Igor07
Mitglied
Re:
Dharma Dukkha richtig verstehen
Ja, aber es kommt extrem selten vor. Ich zitiere besser, um es zu verdeutlichen:Wenn der gewöhnliche Weltmensch Befriedung in sinnlichen Dingen sucht und deshalb das endlose Elend, das diese sinnlichen Befriedigungen darstellen, nicht imstande ist zu durchschauen, wie ist es ihn dann möglich, das Elend als Elend zu durchschauen?
S.22.39.-42.4. Wenn er häufig die Abwendung vollzieht bei der Körperlichkeit, beim Gefühl, bei der Wahrnehmung, bei den Gestaltungen und beim Bewußtsein; und wenn er deren Vergänglichkeit, Leidhaftigkeit und Ichlosigkeit betrachtet, dann durchschaut er die Körperlichkeit, durchschaut er das Gefühl, durchschaut er die Wahrnehmung, durchschaut er die Gestaltungen, durchschaut er das Bewußtsein.
5. Diese durchschauend, wird er befreit von der Körperlichkeit, befreit vom Gefühl, befreit von der Wahrnehmung, befreit von den Gestaltungen, befreit vom Bewußtsein, wird er befreit von Geburt, Altern und Sterben, von Kummer, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung, wird er befreit vom Leiden, so künde ich."
Das Schlüsselwort hier ist ‚Abwendung‘ – also die Abkehr vom gewöhnlichen, alltäglichen Leben, in normaler Sprache ausgedrückt.
Das bedeutet, unmittelbar zu erkennen, dass alle bedingten Phänomene vergänglich, leidvoll und ohne Selbst sind. Intellektuell ist das nicht schwer zu verstehen, aber enorm schwer direkt zu erfahren.
Was ist dir hier nicht klar, @Helmut ?
Vis. XXI. 2. Die in Betrachtung der Auflösung bestehende Erkenntnis (bhangānupassanā-ñāna)
- Als vergänglich betrachtet er es, nicht als etwas Beständiges.
- Als elend betrachtet er es, nicht als Glück.
- Als unpersönlich betrachtet er es, nicht als etwas Persönliches.
- Er wendet sich davon ab, findet keine Lust mehr daran.
- Er löst sich davon los, giert nicht mehr danach.
- Er bringt es zum Erlöschen, läßt es nicht mehr entstehen.
- Er läßt es fahren, hält nicht mehr daran fest.
- Es aber als vergänglich betrachtend, überwindet er die Vorstellung der Beständigkeit.
- Es als elend betrachtend, überwindet er die Vorstellung des Glücks.
- Es als unpersönlich betrachtend, überwindet er die Vorstellung der Persönlichkeit.
- Sich davon abwendend, überwindet er die Lust.
- Sich davon loslösend, überwindet er die Gier.
- Es zum Erlöschen bringend, überwindet er die Entstehung.
- Es fahren lassend, überwindet er das Festhalten.
Das sieht für den Weltmenschen wie ein 'Abgrund' aus, und darüber habe ich auch früher geschrieben, oder?
A.IX.41 Der Abgrund der Entsagung - 10. Tapussa SuttaWir als Hausleute, o ehrwürdiger Ānanda, genießen die Sinnendinge, finden an den Sinnendingen Freude, Gefallen und Entzücken. Uns Hausleuten aber, o Ehrwürdiger, die wir die Sinnendinge genießen, an den Sinnendingen Freude, Gefallen und Entzücken finden, uns dünkt die Entsagung gleichsam ein Abgrund.
So auch übersetzt Mettiko Bhikkhu MN 118 mit dem Wort „Ent-reiz-ung“. Wenn die Dinge für uns ihren gewöhnlichen Reiz verlieren, gleichsam entblößt werden, bleibt nichts anderes übrig als die Abwendung.
Ich wünsche dir alles Gute in Metta , @Helmut .
P.S. Ich habe bei Volker Zotz gelesen, dass der Prinz Siddhartha in einer Nacht in allen schönen Frauen nur die Eingeweide, Kot, Urin usw. sah und darüber verzweifelt war.
Wer die Welt genauso sieht, hat eine Chance – wer es nicht so sieht, für den geht es um nur "Wellness-Buddhismus ".
Ob das gut oder schlecht ist, entscheidet jeder selbst. Punkt.
Das Glück, das wir in Samsara
Es gibt kein Glück im Samsara, nur das „Pissige“. Bitte schön! Kein Problem. Viel Glück damit!
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