteilung von Ganzheiten in kleinere Bestandteile zu erkennen, dass jeder einzelne Bestandteil vergänglich ist und dass das Ganze noch weniger beständig ist, weil es aus vielen vergänglichen Bestandteilen zusammengesetzt ist.