Was auch immer genau jetzt da ist, nicht dranhängen.
Ich wollte irgendwann wissen, wer sich an Dinge dranhängen kann. Wer stirbt und wer geboren wurde. Wer Befreiung erlangt und wer nicht befreit ist.
Ich weiß nicht wie es den anderen Menschen geht, aber aus irgendeinem Grund habe ich automatisch angenommen, dass ich da bin.
Diese Stimme im Kopf habe ich nie hinterfragt.
Ich wollte diese Frage durch das Nachdenken beantworten, aber weder das Nachdenken noch das Lesen von Büchern konnte mir meine Fragen beantworten.
Selbst in der
Meditation kam ich nur bis zu einem gewissen Punkt, wo ich noch einen Punkt wahrnahm. Diese Idee von einem Selbst war so tief verankert, dass ich selbstverständlich davon überzeugt war.
Ich nahm so eine Art von Urgrund war. Die Lehrer sprachen von Vergänglichkeit und Nicht-selbst , und so dachte ich, dass dieser Urgrund aus Energiepunkten ein Ich wäre. Sozusagen meine wahre Natur.
Aber es gibt in der Meditation einen Moment, wo man erkennt, dass diese Energiepunkte, dieser Urgrund auch ohne einem Selbst sind .
Ich hatte auch einfach ausgedrückt, aus 0+0 eine Eins gemacht. Und aus dieser Eins, entstand das ganze Universum, mit all den Folgen.
Diese erdachte eins, konnte sterben, geboren werden, verlieren und gewinnen.
Und aus dieser Täuschung heraus, entstand viel Enttäuschung. Es folgten Handlungen und Gedanken, die jene freien Energiepunkten fesselten und zu einer angreifbaren und scheinbar festen Masse machten, die durch diese erzwungene Existenz nun angreifbar und verwundbar waren.
Ich dachte immer, dass das was denkt ich bin, und habe jenes ignoriert, dass nicht denkt.
Die Wolken am Himmel sind manchmal weiß und manchmal Dunkel. Sie kommen und verschwinden. Ich erfreute mich an ihnen oder ich fürchtete sie, aber ich habe nie wirklich an den Hintergrund gedacht, an die Bühne.
Im Grunde sind wir wie Menschen die in einen Hundehaufen getreten sind und dann einen Duftbaum für das Auto kaufen, aber die Schuhe nicht waschen. Es wird immer stinken .
Im Grunde sollten wir in unserer Praxis nicht die ganze Welt erforschen und alle möglichen Bücher lesen. Wir müssen unablässig dieses Herz erforschen, befreien und heilen .
Diese ganzen Sachen..wie
Metta , Sila,
Samadhi helfen uns (und manchmal auch unserem Umfeld) in der Praxis .
Wie viele Bücher und Dhammatalks haben wir schon gelesen und gehört ? Vielleicht sind wir schon von einer Tradition zur nächsten gewechselt, weil diese “besser“ für uns geeignet sind. Wie viele Belehrungen, Einweihungen und Bücher brauchen wir noch?
Nach 10/20/50 Jahre in der Praxis haben wir alle nötigen Informationen und Hilfsmittel erhalten.
Es scheitert am kleinen Teufel auf der Schulter.
Vor sehr langer Zeit erwischte ich mich mal bei einem lustigen Gedanken . Ich war in einem
Retreat und plante während dem Retreat mein nächstes. Ich stellte mir vor, wie ich im nächsten Retreat sehr gut vorbereitet, erfolgreich praktizieren werde. Und eines Tages werde ich in der Zukunft Befreiung erlangen.
Ich habe erstens dieses Ich als selbstverständlich akzeptiert und an eine Zukunft geglaubt, wo dieses Ich eine Befreiung erlangen würde.
Das ist das Werk von
Mara , den kilesas und meinem Versuch der Gegenwart zu entkommen.
Manchmal sagen die Leute, dass die Praxis so schwer und kompliziert sei. Sie sagen sich dann : Oh im nächsten Leben werde ich dann loslegen, und eigentlich möchte ich allen Wesen helfen (dieser schöne und edle Gedanke gefällt uns) bevor ich Befreiung erlange. Oder sie sagen dir durch die Blume, dass sie eigentlich schon fertig sind mit der Praxis. Oder das es sowieso nichts zu erreichen gibt.
Es ist aber halt auch so, dass wir dieses Universum in jedem Moment neu erschaffen.
Wenn ich jetzt gerade auf mein Bett schaue, sehe ich da meine Katze die gefühlt 10 mal am Tag dem Verhungern nahe ist. Wenn ich nun nicht wirklich praktiziere, dann denke ich : “ICH sehe meine Katze “ und in dem Moment bildet man neue Fesseln im Herzen. Es entstehen Gedanken, Handlungen , Gefühle, die Folgen mit sich bringen.
Dukkha entsteht weil wir durch unsere Täuschung tagtäglich enttäuscht werden.
Die Praxis ist im Grunde genommen ganz einfach. Man muss herausfinden was und wer man ist. Aber mit Büchern und anderen Sachen kommt man irgendwann nicht mehr weiter.
Es gibt in der Meditation Bereiche und Erfahrungen die nicht mit unserem weltlichen Wissen erklärbar sind.
Aber oft fehlt uns die Kraft und Ausdauer um dieses Herz zu durchschauen und zu heilen und befreien.
Mögen wir alle Frieden finden !