• Wichtige Änderungen an der Datenschutzerklärung. Mit der fortgesetzten Nutzung des Forums bestätigst Du die neuen Datenschutzrichtlinien. Bisher waren eingeschränkt Einbettungen in Posts möglich, teilweise wenn man zuvor explizit in den Einstellungen zugestimmt hat. Mit jeder Änderung der Soziale-Medien-Landschaft wird es schwieriger, alles mit eigenen Codes up-to-date zu halten und zusätzliche Dienste zu aktivieren. Ich habe daher standardmäßig über s9e eine Reihe an Diensten aktiviert - s9e aktualisiert die Codes, wenn sich etwas an den Diensten ändert. Folgende Drittanbieter sind nun also aktiv: s9e.github.io (Github), Youtube, Vimeo, Bluesky, Mastodon, Threads und Facebook. Details in der Datenschutzerklärung. (Dieser Hinweis kann über das X oben rechts ausgeblendet werden)
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Cooler Text, danke für den Link, @Igor07 ! 👍
Mein Lieblingsautor, keine großen Bücher, nicht viel zu studieren, einfache Sprache, und es wird immer betont, dass die Befreiung im Hier und Jetzt zu verwirklichen ist.


Ich zitiere ihn, wo ich kann.


Der Buddhismus stellt die Entfaltung oder Schulung des Geistes dar. Das ist keine verdammt trockene Philosophie, so kann man alles durchstudieren, es bringt nicht weiter.


Immer in jedem Augenblick sich vergegenwärtigen, dass alles vergänglich ist, und es gibt nichts, was mir gehört, wie auch keinen „Ich“. Das kann etwas demütig erscheinen, also im Sinne: Ich bin kein Nabel der Welt. Ich vergehe, wie alles in der Natur.

Ich bin einfach ein Teil der Natur. Punkt.

Diese Wiedergeburt geschieht gerade jetzt, in der Gegenwart. Das
Glas ist nicht zerbrochen und wir erfreuen uns daran. Aber wenn es
zerbricht, sind wir sofort verärgert. So geschieht es, wenn man ohne jede
Kontrolle durch Weisheit verärgert oder glücklich ist. Man trifft nur auf
Zerstörung. Ihr müsst nicht lange suchen, um das zu verstehen. Wenn
ihr eure Aufmerksamkeit hier konzentriert, wisst ihr, ob es „Werden“
gibt oder nicht. Seid ihr euch dessen bewusst, wenn es passiert? Seid ihr
381
Die gesammelten Lehren von Ajahn Chah
euch klar der Konventionen und Vermutungen bewusst? Versteht ihr sie?
Der entscheidende Aspekt ist das Ergreifen und die Anhaftung, ob wir
nun wirklich an die Bezeichnungen „ich“ und „mein“ glauben oder nicht.
Dieses Ergreifen ist der Wurm und es ist die Ursache der Geburt.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Mein Lieblingsautor, keine großen Bücher, nicht viel zu studieren, einfache Sprache, und es wird immer betont, dass die Befreiung im Hier und Jetzt zu verwirklichen ist.
Auch für den Laienbruder ein Grund, sich da mal reinzuknien:

 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Auch für den Laienbruder ein Grund, sich da mal reinzuknien:
In einem Buch habe ich gelesen, dass Chögyam Trungpa dem wütenden Hund entgegen gelaufen ist, dann bekam der Hund Angst. Reine konditionierte Reaktionen sind bei Menschen genauso wie bei Tieren identisch. Es lohnt sich, diese Muster zu durchbrechen. Das wäre gerade das, was uns als Menschen ausmacht. Weiß nicht …:unsure:
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Scheinbar wusste er, wie man mit aggressiven Hunden umgeht. Da würde ich aber nichts weiter dranhängen.

Die Geschichte von Trungpa und dem Hund hat ein älteres Gegenstück: Matsumura Sokon, Leibwächter der Ryukyu-Könige auf Okinawa. Der König befahl ihm, zur Belustigung des Volkes gegen einen Kampfstier anzutreten.

Matsumura ging in den Tagen davor jeden Morgen heimlich zum Stall, in derselben Kleidung, die er in der Arena tragen würde, und stach den angebundenen Stier mit einer Nadel. Am Kampftag betrat er die Arena, der Stier erkannte die Gestalt und floh brüllend. Das Publikum hielt es für übernatürliche Kraft.

Beide Geschichten zeigen dasselbe, nur unterschiedlich deutlich. Trungpa nutzte das vorhandene Schema des Hundes: was flieht, wird gejagt, was angreift, ist Bedrohung. Matsumura legte das Schema des Stiers vorab selbst an und rief es dann ab. In keinem der beiden Fälle wurde ein Muster durchbrochen. Es siegte jeweils der, der die Muster besser kannte.

Darum würde ich den letzten Satz anders fassen: Was uns als Menschen ausmacht, ist nicht das Durchbrechen der Konditionierung. Es ist das Wissen um sie.

Auch der, der seine eigene Furcht umlenkt, durchbricht nichts. Er konditioniert um, mit Geduld und Übung, wie Matsumura den Stier.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Was uns als Menschen ausmacht, ist nicht das Durchbrechen der Konditionierung.
Doch. Ich habe immer so Freiheit( Befreiung, usw..) verstanden als: nicht blind( "verblendet") durch die eigenen Triebe( "Unwissenheit") re-agieren, sondern weise a-gieren. Dieser freie Raum zwischen Reiz und Reaktion ist der gesamte Kern, also die Essenz im Theravada . Ich würde hier nichts zitieren oder etwas beweisen, aber niemals dem zustimmen, was du sagst.


Es widerspricht total, meiner Meinung nach, dem Sinn der Lehre. Sogar die letzten Worte des Buddha... Na egal, alles gut, war nur meine eigene Meinung.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Ich verstehe schon, was du meinst. Ich habe selbst ein paar Jahrzehnte Praxis auf dem Buckel.

Das Missverständnis ist aber ein anderes:

Der Laienbruder argumentiert nicht auf Basis von Unwissen, sondern auf Basis des Leibes. Das ist seine letzte ultimative Instanz. Die Sache mit Impuls und Reaktion macht er über Ochse (Unterbewusstes,Triebe, Erbe) und Kundschafter (Ich, erzeugt vom Leib). Andere Wege gehen heisst hier - ganz praktisch - Umkonditionierung, basierend auf Absicht. Und so wird dann ein Schuh draus.

Die Lehre des Buddha einzuatmen ist nicht schwer, die aber wieder auszuatmen dagegen sehr, hin zur eigenen Wahrheit.
 
Zurück
Oben Unten