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traditionsübergreifend
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Wie sollte man auch ohne das Wort eines Buddha die höchste Wahrheit im eigenen Geist finden, bis man sie unmittelbar wahrnehmen kann. Heutzutage wird es sehr selten sein, dass das jemand schafft, aber immerhin kann man noch den rechten Weg finden.
Ich denke, man sollte zuerst definieren, was das konkret bedeutet.

Und zwar die andere Art wahrzunehmen, das wäre möglich.


Einige Menschen können es so sehen, wenn auch nur vorübergehend, aber sie alle sind keine Arahat -en.


Ein Arahat hat keine Gedanken und keine Vorstellungen mehr darüber, was ihn erwartet, als der Körper stirbt, weder weltlich noch überweltlich. Der Tod und der Zerfall: alles, was bedingt entstanden ist, ist vergänglich. Punkt.


Der normale Mensch klammert an etwas; für ihn ist Nibbāna wie das Verschwinden ins absolute Nichts, wie ein schwarzes Loch.


Der Buddha wollte zuerst nur über diese "Leerheit"sprechen, (das wurde auch von mir schon zitiert), aber niemand kann das verstehen. Ich nehme an, bis heute...


Und dann hat er sich für den Pfad entschieden, als Zugeständnis.


Das ist nicht von mir, der Gedanke gehört den Autoren der Anthologie über Nibbāna, also ich zitiere noch einmal:


„So wollen die meisten Menschen nicht zu Nibbāna gehen,
dort gibt es nichts; gar nichts. Schaut euch das Dach und den Boden
hier an. Das obere Extrem, das Dach, das ist ein ‘Werden’. Das untere
Extrem ist der Boden und das ist ein anderes ‘Werden’. Aber im leeren
Raum zwischen dem Boden und dem Dach gibt es nirgendwo etwas
um darauf zu stehen. Man könnte auf dem Dach stehen oder auf dem
Boden stehen, aber nicht auf diesem leeren Raum. Wo es kein ‘Werden’
gibt, da ist Leerheit und um es unverblümt zu sagen, Nibbāna ist diese
Leere. Die Leute hören das und ziehen sich ein bisschen zurück, sie
wollen nicht gehen. Sie haben Angst, ihre Kinder oder Verwandten
nicht mehr zu sehen.“
~ Ajahn Chah, ‘No Abiding’ in ‘Food for the Heart’, S. 316

Sehr klar, von dem echten Meister. Oder?

Und weiter:

„In alter Zeit, ihr Mönche, besaß (der Stamm der) Dasāraher
eine Kesseltrommel, ‘der Rufer’ genannt. Wenn nun diese ‘Rufer’-
Trommel Sprünge bekam, so fügten die Dasāraher stets einen neuen
Pflock ein. Es kam nun die Zeit, ihr Mönche, wo der alte Trommelkasten
ganz geschwunden war und nur die Reihe von Pflöcken übrig blieb.
So wird es auch in künftiger Zeit mit den Mönchen sein. Jene vom
Vollendeten gesprochenen Lehrreden, die tiefen, tiefsinnigen,
überweltlichen, die von der Leerheit handelnden: Wenn diese
vorgetragen werden, nicht hören sie da aufmerksam hin, nicht
schenken sie Gehör, nicht wecken sie in sich den Wunsch, sie zu
verstehen, nicht halten sie es für nötig, diese Dinge zu lernen und
sich einzuprägen. Jene Lehrreden aber, die von Dichtern verfasst
sind, Verswerke, die schön klingenden, von fremder Herkunft, von
den Jüngern (anderer) gesprochen - wenn diese vorgetragen werden,
dann hören sie aufmerksam hin, schenken Gehör, wecken in sich
den Wunsch, sie zu verstehen, halten es für nötig, diese Dinge zu
erlernen, sich einzuprägen. In solcher Weise wird es dann eben zum
Verschwinden jener vom Vollendeten gesprochenen Lehrreden
kommen, der tiefen, tiefsinnigen, überweltlichen, der von der Leerheit
handelnden.
Was das bedeutet, in die normale Sprache übersetzt? Keine Illusionen für Atman , kein Schlupfloch, Nichts.


Weiter lese ich:


Daher, ihr Mönche, sollt ihr euch darin üben: „Jene vom Vollendeten
gesprochenen Lehrreden, die tiefen, tiefsinnigen, überweltlichen,
die von der Leerheit handelnden, wenn diese vorgetragen werden:
Aufmerksam wollen wir dann hinhören und Gehör schenken, wollen
den Wunsch in uns wecken, sie zu verstehen, und wollen es (wohl) für
nötig halten, diese Dinge zu erlernen und uns einzuprägen.“ So, ihr
Mönche, sollt ihr euch üben.“

~ S 20.7

Also der Buddha hatte es als sehr wichtig betrachtet, die Essenz der Lehre sozusagen.


Aber was sagten dazu die "normalen" Menschen?

Nicht leicht ist es für uns, Herr, die wir mitten im Gedränge
von Kinderscharen leben, gern feinstes Sandelholz aus Benares
verwenden, uns mit Kränzen, Parfüms und Salben schmücken,
an Gold und Silber Gefallen haben, uns von Zeit zu Zeit mit den
vom Vollendeten verkündeten Lehrreden zu erfüllen, den tiefen,
tiefsinnigen, überweltlichen, mit der Leerheit verbundenen. Gut wäre
es, Herr, wenn der Erhabene uns, die wir in den fünf Tugendschritten
feststehen, die Lehre darüber hinaus zeigt.“
„Da habt ihr euch, Dhammadinna, also zu üben: „Wir wollen
unbeirrbares Vertrauen zum Buddha, dem Dhamma , dem
Sangha besitzen. Wir wollen die Tugenden, die den Edlen lieb
sind und die zur Sammlung führen, besitzen.“ So habt ihr euch,
Dhammadinna, zu üben.“
Kann sein, der Buddha hatte einfach keine andere Option gehabt, warum denn nicht?

S .55.53

S. 244,

DIE INSEL
Eine Anthologie der Lehren des Buddha über Nibbana
Herausgegeben und kommentiert von
Ajahn Pasanno & Ajahn Amaro
Abhayagiri Monastic Foundation 2009
Übersetzung Viriya mit großzüger Unterstützung von
Bhikkhu Balado und Christine Wagner-Poyiatzis

 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
mukti schrieb:
Wie sollte man auch ohne das Wort eines Buddha die höchste Wahrheit im eigenen Geist finden, bis man sie unmittelbar wahrnehmen kann. Heutzutage wird es sehr selten sein, dass das jemand schafft, aber immerhin kann man noch den rechten Weg finden.
Ich denke, man sollte zuerst definieren, was das konkret bedeutet.

Und zwar die andere Art wahrzunehmen, das wäre möglich.

Einige Menschen können es so sehen, wenn auch nur vorübergehend, aber sie alle sind keine Arahat-en.
Wenn man einmal die höchste Wahrheit unmittelbar wahrnimmt, kann man meines Erachtens nicht wieder in Unwissenheit fallen.

Ein Arahat hat keine Gedanken und keine Vorstellungen mehr darüber, was ihn erwartet, als der Körper stirbt, weder weltlich noch überweltlich. Der Tod und der Zerfall: alles, was bedingt entstanden ist, ist vergänglich. Punkt.
Er hat keine Vorstellungen mehr, aber wer weiß, was er wahrnimmt. Ich nicht, bin nicht mal ein Sotapanna.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Er hat keine Vorstellungen mehr, aber wer weiß, was er wahrnimmt.
Und wer stellt diese alle Fragen?


Sie alle sind überhaupt nur aus der Perspektive von Atman möglich, das ist der springende Punkt.


So wollten die Menschen etwas in Nibbāna sehen, +"zusammenbasteln", was wie das Paradies im Christentum aussieht.


Warum sollte er etwas wahrnehmen, wenn Nibbāna schon da ist?


Das schert den Arahat schon im Leben niemals mehr.


Diese ganzen Spekulationen stellen gerade den klaren Ausdruck der Angst vor dieser "Leerheit" dar, also dem Nichts, so wie es in dem Zitat von Ajahn Chah steht.


Und diese mentale Ausuferung verhindert gerade Nibbāna, was rein psychologisch verständlich ist.


Niemand will sterben, oder nicht?
 
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