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traditionsübergreifend
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
  • Wenn das Hin- und Herpendeln zwischen Samsara und Nirvana das wahre Nirvana wäre, dann käme man über dieses freie Pendeln zwischen Samsara und Nirvana nicht hinaus. Dies würde bedeuten, dass man Befreiung aus Samsara nicht für möglich hält.
  • Dies wiederum würde die vier edlen Wahrheiten ad absurdum führen. Aber vielleicht hat man diese Auffassung ja auch deshalb entwickelt, weil einem die vier edlen Wahrheiten zu radikal sind.
Na ja, lieber @Helmut, Zen ist selbst genug radikal, aber auf ihn beziehen sich auch die Autoren der Anthologie über Nibbana, wie Ajahn Amaro.


Auch gibt es genug Stellen, wo Nibbana nur im Hier und Jetzt erfahrbar und zu verwirklichen ist, also zeitlos (akālika).


So:

Der Buddha führt aus, dass sein Dharma sichtbar ist, Teil des gegenwärti- gen Lebens ist (sanditthika), nicht mit dem Tod, sondern mit der Todlosigkeit (akalika) verbunden, und er lädt alle, auch Kinder, ein, zu kommen und zu sehen (ehipassika) (Bronkhorst 1985) [12].
Nochmal:
Wenn der Geist, das Herz, erwacht und seine eigene Natur verkörpert, dann gibt es da einen tiefgründigen Frieden. Dieser Frieden erscheint nicht aus „etwas“, das aufgeregt war und dann aufgehört hat, aufgeregt zu sein. Dieser Frieden ist von einer völlig anderen Art – ein Frieden, der auf Selbstlosigkeit, Zeitlosigkeit und Freiheit vom Standort beruht. Der Buddha lehrte, „Bhavanirodho* nibbānaṁ“ (AN 10, 7), was soviel bedeutet wie „Das Aufhöfhöören des Werdens ist Nibbāna“. Oder wie Hui Neng sagte:
In diesem Moment ist nichts, das beginnt zu sein.In diesem Moment ist nichts, das aufhört zu sein.In diesem Moment also, gibt es weder Geburt noch Tod, die beendet werden müssten.13
13: 13Hui Neng, wie von Alan Watts zitiert in The Way of Zen, S. 201, Vintage Spiritual Classics, (1999).
Na gut, es macht Sinn, diesen Satz( da unten) mit dem Zitat zu vergleichen:
„Die reine Natur des Citta entsteht und endet nie.

Phra Ācariya Mahā Bua Ñāṇasampanno.


Für mich riecht und schmeckt das Ganze regelrecht nach Zen, ob ich das will oder nicht.


Warum ist das so? Weiter erklärt Ajahn Amaro:

„Aufhören des Werdens“ bedeutet keinen kompletteen Stillstand. Es bedeutet nicht, dass wir aufhören zu atmen oder dass wir mitteen in der Bewegung erstarren, als würden wir „Ochs am Berg“ spielen. Dieses „Aufhören“ bedeutet nicht das Enden von etwas, das in der Zeit existiert. Stattdttedessen ist es das Erkennen der zeitlosen Präsenz, der Soheit (tathatā*), welche dem Fluss der Wahrnehmungen zugrunde liegt – das Erkennen des Raumes innerhalb dessen jede Wahrnehmung, jedes Gefühl, jeder Gedanke, jede Auswahl und jede Handlung stattfinttefinnden.
Klingt sogar in Richtung wie Mahayana . Also wieder kann man sehen, wie verschiedene Traditionen verschiedene Schilderungen oder Begriffe benutzen, aber der Geschmack der Befreiung ist überall gleich, oder? Gute Frage.

Die Quelle:

"Ajahn Amaro
Auf den Geist kommt’s an
Der phänomenologische Zugangzur Lehre des Buddha"
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Ich komme noch einmal auf Beitrag#115 zurück. Dort hat @Igor07 aus dem Visuddhi Magga XVI.13 zitiert:

Vor diesem Vers steht aber noch:

Im höchsten Sinne bezieht sich auf die Selbstlosigkeit Auch wenn es in der ersten Zeile heißt, dass man alle vier Wahrheiten als leer (sunya) zu betrachten hat, bezieht sich im höchsten Sinne hier aber wie aus den folgenden vier Zeilen zu erkennen ist, nur auf die Selbstlosigkeit der Person.

Die vier Zeilen bedeuten also:
  • es gibt keinen Fühlenden, der ein Eigenwesen besitzt
  • es gibt keinen Täter, der ein Eigenwesen besitzt
  • es gibt keinen Erlösten, der ein Eigenwesen besitzt
  • es gibt keinen auf dem Pfad Wandelnden, der ein Eigenwesen besitzt
Das muss man dann auf den zweiten vierteiligen Vers übertragen.

Es gibt Leiden, aber keinen Leidenden, der Eigenwesen besitzt. Dass man einen solchen Leidenden verneint bedeutet aber nicht, dass es gar keinen Leidenden begibt. Es heißt ja: "Bloß Leiden gibt es...". Leiden wird also nicht verneint. Aber Leiden gibt es nur in Abhängigkeit von jemanden, der Leiden erlebt. Also gibt es einen Leidenden, aber er existiert nicht aufgrund eines Eigenwesens, sondern in Abhängigkeit. Das gilt entsprechend für die nachfolgenden drei Zeilen.

Die anfangs zitierten Zeilen verneinen also keinen Erlebenden, Handelnden; sondern nur eine bestimmte Auffassung über deren Bestehensweise.

Wenn es nun ein abhängiges Selbst gibt, worin besteht die Abhängigkeit des Selbst, was macht es von den khandha abhängig?
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Wenn es nun ein abhängiges Selbst gibt, worin besteht die Abhängigkeit des Selbst, was macht es von den khandha abhängig?
Das Selbst der Person ist abhängig von den Khandhas, weil es dieses Selbst nur in Bezug zu den Khandhas gibt. Die Khandhas sind die Benennungsgrundlage für das Selbst der Person. Losgelöst von den Khandhas gibt es kein Selbst der Person. Wir finden das Selbst der Person nicht in Abhängigkeit von Bäumen, Autos usw.

Eine andere Art der Abhängigkeit besteht darin, dass sich unser Selbst wandelt, wenn sich die Khandhas verändern. Wenn unser Körper sich wandelt, bleibt unser Selbst ja nicht unverändert. Wenn sich unser Geist durch Lernen wandelt, verändert sich auch unser Selbst.

Sowohl das Selbst der Person als auch die Khandhas sind abhängige, veränderliche Phänomene.

Das veränderliche, abhängige Selbst ist ja nicht das Selbst über das König Pasenadi und Königin Mallika mit dem Buddha sprechen (SN 3.8). Das Selbst worüber die beiden mit dem Buddha sprechen ist ja ein auf die Khandhas projiziertes Selbst, dass es nicht gibt. Aber trotzdem ist es unser Liebstes, weil wir diese Projektion für die Wirklichkeit halten. Wir erkennen die Täuschung nicht, die dieser Projektion zugrunde liegt.

Indem man dieses projizierte Selbst verneint, negiert man ja nicht generell ein Selbst der Person Mit der Selbstlosigkeit der Person wird ja nur das projizierte Selbst über das Pasenadi und Mallika sprechen verneint.

Das Problem ist eben, dass in der Regel in unserem Geist das abhängige Selbst und das projizierte Selbst derart miteinander vermischt sind, dass es uns schwer fällt, diese exakt voneinander zu unterscheiden.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Danke für die Antwort @Helmut, ehrlich gesagt verstehe ich sie nicht. Es ist wie eine Sprache mit Begriffen, die ich nicht kenne.
Bestimmt wird die Antwort für Einige von Nutzen sein, ich komme mit dieser Sache auf andere Weise zurecht.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Danke für die Antwort @Helmut, ehrlich gesagt verstehe ich sie nicht. Es ist wie eine Sprache mit Begriffen, die ich nicht kenne.
Bestimmt wird die Antwort für Einige von Nutzen sein, ich komme mit dieser Sache auf andere Weise zurecht.
Wenn du auf andere Weise mit dieser Sache zurecht kommst, dann ist dies doch gut. Dann haben meine Worte in diesem Zusammenhang eben keine Bedeutung für dich. Das ist ja auch nicht weiter schlimm. Wichtig ist ja, dass du für dich ein Verständnis dieser Sache erlangt hast.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Das veränderliche, abhängige Selbst ist ja nicht das Selbst über das König Pasenadi und Königin Mallika mit dem Buddha sprechen (SN 3.8). Das Selbst worüber die beiden mit dem Buddha sprechen ist ja ein auf die Khandhas projiziertes Selbst, dass es nicht gibt.
Kann man hier eher von so etwas wie der abhängigen Benennung sprechen?
Die Khandhas sind die Benennungsgrundlage für das Selbst der Person.
Kannst du diesen Aspekt ausführlicher erklären? Danke.



So habe ich gerade gefunden:


„Die relative Person ist diejenige, die isst, geht und Dinge versteht, wenn sie angesprochen wird. Suchen wir nach unserem konventionell existierenden Selbst, werden wir es nicht innerhalb seiner Grundlage der Benennung, der Ansammlung der Aggregate, finden. Wenn wir aufhören, nach dem relativen Selbst zu suchen, bleibt trotzdem etwas bestehen, das isst, schreibt und so weiter. Nur bei genauem Hinsehen sind wir nicht in der Lage, dieses Selbst zu identifizieren.“


So spricht man über einen blossen Namen.


Das ist die Quelle:

Leerheit und Abhängiges Entstehen Die Essenz der buddhistischen Philosophie
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Das Problem ist eben, dass in der Regel in unserem Geist das abhängige Selbst und das projizierte Selbst derart miteinander vermischt sind, dass es uns schwer fällt, diese exakt voneinander zu unterscheiden.
Also noch einmal: Das projizierte Selbst entsteht durch die Täuschung, und genau das ist die Ursache von Samsara und Leiden überhaupt.


Aber auf der absoluten oder letztendlich endgültigen Ebene kann ich weder Karma noch Wiedergeburt finden.


Die konventionelle Ebene bleibt jedoch bestehen; auf dieser Ebene kann man über das abhängige Selbst sprechen.


Wenn ich in den Spiegel schaue, dann sehe ich nur die Täuschung, also nicht wirklich mein Gesicht. Wenn ich dann daran anhafte, also mich daran anklammere, entsteht der Schaden.


Das Ganze erinnert mich an L. Wittgenstein, denn dieses benennende Bewusstsein erschafft die ganze Welt, in der wir wandern, all diese Bereiche.


Interessant wäre die Frage, ob der Mensch ohne Sprache als kommunikatives Mittel überhaupt auskommen könnte. Hm?:unsure:
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Das veränderliche, abhängige Selbst ist ja nicht das Selbst über das König Pasenadi und Königin Mallika mit dem Buddha sprechen (SN 3.8). Das Selbst worüber die beiden mit dem Buddha sprechen ist ja ein auf die Khandhas projiziertes Selbst, dass es nicht gibt.
Kann man hier eher von so etwas wie der abhängigen Benennung sprechen?
Ich würde in diesem Zusammenhang nicht von abhängiger Benennung sprechen. Eine Benennung bezieht sich immer auf ein existierendes Phänomen. Das Selbst, über das König Pasenadi und Königin Mallika mit dem Buddha sprechen, ist ja etwas Nicht-Existentes. Etwas Nicht-Existentes besitzt keine Benennungsgrundlage in der Realität. Wir können bezüglich etwas Nicht-Existenten keine Aussagen darüber treffen, durch welche Ursachen und Bedingungen es entstanden ist, von welchen Teilen es abhängig ist und welche Funktion es ausübt.

Eine Benennung muss immer eine existierende Grundlage haben, auf die sie sich bezieht, denn Benennungen sind nicht beliebig. Ein Phänomen, das aus bestimmten Teilen wie Motor, Karosserie, Rädern, Türen usw. auf eine spezifische Weise zusammengesetzt ist, so dass es die Funktion besitzt, dass wir mit ihm von A nach B fahren können, nennen wir Auto. Wir nennen es aber nicht Flugzeug oder Stuhl oder Baum.

Dieses Selbst über das Pasenadi und Mallika mit dem Buddha sprechen gibt es nicht. Worüber die beiden sprechen ist eine auf Unwissenheit begründende Vorstellung. Obwohl diese Vorstellung keine Grundlage in der Wirklichkeit hat, bewirkt sie etwas: Unser eigenes unheilsames Handeln. Weil uns dieses vorgestellte, über alles geliebte Selbst so kostbar ist, sind wir bereit, unheilsame Handlungen durchzuführen, um es zu beschützen.

Ich finde es bedeutsam, dass der Buddha in seiner Antwort diese Vorstellung nicht in Frage stellt und widerlegt, sondern sie benutzt, um eine ethische Verhaltensregel aufzustellen:

"Alle Weltgegenden im Geiste durchwandernd
findet man doch nirgends etwas, was lieber wäre als das eigene Selbst.
So lieb ist den anderen, jedem sein eigenes Selbst.(1)
Darum soll, wer das eigene Selbst lieb hat, den anderen nicht verletzen."

(1) Anmerkung des Übersetzers Wilhelm Geiger: P. puthu (skr.prthak) atta 'das besondere, individuelle Selbst'
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
So habe ich gerade gefunden:

„Die relative Person ist diejenige, die isst, geht und Dinge versteht, wenn sie angesprochen wird. Suchen wir nach unserem konventionell existierenden Selbst, werden wir es nicht innerhalb seiner Grundlage der Benennung, der Ansammlung der Aggregate, finden. Wenn wir aufhören, nach dem relativen Selbst zu suchen, bleibt trotzdem etwas bestehen, das isst, schreibt und so weiter. Nur bei genauem Hinsehen sind wir nicht in der Lage, dieses Selbst zu identifizieren.“

So spricht man über einen blossen Namen.

Das ist die Quelle:

Leerheit und Abhängiges Entstehen Die Essenz der buddhistischen Philosophie
Hier geht es nicht um das Sprechen über bloße Namen. In dem Buch von Khensur Jampa Tegchok geht es um die zwei Wahrheiten aus Sicht des Madhyamaka , das neben dem Cittamatra eine der beiden Hauptrichtungen des indo-tibetischen Mahayana ist.

Da ich das erwähnte Buch nicht besitze und deshalb auch nicht gelesen habe, beziehe ich mich folgenden ausschließlich auf das obige Zitat aus dem Buch!

Wenn man den Titel des Buches nimmt, dann bezieht sich Leerheit auf die letztgültige Wahrheit und abhängiges Bestehen auf die konventionelle Wahrheit.

Im Zitat nennt der Autor die relative Person, die eine konventionelle Wahrheit ist.
  • Im 1.Satz nennt er einige Merkmale dieser relativen Person.
  • Im 2.Satz spricht er von unserem konventionell existierenden Selbst. Das ist bedeutungsgleich mit relativer Person. Er geht der Frage nach, wie existiert dieses konventionelle Selbst und sagt, es existiert nicht nicht innerhalb seiner Grundlage der Benennung, den fünf Skandhas .
  • Im 3.Satz sagt der Autor, dass es dieses relative Selbst gibt, egal ob wir genauer untersuchen, wie es existiert.
  • Im 4.Satz sagt der Autor, wenn wir genau untersuchen, werden wir kein aus sich heraus existierendes Selbst erkennen.
Wie im 1.Satz ausgedrückt, gibt es ein konventionelles Selbst, selbst dann wenn wir es nicht weiter untersuchen wie es im 3.Satz heißt. Wenn wir aber untersuchen wie dieses konventionelle Selbst existiert, werden wir feststellen, dass es in den Skandhas nicht aufzufinden ist, kein Bestandteil der Skandhas ist so wie das Herz ein Bestandteil unseres Körpers ist.

Was in dem Zitat nicht gesagt wird ist,
  • dass das konventionelle Selbst auch nicht unabhängig von den Skandhas existiert
  • welche Beziehung zwischen dem konventionellem Selbst und den Skandhas besteht.
Der letzte Satz des Zitates bezieht sich meines Erachtens auf die letztgültige Wahrheit des Selbst, seine Leerheit von inhärenter Existenz. Würde das Selbst inhärent, aus sich heraus, existieren, dann müsste es mittels gründlicher Analyse als Objekt auffindbar, identifizierbar sein. Aber wie gründlich man auch immer untersucht, man wird kein Objekt finden von dem man sagen kann, dass ist das aus sich heraus existierende Selbst. Man findet kein inhärentes, aus sich selbst heraus existierendes Selbst. Das bedeutet aber nicht, dass es gar kein Selbst gibt. Was man durch solche Untersuchungen herausgefunden hat, ist lediglich, dass es kein inhärentes Selbst gibt.

Obwohl es kein inhärentes Selbst gibt, gibt es aber eine relative Person, ein konventionelles Selbst wie es in den ersten beiden Sätzen des Zitates heißt.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Das Selbst, über das König Pasenadi und Königin Mallika mit dem Buddha sprechen, ist ja etwas Nicht-Existentes. Etwas Nicht-Existentes besitzt keine Benennungsgrundlage in der Realität. Wir können bezüglich etwas Nicht-Existenten keine Aussagen darüber treffen, durch welche Ursachen und Bedingungen es entstanden ist, von welchen Teilen es abhängig ist und welche Funktion es ausübt.
Nur kurz. Es geht um das konventionelle Ich auf der Grundlage der Skandhas.


Es ist real, also im Sinne, dass es wirkt.


So mein eigenes Beispiel zum Thema:


Meine Katze.


Ursachen: Der Vater und die Mutter sollten sich treffen, also sie sollten in einer Stadt leben oder in einem Keller usw.


Bedingungen: Die sollten sich verlieben und die Liebe machen.


Inhalt oder Teile: Klar, die Katze besteht aus Pfoten, Schwanz, Krallen usw.


Und dann der vierte Punkt: Sie ist abhängig von der Benennung. Wenn wir alle das Bild als Katze etikettieren, dann ist es wie eine Übereinkunft.


Nach Prasangika existiert alles kraft der Benennung, das war von mir auch verlinkt, der Artikel.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
  • Nur kurz. Es geht um das konventionelle Ich auf der Grundlage der Skandhas.

Es ist real, also im Sinne, dass es wirkt.

So mein eigenes Beispiel zum Thema:

Meine Katze.

Ursachen: Der Vater und die Mutter sollten sich treffen, also sie sollten in einer Stadt leben oder in einem Keller usw.

Bedingungen: Die sollten sich verlieben und die Liebe machen.

Inhalt oder Teile: Klar, die Katze besteht aus Pfoten, Schwanz, Krallen usw.

Und dann der vierte Punkt: Sie ist abhängig von der Benennung. Wenn wir alle das Bild als Katze etikettieren, dann ist es wie eine Übereinkunft.

In den Prasangika-Texten zum abhängigen Entstehen werden in der Regel vier Ebenen des abhängigen Entstehen genannt.
  • Abhängigkeit der Wirkung von Ursachen und Bedingungen
  • Abhängigkeit des Ganzen von seinen Teilen
  • Gegenseitige Abhängigkeit
  • Abhängigkeit von Benennung
Das sind verschiedene Abhängigkeiten, die jedes Phänomen kennzeichnen; mit einer Ausnahme: Auf die beständigen Phänomene treffen nur die letzten drei Abhängigkeiten zu, aber nicht die erste Abhängigkeit. Die erste Abhängigkeit ist eine kausale Abhängigkeit, während die anderen drei Abhängigkeiten dies nicht sind.

Kausale Abhängigkeit bedeutet ja, dass zur Zeit der Ursache die Wirkung noch nicht existiert und wenn die Wirkung aus der Ursache entstanden ist, dann gibt es die Ursache nicht mehr.

Das Ganze und die Teile von denen es abhängig ist existieren gleichzeitig. Wenn zwischen zwei Phänomenen eine gegenseitige Abhängigkeit besteht, dann bestehen sie gleichzeitig. Links und rechts existieren in gegenseitiger Abhängigkeit und gleichzeitig. Bei der Abhängigkeit eines Phänomens von der Benennung ist es genauso.

Und dann der vierte Punkt: Sie ist abhängig von der Benennung. Wenn wir alle das Bild als Katze etikettieren, dann ist es wie eine Übereinkunft.

Nach Prasangika existiert alles kraft der Benennung, das war von mir auch verlinkt, der Artikel.
Die Benennung bezieht sich aber nicht auf das Bild einer Katze, denn das Bild der Katze ist ebenso wenig eine Katze wie ein Spiegelbild des Gesichtes das Gesicht ist. Die Grundlage der Benennung ist die existierende Katze. Ein lebendes Tier als Katze zu bezeichnen ist etwas anderes als ein Bild von einer Katze als Katzenbild zu bezeichnen. Benennungen sind auch nicht beliebig. Man nicht einfach einen Igel als Katze bezeichnen. Die Benennungen mit denen wir die Phänomene bezeichnen sind deshalb gesellschaftliche Übereinkünfte. Die Bedeutung der Benennungen werden allgemein verstanden und diese Bedeutung der Benennungen geben wir an die Kinder weiter.

Dass die Phänomene in der Abhängigkeit von der Benennung existieren, ist eine Besonderheit der Prasangika-Sicht, die darin besteht, dass hiermit die Auffassung von inhärenter Existenz, die Auffassung von einem innewohnenden Eigenwesen der Phänomene negiert wird. Weil sie keine inhärente Existenz besitzen, müssen die Phänomene auch benannt werden, um für uns in die Existenz zu treten. Die Prasangikas sagen ja nicht, dass die Phänomene nur kraft der Benennung existieren, denn sie verneinen ja nicht die anderen Formen des abhängigen Entstehens, die ja auch die anderen Dharma-Traditionen akzeptieren.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Die Prasangikas sagen ja nicht, dass die Phänomene nur kraft der Benennung existieren, denn sie verneinen ja nicht die anderen Formen des abhängigen Entstehens, die ja auch die anderen Dharma-Traditionen akzeptieren.
Siehe hier:

Der Schein kann seine Funktion,
10 oder 50 Mark wert zu sein, erfüllen,
und man kann damit etwas kaufen, was
diesem Wert entspricht. Wir sehen daran,
daß dieses Geld nur kraft der Benennung
in einem bestimmten Zusammenhang
als Geld existiert und
nicht etwa allein von seiner Seite
her. Das Papiergeld sagt nicht von
sich aus „ich bin 10 Mark“, denn
es existiert nicht von seiner Seite
her.
Die Quelle:

"Alles existiert
kraft der Benennung"
 

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Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Das sind verschiedene Abhängigkeiten, die jedes Phänomen kennzeichnen; mit einer Ausnahme: Auf die beständigen Phänomene treffen nur die letzten drei Abhängigkeiten zu, aber nicht die erste Abhängigkeit. Die erste Abhängigkeit ist eine kausale Abhängigkeit, während die anderen drei Abhängigkeiten dies nicht sind.
Warum gilt es nicht für die beständigen Phänomene?

Ist der Tisch beständig oder nicht?




1.Ursachen: Jemand wollte den Tisch beschaffen, um ihn in der Küche oder zum Schreiben usw. zu benutzen.

2.Bedingungen: Man sollte den dazu notwendigen Stoff beschaffen, dann sollte man bestimmte Fähigkeiten besitzen, so wie ein Tischler.


3.Inhalt oder Teile...

4.Diese Benennung: Für die Leute wäre es dann der Tisch, aber was sieht daran meine Katze?


Ok, danke für die so ausführlichen Erklärungen, @Helmut , da weiß ich bestimmt nicht so perfekt wie du.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Dass die Phänomene in der Abhängigkeit von der Benennung existieren, ist eine Besonderheit der Prasangika-Sicht, die darin besteht, dass hiermit die Auffassung von inhärenter Existenz, die Auffassung von einem innewohnenden Eigenwesen der Phänomene negiert wird. Weil sie keine inhärente Existenz besitzen, müssen die Phänomene auch benannt werden, um für uns in die Existenz zu treten. Die Prasangikas sagen ja nicht, dass die Phänomene nur kraft der Benennung existieren, denn sie verneinen ja nicht die anderen Formen des abhängigen Entstehens, die ja auch die anderen Dharma-Traditionen akzeptieren.
Die Benennung ist wohl keine Bedingung für das Bestehen der Phänomene? Sie werden ja von einem Tier oder einem Baby ohne Benennung wahrgenommen.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Die Benennung ist wohl keine Bedingung für das Bestehen der Phänomene? Sie werden ja von einem Tier oder einem Baby ohne Benennung wahrgenommen.
Was ist das: „Z“? Meine Katze kann nur drei Linien wahrnehmen, aber ich würde den Buchstaben „Z“ wahrnehmen, wie im Wort „Zorn“ zum Beispiel. So spricht man über die Leerheit des Buchstabens „Z“.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Das sind verschiedene Abhängigkeiten, die jedes Phänomen kennzeichnen; mit einer Ausnahme: Auf die beständigen Phänomene treffen nur die letzten drei Abhängigkeiten zu, aber nicht die erste Abhängigkeit. Die erste Abhängigkeit ist eine kausale Abhängigkeit, während die anderen drei Abhängigkeiten dies nicht sind.
Warum gilt es nicht für die beständigen Phänomene?

Ist der Tisch beständig oder nicht?

Der Tisch ist natürlich ein unbeständiges Phänomen, weil er aufgrund von Ursachen und Bedingungen entstanden ist und deshalb dem Wandel, der Veränderung unterliegt und deshalb wieder vergeht.

Beständige Phänomene sind nicht kausal entstanden und unterliegen deshalb nicht dem Wandel. Sie verändern sich deshalb nicht von Moment zu Moment wie die unbeständigen Phänomene.

Sowohl die unbeständigen als auch die beständigen Phänomene sind abhängige Phänomene, aber sie unterscheiden sich von dem Kriterium her, ob sich von Moment zu Moment verändern oder nicht.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Was ist das: „Z“? Meine Katze kann nur drei Linien wahrnehmen, aber ich würde den Buchstaben „Z“ wahrnehmen, wie im Wort „Zorn“ zum Beispiel. So spricht man über die Leerheit des Buchstabens „Z“.
Was, deine Katze kann nicht lesen? ;) Naja, immerhin nimmt sie drei Striche wahr, das sind ja auch Phänomene. Deshalb denke ich, dass die Benennung keine Bedingung für das Bestehen von Phänomenen ist. Es sei denn, die Katze denkt 'Aha, drei Striche'. Ist aber eher unwahrscheinlich.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Beständige Phänomene sind nicht kausal entstanden und unterliegen deshalb nicht dem Wandel.
Aha, dann wäre es Nirvana, oder?

Denn der ganze Pfad stellt keine Ursache dar, so steht es im Buddhadhamma, wurde schon zitiert.

Sowohl die unbeständigen als auch die beständigen Phänomene sind abhängige Phänomene, aber sie unterscheiden sich von dem Kriterium her, ob sich von Moment zu Moment verändern oder nicht.
Ok, erkläre es mir bitte mit Samsara und Nirvana.

Du hast geschrieben, Nirvana ist auch abhängig, aber wovon denn? Ich wollte nur diese Ansicht verstehen. Danke.

@mukti

Deshalb denke ich, dass die Benennung keine Bedingung für das Bestehen von Phänomenen ist.
Im verlinkten Artikel lese ich doch:

Die
Pråsa‡gikas beschreiben die subtilste
Art des Abhängigen Entstehens,
indem sie sagen, daß alle Phänomene
nur kraft der Benennung

durch Gedanken oder Worte existieren.
Aber ich frage meine Katze, kein Problem...
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Beständige Phänomene sind nicht kausal entstanden und unterliegen deshalb nicht dem Wandel.
Aha, dann wäre es Nirvana, oder?
Denn der ganze Pfad stellt keine Ursache dar, so steht es im Buddhadhamma, wurde schon zitiert.
Nirvana ist ein beständiges Phänomen, aber es gibt noch mehr beständige Phänomene wie zum Beispiel die Selbstlosigkeit der Person.

Wenn im Buddhadhamma steht, dass der Pfad keine Ursache sei, dann würde dies der vierten edlen Wahrheit widersprechen. So wie der Buddha seinen Schülern geraten hat, seine Worte zu prüfen bevor sie sie übernehmen, so sollte man wohl auch das Buddhadhamma prüfen, bevor man Aussagen daraus übernimmt. Der achtfache Pfad bewirkt das Ende der Leidensursachen. Weil der achtfache Pfad dies bewirkt, ist er eine Ursache.

Sowohl die unbeständigen als auch die beständigen Phänomene sind abhängige Phänomene, aber sie unterscheiden sich von dem Kriterium her, ob sich von Moment zu Moment verändern oder nicht.
Ok, erkläre es mir bitte mit Samsara und Nirvana.

Du hast geschrieben, Nirvana ist auch abhängig, aber wovon denn? Ich wollte nur diese Ansicht verstehen. Danke.
Samsara ist ein unbeständiges Phänomen, weil es durch Gier, Hass und Verblendung verursacht ist. Samsara ist also die Wirkung der drei Geistesgifte . Weil es verursacht und deshalb wandelbar ist, ist Samsara unbeständig. Deshalb ist es möglich Samsara zu überwinden. Weil Samsara durch Ursachen entstanden ist, ist es ein abhängiges Phänomen.

Nirvana ist ein beständiges Phänomen, weil es eine reine Abwesenheit ist wie es in SN38.1 heißt
Nirvana, Nirvana, Bruder Sariputto, sagt man. Was ist nun, Bruder, Nirvana? Was da, Bruder, das Versiegen von Gier, das Versiegen von Hass, das Versiegen von Verblendung ist, das nennt man Nirvana.
Nirvana bedeutet also, dass die Leidensursachen restlos überwunden sind. Deshalb können die Leiden nicht wieder auftreten. Das Versiegen von Gier, Hass und Verblendung ist also nicht mehr rückgängig zu machen. Es ist beständig, weil es sich nicht mehr in ein Nicht-Nirvana verwandeln kann. Wenn das Versiegen von Gier, Hass und Verblendung verwirklicht wurde, gibt es nichts mehr zu verwirklichen wie es im Zusammenhang mit der dritten edlen Wahrheit gelehrt wird.

Nirvana ist ein abhängiges Phänomen, weil es nur in Abhängigkeit von dem Versiegen der drei Geistesgifte gegeben ist. Nirvana ist auch abhängig von unserem Geist. Nirvana schwebt ja nicht irgendwo in den Wolken, sondern ist eine Qualität des eigenen Geistes, die durch das Versiegen der drei Geistesgifte charakterisiert ist. Nirvana ist auch abhängig davon, dass es Samsara gibt. Gäbe es kein Samsara, bräuchten wird uns keine Gedanken darüber zu machen, ob man Leidensursachen überwinden muss.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Wenn im Buddhadhamma steht, dass der Pfad keine Ursache sei, dann würde dies der vierten edlen Wahrheit widersprechen.
Im Buch "über die Katze" lese ich auf der Seite 312:

„Nibbana wird als asankhata bezeichnet; das Nicht-Bedingte, das Nicht-Konstruierte, das Nicht-Zusammengesetzte; es entsteht nicht aus dem Zusammenwirken von Bedingungen, wie alle bedingten Phänomene es tun.


Die Übung des Pfades, das heißt die korrekte Praxis vor der Erleuchtung , unterliegt Bedingungen. Nibbana wird bei der korrekten Praxis nicht erzeugt, sie bringt Nibbana nicht hervor, es besteht ohnehin. Die korrekte Praxis sorgt lediglich dafür, dass die Hindernisse dazwischen wegfallen. Wie ein verborgener Raum nicht durch das Öffnen einer Tür entsteht, sondern lediglich zugänglich wird.“
Nibbana ist immer bedingungslos da. Was nicht geboren wird, kann nicht sterben. So wie ich es verstehe.
 
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