Die Befreiung passiert immer im Hier und Jetzt, wenn man nicht !"ergreift".
Gut, dass du das erwähnst, denn so lautet ja der Satz im Eingangsbeitrag: "Was auch immer genau jetzt da ist, nicht dranhängen."
Das Präfix zu dem Thema ist "Praxis", also die Bemühung, sich nicht an das zu hängen, was hier und jetzt erscheint. Nicht dranhängen bedeutet, nichts mit Gier, Hass und Verblendung zu ergreifen. Das kann nur ein
Arahat in vollkommener Weise, vorher gibt es noch Anhaftungen und die Aufgabe, diese schrittweise zu überwinden, wie
@Helmut sagt.
Das betrifft auch die rechte Anstrengung, den sechsten Punkt des achtfachen Pfades: Heilsames annehmen und erhalten, Unheilsames ablehnen und entfernen. Unheilsam sind Gier, Hass und Verblendung, mit all den Symptomen wie z.B. Zorn, Rachsucht, Verachtung, Herrschsucht, Neid, Geiz, Hinterlist, Betrug, Starrsinn, Anmaßung, Dünkel, Überheblichkeit, Eitelkeit, Nachlässigkeit. (M.7.) Wenn so etwas auftaucht, bemüht man sich, es nicht zu ergreifen und diese Neigungen im Herzen zu entfernen. Dazu muss man erst erkennen, dass es unheilsame, leidvolle Befleckungen sind, viele Menschen denken, dass das etwas Gutes, Richtiges, zumindest Notwendiges sei. Sogar Religionen und Philosophien gründen auf dieser verkehrten Auffassung, etwa Auge um Auge, Zahn um Zahn, der heilige Zorn oder der heilige Krieg, Mitleid ist Schwäche, das Naturrecht des Stärkeren, usw.
Heilsam sind etwa die
Brahmavihara : Unbegrenztes Wohlwollen, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut, mit all den Folgeerscheinungen wie z.B. Hilfsbereitschaft, Güte, Nachsicht, Geduld, Toleranz, Neidlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit. Man bemüht sich das anzunehmen und zu erhalten.
Wenn das Herz ganz rein ist, muss man sich nicht mehr anstrengen, die guten, glückbringenden Eigenschaften sind immer präsent und die schlechten, leidbringenden immer abwesend. Einstweilen hängt man sich an das Gute, mit der
Einsicht , dass dadurch Leid schwindet und Glück entsteht. Mit noch höherer Einsicht weiß man, dass dieses Glück der Tugend auch vergänglich ist und strebt sie als Grundlage für die vollkommene Befreiung an.
In jedem Augenblick gar nichts zu ergreifen, kann nicht vollständig gelingen, wenn es noch Kilesa gibt. Dennoch ist es eine wirkungsvolle Übung finde ich, auch wenn sich damit nicht direkt und unmittelbar die vollkommene Befreiung erreichen lässt.
Es scheint ja einfach zu sein: Nichts ergreifen bis zum vollständigen Erwachen. Aber ich kann mich nicht ununterbrochen konzentrieren und das Ergreifen erfolgt bei jeder Lücke der Achtsamkeit. Außerdem kann ich nur versuchen, nicht das zu ergreifen, was ich gerade wahrnehme und das ist meistens an der Oberfläche und reicht nicht bis in die Tiefe der bedingten Entstehung hinab. Es gelingt ja schon nicht, das Anhängen an allerhand eingewurzelte Gewohnheiten aufzugeben. Auch wäre so eine ununterbrochene Konzentration und Willensanstrengung ein Extrem, das der Buddha verworfen hat, nachdem er es selber bis zum Äußersten versucht hat.
@mukti .
Um das „besser zu genießen“ geht es hier und im Text überhaupt nicht. Komisch, einfach. ...
Das sind halt Verständigungsprobleme. Meistens bemühe ich mich nicht, die Missverständnisse zu entwirren, weil das oft zu noch mehr Verwirrung und Abschweifungen in allerhand Zusammenhänge und Nebenthemen führt. Dann kommen noch Emotionen dazu, nein danke, besser nicht dranhängen und versuchen, möglichst deutlich zu schreiben. Besser kann ich's leider nicht. Zur Zeit schreibe ich wohl sowieso zu viel, weil ich bei dem schlechten Wetter in der Stube hocke.