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traditionsübergreifend
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Das kann eigentlich nur an der Veranlagung liegen, als etwas, das man in dieses Leben mitgebracht hat. Es kommen ja nicht alle mit den gleichen Fähigkeiten auf die Welt. Zufall ist keine ausreichende Erklärung, alles geschieht nach Gesetzmäßigkeiten: "Erben ihrer Taten sind die Wesen".
Ja @mukti , Erben des Wirkens (um nicht das böse Wort Karma zu gebrauchen), mit dem scheinbar so mancher ein Problem hat.
Also bitte, Karma nicht als etwas "Absolutes" und" Fatales "verstehen, das alles in unserem Leben bestimmt, und nicht alles als Schicksal betrachten
Wo habe ich behauptet, daß alles Schicksal sei?
In #95 übst Du Kritik am Seminar und in #100 zitierst Du, wie denn nun?
Und der Zusammenhang erschließt sich mir auch nicht :unsure:
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
@mukti

Was ich sagen wollte – ansonsten könnte man mich missverstehen – ist, dass ich nicht abstreite, dass all diese Bereiche des Daseins existieren. Sie existieren in unserem inneren geistigen Kosmos. Wenn sich der Mensch innerlich mit den Khandha identifiziert, also mit dem inneren Wollen, das durch Unwissenheit genährt wird, dann setzt sich der Prozess des Bhava, also des Werdens, fort. Dazu gehört auch die Wiedergeburt.

Allerdings verläuft dieser Prozess nicht linear – alles geschieht sozusagen immer im Jetzt, denn Zeit ist nicht mehr als ein Konstrukt. Man kann Modelle wie das holografische Universum oder Indras Netz verwenden, um dieses Prinzip zu verstehen.

Es ist klar, dass der Buddha all das mit seinem inneren Auge gesehen hat, doch die rein verbale Vermittlung reicht hier nicht aus. Es handelt sich sozusagen um eine andere Dimension, die nicht absolut mit unserer gewöhnlichen Art der Wahrnehmung erfasst werden kann. Vielmehr geht es um das Ende der Wahrnehmung.

Die verbale Vermittlung reicht nicht aus, weil das Denken, das der Sprache zugrunde liegt, die Wirklichkeit nicht erfassen kann, sondern nur die "höhere Geisteskraft". Zudem sind Begriffe oft mehrdeutig und können verschieden interpretiert und definiert werden.
Außerdem hat jeder seinen individuellen Zugang zur Lehre und die verschiedenen Ansätze scheinen nicht immer zueinander zu passen. Wenn du sagst die Daseinsbereiche existieren in unserem inneren geistigen Kosmos, stimme ich insofern zu, dass jede Wahrnehmung eine Erscheinung im Bewusstsein ist, in diesem Sinn also innerlich existiert. Das bedeutet aber nicht, dass Daseinsbereiche, die mit den fünf Sinnen nicht wahrnehmbar sind, eine Phantasievorstellung sein müssen.

In der Welt in der wir leben, können wir Zustände erfahren die man als himmlisch oder höllisch bezeichnen könnte, es ist aber nicht unmöglich, dass es auch himmlische oder höllische Welten gibt. Jetzt ist uns aufgrund von Unwissenheit und Begehren dieser Körper in dieser Welt geworden und nach dem Tod wird ein anderer Körper in dieser oder einer anderen Welt entstehen, solange es Unwissenheit und Begehren gibt. Davon gehe ich aus, weil ich in einem linearen Zeitablauf existiere, aus dem ich mich nicht hinausdenken kann. Das ist die gegenwärtige Erfahrung, die trotz intuitiver Momente der Jetzt-Erfahrung weiter besteht.
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Doch ich spreche eigentlich immer von der Metaebene, und diese lässt sich durch Sprache als Mittel nicht adäquat wiedergeben.

Zudem brauche ich das Ganze nicht für meinen Alltag, also praktisch gesehen. Dharma zu praktizieren bedeutet immer, es im Jetzt zu verwirklichen – Schritt für Schritt.

Ist es da nicht besser eher von der Dharma-Praxis zu sprechen als von der Metaebene?
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Die verbale Vermittlung reicht nicht aus, weil das Denken, das der Sprache zugrunde liegt, die Wirklichkeit nicht erfassen kann, sondern nur die "höhere Geisteskraft". Zudem sind Begriffe oft mehrdeutig und können verschieden interpretiert und definiert werden.
Die sprachliche Vermittlung mittels zwischenmenschlichem Gespräch reicht meistens aus.
Unzureichend ist die nonverbale Kommunikation mittels Schrift. Schrift hält Worte fest, die schon lange vergangen sind und nicht mehr einzuholen.
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Ein Grund für meine Wahrheitssuche war die Leiderfahrung, aber viele Menschen erfahren noch mehr Leid und suchen trotzdem nie nach der Wahrheit. [...] Das kann eigentlich nur an der Veranlagung liegen, als etwas, das man in dieses Leben mitgebracht hat. Es kommen ja nicht alle mit den gleichen Fähigkeiten auf die Welt. Zufall ist keine ausreichende Erklärung, alles geschieht nach Gesetzmäßigkeiten: "Erben ihrer Taten sind die Wesen".
Ja und es ist, wie mir scheint, ein weiteres Argument dafür, daß das Leid als ausschließliche Motivation, sich Buddhas Wegweisung zuzuwenden, nicht ausreichend sein kann. Die gleiche Beobachtung habe ich bei der Nachkriegsgeneration auch gemacht und bis auf den heutigen Tag scheint sich daran nicht viel geändert zu haben. Auch der Zufall ist keine Erklärung, denn durch Zufall (soweit es den überhaupt gibt) kommt sicher so mancher mit der Lehre in Kontakt aber wie viele derer wenden sich ihr wirklich zu? Vermutlich nur die Wenigsten. Ich denke auch, daß wir eine Prädisposition mitgebracht haben, wie immer man sie auch bezeichnen will.
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Die sprachliche Vermittlung mittels zwischenmenschlichem Gespräch reicht meistens aus.
Unzureichend ist die nonverbale Kommunikation mittels Schrift. Schrift hält Worte fest, die schon lange vergangen sind und nicht mehr einzuholen.
Ja, im zwischenmenschlichen Gespräch ist mehr Klarheit, das Verstehen bestimmter Wahrheiten dürfte da aber auch von der Bereitschaft, dem Vertrauen und der Fähigkeit abhängen. Z.B. haben einige nach einer Lehrrede des Buddha alles aufgegeben um sich dem Orden anzuschließen, andere sind skeptisch geblieben.
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Ist es da nicht besser eher von der Dharma-Praxis zu sprechen als von der Metaebene?
Über den rekursiven Charakter des Sutras (oder das Holon usw.) schreiben – so wie Mettiko Bhikkhu oder Samanera Bodhesako. (Meta-Ebene=)?
Klar, das ergibt keinen Sinn. Es ist wirklich schwer zu durchschauen. Und wer liest schon das Ganze – so wie auch Ñāṇavīra Thera …?
Das ist keine Chronik. Du hast recht. Traurig, denn ohne klares Verstehen ist es schwierig, richtig zu praktizieren.
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
a und es ist, wie mir scheint, ein weiteres Argument dafür, daß das Leid als ausschließliche Motivation, sich Buddhas Wegweisung zuzuwenden, nicht ausreichend sein kann
Hm?
die zentrale Botschaft der Erzählung stimmt überein
mit der oben erwähnten Passage aus dem Aṅguttara-nikāya und ihrer
Madhyama-āgama-Parallele überein, indem Alter, Krankheit und Tod den zukünftigen Buddha dazu bewegen, sich auf die Suche nach
auf der Suche nach dem Erwachen
.31
S.112.
Perspectives
on
Satipaṭṭhāna
Anālayo

Das bedeutet aber nicht, dass Daseinsbereiche, die mit den fünf Sinnen nicht wahrnehmbar sind, eine Phantasievorstellung sein müssen.
Das weiß niemand, eigentlich.

Siehe hier:

Roth: Also, philosophisch gesprochen können wir natürlich überhaupt keine Gewißheit haben über die Existenz einer Welt außerhalb unseres Kopfes. Wir haben nur die Gewißheit über unsere eigenen Sinnesdaten. Ob diese Sinneseindrücke aus einer äußeren Welt stammen, kann ich nicht unmittelbar überprüfen. Ich kann sie ja nicht anfassen, sondern was mein Gehirn verarbeitet sind immer nur Sinneseindrücke, von druckempfindlichen Tastsensoren in meinen Fingerspitzen etwa. Die Frage kann also nicht sein, ob ich nachweisen kann, daß es eine unabhängige Welt gibt, sondern nur, ob es plausibel ist, von ihrer Existenz auszugehen. Meine Antwort: Es ist sehr wahrscheinlich, daß es eine äußere Welt gibt.
Das Gehirn weiß wenig von der Wirklichkeit

@mukti .
Sehr vereinfacht ausgedrückt: Wenn ich von der Meta-Ebene spreche, bedeutet das, dass der Träumer seinen eigenen Traum als leer durchschaut.

Man kann es mit einem sehr einfachen Beispiel veranschaulichen: Ich erschaffe am PC ein Spiel, doch allmählich vergesse ich, dass es nur ein Spiel ist, das ich selbst geschaffen habe. Und genau daraus entsteht die ganze Problematik. Das Herz-Sutra und Nagarjuna wissen darüber wohl mehr, so scheint es mir.
 
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Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Über den rekursiven Charakter des Sutras (oder das Holon usw.) schreiben – so wie Mettiko Bhikkhu oder Samanera Bodhesako. (Meta-Ebene=)?
Klar, das ergibt keinen Sinn. Es ist wirklich schwer zu durchschauen. Und wer liest schon das Ganze – so wie auch Ñāṇavīra Thera …?
Das ist keine Chronik. Du hast recht. Traurig, denn ohne klares Verstehen ist es schwierig, richtig zu praktizieren.

Da fragt sich wo genau die Grenze ist zwischen anschaulicher Darstellung und gedanklichem Ausufern.
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Da fragt sich wo genau die Grenze ist zwischen anschaulicher Darstellung und gedanklichem Ausufern.
Sehr gut bemerkt, aber es gibt doch keine reine und objektive Darstellung.
Man kann es mit einem Beispiel aus der Physik vergleichen: Das Photon kann entweder als Welle oder als Partikel erscheinen, oder... Schrödingers Katze ist sowohl tot als auch lebendig zugleich.

Und genau deshalb schenke ich der Wiedergeburt keinen Glauben, denn sie stellt für mich lediglich eine mentale Ausuferung dar. Diese ganze Metaphysik – was war zuerst, die Henne oder das Ei, das Bewusstsein oder die Materie, und so weiter – ist nicht förderlich für die Praxis, denn das Ziel besteht darin, eigentlich Anatta real zu verwirklichen.

Ein Arahat ist auf immer befreit von "Ich" und "Mein". Er hat die ganze Show als leer durchschaut, so wie einen Film auf einer Leinwand – er hat damit nichts zu tun. Auch die Fragen über Wiedergeburt oder Karma existieren für ihn nicht mehr. Denn Dukkha ist ausgelöscht, aber nicht das Leben.

Das sind aber verschiedene Schulen, also keine meine eigene Meinung.

Und noch dazu:

Und was ist die "höhere Geisteskraft"? Angenommen, ich besitze sie nicht und kann sie auch nicht erlangen – würde das dann bedeuten, dass ich keine Chance habe?


Wenn ich jedoch davon ausgehe, dass Dharma zeitlos ist und für mich persönlich immer erreichbar bleibt, kann ich das Ganze aus einem anderen Blickwinkel betrachten.


Was die Lehre der Reinkarnation anbelangt, so gibt es sie in der buddhistischen Lehre nicht, oder genauer, es handelt sich dabei nicht um eine echte buddhis-tische Lehre, weil sie mit der vorupanishadischen kamma -Lehre verbunden ist. Zu dieser Zeit lehrte man, dass Lebewesen ständig sterben und wiedergeboren werden, dass es eine ewige Seele gibt, die fortwährend in Samsara , dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt, kreist und dass sie dabei eine Vielzahl von Bestimmungsorten (unterschiedlich, je nach Lehrmeinung), entsprechend der guten und schlechten Taten des Individuums durchwandert. Es ist absurd zu behaupten, dass es sich dabei um eine buddhistische Lehre handelt. Das Erwachen des Buddha bestand in der Entdeckung, dass es in Wahrheit so etwas wie eine Person oder ein Selbst nicht gibt; dass es einfach nur Unwissen-heit und Anhaften sind, die im Geist aufsteigen und zu der falschen Annahme führen, dass da ein Selbst wäre. Diese Annahme erzeugt enorme Probleme und führt zu Leiden. Die Lehre des Buddha zu verbreiten heißt also, die Wahrheit zu verbreiten, dass es so etwas wie „Ich“ oder „Mein“ nicht gibt und dass sich Geburt und Tod allein auf ein vermeintliches „Selbst“ beziehen. Wenn man diese Wahrheit durchdrungen hat, hören die Probleme von Geburt, Alter, Krankheit, Tod und Samsara sofort auf.
S.4,

Texte zu „Ich-und-Mein“ von Buddhadāsa Bhikkhu, BGM 2015.

 
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Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Und genau deshalb schenke ich der Wiedergeburt keinen Glauben, denn sie stellt für mich lediglich eine mentale Ausuferung dar. Diese ganze Metaphysik – was war zuerst, die Henne oder das Ei, das Bewusstsein oder die Materie, und so weiter – ist nicht förderlich für die Praxis, denn das Ziel besteht darin, eigentlich Anatta real zu verwirklichen.
Die Metaphysik ist keine mentale Ausuferung, sondern ein wichtiges philosophisches Mittel für die spirituelle Praxis.

Das schließt nicht aus, dass es in der Philosophie zu mentalen Ausuferungen gekommen ist. Die Frage, ob zuerst das Ei oder die Henne gegeben war, ist nicht nur eine mentale Ausuferung, sondern eine der dummsten Fragestellungen der westlichen Philosophie. Sie zeigt auch wie abgehoben Philosophie sein kann, wenn man sich nicht mehr der Logik bedient. Dann merkt man nicht, dass das Ei aus dem die Henne entstanden ist, ein anderes Ei ist als das Ei, das die Henne gelegt hat.

Metaphysik gibt es auch im Dharma. Sie beginnt mit der Fragestellung, ob die Phänomene so existieren wie sie uns in unserer alltäglichen Wahrnehmung erscheinen. Es ist also die Frage: Ist die Ansicht von atta korrekt? Also müssen wir logische Analysen darüber anstellen, ob die Sichtweise von atta korrekt ist. Dann werden wir feststellen, dass sie nicht korrekt ist und kommen zu dem Schluss, dass die Sichtweise von anatta der Realität entspricht.

Mit Hilfe des abhängigen Entstehens muss erkannt werden, dass atta nicht existiert, das heißt dass wir kann erkennen, dass die Personen und Phänomene keine Eigenexistenz besitzen, lediglich abhängig existieren und unbeständig sind. Nur wenn wir dies erkennen, können wir unseren Geist mittels des achtfachen Pfades umwandeln und die wahren Beendigungen verwirklichen. Das setzt aber die Einsicht in anatta voraus. Diese Einsicht erlangen wir aber nur durch unser geistiges Bewusstsein. Mit den fünf Sinneswahrnehmungen ist sie nicht zu erlangen
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Diese Einsicht erlangen wir aber nur durch unser geistiges Bewusstsein. Mit den fünf Sinneswahrnehmungen ist sie nicht zu erlangen
@Helmut .

Zuerst war es rein ironisch gemeint, also im Sinne von Nāgārjuna: Sein & Nichtsein, Wirklichkeit & Konzept, Idee & Materie, Idealismus & Materialismus usw.


Und wie konnte Buddha ohne die fünf Sinneswahrnehmungen die Lehre verbreiten, den Orden gründen und einfach mit den Menschen kommunizieren?

Weißt du es? Ist das überhaupt möglich?


Das Individuum bleibt weiterhin am Leben und kann sich aktiv verhalten.

Und, apropos, das geistige Bewusstsein ist auch abhängig entstanden. Diese ganzen Vorstellungen finde ich nicht förderlich für die Praxis, die auf bedingte Entstehung im Hier und Jetzt ausgerichtet ist. Und führen echt zu Papañca.

P.S. Siehe hier:S.35.93 Zweiheit II - 10. Dutiya-dvaya Sutta
 
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Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Zuerst war es rein ironisch gemeint, also im Sinne von Nāgārjuna: Sein & Nichtsein, Wirklichkeit & Konzept, Idee & Materie, Idealismus & Materialismus usw.

Und wie konnte Buddha ohne die fünf Sinneswahrnehmungen die Lehre verbreiten, den Orden gründen und einfach mit den Menschen kommunizieren?

Weißt du es? Ist das überhaupt möglich?

Das Individuum bleibt weiterhin am Leben und kann sich aktiv verhalten.

Und, apropos, das geistige Bewusstsein ist auch abhängig entstanden. Diese ganzen Vorstellungen finde ich nicht förderlich für die Praxis, die auf bedingte Entstehung im Hier und Jetzt ausgerichtet ist. Und führen echt zu Papañca.
Auf deine Anmerkung zu Nagarjuna gehe ich hier ein, weil wir uns im Theravadabereich befinden.

Ich habe nicht behauptet, dass man ohne die fünf Sinneswahrnehmungen die Lehre verbreiten kann. Ich habe gesagt: " Das setzt aber die Einsicht in anatta voraus. Diese Einsicht erlangen wir aber nur durch unser geistiges Bewusstsein. Mit den fünf Sinneswahrnehmungen ist sie nicht zu erlangen." Genauso wie wir die sechs Bewusstseinsarten bei der Dharmapraxis einsetzen, so tat es auch der Buddha bei seinen Lehrreden. Ich habe nur auf den Punkt hingewiesen, dass es Einsichten gibt, die nicht mit den Sinneswahrnehmungen hervorgebracht werden, sondern nur durch das geistige Bewusstsein.

Sich ausschließlich auf das Hier und Jetzt auszurichten, ist eine beliebte weitverbreitete Formel unter Dharmapraktizierenden hierzulande. Diese Haltung ist für mich ein Ausdruck von Philosophiefeindlichkeit, die dann noch mit dem Vorwurf von Papanca bestärkt wird. Diese Haltung verkennt meines Erachtens zwei Dinge:
  • Das Hier und Jetzt, also die Gegenwart in der wir handeln, ist ein von der Vergangenheit abhängiges Phänomen.
  • Sie negiert die Bedeutung der Weisheit für die konkrete gegenwärtige Dharmapraxis.
Wir können nur in der Gegenwart praktizieren, aber die Praxis in der Gegenwart ist abhängig von unserer Praxis in der Vergangenheit - und bereits gestern ist aus heutiger Sicht Vergangenheit. Und was wir heute praktizieren hat Auswirkungen auf Morgen - das aus heutiger Sicht Zukunft ist. Auch wenn wir nur in der Gegenwart praktizieren können, ist es falsch Vergangenheit und Zukunft auszublenden, da sie mit der Gegenwart zusammenhängen.
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Und was ist die "höhere Geisteskraft"? Angenommen, ich besitze sie nicht und kann sie auch nicht erlangen – würde das dann bedeuten, dass ich keine Chance habe?
Nach meinem Verständnis ist die höhere Geisteskraft bezüglich der Triebversiegung ein unmittelbares Sehen der Wirklichkeit. Wenn man z.B. versteht dass Begehren die Ursache von Leid ist, verschwindet deshalb das Begehren nicht. Erst wenn man vollkommen darüber bewusst ist, verschwindet es und taucht nicht wieder auf.
Falls wir in diesem Leben nicht zu Arahats werden macht das gar nichts, wenn der Tod ohnehin das Ende von allem ist. Falls er das nicht ist, können wir es in einem späteren Leben werden, wenn wir uns genug anstrengen.
 
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Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
  • as Hier und Jetzt, also die Gegenwart in der wir handeln, ist ein von der Vergangenheit abhängiges Phänomen.
  • Sie negiert die Bedeutung der Weisheit für die konkrete gegenwärtige Dharmapraxis.
Wir können nur in der Gegenwart praktizieren, aber die Praxis in der Gegenwart ist abhängig von unserer Praxis in der Vergangenheit - und bereits gestern ist aus heutiger Sicht Vergangenheit. Und was wir heute praktizieren hat Auswirkungen auf Morgen - das aus heutiger Sicht Zukunft ist. Auch wenn wir nur in der Gegenwart praktizieren können, ist es falsch Vergangenheit und Zukunft auszublenden, da sie mit der Gegenwart zusammenhängen.
Na ja, lieber @Helmut .

Besser zitiere ich Anālayo: Der direkte Weg( markiert ist von mir):
16 Frýba (1989, S. 111) spricht sehr passend von „Strategien der Realitätsverankerung“.
Tart (1994, S. 44) erläutert: „Anstatt von jedem Gedanken weggetragen zu
werden, haben Sie durch Ihren Körper einen Anker im Hier und Jetzt.“ Vgl.
Nett 13, wo darauf hingewiesen wird, dass die Körperachtsamkeit vor sensorischer
Ablenkung schützt
Und:

Carrithers (1983, S. 229)
erklärt, dass „die Lehraussagen in die unmittelbare Wahrnehmung des Hier und
Jetzt
umgewandelt werden.“ Ganz ähnlich spricht Gombrich (1996, S. 36) davon,
zu lernen, „die Welt durch eine buddhistische Brille zu betrachten“, während Gyatso
(1992, S. 8) die Ansicht äußert: „Zuvor erlernte Kategorien und Fähigkeiten gestalten
die gegenwärtige Erfahrung, ohne dass sie einem präsent wären“. Vgl. Collins
(1994, S. 78).
4 M III 83.
Und:

Die abschließende Passage des Satipaúúhâna-sutta enthält eine „Voraussage“
der Verwirklichung innerhalb eines variablen Zeitraums. Die Passage lautet:
„ … wenn jemand diese vier satipaúúhânas auf diese Weise sieben Jahre lang
entwickelt, kann eines von zwei Ergebnissen für ihn erwartet werden: entweder
vollendete Erkenntnis hier und jetzt oder, wenn noch eine Spur von Anhaften
übrig ist, Nichtwiederkehr.
Dahingestellt bleiben mögen die sieben Jahre … sechs Jahre … fünf Jahre …
vier Jahre … drei Jahre … zwei Jahre … ein Jahr … sieben Monate … sechs
Monate … fünf Monate … vier Monate … drei Monate … zwei Monate …
ein Monat … ein halber Monat … wenn jemand diese vier satipaúúhânas auf
diese Weise sieben Tage lang entwickelt, kann eines von zwei Ergebnissen für
ihn erwartet werden: entweder vollendete Erkenntnis hier und jetzt oder,
wenn noch eine Spur von Anhaften übrig ist, Nichtwiederkehr. In Bezug hierauf
wurde also gesagt:
Ihr Mönche, dies ist der direkte Weg zur Läuterung der Wesen, zur Überwindung
von Kummer und Wehklage, zum Beenden von dukkha und Betrübtheit,
zur Erlangung der richtigen Methode, zur Verwirklichung von Nibbâna,
nämlich die vier satipaúúhânas.“1

Also, man kann es mit dem Meister abklären, scheint mir.


Meister Eckhart, wie D. T. Suzuki, spricht über das Leben im ewigen grünen ("NU")--Jetzt.


Es gibt keine andere Zeit – alles andere ist ein Konstrukt, also genau diese mentale Ausschweifung. (Ausuferung).


Auch Die Belehrung des Bâhiya betont genau das:


„Wenn in dem Gesehenen nur das ist, was gesehen wird, in dem Gehörten nur
das, was gehört wird, in dem Gefühlten nur das, was gefühlt wird, in dem Erkannten
nur das, was erkannt wird, dann bist du nicht ‚durch dieses’; wenn du
nicht ‚durch dieses’ bist, dann bist du nicht ‚darin’; wenn du nicht ‚darin’ bist,
dann bist du weder ‚hier’ noch ‚dort’ noch ‚dazwischen’. Dies ist das Ende von
dukkha.“51

Und du kannst über Nāgārjuna hier antworten. Der Faden ist traditionsübergreifend. Bitte schön!

Und was ist eigentlich "geistiges Bewusstsein"?

So Nyanatiloka:


Durch den unterbewußten Geist (bhavanga-mano), das Geistobjekt (dhamma) und Aufmerken (manasikāra, hier = āvajjana) bedingt entsteht das Geistbewußtsein (mano-viññāna).«

Erkläre mir bitte, wie man Anatta damit erfassen kann. Es ist sozusagen fast der Strom des Unbewussten( merken und verschwinden, usw), aber es gibt nur fünf(5!) Khandha. So Theravada . Denn dieses "Objekt" sollte immer präsent sein, ansonsten würde es sofort untertauchen, oder?

 
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Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Diese Einsicht erlangen wir aber nur durch unser geistiges Bewusstsein.
Nochmal, also der Pali -Kanon – allgemein gesagt, es geht um das Denk-bewusstsein, oder?

Siehe hier:

6. (III) "'Die sechs Bewußtseinsklassen sollten verstanden werden.' So wurde gesagt. Und wovon abhängig wurde dies gesagt? Abhängig vom Auge und Formen entsteht Sehbewußtsein; abhängig vom Ohr und Klängen entsteht Hörbewußtsein; abhängig von der Nase und Gerüchen entsteht Riechbewußtsein; abhängig von der Zunge und Geschmäckern entsteht Schmeckbewußtsein; abhängig vom Körper und Berührungsobjekten entsteht Berührungsbewußtsein; abhängig vom Geist und Geistesobjekten entsteht Geistbewußtsein. Also geschah es in Abhängigkeit von diesem, daß gesagt wurde: 'Die sechs Bewußtseinsklassen sollten verstanden werden.' Dies ist die dritte Sechsergruppe."
Die sechs Sechsergruppen - Chachakka Sutta

Aber über Ein-sicht ich habe bei Nyānatiloka gefunden:

'Hellblick', ist das aufblitzende intuitive Erkennen:


  • der Vergänglichkeit (anicca ),
  • des Elends (dukkha) und
  • der Unpersönlichkeit (anattā)
Und was meinst du, @Helmut ?


Man kann auch über die 6! Wahrnehmungsfelder sprechen, so Peter Gäng. Also diese These:

Mit den fünf Sinneswahrnehmungen ist sie nicht zu erlangen." Genauso wie wir die sechs Bewusstseinsarten bei der Dharmapraxis einsetzen, so tat es auch der Buddha bei seinen Lehrreden. Ich habe nur auf den Punkt hingewiesen, dass es Einsichten gibt, die nicht mit den Sinneswahrnehmungen hervorgebracht werden, sondern nur durch das geistige Bewusstsein.
Aha, aber das Denken gehört auch zur „Wahrnehmung“, oder? Hm?

So das andrere Sutra:

"Alles will ich euch zeigen, ihr Mönche, das höret wohl. Was ist also, ihr Mönche, alles?


  • Das Auge ist es und die Formen,
  • das Ohr und die Töne,
  • die Nase und die Düfte,
  • die Zunge und die Säfte,
  • der Körper und die Gegenstände,
  • der Geist und die Dinge:

das heißt man, ihr Mönche, alles.

S.35.23 Alles - 1. Sabba Sutta
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Nach meinem Verständnis ist die höhere Geisteskraft bezüglich der Triebversiegung ein unmittelbares Sehen der Wirklichkeit. Wenn man z.B. versteht dass Begehren die Ursache von Leid ist, verschwindet deshalb das Begehren nicht. Erst wenn man vollkommen darüber bewusst ist, verschwindet es und taucht nicht wieder auf.
So wollte ich antworten:

Selbst wenn ich die Realität genau so wahrnehme, wie sie ist, reicht das nicht aus. Warum? Die gewaltige Macht der Triebe würde nicht sofort verschwinden. Alles braucht seine Zeit. Andernfalls wären wir alle bereits erwacht.

Viele existenzielle Philosophen sahen die Wirklichkeit ähnlich wie der Buddha. Rein intellektuell ist es nicht schwer anzuerkennen, dass alles Bedingte nicht mir gehört, dass es schwer zu ertragen ist und keinen inneren Kern hat – vereinfacht ausgedrückt. So kann man es vielleicht an Universitäten in der buddhistischen Philosophie lernen. Und? Ich weiß es nicht. Echt.
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
So wollte ich antworten:
Selbst wenn ich die Realität genau so wahrnehme, wie sie ist, reicht das nicht aus. Warum? Die gewaltige Macht der Triebe würde nicht sofort verschwinden. Alles braucht seine Zeit. Andernfalls wären wir alle bereits erwacht.

Viele existenzielle Philosophen sahen die Wirklichkeit ähnlich wie der Buddha. Rein intellektuell ist es nicht schwer anzuerkennen, dass alles Bedingte nicht mir gehört, dass es schwer zu ertragen ist und keinen inneren Kern hat – vereinfacht ausgedrückt. So kann man es vielleicht an Universitäten in der buddhistischen Philosophie lernen. Und? Ich weiß es nicht. Echt.

Also wenn man an etwas anhaftet, leidet man wenn es vergeht. Obwohl man das wahrgenommen hat, begehrt man wieder etwas Vergängliches, weil man keinen anderen Ausweg aus Dukkha kennt. Sogar wenn man versteht, dass die Befriedigung von Begehren Dukkha nicht beenden wird, kann man nicht damit aufhören:

Sogar wenn ein edler Schüler der Wirklichkeit entsprechend mit angemessener Weisheit deutlich gesehen hat, wie wenig Befriedigung die Sinnesvergnügen bieten, aber wieviel Leid und wieviel Verzweiflung, und wie groß die Gefahr ist, die in ihnen steckt; solange er nicht die Verzückung und Glückseligkeit erlangt, die von Sinnesvergnügen abgetrennt sind, abgetrennt von unheilsamen Geisteszuständen, oder etwas noch friedvolleres, so lange mag er noch zu Sinnesvergnügen hingezogen werden.
M.14

Dieses Glück der Loslösung ist mit der gewöhnlichen Wahrnehmung und dem bloßen Verstehen der Zusammenhänge also nicht erreichbar, nur durch die Praxis des achtfachen Pfades. So verstehe ich deinen Satz "Alles braucht seine Zeit".

Es ist eben dieser Edle Achtfache Pfad; ... er gibt Schauung, gibt Wissen, führt zum Frieden, zur höheren Geisteskraft, zur Erleuchtung , zu Nibbāna.'
M.139
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Also wenn man an etwas anhaftet, leidet man wenn es vergeht. Obwohl man das wahrgenommen hat, begehrt man wieder etwas Vergängliches, weil man keinen anderen Ausweg aus Dukkha kennt. Sogar wenn man versteht, dass die Befriedigung von Begehren Dukkha nicht beenden wird, kann man nicht damit aufhören:
Na ja, ich weiß nicht. Soweit ich mich richtig erinnere, waren weder Kant noch Schopenhauer vom Begehren besessen, aber sie waren bestimmt nicht in der Lage, tiefes Jnana zu erlangen. Auch die Stoiker lebten sehr bescheiden – das nur als Vergleich.

Und selbst wenn ein gewöhnlicher Mensch tief über die Vergänglichkeit nachdenkt, kann er sehr viel erreichen – das sagt auch der buddhistische Gelehrte.Weisheit durch Denken – Die Kunst des Reflektierens


Ich denke, wenn ein Mensch die Dinge wirklich so sieht, wie sie sind – nämlich, dass das Leben ein Prozess der Ver-wandl-ung ist, aber es kein festes Subjekt als "Wandler" gibt –, dann kann das seine gesamte Perspektive verändern und seine Prioritäten neu setzen.


Deshalb sagte ich, dass ich am Ende nicht genau weiß. Es geht eher darum, dass ich mir nicht absolut sicher bin.

Dieses Glück der Loslösung ist mit der gewöhnlichen Wahrnehmung und dem bloßen Verstehen der Zusammenhänge also nicht erreichbar, nur durch die Praxis des achtfachen Pfades. So verstehe ich deinen Satz "Alles braucht seine Zeit".
Hm, wenn der Mensch manchmal dem Tod ins Gesicht schaut, versteht er "end-lich", dass alles vergänglich, also endlich ist. Ich kenne solche Fälle.
Schwer zu sagen, wahrscheinlich bin ich (k)ein Buddhist. lach.
Klar, danke, @mukti .
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Na ja, ich weiß nicht. Soweit ich mich richtig erinnere, waren weder Kant noch Schopenhauer vom Begehren besessen, aber sie waren bestimmt nicht in der Lage, tiefes Jnana zu erlangen. Auch die Stoiker lebten sehr bescheiden – das nur als Vergleich.
Diese Meinung ist von der eigenen Meinung zu Jhana geprägt. Man sollte bei Menschen ihr Jhana suchen und nicht das eigene Jhana auf sie projizieren. Ganz besonders bei Menschen, die nur noch als Schrift existieren. Je länger ein Mensch als Schrift existiert, desto tiefer war sein Jhana. Dukkha richtig verstehen.
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Diese Meinung ist von der eigenen Meinung zu Jhana geprägt
Bestimmt nicht. Was ist das?:

Dieses Glück der Loslösung ist mit der gewöhnlichen Wahrnehmung und dem bloßen Verstehen der Zusammenhänge also nicht erreichbar,
Deine Meinung?❓

Und kann man den anderen Text lesen?

SN 35.70: „Erhabener, man sagt, ‚hier-und-jetzt sichtbarer Dhamma‘, ‚hier-und-jetzt sichtbarer Dhamma‘. Inwiefern aber, Erhabener, ist der Dhamma hier-und-jetzt sichtbar, zeitlos, einladend, zutreffend, dem Verständigen von selbst verständlich?“
„Hat da, Upavana, ein Mönch mit dem Auge eine Form (Körper) gesehen, so empfindet er die Form und die Begierde nach Formen. Und von dieser inneren Begierde nach Formen versteht er: ‚In mir ist die Begierde nach Formen.ˈ Eben deshalb, Upavana, ist der Dhamma hier-und-jetzt sichtbar, zeitlos, einladend, zutreffend, dem Verständigen von selbst verständlich.“
Man erkennt den Widerspruch doch, oder?


Bhikkhu Anālayo kritisiert in seinem zweiten Buch über Satipatthana, dass viele Autoren die Betonung auf Jnana legen. Seiner Meinung nach zeichnet sich der Buddhismus jedoch dadurch aus, die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind, und nicht so, wie sie uns erscheinen.Also Sati!❗ Alles andere gibt es auch im Yoga.
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Dhamma ist ausschließlich hier und jetzt wahrnehmbar. Hier und jetzt ist zeitlos.
Eine Meinung zum Dhamma wahrnehmen ist meilenweit von der direkten Wahrnehmung entfernt.
Wenn es stimmt, dass die Loslösung, was immer das sein mag, mit gewöhnlicher Wahrnehmung nicht erkennbar ist, frage ich mich: Wie kann Dhamma hier und jetzt wahrgenommen werden, wenn es vom Anhaften am Verstehen der Zusammenhänge verblendet wird?
Es gibt nichts zu verstehen und zu sagen beim Wahrnehmen von Dhamma hier und jetzt.
 
Re: Dharma Dukkha richtig verstehen
Und selbst wenn ein gewöhnlicher Mensch tief über die Vergänglichkeit nachdenkt, kann er sehr viel erreichen....

So wie ich es erlebe, gibt es zwei Arten des Nachdenkens. Die eine bleibt auf der Ebene des logischen Schlussfolgerns mittels Begriffen, die andere führt vom Begriff zur Erfahrung.

Am Beispiel aus deinem Zitat:

Hat da, Upavana, ein Mönch mit dem Auge eine Form (Körper) gesehen, so empfindet er die Form und die Begierde nach Formen. Und von dieser inneren Begierde nach Formen versteht er: ‚In mir ist die Begierde nach Formen.ˈ Eben deshalb, Upavana, ist der Dhamma hier-und-jetzt sichtbar, zeitlos, einladend, zutreffend, dem Verständigen von selbst verständlich.

Da lässt sich begreifen wie das abläuft: Der Mönch sieht eine Form, empfindet Begierde und geht ihr nicht nach, sondern beobachtet nur wie sie entsteht und vergeht.
Oder man schaut sich an, wie man das selber erfährt: Ich sehe gerade jetzt eine Form, empfinde Begierde und beobachte sie.

Ich kann viel lesen und verstehen ohne direkte Erfahrung, oder auch nur einen kurzen Satz selber erfahren. Auf der Ebene der Erfahrung braucht es dann keinen Text mehr um weiter vorzudringen, um diese Begierde wahrzunehmen, woher sie kommt, wie sie entsteht, warum sie ergriffen oder nicht ergriffen wird usw. So wird der Dhamma hier und jetzt sichtbar.
 
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