• Wichtige Änderungen an der Datenschutzerklärung. Mit der fortgesetzten Nutzung des Forums bestätigst Du die neuen Datenschutzrichtlinien. Bisher waren eingeschränkt Einbettungen in Posts möglich, teilweise wenn man zuvor explizit in den Einstellungen zugestimmt hat. Mit jeder Änderung der Soziale-Medien-Landschaft wird es schwieriger, alles mit eigenen Codes up-to-date zu halten und zusätzliche Dienste zu aktivieren. Ich habe daher standardmäßig über s9e eine Reihe an Diensten aktiviert - s9e aktualisiert die Codes, wenn sich etwas an den Diensten ändert. Folgende Drittanbieter sind nun also aktiv: s9e.github.io (Github), Youtube, Vimeo, Bluesky, Mastodon, Threads und Facebook. Details in der Datenschutzerklärung. (Dieser Hinweis kann über das X oben rechts ausgeblendet werden)
traditionsübergreifend

Wetering

Mitglied
Buddh. Richtung:
Zen
Khenpo Tsultrim Gyamtso Rinpoche :
  • Stufenweise Meditationsfolge über Leerheit
  • Gesang zur Leerheit

Andy Karr:
Der Wirklichkeit auf der Spur

Dr. Birgit Schweiberer (Lobsang Drime):
Meditationsanleitung zum Herz-Sutra
Band II
 
Zuletzt bearbeitet:
| Mein Blickwinkel: Zen-Schüler
Re: Dharma Leerheit
Mein Geist und Ich
auf der Website von Karl Brunnhölzl

(acht Vorträge zu
Stufenweise Meditationsfolge über Leerheit)
 
| Mein Blickwinkel: Zen-Schüler
Re: Dharma Leerheit
Der Buddha führte die Leerheit nicht als eine Art schlauer Theorie, Sprachspiel, ausgeklügelter philosophischer oder metaphysischer Vorstellung oder als eine Metasprache ein. Es war sein einziges Anliegen, sie als etwas zu lehren, das den Wesen hilft, frei zu werden und dauerhaftes Glück zu erfahren.
...
Wir müssen uns inmitten all der Details, Beweisführungen und Gedankengänge, die wir in den Darstellungen der Leerheit finden, an diesen wesentlichen Punkt erinnern:
Leerheit ist ein Werkzeug, um unseren Geist zu befreien.

(Karl Brunnhölzl, Das Herzinfarkt-Sutra, Kapitel: Avalokitesvaras nicht ganz so unschuldige kurze Antwort)

Zwei Begründungen, Beweisführungen finden sich in Das Herz-Sutra I von Dr. Birgit Schweiberer:
Einzahl und Vielzahl (S. 190)
Identität und Differenz (S. 199)
 
| Mein Blickwinkel: Zen-Schüler
Re: Dharma Leerheit
1) Methode der Shravaka

Gibt es ein "Selbst" (einzeln, permanent, unabhängig) in

Körper

Gefühlstönung/instinktiver Grundempfindung
Wahrnehmung/unterscheidendes Erkennen
Geistesformationen
Bewusstsen

?

Die Erkenntniss/Verständnis
Das Nichtvorhandensein eines Selbst der Person
als Weg um Dukkha aufzulösen
 
| Mein Blickwinkel: Zen-Schüler
Re: Dharma Leerheit
Cittamatra

8 primäre Arten von Bewusstsein
d.h. zusätzlich
7. Durch Störfaktoren verblendeter Geist
bzw. siebtes Bewusstsein mit zwei Aspekten
8. All-Basis, Alaya- oder Speicher-Bewusstsein

Drei Aspekte (des Erlebens)/drei Naturen
1. das Vorgestellte
2. das Abhängige
3. das Vollkommene
 
| Mein Blickwinkel: Zen-Schüler
Re: Dharma Leerheit
In meinen Studienunterlagen habe ich zu den beiden zusätzlichen Bewusstseinsarten, die die Cittamatrins vertreten, folgendes gefunden:
  • Das Allem-Zugrundeliegende Bewusstsein (alaya-vijnanna) wird in zwei Aspekte aufgeteilt:
  1. Das Allem-Zugrundeliegende Bewusstsein selber, das auch als das karmisch gereifte Allem-Zugrundeliegende Bewusstsein genannt, weil es immer wieder als Resultat von karmischen Handlungen entsteht.

  2. Die Allem-Zugrundeliegenden Samen. Das sind die karmischen Anlagen, die durch die Handlungen im Allem-Zugrundeliegenden Bewusstsein hinterlassen werden. Wenn alle notwenigen Bedingungen gegeben sind, bringen die Anlagen ihre jeweilige Wirkung hervor.

  3. Das Allem-Zugrundeliegende Bewusstsein wird dann noch ausführlich erklärt anhand von vier Aspekte:
    • Beobachtungsobjekt
    • Ausprägung
    • Entität
    • begleitende Geistesfaktoren
  • Der verblendete Geist wird dort bestimmt als ein Bewusstsein, das den karmisch gereiften Teil des Allem-Zugrundeliegenden Bewusstseins als ein eigenständiges, substantiell existierendes Selbst ansieht.
 
Re: Dharma Leerheit
Cittamatra

Drei Aspekte (des Erlebens)/drei Naturen
1. das Vorgestellte
2. das Abhängige
3. das Vollkommene
Auch die Darstellung der Phänomene anhand der drei Merkmale oder der drei Naturen, die die Cittamatrins geben, finde sehr spannend und tiefgründig, weil sie die drei Merkmale anhand ihrer jeweiligen Wesenslosigkeiten erklären. Darüber hinaus verbinden sie die drei Merkmale mit den Zwei Wahrheiten. Tiefgründiger Stoff für dessen Behandlung man sich reichlich Zeit nehmen sollte, wenn er einen anspricht.
 
Re: Dharma Leerheit
Cittamatra

8 primäre Arten von Bewusstsein
d.h. zusätzlich
7. Durch Störfaktoren verblendeter Geist
bzw. siebtes Bewusstsein mit zwei Aspekten
8. All-Basis, Alaya- oder Speicher-Bewusstsein

Drei Aspekte (des Erlebens)/drei Naturen
1. das Vorgestellte
2. das Abhängige
3. das Vollkommene
Lieber @Wetering , beziehst du dich da auf Khenpo Tsultrim Gyamtsos Buch oder die Vorträge von Karl Brunnhölzl?

Gibt es auch einen Link zu den Vorträgen? Ich würde die auch gern hören. Bisher habe ich nur das Buchgelesen und den "Gesang zur Leerheit", was ich noch viel praktischer fand. Und natürlich teachings von anderen Lehrenden zum Thema. Vorträge, die sich mit dem Buch befassen, bzw. es als Grundlage haben, wären sehr interessant für mich. :)
 
Re: Dharma Leerheit
Liebe @Mopsa,

ich lese gerade das Kapitel über Cittamatra in Khenpo Tsultrim Gyamtsos Buch (Stufenweise Meditationsfolge...) und teilweise in dem Buch von Andy Karr.
Danke für den Tip mit "Gesang der Leerheit", da waren schon die Abschnitte über die Skandhas schön knapp.

Die Vorträge von Karl Brunnhölzl (Dezember 3 und 4) habe ich begonnen anzuhören.
Sie sind nicht mehr auf der Hauptseite, sondern hier:



Talks

Free talk: Progressive Stages of Meditation on Emptiness
Audio (DE)
 
| Mein Blickwinkel: Zen-Schüler
Re: Dharma Leerheit
Lieber @Wetering ,
vielen Dank für den Link! Schade, dass man die Dateien nicht herunterladen kann, aber ich denke, ich bekomme es auch am Computer hin. Den "Gesang der Leerheit" habe ich jetzt noch mal zur Hand genommen zum nochmaligen Lesen. Ich denke die stufenweise Meditationsfolge werde ich auch noch mal wiederholen.

Viel Freude dir noch beim Studieren! :D
 
Re: Dharma Leerheit
Beispiele von Andy Karr als Einstieg in die Nur-Geist-Schule:
  • Phantasie-Welten während der Meditation
  • Bilder eines lebhaften Traumes
  • Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft
  • Romane mit ihren eigenen Welten
 
| Mein Blickwinkel: Zen-Schüler
Re: Dharma Leerheit
"... Das Subjekt ist nicht das Ich, sondern das Subjekt sind die acht Bewusstseinsarten. ..."

Vortrag 3: 1:47:20

Danke 🙏
Ja, Wetering, du hast mich ja hier total angefixt mit diesen Vorträgen. 😁 Ich finde die so super, dass ich direkt angefangen habe, zu transkribieren. Und ich kann nicht aufhören. 😂

Ich weiß, dass der Vortrag 3 wahrscheinlich nicht mehr bei den Shravakas ist. Ich bin ja bei Vortrag 1 aus Shravaka-Sicht. Und da bin ich gerade noch mal über was gestolpert, wie dort das Ich definiert wird, und dachte, das passt auch gut in den Thread als Ergänzung. :)

Was ist dieses Festhalten eigentlich? Weil mehr ist es nicht. Tatsächlich. Das heißt, es gibt nicht ein Ich, was irgendwo verborgen ist und wir sehen es nur nicht. Sagt der Buddha jedenfalls. Sondern das Ich ist auf der Subjektseite. Das ist der Punkt. Das Ich ist das Festhalten an nichts. Das ist das Wesen einer fixen Idee. Die fixe Idee ist nicht Festhalten an etwas, was es tatsächlich gibt, sondern an etwas, was es nicht gibt. Das ist genau das, was man Ego-Anhaften nennt.
Vortrag 1, ca. 1:33:20.

Übrigens werde ich die nächsten Tage nutzen, das zu transkribieren. Transkript Nummer 1 ist fertig und wer mag, kann mir eine PN schreiben, dann schicke ich es gerne zu. Der Kurs ist es wirklich wert, zu hören, Karl Brunnhölzl gestaltet das auch sehr verständlich und kurzweilig.
 
Re: Dharma Leerheit
@Wetering , ist das okay, wenn ich auch ein bißchen hier beitrage? :) Ich bin jetzt beim zweiten Vortrag und habe dort einen Satz gefunden, der einfach in einen Thread namens "Leerheit" gehört:

Das heißt, die Leerheit ist nicht etwas, das irgendwo da draußen existiert, sondern die existiert nur im Geist von dem, der die Leerheit erkennt.
Vortrag 2, Link s.o.
 
Re: Dharma Leerheit
Noch einmal zum Nicht-Selbst, von Ponlop Rinpoche:

"Vom buddhistischen Standpunkt aus ist die hauptsächliche und wichtigste Botschaft des "Nicht-Ego" nicht eine des Verlustes, sondern des enormen Gewinns, der Freude und der Erleichterung - Freisein von allem Leid. Wenn wir dazu fähig sind, alles loszulassen ... all unser Haften und Greifen nach etwas, das in keinster Weise existiert ..., können wir ... die Idee fallen lassen, dass wir etwas zu verlieren haben."
 
| Mein Blickwinkel: Zen-Schüler
Re: Dharma Leerheit
Noch einmal zum Nicht-Selbst, von Ponlop Rinpoche:

"Vom buddhistischen Standpunkt aus ist die hauptsächliche und wichtigste Botschaft des "Nicht-Ego" nicht eine des Verlustes, sondern des enormen Gewinns, der Freude und der Erleichterung - Freisein von allem Leid. Wenn wir dazu fähig sind, alles loszulassen ... all unser Haften und Greifen nach etwas, das in keinster Weise existiert ..., können wir ... die Idee fallen lassen, dass wir etwas zu verlieren haben."
Das klingt immer alles so einfach, aber es ist soooo schwer in der Praxis.

Du bist ja schon viel weiter als ich mit Hören. Ich transkribiere gerade Vortrag Nummer 3, wo es um die Nur-Geist-Stufe der Meditation über die Leerheit geht. Und dabei habe ich jetzt etwas über das "oberflächliche" und das tiefgründige geistige Entstehen gelernt. Dies ist allerdings die Sicht der Cittamatra-Schule, die einzige, die es so sieht. Aber ich fand das sehr interessant und auch schlüssig. Deswegen wollte ich es gern hier teilen.

Asanga unterscheidet drei Ebenen des abhängigen Entstehens. Die klassischen zwölf Glieder, wie sie üblicherweise bekannt sind, werden als oberflächliche Form beschrieben. Das tiefgründige abhängige Entstehen bezieht sich hingegen darauf, wie sich die sieben weiteren Bewusstseinsarten aus dem Alaya-Bewusstsein manifestieren – genauer gesagt auf die Interaktion zwischen dem Alaya-Bewusstsein und diesen sieben anderen Bewusstseinsarten. Dies stellt die tiefste Ebene des abhängigen Entstehens dar.
Dieser Prozess vollzieht sich vollständig auf geistiger Ebene. Was wir als die zwölf Glieder des abhängigen Entstehens erfahren – einige davon erscheinen materiell, andere nicht –, basiert letztlich auf dieser tieferliegenden Dynamik. Mit anderen Worten: Alles, was wir im Alltag als abhängiges Entstehen wahrnehmen, gründet auf einem fundamentaleren Ursache-Wirkungs-Prozess, der genau diese Wechselwirkung zwischen dem Alaya-Bewusstsein und den sieben anderen Bewusstseinsarten beschreibt.
 
Re: Dharma Leerheit
"Das Subjekt ist nicht das Ich"
Damit nahm ja alles seinen Ausgang. 😁
Kannst du das näher erläutern? 🤔

"... Das Subjekt ist nicht das Ich, sondern das Subjekt sind die acht Bewusstseinsarten. ..."

Vortrag 3: 1:47:20

Danke 🙏

HA! Ich glaube, ich habe die Stelle gefunden. Ich gebe ja zu, dass ich das, als du es zitierst hast, nicht ganz verstanden habe. Also, wahrscheinlich eher gar nicht. 😁 Aber da wir ja jetzt auf der zweiten, der Stufe der Cittamatrin sind, und die Shravaka-Stufe hinter uns haben, ergibt das natürlich Sinn.

Ich zitiere einfach mal aus dem Transkript:

Oder du könntest auch sagen, an dem Punkt findet einfach kein Greifen mehr statt. Das Ich ist eh schon lang weg. Insofern wird hier auf dieser Stufe auch unterschieden zwischen dem Ich und dem Wahrnehmer. Das ist nicht das Gleiche. Das heißt, ich kann einen Unterschied machen zwischen Ich und Andere. Das ist aber nicht das Gleiche wie zwischen Subjekt und Objekt. Landläufig gehen wir immer davon aus, dass das Ich auch das Subjekt ist. Das haben wir ja gestern darüber gesprochen. Ich gehe, ich sehe, ich esse, Subjekt ist Ich. Aber in dieser Stufe haben wir ja kein Ich mehr. Das heißt, das Subjekt ist nicht das Ich, sondern das Subjekt sind die Bewusstseinsarten.
 
Re: Dharma Leerheit
Jetzt noch eine Ergänzung, die ich auch teilenswert finde:

Normalerweise ist das überhaupt nicht klar. Für die meisten Leute ist Ich und Subjekt genau das Gleiche. Auch für viele Buddhisten. Aber Buddha hat da einen ganz klaren Unterschied gemacht. Normalerweise schmeißen wir Ich und Subjekt zusammen. Durch die Art, wie unser Ego-Bewusstsein funktioniert. Wir sagen ja die ganze Zeit, wir denken die ganze Zeit, egal was passiert, was wir tun, ist immer Ich. Global Subjekt.

Hier schaut man dann ja genauer hin und sagt, das Ich ist nicht das Subjekt von all diesen Dingen, sondern es gibt viele verschiedene Subjekte, sondern es gibt das Sehbewusstsein, dessen Job es ist, zu sehen. Dann gibt es das Hörbewusstsein, dessen Job ist eben zu hören, und nix anderes. Dann gibt es das Denkbewusstsein, dessen Job ist zu denken. Das heißt, die haben alle einen bestimmten Job und der eine übernimmt nicht den Job vom anderen. Wenn wir das alles zusammenschmeißen, dann sagen wir Ich.

Aber das ist nicht das, was eigentlich stattfindet. Das heißt, dann haben wir hier nochmal ein subtileres Verständnis dessen, wie Wahrnehmung eigentlich funktioniert. Oder wie Handlung funktioniert. Das heißt, was ist es eigentlich, was sieht? Es ist nicht das Ich. Es ist das Bewusstsein. Und auch nicht global, sondern es ist immer ein bestimmter Aspekt des Bewusstseins, der sieht. Und ein anderer Aspekt des Bewusstseins hört. Und so weiter.

Das finde ich wirklich verständlich, wie er das da beschreibt. Und auch noch passen. Das sind schon ziemlich spannende Vorträge.
 
Zurück
Oben Unten