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traditionsübergreifend
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
  • Wenn das Hin- und Herpendeln zwischen Samsara und Nirvana das wahre Nirvana wäre, dann käme man über dieses freie Pendeln zwischen Samsara und Nirvana nicht hinaus. Dies würde bedeuten, dass man Befreiung aus Samsara nicht für möglich hält.
  • Dies wiederum würde die vier edlen Wahrheiten ad absurdum führen. Aber vielleicht hat man diese Auffassung ja auch deshalb entwickelt, weil einem die vier edlen Wahrheiten zu radikal sind.
Na ja, lieber @Helmut, Zen ist selbst genug radikal, aber auf ihn beziehen sich auch die Autoren der Anthologie über Nibbana, wie Ajahn Amaro.


Auch gibt es genug Stellen, wo Nibbana nur im Hier und Jetzt erfahrbar und zu verwirklichen ist, also zeitlos (akālika).


So:

Der Buddha führt aus, dass sein Dharma sichtbar ist, Teil des gegenwärti- gen Lebens ist (sanditthika), nicht mit dem Tod, sondern mit der Todlosigkeit (akalika) verbunden, und er lädt alle, auch Kinder, ein, zu kommen und zu sehen (ehipassika) (Bronkhorst 1985) [12].
Nochmal:
Wenn der Geist, das Herz, erwacht und seine eigene Natur verkörpert, dann gibt es da einen tiefgründigen Frieden. Dieser Frieden erscheint nicht aus „etwas“, das aufgeregt war und dann aufgehört hat, aufgeregt zu sein. Dieser Frieden ist von einer völlig anderen Art – ein Frieden, der auf Selbstlosigkeit, Zeitlosigkeit und Freiheit vom Standort beruht. Der Buddha lehrte, „Bhavanirodho* nibbānaṁ“ (AN 10, 7), was soviel bedeutet wie „Das Aufhöfhöören des Werdens ist Nibbāna“. Oder wie Hui Neng sagte:
In diesem Moment ist nichts, das beginnt zu sein.In diesem Moment ist nichts, das aufhört zu sein.In diesem Moment also, gibt es weder Geburt noch Tod, die beendet werden müssten.13
13: 13Hui Neng, wie von Alan Watts zitiert in The Way of Zen, S. 201, Vintage Spiritual Classics, (1999).
Na gut, es macht Sinn, diesen Satz( da unten) mit dem Zitat zu vergleichen:
„Die reine Natur des Citta entsteht und endet nie.

Phra Ācariya Mahā Bua Ñāṇasampanno.


Für mich riecht und schmeckt das Ganze regelrecht nach Zen, ob ich das will oder nicht.


Warum ist das so? Weiter erklärt Ajahn Amaro:

„Aufhören des Werdens“ bedeutet keinen kompletteen Stillstand. Es bedeutet nicht, dass wir aufhören zu atmen oder dass wir mitteen in der Bewegung erstarren, als würden wir „Ochs am Berg“ spielen. Dieses „Aufhören“ bedeutet nicht das Enden von etwas, das in der Zeit existiert. Stattdttedessen ist es das Erkennen der zeitlosen Präsenz, der Soheit (tathatā*), welche dem Fluss der Wahrnehmungen zugrunde liegt – das Erkennen des Raumes innerhalb dessen jede Wahrnehmung, jedes Gefühl, jeder Gedanke, jede Auswahl und jede Handlung stattfinttefinnden.
Klingt sogar in Richtung wie Mahayana . Also wieder kann man sehen, wie verschiedene Traditionen verschiedene Schilderungen oder Begriffe benutzen, aber der Geschmack der Befreiung ist überall gleich, oder? Gute Frage.

Die Quelle:

"Ajahn Amaro
Auf den Geist kommt’s an
Der phänomenologische Zugangzur Lehre des Buddha"
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Ich komme noch einmal auf Beitrag#115 zurück. Dort hat @Igor07 aus dem Visuddhi Magga XVI.13 zitiert:

Vor diesem Vers steht aber noch:

Im höchsten Sinne bezieht sich auf die Selbstlosigkeit Auch wenn es in der ersten Zeile heißt, dass man alle vier Wahrheiten als leer (sunya) zu betrachten hat, bezieht sich im höchsten Sinne hier aber wie aus den folgenden vier Zeilen zu erkennen ist, nur auf die Selbstlosigkeit der Person.

Die vier Zeilen bedeuten also:
  • es gibt keinen Fühlenden, der ein Eigenwesen besitzt
  • es gibt keinen Täter, der ein Eigenwesen besitzt
  • es gibt keinen Erlösten, der ein Eigenwesen besitzt
  • es gibt keinen auf dem Pfad Wandelnden, der ein Eigenwesen besitzt
Das muss man dann auf den zweiten vierteiligen Vers übertragen.

Es gibt Leiden, aber keinen Leidenden, der Eigenwesen besitzt. Dass man einen solchen Leidenden verneint bedeutet aber nicht, dass es gar keinen Leidenden begibt. Es heißt ja: "Bloß Leiden gibt es...". Leiden wird also nicht verneint. Aber Leiden gibt es nur in Abhängigkeit von jemanden, der Leiden erlebt. Also gibt es einen Leidenden, aber er existiert nicht aufgrund eines Eigenwesens, sondern in Abhängigkeit. Das gilt entsprechend für die nachfolgenden drei Zeilen.

Die anfangs zitierten Zeilen verneinen also keinen Erlebenden, Handelnden; sondern nur eine bestimmte Auffassung über deren Bestehensweise.

Wenn es nun ein abhängiges Selbst gibt, worin besteht die Abhängigkeit des Selbst, was macht es von den khandha abhängig?
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Wenn es nun ein abhängiges Selbst gibt, worin besteht die Abhängigkeit des Selbst, was macht es von den khandha abhängig?
Das Selbst der Person ist abhängig von den Khandhas, weil es dieses Selbst nur in Bezug zu den Khandhas gibt. Die Khandhas sind die Benennungsgrundlage für das Selbst der Person. Losgelöst von den Khandhas gibt es kein Selbst der Person. Wir finden das Selbst der Person nicht in Abhängigkeit von Bäumen, Autos usw.

Eine andere Art der Abhängigkeit besteht darin, dass sich unser Selbst wandelt, wenn sich die Khandhas verändern. Wenn unser Körper sich wandelt, bleibt unser Selbst ja nicht unverändert. Wenn sich unser Geist durch Lernen wandelt, verändert sich auch unser Selbst.

Sowohl das Selbst der Person als auch die Khandhas sind abhängige, veränderliche Phänomene.

Das veränderliche, abhängige Selbst ist ja nicht das Selbst über das König Pasenadi und Königin Mallika mit dem Buddha sprechen (SN 3.8). Das Selbst worüber die beiden mit dem Buddha sprechen ist ja ein auf die Khandhas projiziertes Selbst, dass es nicht gibt. Aber trotzdem ist es unser Liebstes, weil wir diese Projektion für die Wirklichkeit halten. Wir erkennen die Täuschung nicht, die dieser Projektion zugrunde liegt.

Indem man dieses projizierte Selbst verneint, negiert man ja nicht generell ein Selbst der Person Mit der Selbstlosigkeit der Person wird ja nur das projizierte Selbst über das Pasenadi und Mallika sprechen verneint.

Das Problem ist eben, dass in der Regel in unserem Geist das abhängige Selbst und das projizierte Selbst derart miteinander vermischt sind, dass es uns schwer fällt, diese exakt voneinander zu unterscheiden.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Danke für die Antwort @Helmut, ehrlich gesagt verstehe ich sie nicht. Es ist wie eine Sprache mit Begriffen, die ich nicht kenne.
Bestimmt wird die Antwort für Einige von Nutzen sein, ich komme mit dieser Sache auf andere Weise zurecht.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Danke für die Antwort @Helmut, ehrlich gesagt verstehe ich sie nicht. Es ist wie eine Sprache mit Begriffen, die ich nicht kenne.
Bestimmt wird die Antwort für Einige von Nutzen sein, ich komme mit dieser Sache auf andere Weise zurecht.
Wenn du auf andere Weise mit dieser Sache zurecht kommst, dann ist dies doch gut. Dann haben meine Worte in diesem Zusammenhang eben keine Bedeutung für dich. Das ist ja auch nicht weiter schlimm. Wichtig ist ja, dass du für dich ein Verständnis dieser Sache erlangt hast.
 
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