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Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Cooler Text, danke für den Link, @Igor07 ! 👍
Mein Lieblingsautor, keine großen Bücher, nicht viel zu studieren, einfache Sprache, und es wird immer betont, dass die Befreiung im Hier und Jetzt zu verwirklichen ist.


Ich zitiere ihn, wo ich kann.


Der Buddhismus stellt die Entfaltung oder Schulung des Geistes dar. Das ist keine verdammt trockene Philosophie, so kann man alles durchstudieren, es bringt nicht weiter.


Immer in jedem Augenblick sich vergegenwärtigen, dass alles vergänglich ist, und es gibt nichts, was mir gehört, wie auch keinen „Ich“. Das kann etwas demütig erscheinen, also im Sinne: Ich bin kein Nabel der Welt. Ich vergehe, wie alles in der Natur.

Ich bin einfach ein Teil der Natur. Punkt.

Diese Wiedergeburt geschieht gerade jetzt, in der Gegenwart. Das
Glas ist nicht zerbrochen und wir erfreuen uns daran. Aber wenn es
zerbricht, sind wir sofort verärgert. So geschieht es, wenn man ohne jede
Kontrolle durch Weisheit verärgert oder glücklich ist. Man trifft nur auf
Zerstörung. Ihr müsst nicht lange suchen, um das zu verstehen. Wenn
ihr eure Aufmerksamkeit hier konzentriert, wisst ihr, ob es „Werden“
gibt oder nicht. Seid ihr euch dessen bewusst, wenn es passiert? Seid ihr
381
Die gesammelten Lehren von Ajahn Chah
euch klar der Konventionen und Vermutungen bewusst? Versteht ihr sie?
Der entscheidende Aspekt ist das Ergreifen und die Anhaftung, ob wir
nun wirklich an die Bezeichnungen „ich“ und „mein“ glauben oder nicht.
Dieses Ergreifen ist der Wurm und es ist die Ursache der Geburt.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Mein Lieblingsautor, keine großen Bücher, nicht viel zu studieren, einfache Sprache, und es wird immer betont, dass die Befreiung im Hier und Jetzt zu verwirklichen ist.
Auch für den Laienbruder ein Grund, sich da mal reinzuknien:

 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Auch für den Laienbruder ein Grund, sich da mal reinzuknien:
In einem Buch habe ich gelesen, dass Chögyam Trungpa dem wütenden Hund entgegen gelaufen ist, dann bekam der Hund Angst. Reine konditionierte Reaktionen sind bei Menschen genauso wie bei Tieren identisch. Es lohnt sich, diese Muster zu durchbrechen. Das wäre gerade das, was uns als Menschen ausmacht. Weiß nicht …:unsure:
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Scheinbar wusste er, wie man mit aggressiven Hunden umgeht. Da würde ich aber nichts weiter dranhängen.

Die Geschichte von Trungpa und dem Hund hat ein älteres Gegenstück: Matsumura Sokon, Leibwächter der Ryukyu-Könige auf Okinawa. Der König befahl ihm, zur Belustigung des Volkes gegen einen Kampfstier anzutreten.

Matsumura ging in den Tagen davor jeden Morgen heimlich zum Stall, in derselben Kleidung, die er in der Arena tragen würde, und stach den angebundenen Stier mit einer Nadel. Am Kampftag betrat er die Arena, der Stier erkannte die Gestalt und floh brüllend. Das Publikum hielt es für übernatürliche Kraft.

Beide Geschichten zeigen dasselbe, nur unterschiedlich deutlich. Trungpa nutzte das vorhandene Schema des Hundes: was flieht, wird gejagt, was angreift, ist Bedrohung. Matsumura legte das Schema des Stiers vorab selbst an und rief es dann ab. In keinem der beiden Fälle wurde ein Muster durchbrochen. Es siegte jeweils der, der die Muster besser kannte.

Darum würde ich den letzten Satz anders fassen: Was uns als Menschen ausmacht, ist nicht das Durchbrechen der Konditionierung. Es ist das Wissen um sie.

Auch der, der seine eigene Furcht umlenkt, durchbricht nichts. Er konditioniert um, mit Geduld und Übung, wie Matsumura den Stier.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Was uns als Menschen ausmacht, ist nicht das Durchbrechen der Konditionierung.
Doch. Ich habe immer so Freiheit( Befreiung, usw..) verstanden als: nicht blind( "verblendet") durch die eigenen Triebe( "Unwissenheit") re-agieren, sondern weise a-gieren. Dieser freie Raum zwischen Reiz und Reaktion ist der gesamte Kern, also die Essenz im Theravada . Ich würde hier nichts zitieren oder etwas beweisen, aber niemals dem zustimmen, was du sagst.


Es widerspricht total, meiner Meinung nach, dem Sinn der Lehre. Sogar die letzten Worte des Buddha... Na egal, alles gut, war nur meine eigene Meinung.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Ich verstehe schon, was du meinst. Ich habe selbst ein paar Jahrzehnte Praxis auf dem Buckel.

Das Missverständnis ist aber ein anderes:

Der Laienbruder argumentiert nicht auf Basis von Unwissen, sondern auf Basis des Leibes. Das ist seine letzte ultimative Instanz. Die Sache mit Impuls und Reaktion macht er über Ochse (Unterbewusstes,Triebe, Erbe) und Kundschafter (Ich, erzeugt vom Leib). Andere Wege gehen heisst hier - ganz praktisch - Umkonditionierung, basierend auf Absicht. Und so wird dann ein Schuh draus.

Die Lehre des Buddha einzuatmen ist nicht schwer, die aber wieder auszuatmen dagegen sehr, hin zur eigenen Wahrheit.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama

Der letzte Satz von dem Text:

Nur wenn wir mit unserer Praxis in die Fußstapfen des Buddha treten, werden wir erkennen, dass das, was der Buddha lehrte, von absoluter Gewissheit ist, dass es sich bei der Lehre des Buddha um die höchste Wahrheit handelt.

Ob die Lehre die höchste Wahrheit ist oder nicht, können wir demnach nur herausfinden wenn wir mit unserer Praxis in die Fußstapfen des Buddha treten. Haben wir das getan? Ich denke wir können zugeben, dass wir da etwas halbherzig sind, wir haben unser Weltleben nicht verlassen um nie mehr zurückzukehren. Was haben da unsere verschiedenen Ansichten für eine Bedeutung? Wir haben nicht einmal den ersten Schritt des Gautama getan, unsere Gespräche und Texte sind oberflächlich. Immerhin besser als nichts.
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Och, @mukti, bleib mal locker.

Du hast 50 Jahre, ich ca 40 Jahre Praxis. Egal, wie die aussahen, es ging immer um die Lehre bzw das, was andere daraus gemacht haben. Und du glaubst, wir hätten noch nicht einmal den ersten Schritt getan? Stell dein Licht mal nicht unter den Scheffel.

Ich weiss ja, du bist ein Fan von Ajanh Chah, genau wie @Igor07 . Kein Problem, das respektiere ich. Nur war der auch nur ein Mensch. Seine Angst vor dem Jenseits zu überwinden fand ich gut, danach zu Extremen zu neigen, weniger. Ich kenne diese Phasen selbst (wer nicht?); man verrennt sich in eine Idee, weil man denkt, das ist es! Das muss es sein. Und kommt Zeit, kommt das Erkennen der Sackgasse und man ist wieder ratlos. So ist das, wenn man sich in Ideen verrennt.

Was ein reifer Mensch dann tut: Er erkennt das und ändert, oder, falls er nicht weiß, was er ändern soll, bleibt er eben in der Ratlosigkeit, bis er es ändern kann. Aber zu sagen, man hätte noch nicht einmal den ersten Schritt gemacht, ist Polieren des Porzellanbuddhas.

Ich habe meinen Weg vor nicht allzu langer Zeit radikal geändert. Zu dem Zeitpunkt hätte ich auch sagen könne, leck mich doch, den ganzen Mist trete ich in die Tonne. Habe ich nicht gemacht. Warum nicht? Aus einem einzigen Grund: Ich wollte WISSEN, ob ich Jahrzehnte meines Lebens damit verplempert habe. Tabula Rasa.

Der erste Schritt war, alles wegzuwerfen, was sich in mir angehäuft hatte. Das ist nicht einfach, aber Frust ist hier ein guter Kollege, der das dann besorgt. Die Absicht ein anderer. Im Prinzip habe ich mich auf den Stand eines Anfängers gesetzt und die Dinge auch so betrachtet wie einer. Da ich aus dem Zen komme, habe ich mich da erstmal dran abgearbeitet. Soto , Rinzai , meine Lehrer, andere Lehrer, meine Erfahrungen Moment für Moment reflektiert, verstanden & eingeordnet, die Ochsenbilder dann wirklich verstanden, und zuletzt ein eindeutiges Bild gehabt, wie es WIRKLICH ist. Und dann konnte ich mich vom Zen und vom Mahayana lösen. Es war vorbei, weg. Finito. Ohne dass sie es wussten, haben mir andere Menschen dabei geholfen. Danke dafür.

Was dann bleibt, ist die Lehre des Buddha in ihrer ursprünglichen Form. Auch hier gehe ich ganz strukturiert vor. Die Reise ist noch nicht zu Ende, aber lange wird es wohl nicht mehr dauern, habe ich das Gefühl. Und dann? Ich werde es sehen.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Ob die Lehre die höchste Wahrheit ist oder nicht, können wir demnach nur herausfinden wenn wir mit unserer Praxis in die Fußstapfen des Buddha treten.
Korrekt, aber wir können nur anhand der Texte, die selbst von Interpretationen abhängig sind, etwas über das sagen, was der Buddha selbst eigentlich "lehrte".


Und alle religiösen Texte stellen nicht die Wahrheit in letzter Instanz dar.


M. Zimmermann:

Was der Buddha lehrte, ist
historisch schwer zu rekonstruieren.
Und:

Die ganze Lebensgeschichte
des Buddha ist Fiktion.
Tibet und Buddhismus 1/2010
 

Anhänge


Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Der Laienbruder kann dir zumindest einen Geschmack von Nirvana bieten. Kannst du das auch?
Das wäre vermessen von mir. Mir scheint, wir betrachten die ganze Lehre, wie du es ausdrückst, „in ursprünglicher Form“, ein wenig anders, milde ausgedrückt. Zuerst wäre es der Versuch wert herauszufinden: Was ist denn diese sogenannte ursprüngliche Form? 18 oder so Richtungen nach dem Tod des Buddha? Mahayana, Zen oder Vajrayana ? Säkularer Buddhismus nicht zu vergessen.


Wo ist diese ursprüngliche Form, diese Lehre? Jede Richtung ist felsenfest überzeugt, dass sie nur die Lehre repräsentiert. Was bleibt von dem Buddha, der real doch lebte? Was er damals sagte, wissen wir am Ende niemals.


Ich verlinke doch M. Zimmermann sehr viele Male, und das bringt nichts. Jeder Begriff, egal welcher, wird von diesen verschiedenen Richtungen anders ausgelegt. Am Ende machen sie alle praktisch aus dem realen und konkreten Menschen, der lebte und Tod-sicher starb, etwas wie einen Gott oder eher ein Götzenbild, also ein Idol. Da spiele ich leider nicht mit.


„Wenn du Buddha triffst, dann töte ihn.“ Ich wurde deswegen wirklich angegriffen. Aber ich habe korrekt aus dem Buch von Heinrich Dumoulin zitiert, und dort wird auch der Sinn erklärt. Das Spiel läuft weiter, wie dem auch sei.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Dann schweig. Oder setz dich mit dem Geschmack auseinander, der in dem Post erwähnt wird statt abzulenken.
Was mir auffällt, sind deine Belehrungen, als ob deine Sichtweise die einzige wäre, die korrekt ist und die Wahrheit widerspiegelt.

Ich bin für alles offen und bemühe mich, keine konkrete Person zu kritisieren. So wäre die rechte Rede, soweit ich sie verstanden habe.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Was mir auffällt, sind deine Belehrungen, als ob deine Sichtweise die einzige wäre, die korrekt ist und die Wahrheit widerspiegelt.
Sorry, aber ich glaube, du übersiehst hier was:
  1. Du kommst nicht weiter mit deinen Argumenten.
  2. Als letztes kommt, wie üblich, Nirvana. (= Totschlagsargument)
  3. Ich gebe dir einen Link auf einen Post, der genau das, zugegeben von ungewöhnlicher Warte, behandelt. Ich nenne es Geschmack von ... und frage dich, ob du das auch kannst. Das habe ich aber nur gemacht, weil du diesen Begriff ins Spiel gebracht hast, von dem du anscheinend nicht weisst, was es ist bzw was es nicht ist.
  4. Daraufhin antwortest du, das wäre vermessen von dir. Der kurze Satz hätte gereicht, aber du spannst wieder den ganzen Schirm als großem Post auf.
  5. Was mich dazu verleitete, dir Schweigen zu empfehlen oder dich mit dem Geschmack auseinanderzusetzen. Einfach, um dich auf ein Thema zu fokussieren.
  6. Du wirst persönlich und wirfst mir einen belehrenden Stil vor, belehrst mich aber gleichzeitig über Rechte Rede.
 
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