Igor07
Mitglied
Re:
Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Das wollte ich auch loswerden.In einem Vortrag sagt er, dass er seine vorigen Leben gesehen hat, so viele, dass man ganz Thailand damit bedecken könnte. Dann hat er gesehen, wie alle Wesen auf den fünf Daseinsfährten durch das Samsara wandern. Er sagt, dass er nicht lügt und dass er über 50 Jahre gewartet hat, bis er das öffentlich mitgeteilt hat.
Ich denke ein Ajahn, der so lange und so intensiv praktiziert hat, lügt tatsächlich nicht und erliegt auch keinen Fantasievorstellungen. Dieser Vortrag hat mich äußerst beeindruckt, es kpmmt wohl selten vor, dass ein Ajahn so offen über seine Erfahrungen spricht.
Warum sollte er lügen? Das macht doch keinen Sinn, sogar die Frage danach.
Der Fokus, so wie ich es sehe, liegt darin, das ganze Phänomen aus der richtigen Perspektive zu betrachten.
Und zwar:
Typisches Missverständnis: Man könnte es für eine rein mythologische oder folkloristische Darstellung halten, die für den modernen Menschen wenig Relevanz hat. In Wahrheit ist das Lebensrad eine aufschlussreiche Infografik des menschlichen Geistes. Jeder Bereich des Rades repräsentiert nicht nur einen kosmologischen Ort, sondern auch einen psychologischen Zustand, den wir hier und jetzt erfahren können – von „himmlischer“ Freude bis zu „höllischer“ Qual. Es ist eine Landkarte unserer inneren Welt und eine ständige Erinnerung an die Mechanismen, die unser Leiden erzeugen.
Das kann jeder nachvollziehen. Oder wie Ajahn Chah sagt: Diese Wiedergeburt mit all den möglichen Bereichen passiert tausendmal pro Tag. Nur-Geist-Schule schildert es so genau wie die moderne Neurowissenschaft, denn alles, was wir als die Welt "da draußen" wahrnehmen, existiert in unserem Geist. Wenn er von den Geistesgiften verblendet ist, dann sehen wir alles so verzerrt und greifen nach den Dingen, die uns am Ende nur noch mehr Leiden bescheren. Der ganze Mechanismus besteht darin, die Kette der bedingten Entstehung korrekt zu verstehen. Und sie verläuft auch nicht linear, also zuerst A, dann B als Folge, sondern ist sich selbst erhaltend oder wie selbst durch, also unsere Unwissenheit perpetuiert den Kreislauf. Und es liegt in unserer Kraft, diese Kette zu durchbrechen. Noch ein sehr tief verankertes Missverständnis ist, dass alles Leiden ohne Ende ist. So kann einigen die Lust zu leben und das Leben zu genießen regelrecht vergehen. Für depressive Menschen dient der Buddhismus dann als Schlupfloch, sie fühlen sich bestätigt und leiden brav weiter. Was ich echt fatal finde. Die ganze Liste kann man hier Hier finden.
