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traditionsübergreifend
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Deshalb stimmt die Umkehrung
nicht, denn diese Umkehrung behauptet, dass das Nirvana bereits gegeben ist, bevor die drei Geistesgifte überwunden sind. Was aber nicht der Fall ist.
Na ja, da zitiere ich noch einmal Ṭivagaro Bhikkhu , markiere, was ich als wichtig ansehe, und das alles entspricht dem, was Phra Ajahn Payutto in Buddhadhamma genau so betrachtet. Wenn ihr damit andere Meinungen habt, ist das eure persönliche Sache, liebe Freunde.

Also lese ich auf S. 313 (das Buch über die Katze):

"Die Übung des Pfades, das heißt die korrekte Praxis vor der Erleuchtung , unterliegt Bedingungen. Nibbana wird bei der korrekten Praxis nicht erzeugt, es bringt Nibbana nicht hervor, es besteht ohnehin. Die korrekte Praxis sorgt lediglich dafür, dass die Hindernisse dazwischen wegfallen. Wie ein verborgener Raum nicht durch das Öffnen einer Tür entsteht, sondern lediglich zugänglich wird.

Das ist keine Übersetzung. Für mich sind die Schlüsselwörter hier: „es besteht ohnehin“. Es war also immer da. Weiter präzisiert der Autor den eigenen Gedanken: „sondern lediglich zugänglich wird“.


Na ja, das ist keine höhere Mathematik, also wir können es anders sehen, aber ich bleibe bei der Sichtweise der Lehrer, die wirklich Theravada repräsentieren. Ich baue mir meine eigene Sichtweise nicht herum zusammen.


Jetzt aber man sollte die Wörter: Bereits gegeben wird“ von @Helmut mit den Wörtern aus dem Text: „es besteht ohnehin“ einfach zu vergleichen. Sollte ausreichend sein, scheint mir.

Bei Rahula lese ich das:


"Die Wahrheit wird manchmal als „negative Wahrheit“ bezeichnet, obwohl dieser Ausdruck populär ist. Die Verwirklichung dieser Wahrheit, das heißt, die Dinge so zu sehen, wie sie sind (jathābhūtam), ohne Illusion oder Unwissenheit (avijjā), ist das Erlöschen des Verlangens, des „Durstes“ (tanhākkhaya), und das Aufhören (nirodha ) von dukkha , was Nibbāna ist.


Es ist interessant und hilfreich, hier die Mahāyāna-Ansicht von Nirvāṇa in Erinnerung zu rufen, wonach Nirvāṇa nicht verschieden von Saṃsāra ist. Dasselbe ist Saṃsāra oder Nirvāṇa, je nachdem, wie man es betrachtet – subjektiv oder objektiv. Diese Mahāyāna-Ansicht wurde vermutlich aus den Ideen entwickelt, die in den ursprünglichen Theravāda-Pāli-Texten enthalten sind, auf die wir uns in unserer kurzen Diskussion gerade bezogen haben."
 
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Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Na ja, ein wenig dazu:

Es gibt, ihr Bhikkhus, ein Nichtgeborenes, Nichtgewordenes, Nichtgeschaffenes, Nichtaufgebautes.
Udāna VIII, .3


Wie kann man anders als Rahula interpretieren?


Das ist frei von vorher und nachher, es gehört "mir" auch nicht, weil es keinen "Träger" dazu gibt.


Was du, @Helmut, immer in der Kategorie der Zeit betrachtest.


Zu Nibbāna passt es nicht.

Diese Spitzfindigkeiten wurden später im Mahāyāna und Zen weiterentwickelt. Wer recht hat, bleibt am Ende nur eine reine Interpretationssache.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Man kann viel darüber nachdenken und studieren, aber gibt es einen direkten Zugang zum Zeitlosen, jenseits von Vorstellung und Denken? Ich glaube schon. Es ist das Todlose wo nichts vergeht, weil nichts entsteht. Der Schlüssel ist die Loslösung, das Gewahrsein ohne irgendetwas aus dem ununterbrochenen Fluss der Sinneseindrücke (inclusive Geistsinn) zu ergreifen, zu begehren und daran zu hängen.
Im Zen gibt es das. Es kann während Zazen oder der Koan Praxis passieren, wo es jedoch nicht angestrebt werden sollte, weil jedes Streben ja kontraproduktiv ist.
Körper und Geist abfallen lassen, nennt es ein Zen Meister, die Buddhanatur zu sehen, nennen es andere.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Im Zen gibt es das. Es kann während Zazen oder der Koan Praxis passieren, wo es jedoch nicht angestrebt werden sollte, weil jedes Streben ja kontraproduktiv ist.
Körper und Geist abfallen lassen, nennt es ein Zen Meister, die Buddhanatur zu sehen, nennen es andere.
Korrekt,(y) freut mich, dass du das liest. Das ist Dōgen, also sollte man eher das ent-deck-en, was schon immer da ist. Ganz egal, ich bin erleuchtet, oder als der letzte Schuft und Schurke. Wenn ich sogar absichtlich übertreibe, dann lohnt es sich, einen sehr gründlichen Artikel von Anālayo zu lesen. So kann jeder sehen, wie sich ein einzelner Begriff transformiert, der ursprünglich aus dem Theravada stammt.
Jetzt verlinke ich das alles und schalte den Rechner ab, denn er kann sich bei solcher Hitze zerschmelzen … zusammen mit meiner Leer-en Katze, war ein Scherz, oder?;)



Den Buddhaweg ergründen heißt sich selbst ergründen.
Sich selbst ergründen heißt sich selbst vergessen.
Sich selbst vergessen heißt die Einheit der zehntausend Dinge zu realisieren.
Die Einheit der zehntausend Dinge zu realisieren, heißt Körper und Geist von sich selbst und den anderen fallen lassen.
Die Spuren des Erwachens lösen sich auf und die aufgelösten Spuren des Erwachens führen endlos fort.

Meister Dogen Zenji
Hier

Und:

In diesem Artikel untersuch Bhikkhu Anālayo die in den Pāli-Lehrreden enthaltenen Aussagen über die Leuchtkraft des Geistes im Licht ihrer Parallelstellen. Ziel ist es, die frühen Entwicklungsstufen eines Begriffs deutlich werden zu lassen, der einen erheblichen Einfluss auf das buddhistische Denken und die buddhistische Praxis hatte.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
mukti schrieb:
Man kann viel darüber nachdenken und studieren, aber gibt es einen direkten Zugang zum Zeitlosen, jenseits von Vorstellung und Denken? Ich glaube schon. Es ist das Todlose wo nichts vergeht, weil nichts entsteht. Der Schlüssel ist die Loslösung, das Gewahrsein ohne irgendetwas aus dem ununterbrochenen Fluss der Sinneseindrücke (inclusive Geistsinn) zu ergreifen, zu begehren und daran zu hängen.
Im Zen gibt es das. Es kann während Zazen oder der Koan Praxis passieren, wo es jedoch nicht angestrebt werden sollte, weil jedes Streben ja kontraproduktiv ist.
Körper und Geist abfallen lassen, nennt es ein Zen Meister, die Buddhanatur zu sehen, nennen es andere.
Im Theravada gibt es das auch und ob man es nun Losgelöstheit, Reines Gewahrsein, Buddhanatur, Derjenige der weiß, Ursprüngliches Bewusstsein, einfach Nibbana oder sonstwie nennt, es ist wohl das Wesentliche in allen buddhistischen Richtungen.

Einige sind der Ansicht, dass es entwickelt wird und einige meinen, dass es im Grunde immer schon da war. In der Praxis läuft es auf dasselbe hinaus, man muss sich darum bemühen bis zu dem Punkt, wo auch das Streben danach wegfällt. Dann lässt sich etwas davon erfahren und wenn alle Geistestrübungen vollkommen entwurzelt sind, kehrt man nie wieder ins Samsara zurück.

Der achtfache Pfad ist Gesetz, zeitloses Dhamma , aber jeder findet seinen eigenen Zugang und geht ihn auf seine Weise. So gibt es eigentlich keine Widersprüche, nur verschiedene Perspektiven. Der Buddha hat die allgemeine Richtlinie gelehrt und außerdem alles so erklärt, wie es die jeweiligen Individuen verstehen konnten, weil er die Fähigkeit hatte, den Geist eines Menschen zu durchschauen. So mag eine Sichtweise nicht falsch sein, nur weil man sie nicht versteht. Richtig oder falsch lässt sich eher an den Handlungen erkennen, als an den Ansichten.
 
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Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Richtig oder falsch lässt sich eher an den Handlungen erkennen, als an den Ansichten.
Na ja, aber auch die buddhistischen „Ansichten“ wurden missbraucht und pervertiert, leider.

Überliefert ist das Beispiel jenes tibetischen Mönchs, der 842 König Langdarma tötete, um ihn von weiteren Gewalt maßnahmen gegen Dharma und Sangha abzuhalten.(11) Als Gewalt legitimierende Begründung wird auch auf die Lehre von der Leerheit (sūn yatā) Bezug genommen: Niemand sterbe letztlich wirklich, da die sinnlich wahrnehmbare Welt ohnehin nur eine Fiktion sei.
Oder in der moderne Zeit:

Im Samurai-Zen (Bushidō, „Weg desKriegers“) entgleiste das Bodhisattva -Ideal gar zu einer nihilistischen Todesmystik. Bekannte japanische Zenmeister feuerten im 2. Weltkrieg ihre Schüler an, „im Bodhisattva-Geist“ mit dem Schwert „Leben zu schenken“, was bedeutete, fremdes Leben zu töten.(13) Dies alles markiert einen radikalen Bruch mit der frühen Lehre. So fragt zum Beispiel im Salāyatana-Sūtta 42 (Samyutta Nikāya IV) des Pali -Kanon ein Hauptmann den historischen Buddha, ob ein Krieger, der in der Schlacht sterbe, in den Himmel komme. Buddha erklärt daraufhin, dass er keineswegs in die höheren Sphären, sondern in eine der Höllen gelange. Dabei wird keine Grenzlinie zwischen Angriffs- und Verteidigungskrieg gezogen. Im Abhidharmakosha wird sogar das Töten in Notwehr oder um eine befreundete Person zu schützen abgelehnt. Angehörige der Familie des Buddha hatten sich bei der Eroberung ihres Landes Sakyadurch den König von Kosala lieber niedermetzeln lassen, als durch gewaltsamen Widerstand ihre ethische Selbstverpflichtung zur Gewaltfreiheit (ahimsā) zu brechen.(14)
Das Ganze hier:

DIE PERVERTIERUNG DES BODHISATTVA-IDEALS
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Das ist dann kein legitimer individueller Zugang zum Dhamma.
Hast du den ganzen Artikel schon durchgelesen? Was legitim oder nicht ist, bestimmten dann die Herrscher oder die konkreten historischen oder kulturellen Umstände, es gibt keine absolute Wahrheit, also ich meine damit die endgültige Definition von Dharma. Anders ausgedrückt, man kann es immer woanders interpretieren.
Mein Lieber, mein Faden ist dem Studium des Dharma gewidmet, darum geht es. Das ist keine persönliche Meinung, und ich behaupte nicht, dass ich etwas besser weiß, es geht nur darum, dass Dharma immer von der Zeit abhängig ist. Und davon, wer es interpretiert oder übersetzt.
Das ist mein eigenes Beispiel. Viele meinen, dass nach dem Buddhismus das Leben schieres Leiden ohne Ende ist. Das ist aber keine korrekte Übersetzung, schreibt Rahula. Es gibt genug, sogar sinnliche Freuden in diesem Leben, das wird im Buch betont.
Aber sie alle sind vergänglich.
Besonders die dritte Ebene, dass das Leiden durch oder dank der Bedingtheit entsteht, ist sehr schwer durchzuschauen. Die ersten zwei Ebenen, wie der körperliche Schmerz oder das Leiden durch die Veränderung, kann man ja bestimmt klarer sehen.
Das andere Beispiel wäre der Begriff Karma . Das stellt nur den separaten Fall der bedingten Entstehung dar, mehr ist nicht drin, so sagen in unisono sowohl Rahula als auch Phra Ajahn Payutto. Karma wäre dann keine Gerechtigkeit, denn dafür wäre nur ein Gott oder Schöpfer zuständig. Aber den gibt es im Buddhismus nicht.
Das sind aber keine Spitzfindigkeiten, wie du es sagtest, sondern korrektes Verstehen. Und wenn es notwendig ist, kann ich das Ganze mit Zitaten untermauern.
Wenn es für dich wie eine reine persönliche Auseinandersetzung erscheint, dann bitte, das war und ist nicht meine Absicht. Um es klarzustellen.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Mein Lieber, mein Faden ist dem Studium des Dharma gewidmet, darum geht es. Das ist keine persönliche Meinung, und ich behaupte nicht, dass ich etwas besser weiß, es geht nur darum, dass Dharma immer von der Zeit abhängig ist. Und davon, wer es interpretiert oder übersetzt.
Die äußeren Umstände sind nach Zeit und Ort verschieden, aber Dhamma ist meines Erachtens unveränderliches Naturgesetz, zusammengefasst in den vier edlen Wahrheiten.

Viele meinen, dass nach dem Buddhismus das Leben schieres Leiden ohne Ende ist. Das ist aber keine korrekte Übersetzung, schreibt Rahula. Es gibt genug, sogar sinnliche Freuden in diesem Leben, das wird im Buch betont.
Aber sie alle sind vergänglich.
Es gibt sinnliche Freuden, aber weil sie vergänglich sind, tragen sie den Keim des Leids in sich. Außerdem sind sie geringer als das Glück der Loslösung.

Besonders die dritte Ebene, dass das Leiden durch oder dank der Bedingtheit entsteht, ist sehr schwer durchzuschauen.
Schwer zu durchschauen und in allen Einzelheiten auch schwer zu verstehen. Aber wenn ich alles logisch nachvollziehen könnte, wäre dadurch das Leid nicht für immer beendet. Deshalb studiere ich die verschiedenen Interpretationen nicht, sondern versuche zu vertiefen und zu praktizieren, was ich verstehen kann, so wird alles allmählich klar.

Das andere Beispiel wäre der Begriff Karma. Das stellt nur den separaten Fall der bedingten Entstehung dar, mehr ist nicht drin, so sagen in unisono sowohl Rahula als auch Phra Ajahn Payutto. Karma wäre dann keine Gerechtigkeit, denn dafür wäre nur ein Gott oder Schöpfer zuständig. Aber den gibt es im Buddhismus nicht.
Das sind aber keine Spitzfindigkeiten, wie du es sagtest, sondern korrektes Verstehen. Und wenn es notwendig ist, kann ich das Ganze mit Zitaten untermauern.
Karma ist meines Erachtens ein geistiges Naturgesetz, man muss es nicht als göttliche Gerechtigkeit sehen. Weil es kein physisches Naturgesetz ist, lässt es sich schwer erkennen oder gar beweisen. Für mich ist es stimmig und das hat sich lange Zeit bewährt, das genügt.

Wenn es für dich wie eine reine persönliche Auseinandersetzung erscheint, dann bitte, das war und ist nicht meine Absicht. Um es klarzustellen.
Für mich sind es Dhammagespräche, jeder sagt wie er es versteht.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Besonders die dritte Ebene, dass das Leiden durch oder dank der Bedingtheit entsteht, ist sehr schwer durchzuschauen.
Das bedingte Entstehen in Abhängigkeit kann man meiner Meinung nach mit dem kleinen menschlichen Geist kaum durchdringen. Es kann sehr schmerzlich erlebt werden, wenn man es nicht verinnerlicht hat, es kann aber auch ungeheuer tröstlich sein, wenn man länger drüber nachdenkt. Hier entstehen Freude und Leid nur in dem eigenen Geist, während sich die ganze eigene Welt, und die meiner Mitmenschen permanent verändert. Die Ruhe des Geistes ist irgendwo in uns auch immer vorhanden, wie das Auge des Sturms. Man muss sie nur aufsuchen. 🙏
 
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