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Re: Praxis Was sagt man dazu?
Ich wollte irgendwann wissen, wer sich an Dinge dranhängen kann. Wer stirbt und wer geboren wurde. Wer Befreiung erlangt und wer nicht befreit ist.
Im Körperlichen und Geistigen fand ich kein stabiles Ich, da ist alles unsicher, veränderlich und vergänglich. Also habe ich ein Selbst jenseits von Körper und Geist gesucht. Um es zu finden, bin ich nach Indien gereist und habe ein halbes Jahr in einem hinduistischen Ashram, wo es auch westliche Schüler gab, mit einem Lehrer zusammengelebt. Das hat mein Leben komplett umgekrempelt, aber nach zehn Jahren mit dieser Praxis schien es mir unmöglich, dieses Selbst zu finden. Also habe ich mich nur mehr darauf konzentriert, was ich nicht bin und so habe ich zur Lehre des Buddha gefunden.

Bis heute hat sich daran nichts geändert, es geht im Grunde nur darum, nichts von dem, was ich nicht bin, als Ich oder Mein anzunehmen - nirgends dranhängen. Wenn die Verblendung 'dies bin ich, jenes gehört mir' einmal ganz erlischt, ist Nibbana , jenseits des Verstandes, nicht erklärbar. Den achtfachen Weg dorthin hat der Buddha erklärt und er ist verstehbar und praktizierbar. Mehr braucht es nicht, die Frage nach dem wahren Ich entsteht aufgrund des unheilsamen Daseinsdurstes. Das möchte ich nie mehr vergessen und immer weiter praktizieren und vertiefen.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Ich dachte immer, dass das was denkt ich bin, und habe jenes ignoriert, dass nicht denkt.
Die Wolken am Himmel sind manchmal weiß und manchmal Dunkel. Sie kommen und verschwinden. Ich erfreute mich an ihnen oder ich fürchtete sie, aber ich habe nie wirklich an den Hintergrund gedacht, an die Bühne.
Das scheint mir wesentlich zu sein. In unserer Kultur hat das Denken ein sehr hohen Stellenwert, als wäre es der Maßstab aller Dinge - "Ich denke also bin ich" ist das Credo nach dem Zeitalter des Glaubens geworden. Aber Credo bedeutet wörtlich auch Glaubensbekenntnis, wir glauben, dass das Denken das einzige legitime Mittel ist, um Wissen zu erlangen und die Wahrheit über alles herauszufinden.

Es gibt aber eine höhere Geisteskraft, welche erst das Erwachen zur Wirklichkeit tatsächlich ermöglicht. Sammlung, Meditation , Geistesentfaltung bringt sie hervor, wenn der Verstand an seine Grenzen stößt. Da spielt zunächst das Vertrauen eine wichtige Rolle. Etwa das Vertrauen, dass der Buddha nur das gelehrt hat, was er selber erfahren hat. Der Verstand hat mir gesagt: 'Warum sollte es in der Weltgeschichte keinen Menschen gegeben haben, der die höchste Wahrheit, nach der so viele gesucht haben, tatsächlich gefunden hat?' Das ist doch möglich und wenn man sich mit der Lehre befasst und praktiziert, erscheint es immer wahrscheinlicher: "Dies ist der Erhabene, vollkommen Erwachte, Kenner der Welten, Lehrer der Götter und Menschen." Was liegt da näher, als Zuflucht zu ihm, seiner Lehre und seinen erwachten Schülern zu nehmen und die Zuflucht zum eigenen kleinen Geist aufzugeben? "Seid euch selber die Zuflucht", sagt der Buddha zwar, aber im selben Atemzug sagt er: "Mit der Lehre als Zuflucht". Ohne Lehre lässt sich der Weg nach innen, zu dem was nicht denkt, sondern erfährt und weiß, kaum finden.

So gestaltet sich die rechte Ansicht nicht nur durch logische Schlussfolgerung, sondern auch durch begründetes Vertrauen und bestätigt sich in der rechten Sammlung. Durch Betrachtung und Konzentration, die Ausrichtung des Geistes auf dasjenige, das hinter dem Denken, Fühlen und Wollen ist und alles erfährt wie es wirklich ist, wird alles immer klarer. Ich bin da immer noch am Anfang, aber die Zuversicht und Gewissheit soll nicht nur durch Nachdenken, sondern besonders durch Erfahrung unerschütterlich werden.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
So gestaltet sich die rechte Ansicht nicht nur durch logische Schlussfolgerung, sondern auch durch begründetes Vertrauen und bestätigt sich in der rechten Sammlung.
Hier würde ich leider nicht absolut zustimmen, denn ohne weises Erwägen (yoniso manasikāra) würde es nicht funktionieren. Auch der Buddha hebt die enorme Wichtigkeit des bedingten Zusammenentstehens (paṭiccasamuppāda) hervor und wie es funktioniert – Schritt für Schritt, hin und zurück. Den Verstand auszuschalten kann nur vorübergehend helfen, um die kilesa zu unterdrücken. Aber ein Arahat ist sehr aktiv; er kann besser als wir alle im Alltag funktionieren und trifft die richtigen Entscheidungen und benutzt den Verstand und seine Funktionen im vollen Umfang. Das alles kann man sehr gut in der neuen Version von Buddhadhamma erfahren. Wenn wir die Dinge so sehen, wie sie sind, aber nicht, wie sie uns erscheinen, dann hat das enorme Konsequenzen, etwa in der Erziehung und in der Bildung; die ganze Gesellschaft kann anders funktionieren, der konkrete Mensch setzt andere Prioritäten, und das alles dank dem Verstand, den er jetzt anders benutzen kann, und dies wird sehr ausführlich an vielen Beispielen aus dem Alltag aufgezeigt und veranschaulicht.


Was fördert das Gute, das mich heilt, und was behindert das? Ohne sehr klaren Verstand und einwandfreie Logik geht es nicht; alle drei Stufen gehen immer zusammen, aber ohne gründliches Kontemplieren würde sich die Weisheit, also Paññā, nicht im vollen Umfang entfalten.

@mukti – Nur meine Gedanken, also bitte nicht persönlich und nicht übelnehmen, danke.


P.S.

Kinder können noch nicht meditieren, aber die Eltern können durch gerade richtig eingestelltes logisches Denken sie zu guten Menschen erziehen.

Auch Schwerbehinderte oder auch Kriminelle, wie die Politiker oder Unternehmer, brauchen eine andere Kultur, sie haben keinen blassen Schimmer über den Buddhismus und alle diese Begriffe. Der Autor ist zuversichtlich, warum die ganze Gesellschaft davon profitieren kann.
 
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Re: Praxis Was sagt man dazu?
Lieber @Igor07 , soweit liegen wir doch gar nicht auseinander.

Der Buddha hat gelehrt, dass alle Phänomene ohne Ausnahme in Abhängigkeit existieren. Die abhängigen Phänomene lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:
  • beständige, unbedingte Phänomene. Sie sind dadurch charakterisiert, dass sie sich nicht von Moment zu Moment verändern. Ein Beispiel ist das Nibbana.
  • unbeständige, bedingte Phänomene. Sie wandeln sich von Moment zu Moment. Beispiele sind unsere Skandhas , insbesondere unserer Geist.
Was ist Nibbana? In SN 38.1 heißt es:
"Nirvana, Nirvana, Bruder Sariputto, sagt man. Was ist nun, Bruder, Nirvana?
Was da, Bruder, das Versiegen von Gier, das Versiegen von Hass, das Versiegen von Verblendung ist, das nennt man Nirvana."


Wenn eine Quelle versiegt, dann kommt aus ihr kein Wasser mehr hervor. Wenn Gier, Hass und Verblendung versiegen, dann gibt es keine Ursachen und Bedingungen mehr, die diese hervorbringen können. Nibbana bedeutet also, Gier, Hass und Verblendung sind versiegt und entstehen deshalb nicht mehr in unserem Geist.

Nibbana entsteht nicht aus kausalen Ursachen und Bedingungen. Nibbana ist erlangt, wenn wir mittels des achtfachen Pfades Gier, Hass und Verblendung aus unserem Geist entfernt haben.

Nibbana verneint also etwas. Der Begriff ist eine Negation. Das macht ihn schwierig. Mit Nibbana wird also ausgedrückt, es gibt etwas nicht mehr, nämlich Gier, Hass und Verblendung im eigenen Geist. Er bezeichnet keine existierenden Phänomene.

Weil Nibbana das Versiegen von Gier, Hass und Verblendung in unserem Geist ist, existiert es in Abhängigkeit von unserem Geist und befindet sich nicht irgendwo außerhalb unseres Geistes. Nibbana ist kein äußerer Ort zu dem man mit dem Auto oder der Bahn hinfahren kann oder mit dem Flugzeug hinfliegen kann.

Steht unser Geist unter der Macht von Gier, Hass und Verblendung, dann befinden wir uns im Geisteszustand von Samsara . Da ist es völlig egal an welchem Ort in Deutschland wir uns aufhalten. Sind Gier, Hass und Verblendung versiegt, befinden wir uns im Geisteszustand des beständigen, unbedingten Nibbana, egal ob wir uns in Hamburg, Berlin oder München usw. aufhalten.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Hier würde ich leider nicht absolut zustimmen, denn ohne weises Erwägen (yoniso manasikāra) würde es nicht funktionieren.
Klaus Mylius übersetzt yoniso manasikāra mit "Gebührende Aufmerksamkeit", ich denke man kann es auch mit "gründliche Achtsamkeit " übersetzen. Yoniso - gründlich, manas - Geist, kāra - bewirken. Das Erwägen ist sicher unverzichtbar, aber weises Erwägen bezieht sich wohl nicht ausschließlich auf logisches Schlussfolgern, sondern auch auf meditatives Betrachten. Etwa die vier Betrachtungen des Satipatthana - Körper, Gefühle, Geistesverfassung und Lehrglieder. Oder die zehn Betrachtungen: Buddha, Dhamma , Sangha , Sittlichkeit, Freigebigkeit, Himmelswesen, Tod, Körper, Atmung und Frieden. Das lässt sich auch als Meditationsobjekte bezeichnen.

Ohne sehr klaren Verstand und einwandfreie Logik geht es nicht; alle drei Stufen gehen immer zusammen, aber ohne gründliches Kontemplieren würde sich die Weisheit, also Paññā, nicht im vollen Umfang entfalten.
Ich sehe es ähnlich, der Verstand ist wichtig, man sollte ihn nicht etwa ausschalten, aber seine Grenzen erkennen.
Als ich sehr viel gelesen habe, hat das zu der Vorstellung geführt, dass ich etwas wüsste., es hat das Ego aufgeblasen. Oder wenn ich auf Widersprüche gestoßen bin, bin ich in Verwirrung geraten.
Es interessiert mich immer weniger, was alles über das Dhamma gesagt und geschrieben wird.

Logisches Verstehen ist der erste Schritt, durch tiefgründige Betrachtung beruhigt, sammelt und klärt sich der Geist. Dazu genügt ein Satz oder ein Gedanke. Ach ja, wie der Satz "Was auch immer genau jetzt da ist, nicht dranhängen." Damit könnte man Jahre verbringen, bis es tatsächlich gelingt.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Nibbana ist erlangt, wenn wir mittels des achtfachen Pfades Gier, Hass und Verblendung aus unserem Geist entfernt haben.
Wie kann ich das "ungeborene" Erlangen?

"Es besteht, Mönche,
das Ungeborene, Ungewordene,
Ungeschaffene, Unzusammengesetzte.
Ud.VIII.3. NIRVANA (3)

@mukti,
mit dem weisen Nachdenken hat der Autor von Buddhadhamma den Verstand gemeint, also macht es keinen Sinn, sich darüber weiter auszulassen.


Denn Meditation schaltet schon den Verstand aus, und es stellt sich eine andere Qualität der inneren Erfahrung ein.

Grundlegende Definition​


Yoniso Manasikāra ist ein zentraler Begriff in der buddhistischen Psychologie und Praxislehre. Er wird in Übersetzungen vielfältig wiedergegeben, unter anderem als „weise Betrachtung“, „rechte Aufmerksamkeit“, „gründliche Erwägung“, „angemessene Aufmerksamkeit“, vernünftige Aufmerksamkeit“, „methodische Betrachtung“ oder „radikale Aufmerksamkeit“. Im Kern bezeichnet Yoniso Manasikāra eine Form der geistigen Zuwendung, die der Wirklichkeit entspricht (Yathābhūta), die Ursachen von Phänomenen untersucht und dadurch zur Entwicklung von Weisheit (Paññā) und zur Befreiung aus dem Kreislauf des Leidens (Saṃsāra) führt. Es ist die Art der Aufmerksamkeit, die heilsame Geisteszustände (Kusala Dhamma) fördert und unheilsame (Akusala Dhamma) überwindet.
Und für das Untersuchen braucht man den Verstand, so einfach ist es. + cetana, also die bewusste Absicht. Vereinfacht ausgedrückt.

Definition und Etymologie

P.S.

Aber es ist auch klar, wenn der Geist sehr geschmeidig und zugleich konzentriert ist, kann er besser untersuchen, deswegen sollte es im Grunde stimmen. Und nebenbei bemerkt, das ist eine gute Illustration, wie wichtig es ist, diese Begriffe richtig zu verstehen, denn dann kann man es auch richtig praktizieren.


Weises Erwägen (yonisomanasikāra) bedeutet wörtlich „das Bedenken auf methodische Weise“ oder „richtiges Denken“. Einfach ausgedrückt: die Fähigkeit zu denken oder denken zu können. Gemeint ist: geordnetes Denken oder Denken auf dem Weg der Weisheit (paññā),
Weises Erwägen (yoniso-manasikāra)
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Das alles bleibt aber vom realen Leben wie total abgeschnitten, denn reines Zitieren bringt uns nicht weiter.
Das ist mein eigenes Beispiel. Ich sage meiner Enkelin, sie sollte das Buch lesen und alles dort verstehen. Und wenn sie es schaffen würde, dann bekommt sie Taschengeld, um ins Kino zu gehen.
Wenn sie sich wirklich für den Inhalt des Buches interessiert, wird sie sehr aufmerksam lesen, die richtigen und korrekten Fragen stellen und immer alles aus verschiedenen Blickwinkeln durchkauen.
Das Buch würde ihr echte Freude bereiten. Und nicht wegen des Taschengeldes.
Im Umkehrschluss kann sie nur die erste und die letzte Seite des Buches lesen oder irgendwelche Rezensionen, nur um das Geld zu bekommen. Sie kann sogar das Geld bei mir klauen, wenn es keinen anderen Weg gäbe, also interessiert sie das ganze Buch überhaupt nicht.
Im ersten Fall geht es um das richtige und korrekte Nachdenken, nicht wegen des Ergebnisses, also um den Film zu sehen, sondern aus sich selbst heraus. Im zweiten Fall geht es um das Gegenteil davon: Der Mensch ist von Begehren verblendet, er macht jede Arbeit nur wegen des Lohnes, und so würde die ganze Gesellschaft darunter leiden.
Am Rande bemerkt: An solchen Beispielen merkt man, dass das Wort „Verlangen“ auch andere Bedeutungen haben kann, diametral entgegengesetzte.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
@Igor07 : In Beitrag'56 fragst du

Wie kann ich das "ungeborene" Erlangen?
und zitierst dann aus Ud.VIII.:

"Es besteht, Mönche,
das Ungeborene, Ungewordene,
Ungeschaffene, Unzusammengesetzte.

Schauen wir uns doch einmal den gesamten Ausspruch des Buddha an:

"Es besteht, Mönche,
das Ungeborene, Ungewordene,
Ungeschaffene, Unzusammengesetzte.
Wenn dieses Ungeborene, Ungewordene, Ungeschaffene,
Unzusammengesetzte nicht bestünde,
- nicht wäre dann ein Entrinnen
aus dem Geborenen, Gewordenen,
Geschaffenen, Zusammengesetzten
zu erkennen.
Weil aber dieses Ungeborene,
Ungewordene, Ungeschaffene,
Unzusammengesetzte besteht, Mönche,
deshalb ist ein Entrinnen für das
Geborene, Gewordene, Geschaffene,
Zusammengesetzte zu erkennen."


Das Ungeborene usw. im ersten Absatz sind die Merkmale des Beständigen, des Unbedingten. Das wird hier auf das Nibbana bezogen. Das Geborene usw. im zweiten Absatz charakterisiert das Unbeständige, das Bedingte. Das bezieht sich hier auf Samsara.

Im zweiten Absatz erklärt Buddha, dass es kein Entrinnen aus Samsara gäbe, würde das Ungeborene usw. nicht bestehen. Weil aber dieses Ungeborene usw. besteht, wie es im dritten Absatz heißt, gibt es ein Entrinnen aus Samsara. Mit diesem kurzen Ausspruch zeigt Buddha auf, dass Befreiung möglich ist.

Nibbana ist das Versiegen von Gier, das Versiegen von Hass, das Versiegen von Verblendung im eigenen Geist. Wenn wir in unseren eigenen Geist schauen, dann werden wir feststellen, dass die Geistesgifte noch nicht versiegt sind.

Wir müssen also etwas tun, um dem Samsara zu entrinnen. Wir müssen unsere Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung zum Versiegen bringen, sodass sie nicht wieder auftreten können in unserem Geist. Sind sie vollständig versiegt, befindet sich unser Geist in einem Zustand, der Nibbana genannt wird. (s. SN 38.1) Wenn davon gesprochen wird, dass man Nibbana erlangt oder verwirklicht, dann bezieht sich dies auf diesen Prozess der Überwindung der drei Geistesgifte .

Nibbana ist beständig, unbedingt, weil man aus dem Nibbana nicht wieder herausfallen kann, da alle Ursachen für samsarische Existenzen vollständig überwunden wurden. Nun gibt es keine Ursachen mehr für das Entstehen von samsarischen Existenzen. Der eigene Geist befindet sich im Zustand von Nibbana und wir handeln nun stets mit einem Geist, der frei ist von Gier, Hass und Verblendung und den aus ihnen entstehenden Leidenschaften.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Im zweiten Absatz erklärt Buddha, dass es kein Entrinnen aus Samsara gäbe, würde das Ungeborene usw. nicht bestehen. Weil aber dieses Ungeborene usw. besteht, wie es im dritten Absatz heißt, gibt es ein Entrinnen aus Samsara. Mit diesem kurzen Ausspruch zeigt Buddha auf, dass Befreiung möglich ist.
Lieber @Helmut, kann sein, ich habe mich nicht korrekt ausgedrückt.

Ich habe gemeint, wie kann ich durch den bedingten Pfad, also durch bedingte Mittel etwas erlangen oder erreichen, was von eigener Natur unbedingt ist, nicht konditioniert ist, nicht zusammengebaut ist usw.

Rein logisch und auch sprachlich betrachtet passt es hier nicht.

Wahrscheinlich wird Nibbana wie" erkannt", wenn alle Geistesgifte gelöscht sind?

Das ist wieder eine sehr interessante Frage zum Thema, wie sagt man?

Wir sind gefangen durch die Sprache, aber sie kann die innere Realität=( Qualia)- nicht / absolut+adäquat/ widerspiegeln.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Ich habe gemeint, wie kann ich durch den bedingten Pfad, also durch bedingte Mittel etwas erlangen oder erreichen, was von eigener Natur unbedingt ist, nicht konditioniert ist, nicht zusammengebaut ist usw.

Rein logisch und auch sprachlich betrachtet passt es hier nicht.

Wahrscheinlich wird Nibbana wie" erkannt", wenn alle Geistesgifte gelöscht sind?
Etwas Unbeständiges, Bedingtes bringt nichts Beständiges, Unbedingtes her vor. Die wahren Pfade bewirken deshalb auch nicht das Nibbana hervor. Was bewirken die wahren Pfade?

Die wahren Pfade bewirken die restlose Entreizung und Auflösung des sinnlichen Durstes, des Daseinsdurstes und des Nichtseinsdurstes. (s. SN 56.11) Die wahren Pfade bewirken also das Zuendegehen dieser Arten des Durstes, und zwar auf die Art und Weise, dass diese drei Arten von Durst nicht wieder im Geist entstehen können, weil ihre Ursachen durch den wahren Pfad vernichtet wurde. Dasselbe wird in SN38.1 ausgedrückt, wenn es dort heißt, "die Vernichtung von Gier, die Vernichtung von Hass, die Vernichtung von Verblendung." Dies bewirkt die Praxis des achtfachen Pfades.

Dadurch, dass Gier, Hass und Verblendung durch die Praxis des achtfachen Pfades aus unserem Geist vollständig entfernt wurden, nimmt unser unbeständiger Geist eine neue Qualität an, eine Qualität, die er vorher noch nicht besaß und die er nun auch nicht wieder verlieren wird. Diesen Zustand bezeichnen wir mit Nibbana. NIbbana bezeichnet also die Freiheit von den Geistesgiften. Diese Freiheit besteht, weil dessen Ursachen völlig eliminiert wurden.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Dadurch, dass Gier, Hass und Verblendung durch die Praxis des achtfachen Pfades aus unserem Geist vollständig entfernt wurden, nimmt unser unbeständiger Geist eine neue Qualität an, eine Qualität, die er vorher noch nicht besaß und die er nun auch nicht wieder verlieren wird. Diesen Zustand bezeichnen wir mit Nibbana. NIbbana bezeichnet also die Freiheit von den Geistesgiften. Diese Freiheit besteht, weil dessen Ursachen völlig eliminiert wurden.
Da reden wir aneinander vorbei,@Helmut , denn wenn ich rein persönlich etwas erlangen oder erreichen wollte, dann erstens: Es setzt ein Atman voraus, und zweitens: Dieser Zugriff, Nirvana zu erlangen, als ob es etwas "Festes" an mir gäbe, widerspricht gerade MMK, Nagarjuna und dem Madhyamaka besonders, denn darin sollte es eine grundlegende Dualität geben, die nicht anwesend ist.


Es gibt nichts, was das Samsara vom Nirwana und das Nirwana vom Samsara unterscheidet. Die Grenze des Nirwana ist zugleich die Grenze des Samsara. Zwischen diesen beiden wird auch nicht der feinste Unterschied gefunden. MMK 25.19–20


P.S. Denkwürdig finde ich, dass gerade diese Stellen die Autoren der Anthologie über Nibbana zitieren, um auf den nichtdualen Charakter der Erfahrung hinzuweisen, der sich der eindimensionalen Logik schier entzieht.
Mich würde es nicht wundern, wenn sie alle dazu noch L. Wittgenstein zitiert hätten, was Kay Zumwinkel woanders macht.
Bedingt und unbedingt sind beide aufeinander bezogene Begriffe, also kann man es als die Folge der mentalen Ausuferung betrachten.
Genau darum geht es in dem Beitrag #50, wo ich die Definition von Masao Abe zitiert habe. Aber es wurde einfach ausgeblendet, oder?

In der ersten englischen Version von Buddhadhamma geht es auch darum, dass „Nibbana erlangen“ rein sprachlich etwas irreführend wirkt.

MMK 16.9, es geht gerade um diesen Griff( eher wie "Begehren" nach Nirvana), und je mehr ich mich daran anstrenge, desto mehr verpasse ich alles. Kann sein, ich eliminiere mich selbst, und dann gibt es kein Problem mehr, war ein Scherz ...
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Es gibt nichts, was das Samsara vom Nirwana und das Nirwana vom Samsara unterscheidet. Die Grenze des Nirwana ist zugleich die Grenze des Samsara. Zwischen diesen beiden wird auch nicht der feinste Unterschied gefunden. MMK 25.19–20
Das zitierst du, @Igor07 , ja häufiger. Ich gewinne langsam den Eindruck, das du die MMK-Verse wortwörtlich nimmst. Tut man dies, gerät man schnell in die Irre, weil man dann nicht genügend beachtet, auf welcher Wahrheitsebene Nagarjuna jeweils argumentiert: Auf der Ebene der konventionellen Wahrheit oder auf der Ebene der letztendlichen Wahrheit. Dies muss man im Hinterkopf haben, weil Nagarjuna dies nicht bei jedem Vers ausdrücklich erwähnt.

Nimmt man "Es gibt nichts, was das Samsara vom Nirwana und das Nirwana vom Samsara unterscheidet" wortwörtlich, dann muss man auch akzeptieren, dass es keine Befreiung aus Samsara geben kann. Das würde aber im Widerspruch zu Buddhas Aussage in Udana VIII.3 stehen. Nagajunas Aussagen stehen aber nicht im Widerspruch zur Lehre des Buddha.

Im MMK weist Nagarjuna nach, dass alle Phänomene leer von inhärenter Existenz sind. Dies ist ihre letztendliche Bestehensweise. Die Aussage. "Es gibt nichts, was das Samsara vom Nirwana und das Nirwana vom Samsara unterscheidet" bezieht sich auf die letztendliche Bestehensweise von Samsara und Nirvana: Beide sind leer von inhärenter Existenz. In diesem Punkt unterscheiden sie sich nicht, aber nur in diesem Punkt.

Auf der Ebene der konventionelle Wahrheit unterscheiden sich Samsara und Nirvana sehr wohl, sie stehen sogar in eine direkten Widerspruch zueinander, schließen sich gegenseitig aus.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
ch gewinne langsam den Eindruck, das du die MMK-Verse wortwörtlich nimmst. Tut man dies, gerät man schnell in die Irre, weil man dann nicht genügend beachtet, auf welcher Wahrheitsebene Nagarjuna jeweils argumentiert: Auf der Ebene der konventionellen Wahrheit oder auf der Ebene der letztendlichen Wahrheit. Dies muss man im Hinterkopf haben, weil Nagarjuna dies nicht bei jedem Vers ausdrücklich erwähnt.
Da würde ich niemals machen. Wenn ich die sogenannte Wahrheit im höchsten Sinne gegen die relative "ausspiele", dann verpasse ich gerade die goldene Mitte oder den mittleren Weg.

Es war mir vor sehr langer Zeit woanders von einem echten Kenner des Zen vermittelt worden, dass diese absolute Ebene in der Wirklichkeit wie ein Kunstgriff sei.

Das habe auch ich so erklärt. Wenn ich ein Auto auseinandernehme, ist es schon kein Auto mehr, sondern nur ein Haufen von Teilen. Wenn ich aber alles zusammenbaue und das Auto fährt, dann ist es schon da. In beiden Fällen kann man sagen, dass es im höchsten Sinne kein Auto gibt, wie bei den Skandha, die eine "Person "ausmachen. Aber das ist ein sehr billiger Trick, denn im zweiten Fall, wenn das Auto fährt, wird es so nur wie im "funktionellen Arrangement" benutzt, aber es ist keine eigentlich höchste Wahrheit. So sehe ich etwa, ganz egal welche Richtung.

Es wurde von mir wie Mettiko Bhikkhu so auch Nanavira dazu hin zitiert, also ich lasse es nicht tausendmal wiederholen. Wie gesagt, wir verstehen beide nicht, also bleibt jeder bei sich selbst.

Auf der Ebene der konventionelle Wahrheit unterscheiden sich Samsara und Nirvana sehr wohl, sie stehen sogar in eine direkten Widerspruch zueinander, schließen sich gegenseitig aus.
Wirklich?

Das Nirvāṇa ist also ontologisch immer schon vorweggenommen. Die Welt ist an sich immer schon verloschen, nichts als eine falsche Vorstellung.
Erzähle bitte dieser Expertin, was die relative Ebene ist und was dann die absolute wäre. Ohne Waggon mit Wodka kaum aufzudröseln. Achtung, Ironie,

Ich hänge die Datei an.

Plus:

dieses freie Pendeln zwischen Samsara und Nirvana, zwischen Nirvana und Samsara, ist das wahre Nirvana im mahayanistischen Sinne. Und dies ist die soteriologische Bedeutung der Leerheit.
Wie ist das dann möglich? Sieh die Quelle, Beitrag 50.
 

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