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traditionsübergreifend
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Wie sollte man auch ohne das Wort eines Buddha die höchste Wahrheit im eigenen Geist finden, bis man sie unmittelbar wahrnehmen kann. Heutzutage wird es sehr selten sein, dass das jemand schafft, aber immerhin kann man noch den rechten Weg finden.
Ich denke, man sollte zuerst definieren, was das konkret bedeutet.

Und zwar die andere Art wahrzunehmen, das wäre möglich.


Einige Menschen können es so sehen, wenn auch nur vorübergehend, aber sie alle sind keine Arahat -en.


Ein Arahat hat keine Gedanken und keine Vorstellungen mehr darüber, was ihn erwartet, als der Körper stirbt, weder weltlich noch überweltlich. Der Tod und der Zerfall: alles, was bedingt entstanden ist, ist vergänglich. Punkt.


Der normale Mensch klammert an etwas; für ihn ist Nibbāna wie das Verschwinden ins absolute Nichts, wie ein schwarzes Loch.


Der Buddha wollte zuerst nur über diese "Leerheit"sprechen, (das wurde auch von mir schon zitiert), aber niemand kann das verstehen. Ich nehme an, bis heute...


Und dann hat er sich für den Pfad entschieden, als Zugeständnis.


Das ist nicht von mir, der Gedanke gehört den Autoren der Anthologie über Nibbāna, also ich zitiere noch einmal:


„So wollen die meisten Menschen nicht zu Nibbāna gehen,
dort gibt es nichts; gar nichts. Schaut euch das Dach und den Boden
hier an. Das obere Extrem, das Dach, das ist ein ‘Werden’. Das untere
Extrem ist der Boden und das ist ein anderes ‘Werden’. Aber im leeren
Raum zwischen dem Boden und dem Dach gibt es nirgendwo etwas
um darauf zu stehen. Man könnte auf dem Dach stehen oder auf dem
Boden stehen, aber nicht auf diesem leeren Raum. Wo es kein ‘Werden’
gibt, da ist Leerheit und um es unverblümt zu sagen, Nibbāna ist diese
Leere. Die Leute hören das und ziehen sich ein bisschen zurück, sie
wollen nicht gehen. Sie haben Angst, ihre Kinder oder Verwandten
nicht mehr zu sehen.“
~ Ajahn Chah, ‘No Abiding’ in ‘Food for the Heart’, S. 316

Sehr klar, von dem echten Meister. Oder?

Und weiter:

„In alter Zeit, ihr Mönche, besaß (der Stamm der) Dasāraher
eine Kesseltrommel, ‘der Rufer’ genannt. Wenn nun diese ‘Rufer’-
Trommel Sprünge bekam, so fügten die Dasāraher stets einen neuen
Pflock ein. Es kam nun die Zeit, ihr Mönche, wo der alte Trommelkasten
ganz geschwunden war und nur die Reihe von Pflöcken übrig blieb.
So wird es auch in künftiger Zeit mit den Mönchen sein. Jene vom
Vollendeten gesprochenen Lehrreden, die tiefen, tiefsinnigen,
überweltlichen, die von der Leerheit handelnden: Wenn diese
vorgetragen werden, nicht hören sie da aufmerksam hin, nicht
schenken sie Gehör, nicht wecken sie in sich den Wunsch, sie zu
verstehen, nicht halten sie es für nötig, diese Dinge zu lernen und
sich einzuprägen. Jene Lehrreden aber, die von Dichtern verfasst
sind, Verswerke, die schön klingenden, von fremder Herkunft, von
den Jüngern (anderer) gesprochen - wenn diese vorgetragen werden,
dann hören sie aufmerksam hin, schenken Gehör, wecken in sich
den Wunsch, sie zu verstehen, halten es für nötig, diese Dinge zu
erlernen, sich einzuprägen. In solcher Weise wird es dann eben zum
Verschwinden jener vom Vollendeten gesprochenen Lehrreden
kommen, der tiefen, tiefsinnigen, überweltlichen, der von der Leerheit
handelnden.
Was das bedeutet, in die normale Sprache übersetzt? Keine Illusionen für Atman , kein Schlupfloch, Nichts.


Weiter lese ich:


Daher, ihr Mönche, sollt ihr euch darin üben: „Jene vom Vollendeten
gesprochenen Lehrreden, die tiefen, tiefsinnigen, überweltlichen,
die von der Leerheit handelnden, wenn diese vorgetragen werden:
Aufmerksam wollen wir dann hinhören und Gehör schenken, wollen
den Wunsch in uns wecken, sie zu verstehen, und wollen es (wohl) für
nötig halten, diese Dinge zu erlernen und uns einzuprägen.“ So, ihr
Mönche, sollt ihr euch üben.“

~ S 20.7

Also der Buddha hatte es als sehr wichtig betrachtet, die Essenz der Lehre sozusagen.


Aber was sagten dazu die "normalen" Menschen?

Nicht leicht ist es für uns, Herr, die wir mitten im Gedränge
von Kinderscharen leben, gern feinstes Sandelholz aus Benares
verwenden, uns mit Kränzen, Parfüms und Salben schmücken,
an Gold und Silber Gefallen haben, uns von Zeit zu Zeit mit den
vom Vollendeten verkündeten Lehrreden zu erfüllen, den tiefen,
tiefsinnigen, überweltlichen, mit der Leerheit verbundenen. Gut wäre
es, Herr, wenn der Erhabene uns, die wir in den fünf Tugendschritten
feststehen, die Lehre darüber hinaus zeigt.“
„Da habt ihr euch, Dhammadinna, also zu üben: „Wir wollen
unbeirrbares Vertrauen zum Buddha, dem Dhamma , dem
Sangha besitzen. Wir wollen die Tugenden, die den Edlen lieb
sind und die zur Sammlung führen, besitzen.“ So habt ihr euch,
Dhammadinna, zu üben.“
Kann sein, der Buddha hatte einfach keine andere Option gehabt, warum denn nicht?

S .55.53

S. 244,

DIE INSEL
Eine Anthologie der Lehren des Buddha über Nibbana
Herausgegeben und kommentiert von
Ajahn Pasanno & Ajahn Amaro
Abhayagiri Monastic Foundation 2009
Übersetzung Viriya mit großzüger Unterstützung von
Bhikkhu Balado und Christine Wagner-Poyiatzis

 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
mukti schrieb:
Wie sollte man auch ohne das Wort eines Buddha die höchste Wahrheit im eigenen Geist finden, bis man sie unmittelbar wahrnehmen kann. Heutzutage wird es sehr selten sein, dass das jemand schafft, aber immerhin kann man noch den rechten Weg finden.
Ich denke, man sollte zuerst definieren, was das konkret bedeutet.

Und zwar die andere Art wahrzunehmen, das wäre möglich.

Einige Menschen können es so sehen, wenn auch nur vorübergehend, aber sie alle sind keine Arahat-en.
Wenn man einmal die höchste Wahrheit unmittelbar wahrnimmt, kann man meines Erachtens nicht wieder in Unwissenheit fallen.

Ein Arahat hat keine Gedanken und keine Vorstellungen mehr darüber, was ihn erwartet, als der Körper stirbt, weder weltlich noch überweltlich. Der Tod und der Zerfall: alles, was bedingt entstanden ist, ist vergänglich. Punkt.
Er hat keine Vorstellungen mehr, aber wer weiß, was er wahrnimmt. Ich nicht, bin nicht mal ein Sotapanna.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Er hat keine Vorstellungen mehr, aber wer weiß, was er wahrnimmt.
Und wer stellt diese alle Fragen?


Sie alle sind überhaupt nur aus der Perspektive von Atman möglich, das ist der springende Punkt.


So wollten die Menschen etwas in Nibbāna sehen, +"zusammenbasteln", was wie das Paradies im Christentum aussieht.


Warum sollte er etwas wahrnehmen, wenn Nibbāna schon da ist?


Das schert den Arahat schon im Leben niemals mehr.


Diese ganzen Spekulationen stellen gerade den klaren Ausdruck der Angst vor dieser "Leerheit" dar, also dem Nichts, so wie es in dem Zitat von Ajahn Chah steht.


Und diese mentale Ausuferung verhindert gerade Nibbāna, was rein psychologisch verständlich ist.


Niemand will sterben, oder nicht?
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
@mukti, woanders schreibst du über „Abmühen“.
Es tut mir wirklich leid, aber der Tod ist eigentlich das Sicherste, was es überhaupt noch gibt.
Dazu zitiere ich besser die Waldkloster-Tradition:

Der Tod – lass ihn einfach seinen Lauf nehmen. Alles in dieser Welt ist sterblich, der Tod ist ihnen innewohnend. Wie könntest du erwarten, dass es beständig und ewig währt? Wenn die Zeit für den Tod gekommen ist, muss er sterben. Nichts kann dies verhindern oder ihm widersprechen. Selbst Arahants müssen sterben; für sie besteht jedoch der Unterschied, dass sie ohne Sorgen und Ängste sterben. Wir hingegen sind schon vor dem Tod besorgt – beunruhigt und besitzergreifend. Im Angesicht des Todes verstärken sich diese Sorgen und Besitzgier so sehr, dass sie sich zu einer Bedrohung auftürmen, die größer ist als ein Berg. Hüte dich davor, dass dir das widerfährt. Überwinde solche Ängste.
Maha Boowa

Die Uhr tickt. Immer. Ob ich mich abmühe oder nicht, das ist nur eine Frage der Zeit.
Und zurück zum Thema hier: Dharma zu studieren wäre sinnlos, wenn ich nicht diese allumfassende Vergänglichkeit zugleich als Herausforderung sowie als Einladung empfinde. Als die echte einmalige Chance, zeitloses Dhamma zu realisieren. Was wäre denn, wenn ein junger und kerngesunder Prinz dem Tod nicht begegnet wäre? Kein Dhamma, oder?🤔
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Zuerst einmal vielen Dank für eure interessanten Beiträge !

Ehrlich gesagt konnte ich mir unter Nibbana und dem Arahat nichts vorstellen.

Ich bin mehr oder weniger über die Meditation zum Buddhismus gekommen. Nach einer gründlichen Einweisung in die Praxis habe ich einfach das gemacht was ich gelernt hatte.
Und wenn es Probleme oder Fragen gab, dann bin ich zum Lehrer gegangen.

Ich hatte mal ein einschneidendes Erlebnis, dass mein Lehrer mit den Worten : “erster Geschmack von Nibbana “ kommentiert hatte.

Ich bin definitiv kein Arahat , aber inzwischen sehe ich Nibbana nicht als einen Ort, oder ein Nichts . Für mich ist es eine Art von Heimkommen. Samsara ist sozusagen bildlich gesprochen eine Art von Feuer unter meinen Füßen mit allem was dazugehört (Hitze,Schmerzen,Licht, Rauch, Geruch usw) und dieses Feuer wird von meiner Unwissenheit und deren Folgen am Leben gehalten (ich werfe ständig holz und Benzin rein) .

Ich leide unter der Hitze und den Schmerzen, ich huste und kriege kaum Luft.
Diese Existenz im Feuer ist das was ich als Leben wahrnehme. Manchmal wird die Flamme kleiner und ich leide weniger.

Und dann steht da der Buddha und sagt mir durch seine Lehre, dass ich die Dinge nicht so sehe wie sie sind und dass ich aufhören sollte, immer wieder neuen Brennstoff ins Feuer zu gießen.
Und irgendwann erlischt dann dieses Feuer und übrig bleibt nur ein kühler Frieden.

Dieser erlernte Glaube ( durch Erziehung ,Bildung,Umfeld) an ein Selbst führt zu Handlungen, die dieses Selbst bestätigen, erhalten, und beschützen soll.

Nibbana ist für mich kein Ort, oder ein Nichts , es ist im Grunde genommen ein heimkommen.

Ein entfesseltes Herz, dass nicht mehr im Feuer von Samsara brennen und leiden muss .

Unter einem bekannten Lehrer aus einer burmesischen Tradition habe ich mal erkannt, wie subtil man sich selbst an das Feuer bindet.

Zu dieser Zeit hatte ich sozusagen zwei Hunde die ich gefüttert und versorgt habe. Als Dank dafür hat mir ein Hund immer einen Schuh gestohlen 😂.

Eines Tages wurde dieser Hund von einer Schlange gebissen. Es ging ihm sehr schlecht und mir auch.

Als ich ihn da liegen sah, hatte ich plötzlich eine Art von Erkenntnis: Nämlich dass da eigentlich kein Hund ist. Ich sehe eine Form und mein Hirn greift auf die erlernten Informationen zu.

Wir nennen diese Form einen Hund.
Ich habe Gefühle entwickelt für diesen Hund. Ich gehe davon aus, dass ein ich , diesen Hund sieht.

Es entsteht Sorge und Zuneigung daraus.

Indirekt bestätigt der Hund mich, und ich belasse es nicht nur beim Sehen, sondern kreiere eine Art von Existenz, in der ich mich um den Hund kümmere und mich um ihn sorge .

Das kann man auf alle Bereiche ausweiten.

Man sieht und belässt es nicht beim Sehen.
In jedem dieser Momente schüttet man Benzin ins Feuer. In jedem dieser Momente erfolgt eine Art von Wiedergeburt. Man erschafft sozusagen ein neues Universum.
Und alle diese Sachen kommen mit Anicca und Dukkha im Gepäck.

In der Tiefen Meditation kann man sozusagen unterschiedliche Bereiche erkunden.

Und irgendwann fällt alles weg. Licht und Dunkelheit, Anfang und Ende und so weiter.
Da hört oder da nimmt man nur noch dieses Ich wahr .

Und wenn man dieses Ich nun erforscht dann kommt man an einen Punkt wo es keinen Punkt mehr gibt.

Da ist dann nichts mehr was geboren wird und nichts mehr was sterben könnte.

Das was wiedergeboren wurde, ist vereinfacht ausgedrückt nur Unwissenheit.

Diese Unwissenheit führt zu Handlungen die Konsequenzen haben. Dieses erdachte Ich fesselt Elemente an sich, die natürlich Anicca und Dukkha mit sich bringen.
Dadurch entsteht dieser 85 Kilo schwere Haufen , der Martin genannt wird. Und dieser Haufen an Unwissenheit ist der Natur ausgesetzt.

Es ist kein schlechtes Karma wenn 200 Menschen bei einem Flugzeugabsturz sterben, oder wenn jemand bei einem Terroranschlag ums Leben kommt, oder wenn jemand an einer furchtbaren Krankheit leidet . Er muss diese Sachen in erster Linie erfahren, weil er bedingt durch Unwissenheit die Geburt in dieser Welt erlangt hat
Eigentlich bin ich nicht hier, aber weil ich das nicht verstanden habe, bin ich hier und muss Samsara erleben und ertragen.
Die buddhistische Lehre kann uns aus diesen Kreislauf befreien.

Die Flamme wird kleiner und kleiner, und schließlich erlischt sie. Die Menschen werden dich vielleicht loben, oder sie werden schlecht über dich reden, aber du weißt, dass da niemand mehr ist und niemand mehr sein wird.

Das Leiden der Welt geht weiter, aber der leidende, kann durch die Praxis, sozusagen aus dem Kreislauf verschwinden.
Nicht in einer fernen Zukunft, sondern genau jetzt in diesem Moment.

Ich beschäftige mich aber nicht groß mit solchen Dingen. Die Thailänder sagen manchmal: Kid mak, put hua / viel denken, viele Kopfschmerzen 😂
Ich durfte vier oder fünf Mönche treffen von denen gesagt wird, dass sie Arahats sind bzw waren (Ajahn Dtun , Ajahn Maha Bua , Luang Por Plien / Liem / Baen )
Ob das stimmt weiß ich nicht.
Arahats sind für mich eine Nummer zu groß.



Mögen wir alle Frieden finden
 
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Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Maha Boowa

Die Uhr tickt. Immer. Ob ich mich abmühe oder nicht, das ist nur eine Frage der Zeit.
Und zurück zum Thema hier: Dharma zu studieren wäre sinnlos, wenn ich nicht diese allumfassende Vergänglichkeit zugleich als Herausforderung sowie als Einladung empfinde. Als die echte einmalige Chance, zeitloses Dhamma zu realisieren. Was wäre denn, wenn ein junger und kerngesunder Prinz dem Tod nicht begegnet wäre? Kein Dhamma, oder?🤔
Ich habe in Asien mehrere westliche Schüler kennen gelernt, die fast alle gleich alt waren und eine ähnliche Geschichte hatten wie ich. Wir wurden Freunde .
Eines Tages fragte ich meinen Lehrer , warum nicht alle jungen Menschen in meinem Land, zur buddhistischen Lehre kommen. Ich bin hier gerade so glücklich und ich hatte auch das Gefühl, dass wir uns schon sehr lange kennen .

Er meinte, dass ich nicht erst seit ein paar Monaten praktiziere, sondern seit unzähligen Existenzen. Und es gibt niemanden hier im Kloster, der nicht schon mal meine Mutter, mein Vater, mein Bruder, mein Onkel, meine Frau war.

Wenn man es aus der Perspektive sieht, dann hat man weniger Stress. Für mich gibt es nicht nur dieses eine Leben, und nach dem Tod dieses Körpers verschwinde ich auch nicht in ein unendliches Nichts . So habe ich das nicht gelernt, und so habe ich das in meiner einfachen Praxis auch nicht gesehen.

Luang Ta Maha Bua durfte ich noch kennen lernen. Zu der Zeit gab es dort auch einen Mönch (Deutscher oder Österreichischer) aus dem Westen.
Der ehrwürdige Maha Bua ist definitiv nicht davon ausgegangen, dass dies sein erstes und einziges Leben war. Er war schon sehr auf Dukkha fokussiert (was im Westen oft fälschlicherweise nur als Leiden angesehen wird).
Aber er hat definitiv keinen Dhamma gelehrt, wo es keine Wiedergeburt, Himmlische und höllische Bereiche, Devas und Geister gab.
Er war weit entfernt von der neuen westlichen Interpretation der buddhistischen Lehre (Stichwort säkular).

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie man sich auf die thailändische Waldtradition beziehen kann, und gleichzeitig die Hälfte davon weg lässt.
Übrigens gibt es die eine thailändische Waldtradition gar nicht. Es gibt da verschiedene Strömungen innerhalb dieser Tradition. Ajahn Buddhadasa, Ajahn Ganha, Ajahn Tong , Ajahn Dtun gehen unterschiedlich an die Sache heran .

Dhamma ist zeitlos, aber die Wege zur Freiheit ändern sich. Buddhismus ist nicht nur Theravada .

Als ich nach ungefähr 15 Jahren von der thailändischen Waldtradition in eine andere buddhistische Tradition wechselte , war eine gute Freundin von mir (buddhistische Nonne in Thailand) schockiert. Für sie war das der einzige Weg.

Ich habe für mich aber erkannt, dass ich wohl nicht mein ganzes Leben in einem Kloster verbringen werde und das ich meinem Umfeld da „draußen“ auch helfen möchte. Ich praktiziere nicht nur für mich, sondern für alle Wesen die nicht so viel Glück hatten wie ich.

Das Leben finde ich nicht mehr furchtbar, und zusätzlich habe ich alle Zeit der Welt. Nicht dass das Leben völlig rund läuft, aber ich habe alle Zeit der Welt. Der Tod hat seinen Schrecken verloren

Wir können so viel von den anderen Traditionen lernen und sollten deshalb unser Herz offen halten.
Wenn man das nicht möchte, ist das natürlich auch nicht verboten, aber man sollte sich ehrlich fragen, ob man Frieden und Freiheit gefunden hat. Falls die Antwort nein lautet, dann wird es Zeit, die bisherige Interpretation der Lehre zu hinterfragen

Mögen wir alle Frieden finden
 
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Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
(was im Westen oft fälschlicherweise nur als Leiden angesehen wird).
Aber er hat definitiv keinen Dhamma gelehrt, wo es keine Wiedergeburt, Himmlische und höllische Bereiche, Devas und Geister gab.
Er war weit entfernt von der neuen westlichen Interpretation der buddhistischen Lehre (Stichwort säkular).
Klar, denn es alles existiert in unserem verblendeten Geist, so kann man es auch sehen.

Danke herz❤️lich für so authentische Beiträge, was echtes Dharma betrifft.🙏
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Wenn man einmal die höchste Wahrheit unmittelbar wahrnimmt, kann man meines Erachtens nicht wieder in Unwissenheit fallen.
Doch, und wie!

Der normale, selbständig denkende Mensch braucht keine höchste Wahrheit, um zu verstehen, dass in den bedingten und abhängig entstandenen Phänomenen kein Glück zu finden ist, sondern am Ende Leiden ohne Ende. Der Körper gehört aber dazu. Unausweichlich wird er alt, zerbrechlich und schmerzt mehr und mehr. Der normale Mensch ignoriert das alles und sucht die Befriedigung weiter. So entartet die Suche/=Sucht/ nach dem vergänglichen Glück mehr und mehr zu einem Dahin-siechen, wie es bei jedem Drogenabhängigen passiert. So lese ich, dass der scheinbar normale Mensch versucht, das Jucken durch Kratzen zu kurieren. So wird doch der ganze Körper noch mehr schmerzen. MN 75.

Und das stellt den kollektiven Wahnsinn dar, in dem wir alle, mich eingeschlossen, leben.

Interessanterweise zitiert Fritz Schäfer, das Buddhistische Seminar, in seinem Buch die echten❗❗❗ Psychiater, so spricht auch die Waldkloster-Tradition darüber.

Darum lohnt es sich, das Dharma wieder und wieder zu reflektieren und zu lernen, denn es ist alles nicht offensichtlich, oder?

Es war früher geschrieben, so mache ich gewöhnlich, wenn ich aufmerksam die Beiträge lese.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Der ehrwürdige Maha Bua ist definitiv nicht davon ausgegangen, dass dies sein erstes und einziges Leben war. Er war schon sehr auf Dukkha fokussiert (was im Westen oft fälschlicherweise nur als Leiden angesehen wird).
Aber er hat definitiv keinen Dhamma gelehrt, wo es keine Wiedergeburt, Himmlische und höllische Bereiche, Devas und Geister gab.
In einem Vortrag sagt er, dass er seine vorigen Leben gesehen hat, so viele, dass man ganz Thailand damit bedecken könnte. Dann hat er gesehen, wie alle Wesen auf den fünf Daseinsfährten durch das Samsara wandern. Er sagt, dass er nicht lügt und dass er über 50 Jahre gewartet hat, bis er das öffentlich mitgeteilt hat.
Ich denke ein Ajahn, der so lange und so intensiv praktiziert hat, lügt tatsächlich nicht und erliegt auch keinen Fantasievorstellungen. Dieser Vortrag hat mich äußerst beeindruckt, es kpmmt wohl selten vor, dass ein Ajahn so offen über seine Erfahrungen spricht.
 
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Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
mukti schrieb:
Wenn man einmal die höchste Wahrheit unmittelbar wahrnimmt, kann man meines Erachtens nicht wieder in Unwissenheit fallen.
Ein Arahat nimmt die höchste Wahrheit unmittelbar wahr und er kann nicht mehr in Unwissenheit fallen, so habe ich das gemeint.
Wenn bei einem Bhikkhu der Durst oder Lebenstrieb vernichtet und entwurzelt ist wie eine Palme, so dass er nicht wieder aufleben kann, dann ist dieser Bhikkhu ein Heiliger, der die Anwandlungen abgewehrt, das Ziel des Reinheitslebens erreicht und getan hat, was zu tun war, der die Bürde abgeworfen hat und nicht mehr wiedergeboren wird, der die Daseinsfesseln ganz zerrissen hat und durch rechtes Wissen befreit ist. (M.73)
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Ich denke Ein Ajahn, der so lange und so intensiv praktiziert hat, lügt tatsächlich nicht und erliegt auch keinen Fantasievorstellungen. Dieser Vortrag hat mich äußerst beeindruckt, es kpmmt wohl selten vor, dass ein Ajahn so offen über seine Erfahrungen spricht.
Stimmt!
Auch Mä Chi Käo (1901-1991) hatte alle seine vorherigen Existenzen gesehen.

Mä Chi Käo
Ihr Weg zum spirituellen Erwachen
Bhikkhu Sīlaratano

 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Sorry, unter dem "man" habe ich den "normalen" Menschen betrachtet.

Ich habe doch zuerst geschrieben:
Einige Menschen können es so sehen, wenn auch nur vorübergehend, aber sie alle sind keine Arahat-en.


Ich bin sowieso kein Arahat, aber diese Vergänglichkeit empfinde ich enorm intensiv seit der Kindheit.


Denn ich habe sehr viele Male das Sterben beobachtet und auch die Leichen.


Kann sein, dass alles karmisch bedingt ist, aber ich mache mir keinen Kopf darüber.


Wie es @Martin1980 sehr klar ausgedrückt:
Nicht in einer fernen Zukunft, sondern genau jetzt in diesem Moment.
(y)(y)(y)
 
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Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Ayya Khema sagte in einem ihrer Vorträge, daß man sich in bestimmten Vertiefungen an seine Vorleben erinnern kann, sie rate aber davon, das zu vertiefen, da man in diesem Leben schon genug mit sich zu tun hat.

Ich denke, es kann sehr verstörend, traumatisierend sein. Man hat ja schon so viel großes Leid erlebt.
Was zählt ist das Jetzt.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Ich denke, es kann sehr verstörend, traumatisierend sein. Man hat ja schon so viel großes Leid erlebt.
Was zählt ist das Jetzt.
Ach ja, in einem Text lese ich, wie viele Male wir alle gestorben und wiedergeboren waren, so wie die ganzen Friedhöfe.

Ich habe sehr viel in der Jugend mit den veränderten Bewusstseinszuständen experimentiert, dann kann ich jetzt sehr gut sehen, wie alle meine Probleme nicht aus diesem Leben stammen.

Das wirkt wirklich sehr traumatisierend und kann der Psyche schaden, das braucht doch niemand.

Diese heilige Mä Chi Käo hatte alles ihrem Vater erzählt, aber er wollte nichts darüber hören und verbat ihr einfach, weiter davon zu erzählen.

Das ist für mich kein absoluter Zweifel, dass es alles authentisch und echt ist.

Ich konzentriere mich im Leben immer auf Hier und Jetzt.

Wie es Tivagaro Bhikkhu vor kurzem sagte: "Vergänglichkeit passiert nicht morgen." Sehr weise, denke ich.

Hier
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Wenn man einmal die höchste Wahrheit unmittelbar wahrnimmt, kann man meines Erachtens nicht wieder in Unwissenheit fallen.
Sorry, unter dem "man" habe ich den "normalen" Menschen betrachtet.

Ich habe doch zuerst geschrieben:

Einige Menschen können es so sehen, wenn auch nur vorübergehend, aber sie alle sind keine Arahat-en.
Ich sehe es so, dass nur ein Arahat die höchste Wahrheit unmittelbar wahrnehmen kann. Demnach ist man ein Arahat, wenn man sie einmal unmittelbar wahrnimmt und bleibt es sein Leben lang.
 
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