Das ist der springende Punkt. Der normale, gewöhnliche Weltmensch wähnt sich, sobald er erkennt, dass er nicht aus sich selbst heraus existiert – also nicht inhärent –, dass damit das Problem erledigt sei. So sprechen auch andere Schulen über das „bloße Ich“. Doch die tief verwurzelte Vorstellung vom „Ich“ als Macher oder Herrscher bleibt bestehen, auch wenn der Mensch es nicht sehen kann. Ansonsten wären wir alle erwacht.
So spricht Metthiko Bhikkhu über das existentielle Drama: Das tiefe Loch der nicht real existierenden Vorstellung vom „Ich“ versucht der Mensch zu stopfen. In diesem Sinne kann ich mein Unwissen und meine Arroganz gegenüber dem Leben nur mit meinen Begierden ausfüllen – doch dafür braucht es den festen Glauben an ein „Ich“.
Meine Frau oder mein Arbeitgeber – egal, was ich als „mein“ etikettiere –, all das setzt voraus, dass ich mich selbst als „Ich“ definiere. So haben meine Magenschmerzen für mich nichts mit meinem Essen oder Stress zu tun, wie es mir er-
schein-t. Ich bin nur!

nicht in der Lage, das allumfassende Leiden zu sehen und zu erkennen, weil es deprimierend wirkt. ( auf
meine "Person")
Deshalb flüchte ich mich in alle möglichen anderen Identifikationen, um weiter als
Atta zu"bestehen"(
mich zu "bestimmen") ,aber
anatta bleibt für mich real unbegreiflich – nur als
bloßes ( "Bloßes Ich",--Das war nur ein Scherz. oder?

)
Kopfwissen, das mich niemals innerlich transformieren kann.
Genau deshalb ist Erwachen so selten, fast unmöglich – wegen dieser Blindheit, die ich selbst aufrechterhalte und nähre, ohne es wahrzunehmen.
Aus dem Buch:
Der Buddha sagte: „Alle Dinge sind „Nicht-Selbst“ (sabbe
dhamm¤ anatta).79 Das bedeutet einfach, daß kein Ding ein
„Selbst“ ist, oder daß, wenn man nach einem „Selbst“ sucht, keines
zu finden ist. „Selbst“ ist genauso eine Täuschung wie eine
Luftspiegelung. Das bedeutet nicht, daß die Luftspiegelung als
solche nicht existiert. Die Luftspiegelung existiert, und sie ist beständig.
Sie bleibt als „mein Selbst“, welches von anderen Dingen
zu unterscheiden ist, bestehen. In seiner Beständigkeit kann
man eine Unterscheidbarkeit feststellen, ein „Verschiedensein“
von allen anderen Dingen - „Das Selbst, die Welt“ (att¤ ca loko
ca). -----
Nur wenn man die „Nichtselbstheit“ (anattat¤) erkennt und sieht,
ist es möglich auch die Vergänglichkeit (aniccat¤) in seiner we-
sentlichen und effektiven Bedeutung gesichert zu erkennen. Das
liegt einfach nur daran, weil man denkt, daß mit Ausnahme meines
„Selbst“ alles in der Welt vergänglich ist. Für den Beobachter
ist alles vergänglich, außer der Beobachter selbst! Was ist letztlich
die Bedeutung der Vergänglichkeit, wenn es nicht auf das
zutrifft, was mich am meisten angeht - „mein Selbst“?
Nur wenn eine Person erkennt, daß diese letzte Bastion der Beständigkeit,
sein „Selbst“, nichts weiter ist als eine Täuschung
oder Luftspiegelung, die einfach aufhört, wenn die Bedingungen,
die es am Leben erhalten, beseitigt werden, wird das volle Ausmaß
der Vergänglichkeit wirklich und wahrhaftig erlebt. Nur
dann erkennt er, daß alles (für ihn ist das nichts anderes als seine
fünf Gruppen des Ergreifens) vergänglich ist. Erst jetzt hat er die
Wahrnehmung der Vergänglichkeit.
Aber diese Luftspiegelung ist für mich real – das ist das Problem mit der Subjektivität auf vielen verschiedenen Ebenen. Nur wenn ich mich bemühe, alles zu sehen, eher
er-sehen, gibt es eine reale Chance. Die Philosophie für den Kopf bringt mich niemals weiter.
Für den gewöhnlichen Menschen jedoch fühlt es sich an wie ein innerer, klaffender Abgrund, und er klammert sich weiterhin an alles Mögliche. Er haftet weiter an – und genau das ist Samsara. Ich bin gefangen im Käfig, aber ich sehe keinen Schlüssel, obwohl er direkt vor meiner Nase liegt. Mehr noch: Der Käfig ist offen. Doch der normale Mensch entscheidet sich für den Käfig – er kann nicht anders, sonst verliert er seine "Subjektivität". Und für das reine Überleben als Homo sapiens macht das alles Sinn.
Deshalb betont der frühe
Buddhismus immer,
gegen den Strom zu schwimmen. Es macht Sinn. Und alle möglichen Zitate dazu habe ich.
Ha, das ist wie immer kein Problem!