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Re: Praxis Was sagt man dazu?
Es geht weder um Genuss noch um das Gegenteil; es geht um das vollkommene, absolute innige Los-lassen.Von beiden Extremen.
So ist es, man übt nicht das Nicht-Anhaften, damit man besser genießen kann, da würde man ja wieder auf einem Niveau des Anhängens stehenbleiben. Wenn man in allem das naturgegebene Maß einhält, lebt man zwar glücklicher, aber Dukkha ist erst mit dem vollständigen Loslassen ganz zu Ende.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Es geht weder um Genuss noch um das Gegenteil; es geht um das vollkommene, absolute innige Los-lassen.Von beiden Extremen. Also das war von mir gemeint,
Wenn wir die beiden Extreme überwunden haben, dann sind wir sicherlich Arhats. Aber vorher sieht die Sache noch ein bisschen anders aus. Wir haben dann immer noch Anhaftungen und die Aufgabe, diese schrittweise zu überwinden. Hierbei hilft ein tiefes Verständnis der Unbeständigkeit weiter.

Wenn wir ein tiefes Verständnis der Unbeständigkeit haben, erkennen wir, dass das Glück das wir jetzt in unserem Leben erfahren, nicht aus sich heraus existiert. Wenn es dann vergeht, dann können wir seine Vergänglichkeit immer besser akzeptieren ohne in Verzweiflung zu geraten. Und obwohl es vergänglich ist, können wir es unter dieser Perspektive durchaus ohne große Anhaftung genießen.

Aber es geht doch nicht darum, lediglich die Vergänglichkeit unseres samsarischen Glücks zu erkennen und uns damit abzufinden. Es geht doch darum, das vergängliche samsarische Glück zu überwinden und das beständige Glück der Befreiung zu verwirklichen; also mittels des achtfachen Pfades zu einem Arhat zu werden.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Ich habe immer gefunden, dass sich durch die Zen Übungen die Emotionen etwas nivellieren.
Ich verliere den Wunsch nach Glück oder Genuss und verstricke mich auch nicht in das Gegenteil, wie Frustration oder Ablehnung, wenn das Gewünschte ausbleibt oder vergeht. Durch die Aufmerksamkeit/Achtsamkeit , die ich für das Nicht-Anhaften benötige, die Akzeptanz der Unbeständigkeit, erlebe ich eine innere Ruhe und eine Ausweitung der Wahrnehmung, die zu einem stilleren Glück oder vielleicht einer Zufriedenheit in allen Momenten führt. Nur meine Erfahrung.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
ch habe immer gefunden, dass sich durch die Zen Übungen die Emotionen etwas nivellieren.
Das, was ich verlinkt hatte, ist Waldkloster-Tradition des Theravada , das ist das Eine. Das Zweite: Die Befreiung passiert immer im Hier und Jetzt, wenn man nicht !"ergreift".( steht drin im Text!) Den ganzen Prozess des Werdens, bhava , kann man so stoppen, nicht anders. Es lohnt sich, aufmerksam zu lesen und so auch zu praktizieren. Denn es geht um Ajahn ChahAjahn Chah und darum, wie er die Lehre sieht. Wenn es an Zen erinnert, dann ist das bemerkenswert. Und nicht meine Schuld dazu.

Geburt und Tod sind abhängig von Zeit. Etwas, was augenscheinlich in
der Vergangenheit geboren wurde und jetzt lebt, wird in der Zukunft sterben.
Wenn wir Zeit dann einmal losgelassen haben und zusätzlich die Dinghaftigkeit
loslassen, sehen wir, dass es kein „reales“ Ding geben kann, welches ins Leben
tritt oder stirbt; es gibt nur die Soheit der Gegenwart. Auf diese Weise gesehen
gibt es keine Geburt und auch keinen Tod, die zu Ende gebracht werden müssen.
Auf diese Weise erlebt ist der Moment absolut friedvoll; er befindet sich
außerhalb von Zeit – akaliko."

Ajahn Amaro.


Ananda und ein anderer Mönch debattierten einmal die Natur des todlosen
Zustands und sie entschlossen sich, den Buddha zu konsultieren. Sie wollten
wissen: „Was ist die Natur der Todlosigkeit?“ Sie bereiteten sich innerlich auf
eine lange und ausführliche Erklärung vor. Aber die Antwort des Buddha war
kurz und prägnant: „Das Aufhören des Ergreifens ist Todlosigkeit.“ Das ist alles.
Bezüglich dieses Aspekts sind die Lehren des Dzogchen und Theravada identisch.
Wenn das Ergreifen aufhört, dann ist da Rigpa , dann ist da Todlosigkeit, das Ende
des Leidens, dukkha-nirodha .
@mukti .
Um das „besser zu genießen“ geht es hier und im Text überhaupt nicht. Komisch, einfach. Ich entschuldige mich. Nicht persönlich gemeint.

Ich habe doch über Ajahn Chah zitiert, der war ein Mönch, aber er hatte "genossen".Da ist die andere Bedeutung gemeint... Na ja …
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Die Befreiung passiert immer im Hier und Jetzt, wenn man nicht !"ergreift".
Gut, dass du das erwähnst, denn so lautet ja der Satz im Eingangsbeitrag: "Was auch immer genau jetzt da ist, nicht dranhängen."

Das Präfix zu dem Thema ist "Praxis", also die Bemühung, sich nicht an das zu hängen, was hier und jetzt erscheint. Nicht dranhängen bedeutet, nichts mit Gier, Hass und Verblendung zu ergreifen. Das kann nur ein Arahat in vollkommener Weise, vorher gibt es noch Anhaftungen und die Aufgabe, diese schrittweise zu überwinden, wie @Helmut sagt.

Das betrifft auch die rechte Anstrengung, den sechsten Punkt des achtfachen Pfades: Heilsames annehmen und erhalten, Unheilsames ablehnen und entfernen. Unheilsam sind Gier, Hass und Verblendung, mit all den Symptomen wie z.B. Zorn, Rachsucht, Verachtung, Herrschsucht, Neid, Geiz, Hinterlist, Betrug, Starrsinn, Anmaßung, Dünkel, Überheblichkeit, Eitelkeit, Nachlässigkeit. (M.7.) Wenn so etwas auftaucht, bemüht man sich, es nicht zu ergreifen und diese Neigungen im Herzen zu entfernen. Dazu muss man erst erkennen, dass es unheilsame, leidvolle Befleckungen sind, viele Menschen denken, dass das etwas Gutes, Richtiges, zumindest Notwendiges sei. Sogar Religionen und Philosophien gründen auf dieser verkehrten Auffassung, etwa Auge um Auge, Zahn um Zahn, der heilige Zorn oder der heilige Krieg, Mitleid ist Schwäche, das Naturrecht des Stärkeren, usw.

Heilsam sind etwa die Brahmavihara : Unbegrenztes Wohlwollen, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut, mit all den Folgeerscheinungen wie z.B. Hilfsbereitschaft, Güte, Nachsicht, Geduld, Toleranz, Neidlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit. Man bemüht sich das anzunehmen und zu erhalten.
Wenn das Herz ganz rein ist, muss man sich nicht mehr anstrengen, die guten, glückbringenden Eigenschaften sind immer präsent und die schlechten, leidbringenden immer abwesend. Einstweilen hängt man sich an das Gute, mit der Einsicht , dass dadurch Leid schwindet und Glück entsteht. Mit noch höherer Einsicht weiß man, dass dieses Glück der Tugend auch vergänglich ist und strebt sie als Grundlage für die vollkommene Befreiung an.

In jedem Augenblick gar nichts zu ergreifen, kann nicht vollständig gelingen, wenn es noch Kilesa gibt. Dennoch ist es eine wirkungsvolle Übung finde ich, auch wenn sich damit nicht direkt und unmittelbar die vollkommene Befreiung erreichen lässt.
Es scheint ja einfach zu sein: Nichts ergreifen bis zum vollständigen Erwachen. Aber ich kann mich nicht ununterbrochen konzentrieren und das Ergreifen erfolgt bei jeder Lücke der Achtsamkeit. Außerdem kann ich nur versuchen, nicht das zu ergreifen, was ich gerade wahrnehme und das ist meistens an der Oberfläche und reicht nicht bis in die Tiefe der bedingten Entstehung hinab. Es gelingt ja schon nicht, das Anhängen an allerhand eingewurzelte Gewohnheiten aufzugeben. Auch wäre so eine ununterbrochene Konzentration und Willensanstrengung ein Extrem, das der Buddha verworfen hat, nachdem er es selber bis zum Äußersten versucht hat.

@mukti .
Um das „besser zu genießen“ geht es hier und im Text überhaupt nicht. Komisch, einfach. ...
Das sind halt Verständigungsprobleme. Meistens bemühe ich mich nicht, die Missverständnisse zu entwirren, weil das oft zu noch mehr Verwirrung und Abschweifungen in allerhand Zusammenhänge und Nebenthemen führt. Dann kommen noch Emotionen dazu, nein danke, besser nicht dranhängen und versuchen, möglichst deutlich zu schreiben. Besser kann ich's leider nicht. Zur Zeit schreibe ich wohl sowieso zu viel, weil ich bei dem schlechten Wetter in der Stube hocke.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Das sind halt Verständigungsprobleme.
Doch, mein Lieber, das kann ich sehr gut erklären.

Wie es Ajahn Amaro im anderen Buch sagt, man kann sehr gut genießen, also genau dieses Wort, aber nichts daran hängen, nicht anhaften.

Noch ein Fall, den Ajahn Sumedho erzählt: Sehr schöne Frauen waren im Kloster, und er sagte, er mag sie sogar sehr, aber er will es nicht, also ist hier Sex gemeint.

Das Gefühl entsteht, aber nicht das Angreifen, nichts daran kleben, nicht daran anhaften.

Ich gebe mir immer Mühe, meine eigenen Gedanken sehr klar und prägnant auszudrücken.

Und natürlich kann ich alle diese Stellen finden und zitieren.

Also schreibe es bitte nicht so, als ob ich schlecht verstehe. Danke.

Und ich wünsche dir das schöne Wetter, bei uns ist es heute sonnig, so in Richtung Frankfurt oder Mannheim.

Nichts ergreifen bis zum vollständigen Erwachen.
Doch! Waldkloster-Tradition spricht immer Über: Hier und Jetzt, also es ist Nibbāna gemeint, nicht woanders, das kann ich auch finden, und Wiedergeburt passiert tausendmal pro Tag. Was nach dem Tod wird, das interessiert die alle nicht besonders. Das ist wirklich das, was mich total beeindruckt.


Das ist doch deine eigene Tradition, oder?

Und das passt sehr gut zu Weisheit und Mitgefühl, davon gibt es mehr als genug im verlinkten Buch von Amaro.
Ich wünsche dir so oder so einen schönen Tag, wir können uns doch noch sehr gut verständigen, und das ist nicht meine Schuld, wenn Waldkloster-Tradition so die ganze Sache betrachtet. Tja, wie Ajahn Buddhadāsa, damit komme ich klar, wie du es weißt.

P.S.
Apropos, Ajahn Amaro spricht über Buddhadasa mit dem höchsten Respekt und Anerkennung.


Und noch eins: Es gibt auch eine Anthologie über Nibbana , dort kann jeder alle diese Gedanken finden. War auch von mir verlinkt.


Im Buch von Tivagaro Bhikkhu "über die Katze" betont er, dass die Befreiung auch in diesem Leben möglich ist, also ist dieses Werk wahrscheinlich das beste, was die ganze Bandbreite von allen möglichen Themen, was Theravāda betrifft, abdeckt, so meine sehr bescheidene Meinung. Aber es ist kein Thema hier, also können wir es ruhig lassen und die anderen Meinungen und Sichtweisen einfach tolerieren.

Amaro Ajahn & Pasanno Ajahn

Die Insel

Kategorie(n): Nibbana

veröffentlicht Mai 2022
Die Insel
 
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Re: Praxis Was sagt man dazu?
Wie es Ajahn Amaro im anderen Buch sagt, man kann sehr gut genießen, also genau dieses Wort, aber nichts daran hängen, nicht anhaften.

Das Gefühl entsteht, aber nicht das Angreifen, nichts daran kleben, nicht daran anhaften.
Dass man das samsarische Glück ohne Anhaften genießen kann, kommt ja nicht dadurch zustande, dass man einfach beschließt, man will nicht mehr anhaften. Das gelingt nur, wenn man die Ursachen des Anhaften zumindest stark reduziert hat. Dafür muss man schon ein tiefes Verständnis der Unbeständigkeit entwickelt haben. Ebenso muss man das Greifen nach einem Selbst stark vermindert haben. Samsarisches Glück ohne Anhaftung genießen zu können, setzt als schon eine starke Umwandlung des eigenen Geistes voraus.

Das Problem ist ja nicht das Gefühl von Glück, das in einem aufkommt. Dieses Glück zu genießen, ist auch nicht das Problem. Das Problem ist das Anhaften am Glücksgefühl, das ja immer mit einer getäuschten Geisteshaltung verbunden ist; zum Beispiel, dass man sich mit diesem Gefühl identifiziert usw.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Das, was ich verlinkt hatte, ist Waldkloster-Tradition des Theravada , das ist das Eine. Das Zweite: Die Befreiung passiert immer im Hier und Jetzt, wenn man nicht !"ergreift".( steht drin im Text!) Den ganzen Prozess des Werdens, bhava , kann man so stoppen, nicht anders. Es lohnt sich, aufmerksam zu lesen und so auch zu praktizieren. Denn es geht um Ajahn ChahAjahn Chah und darum, wie er die Lehre sieht. Wenn es an Zen erinnert, dann ist das bemerkenswert. Und nicht meine Schuld dazu.
Auf das, was Du verlinkt hast, habe ich mich nicht bezogen, sondern meine eigene Gedanken zu dem Thema geschrieben. Mit Dir hatte das gar nichts zu tun.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Und obwohl es vergänglich ist, können wir es unter dieser Perspektive durchaus ohne große Anhaftung genießen.
Es kommt darauf an, denn diese Anhaftung passiert sofort und rein automatisch, es gibt keine Lücke zwischen Gefühl und Begehren. Und das ist auch nicht von mir, sondern von Kay Zumwinkel und seinem Artikel über Skandha im Buch "Der Buddha und seine Lehre". Denn dukkha ist auf allen Ebenen der Kette der bedingten Entstehung präsent und ist wie auf allen Ebenen infiziert. Das klingt nicht besonders vielversprechend, aber besser, es zu wissen. Das funktioniert nach dem Holon-Prinzip und wie eine auf sich selbst zurück-bezogene Schleife, so wie die Kybernetik es weiß und wie in vielen Fußnoten Kay Zumwinkel auf der Pali -Kanon-Seite erklärt. Das war auch von mir verlinkt, und ich versuchte es zu erklären. So hängt alles zusammen, das Drei-Leben-Modell nach dem Visuddhimagga ist passé, und Nibbana ist im Hier und Jetzt und auch in diesem Leben zu finden. Das stimmt eins zu eins, wie es die Waldklostertradition sieht.
Ajahn Chah lässt sich grüßen.

"Den Buddha-Dhamma findet man weder im Vorwärtsgehen, noch im Rückwärtsgehen oder im Stillstehen. Dies, Sumedho, ist dein Ort des Nicht-Verweilens."
Klingt nach Zen, das stimmt. Gänsehaut pur, merkt dazu Ajahn Amaro an.

Ich lasse mich deswegen nicht ver***hen, so ist mein eigener Gedanke zum ganzen Thema, und so lasse ich meine eigene Praxis gestalten, immer wachsam, als ob das der letzte Augenblick des Lebens wäre.



Bei solchen Einstellungen ist Anhaften kaum möglich, es sind einfach andere Prioritäten.



Apropos, Ajahn Chah kaute Betelnuss und rauchte, obwohl es offiziell verboten war. Den Buddha sollte man nicht nach dem Lehrer projizieren, aber dieses radikale Loslassen im eigenen Herz-Geist zu entdecken, es ist immer da. Tolles Buch, echt inspirierend.(y)
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Also schreibe es bitte nicht so, als ob ich schlecht verstehe. Danke.
Ich wüsste nicht wo ich so geschrieben hätte, vom Verständigungsproblem habe ich geschrieben.

Du hast in Beitrag 22 geschrieben, dass es möglich ist, zu genießen und nicht daran anzuhaften und ich habe in Beitrag 24 geantwortet, dass das besser ist als mit anhaften. Darauf hast du in Beitrag 25 geantwortet, dass es weder um Genuss noch um das Gegenteil geht, sondern um das vollkommene, absolute innige Los-lassen. Dem habe ich in Beitrag 26 zugestimmt: "Man übt nicht das Nicht-Anhaften, damit man besser genießen kann." Dann hast du in Beitrag 29 geschrieben: "mukti , um das „besser zu genießen“ geht es hier und im Text überhaupt nicht. Komisch, einfach. Ich entschuldige mich. Nicht persönlich gemeint."
Da war mir nicht klar, warum du das nochmal extra erwähnst, weil wir ja bereits festgestellt haben, dass es nicht um das Genießen oder besser genießen geht, sondern um das absolute Loslassen. Und was du mit "hier" meinst, den Thread wohl nicht, denn du hast ja selber das Thema mit dem Genießen ohne anzuhaften begonnen. Darauf bin ich eingegangen, ich weiß nicht welchen Text du meinst, in dem es darum überhaupt nicht geht und was du komisch findest und warum du dich entschuldigst und warum du meinst, ich würde dir unterstellen, dass du schlecht verstehst. Ich bin es, der da was nicht versteht.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
"Man übt nicht das Nicht-Anhaften, damit man besser genießen kann." Dann hast du in Beitrag 29 geschrieben: "mukti , um das „besser zu genießen“ geht es hier und im Text überhaupt nicht.
Das hast du missverstanden.


Denn wenn ich mir das Ziel stelle, besser zu genießen, wenn, / also die Voraussetzung dafür/- ich nicht anhafte, würde es niemals funktionieren. Das weiß jeder Psychologe.


Das Leiden passiert, der Schmerz passiert, auch das Genießen passiert – einfach so. Ich habe damit nichts zu tun. Das bedeutet, das Ganze einfach so zu sehen, wie den natürlichen Lauf der Konditionalität. Die ganze Kette läuft einfach so ab, das sogenannte Ich oder Selbst/ via Ego/, usw.. ist daran nicht involviert, und wenn es anders läuft, entsteht das Anhaften automatisch, ehe ich mich versehe.


So war es gemeint, deswegen war es mir komisch, aber ich wollte es nicht weiter ausführen. Ist für "mich" wie selbstverständlich.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Das hast du missverstanden.
Ich habe nicht verstanden, wieso du meinst ich würde dir unterstellen dass du schlecht verstehst, obwohl ich zugestimmt habe zu dem, was du hier nochmal erläuterst:

Denn wenn ich mir das Ziel stelle, besser zu genießen, wenn, / also die Voraussetzung dafür/- ich nicht anhafte, würde es niemals funktionieren. Das weiß jeder Psychologe.

Das Leiden passiert, der Schmerz passiert, auch das Genießen passiert – einfach so. Ich habe damit nichts zu tun. Das bedeutet, das Ganze einfach so zu sehen, wie den natürlichen Lauf der Konditionalität. Die ganze Kette läuft einfach so ab, das sogenannte Ich oder Selbst/ via Ego/, usw.. ist daran nicht involviert, und wenn es anders läuft, entsteht das Anhaften automatisch, ehe ich mich versehe.
Das sehe ich genau so, nur ob es jeder Psychologe so sieht, weiß ich nicht.

So war es gemeint, deswegen war es mir komisch, aber ich wollte es nicht weiter ausführen. Ist für "mich" wie selbstverständlich.
Auch wenn man etwas bereits versteht, ist es meines Erachtens wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern und darauf zu achten (sati), damit das Verständnis allmählich zu einer Verwirklichung wird. In diesem Sinne schreibe hier wegen der Dhammagespräche, nicht um kontrovers zu diskutieren, kritisieren, korrigieren oder belehren.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Aber mit dem Respekt- ist das OK, denke ich. Gut, alles klar, @mukti. LG.

P.S. Kontrovers zu diskutieren ist auch doch in Ordnung, denn selbst der Buddha war echt raffiniert und geschickt in allen möglichen Diskussionen mit allen möglichen Leuten aus sehr vielen Schichten der Bevölkerung. Dhamma ist nicht einfach zu verstehen, das kann kein Mensch abstreiten. Und eine Sache intellektuell zu begreifen, ist aber die andere Sache, die Lehre innerlich intuitiv zu erfassen und den Pfad zu verwirklichen.
Das war OT, mehr würde ich nicht darüber reden.

Belehren kann ich keinen hier, ich betrachte mich als der ewige Schüler. Punkt. Wenn es so klingt, dann tut es mir echt leid.🙏
 
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Re: Praxis Was sagt man dazu?
Kontrovers zu diskutieren ist auch doch in Ordnung, denn selbst der Buddha war echt raffiniert und geschickt in allen möglichen Diskussionen mit allen möglichen Leuten aus sehr vielen Schichten der Bevölkerung.
So wie ich den Buddha sehe, war er nicht angehaftet, hatte höchste Verwirklichung und unendliches Mitgefühl. Wenn ich kontrovers diskutiere ist Dünkel im Spiel, deshalb vermeide ich es lieber, weil ich nur eine sehr geringe Verwirklichung habe.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
So wie ich den Buddha sehe, war er nicht angehaftet, hatte höchste Verwirklichung und unendliches Mitgefühl

Das nicht Anhaften an einem "eigenen" Ich und den dualistischen Vorstellungen die es jeden Tag neu erzeugt, ist für mich jedoch eine lebenslange Übung.
Das Mitgefühl mit den anderen "Ichs" ergibt sich mir oft aus dem Verständnis meiner eigenen geistigen Mechanismen und der Beobachtung meines kleinen Geistes. Machmal klappt das nicht spontan, aber in der Nachbetrachtung bekomme ich es glücklicherweise meistens hin.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Das nicht Anhaften an einem "eigenen" Ich und den dualistischen Vorstellungen die es jeden Tag neu erzeugt, ist für mich jedoch eine lebenslange Übung.
Wenn ich das nicht täglich übe, gerät es in Vergessenheit und der Geist versinkt wieder ganz in Unwissenheit. Es ist schon trotz Übung so, dass es manchmal mehr und manchmal weniger klar ist. Einmal entsteht Inspiration und Begeisterung: 'Ach ja, so ist das in Wirklichkeit!' und am nächsten Tag ist das weg und die Übung wird zu einer bloßen Formalität.
Wenn ich an der regelmäßigen Übung festhalte, egal was passiert, mit oder ohne Inspiration, habe ich eine stabile Grundlage, einen sicheren Weg der allmählichen Befreiung aus der Unwissenheit. Aufgrund des theoretischen Verstehens und der gefühlten Notwendigkeit, Dukkha zu beenden, geht die Motivation nicht verloren, irgendwie weiß und fühle ich immer, warum ich das mache. Wie eine übergeordnete Instanz, an der sich der unbändige, launische Geist orientiert, so dass er nicht für immer von den Sinneswahrnehmungen davongetragen wird.

Das Mitgefühl mit den anderen "Ichs" ergibt sich mir oft aus dem Verständnis meiner eigenen geistigen Mechanismen und der Beobachtung meines kleinen Geistes. Machmal klappt das nicht spontan, aber in der Nachbetrachtung bekomme ich es glücklicherweise meistens hin.
Ja, was in mir ist, ist in anderen auch, kein Wesen will leiden, diesbezüglich sitzen wir ja alle im selben Boot. "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füge keinem anderen zu" - eine einfache Weisheit, die allzu oft von Gefühlen der Überlegenheit und des Hasses erstickt wird. Da erscheint es mir auch sehr wichtig, den eigenen Geist zu beobachten, damit er nicht unbemerkt Schaden anrichtet. Was natürlich nicht immer gelingt, wer hat schon so eine stabile Achtsamkeit. Wenn ich mich aber immer wieder darauf besinne, wird es langsam besser und diese Betrachtung und Nachbetrachtung ist eine Übung, die Dünkel und Groll entgegenwirkt.
Der ganze Pfad ist wohl von der rechten Bemühung oder Anstrengung begleitet, wie ja das ja auch die letzten Worte des Erhabenen waren: "Schwinden muss jede Erscheinung, unermüdlich mögt ihr euch da bemühen". (Digha N.16.6.5)

Naja, großes Gerede von einem kleinen Geist, ich könnte mich wahrlich mehr bemühen. Immerhin macht es Sinn, sich auf solche Wahrheiten zu besinnen:
Durch innere Wandlung wandelt sich das Außen, auch wenn es noch so langsam nachfolgt.
Nyanaponika Maha Thero
 
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Re: Praxis Was sagt man dazu?
Der ganze Pfad ist wohl von der rechten Bemühung oder Anstrengung begleitet, wie ja das ja auch die letzten Worte des Erhabenen waren: "Schwinden muss jede Erscheinung, unermüdlich mögt ihr euch da bemühen". (Digha N.16.6.5)
Ja, das stimmt, was die letzten Worte von Buddha betrifft, aber die unablässige Bemühung und die Anstrengung würden der goldenen Mitte oder dem Mittleren Weg widersprechen. So sieht die Waldkloster-Tradition etwas Ähnliches wie Mahayana , sie verweist auf den "lauteren" Geist, der in seiner inneren Essenz schon frei von allen Befleckungen oder Kilesa ist. Gerade deswegen spricht Ajahn Amaro über eine sehr tiefe Verwandtschaft zwischen Dzogchen und der eigenen Tradition im Buch „Kleines Boot, erhabener Berg“.

Oder anders ausgedrückt: Man sollte alle Extreme loslassen, denn je mehr ich mich anstrenge, desto mehr blockiere ich mich selbst von dem, was immer schon da ist.

Vereinfacht gesprochen: kann man hier auch über die radikale Akzeptanz reden.


Das passt zum ganzen Faden.


Wenn ich die Faust festhalte, wie kann ich los-lass-en? Oder wenn ich nur einatme, wie kann ich ausatmen?

So:

Wo können wir in Wirklichkeit hingehen? Gehen wir wirklich
jemals irgendwo hin? Wo auch immer wir hingehen, wir sind immer „hier“, oder?
Um die Frage zu klären: „wo können wir hingehen?“ müssen wir loslassen. Das
Selbst loslassen, Zeit loslassen und den Ort loslassen. Mit diesem Aufgeben von
Selbst, Zeit und Ort sind alle Fragen gelöst.
 
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Re: Praxis Was sagt man dazu?
Ja, das stimmt, was die letzten Worte von Buddha betrifft, aber die unablässige Bemühung und die Anstrengung würden der goldenen Mitte oder dem Mittleren Weg widersprechen. So sieht die Waldkloster-Tradition etwas Ähnliches wie Mahayana, sie verweist auf den "lauteren" Geist, der in seiner inneren Essenz schon frei von allen Befleckungen oder Kilesa ist. Gerade deswegen spricht Ajahn Amaro über eine sehr tiefe Verwandtschaft zwischen Dzogchen und der eigenen Tradition im Buch „Kleines Boot, erhabener Berg“.

Oder anders ausgedrückt: Man sollte alle Extreme loslassen, denn je mehr ich mich anstrenge, desto mehr blockiere ich mich selbst von dem, was immer schon da ist.
In seinen letzten Worten spricht der Buddha von rechter Bemühung, die den Pfad begleitet, und die Schüler sollen sich unermüdlich darin üben. Warum widerspricht dies dem Mittleren Pfad, den der Buddha selber gelehrt hat?

Was die Waldkloster-Tradition mit lauterem Geist bezeichnet ist die Tatsache, dass unser Geist von jeher frei von Eigenexistenz ist. Das wird auch in anderen buddhistischen Traditionen so gesehen. Sie benutzen halt nur unterschiedliche Begriffe, um dies auszudrücken. Wir finden dies zum Beispiel in den indischen Traditionen der Cittamatrins, Svatrantika-Madhyamikas und Prasangika-Madhyamikas. Ebenso gibt es diese Auffassung in den Traditionen des tibetischen Buddhismus : Dzogchen, Kagyü , Sakya und Gelug .

Oder anders ausgedrückt: Man sollte alle Extreme loslassen, denn je mehr ich mich anstrenge, desto mehr blockiere ich mich selbst von dem, was immer schon da ist.
Das sehe ich anders. Durch die Anstrengung, die mit der Dharmapraxis verbunden ist, blockieren wir nicht das was schon immer in uns da ist, nämlich dass wir das Potenzial besitzen, Befreiung aus Samsara erlangen zu können. Die Anstrengung, die Bemühung, richtet sich gerade darauf, die Verblendungen unseres Geistes zu überwinden. Denn diese verhindern, dass wir unser Potenzial, uns befreien zu können, erkennen und auf dem Pfad zur Entfaltung bringen.

Natürlich ist es wichtig, Extreme aufzugeben, weil sie Hindernisse für die Befreiung darstellen. Aber was sind diese Extreme ganz konkret?
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Was die Waldkloster-Tradition mit lauterem Geist bezeichnet ist die Tatsache, dass unser Geist von jeher frei von Eigenexistenz ist.
Doch. Es geht hier um den anderen Aspekt.


Tivagaro Bhikkhu sagt sinngemäß, dass der Arhat die höchste Verwirklichung des eigenen Selbst realisiert hat, also von „Ich“, sozusagen, also das wird nicht dasjenige, was im deinen Zitat steht. Und zitieren kann ich nicht. Urheberrecht!


Chitta kann man eher als das sich Vorstellen, was immer da ist. Wie der Himmel, der nur von den Wolken be-deckt ist.


Also Nirvana kann man ent-decken. Das ist so gemeint.


Aber was sind diese Extreme ganz konkret?
Zu viel Anstrengung oder Faulheit, so wie die Saite richtig gespannt sein soll, erzählt ein Sutta im Pali-Kanon .

»Sag, Sona, wenn die Saiten deiner Laute zu straff gespannt waren, gab dann wohl deine Laute einen vollen Klang und war sie zu gebrauchen?« -


»Nein, o Herr.« -


»Wenn nun aber die Saiten deiner Laute zu schlaff gespannt waren, gab da wohl deine Laute einen vollen Klang und war sie zu gebrauchen?« -


»Nein, o Herr.« -


»Wenn nun aber, Sona, die Saiten deiner Laute weder zu straff noch zu lose gespannt, sondern auf mittlere Tonhöhe abgestimmt waren, gab dann wohl deine Laute einen vollen Klang und war sie zu gebrauchen?« -


»Ja, o Herr.« -


»Ebenso auch, Sona, führt allzu straffe Anspannung der Willenskraft zur Aufregung, allzu schlaffe Anspannung aber zur Trägheit. Darum, Sona, halte dich an ein Ebenmaß deiner Willenskraft, erwirb dir ein Ebenmaß deiner Fähigkeiten (*3) und so strebe dann nach dem Ziel (*4)!« -
A.VI.55 Das Gleichnis von der Laute - 1. Soṇa Sutta


Zu Waldkloster -Tradition kann ich sehr gut zitieren:

Gegenwärtig lebt der Buddha noch, der wahre Buddha, denn er ist das Dhamma selbst, das „sacca-dhamma“. Und „sacca-dhamma“, das, was es einem ermöglicht, ein Buddha zu werden, existiert immer noch. Es ist nicht verschwunden! Es lässt zwei Buddhas entstehen, einen im Körper und einen im Geist. „Das wahre Dhamma“, sagte der Buddha zu Ānanda, „kann nur durch Praxis verwirklicht werden.“ Wer den Buddha sieht, sieht das Dhamma. Was heißt das? Früher existierte kein Buddha; erst als Siddhatthtteha Gotama das Dhamma verwirklichte, wurde er zum Buddha. Wenn wir es so erklären, ist er wie wir. Wenn wir das Dhamma verwirklichen, dann werden wir ebenfalls ein Buddha. Dies wird als der Buddha im Geist oder „nāma-dhamma“ bezeichnet.12
12Die gesammelten Lehren von Ajahn Chah, S. 525-526, Dhammapala Verlag, (2021).

Hier und jetzt, die wahre und wache Präsenz.

SO:

Der Geist ist gegenwärtig, er ist wach und er weiß.
Das Ist Zen:

Der Buddha lehrte, „Bhavanirodho* nibbānaṁ“ (AN 10, 7), was soviel bedeutet wie „Das Aufhöfhöören des Werdens ist Nibbāna“. Oder wie Hui Neng sagte:
In diesem Moment ist nichts, das beginnt zu sein.In diesem Moment ist nichts, das aufhört zu sein.In diesem Moment also, gibt es weder Geburt noch Tod, die beendet werden müssten
Und das ist die Quelle:


Muttodaya -Waldkloster. Bitte schön, der echte Genuss!


P.S.

Hier gibt es zwei Momente, die ich auch nicht sofort mitgekriegt hatte. Nibbana sowie Anātman gehören nicht zu bedingten Phänomenen, also sind beide keine Saṅkhāra – das wäre dann der erste Schritt.


Der zweite Schritt: Wie kann ich etwas erlangen oder erreichen, was nicht bedingt ist, also mit anderen Worten schon immer da ist?


Der dritte Punkt: Es geht um die nicht-duale Sichtweise. Deswegen ist es so schwer, das Ganze rein verbal zu vermitteln. Das ist wie der Hinweis auf den Mond mit dem Finger, aber nicht der Mond selbst. Im Zen sollte man dann diesen Finger abschneiden, wie alle Lehren zusammen. Was bleibt, ist schon Nirvana, das wir alle niemals verlassen hatten.


Gerade in diesem Sinne sagen schon Mahayana-Sutren, dass alle Wesen schon befreit sind, also sie wissen es nicht oder ahnen nichts davon. Diese "Doppel"-haft -ig-keit", wie im Herz-Sutra , ist genau das, was die Waldkloster-Tradition meint. War nur die Ergänzung.


Oder: Nirvana kann ich ausschließlich im Samsara ent-decken, nicht finden. Nicht erlangen, nicht erreichen, usw.


Mit der Freiheit von der inhärenten Existenz hat diese Nicht-Dualität nichts zu tun, so wird es überall erklärt, soweit ich es weiß und verstehe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Natürlich ist es wichtig, Extreme aufzugeben, weil sie Hindernisse für die Befreiung darstellen. Aber was sind diese Extreme ganz konkret?
Sinnesvergnügen und Selbstkasteiung:

Man sollte nicht nach dem Glück der Sinnesvergnügen trachten, welches niedrig, gewöhnlich, grob, unedel und unheilbringend ist; und man sollte nicht nach Selbstkasteiung trachten, welche schmerzhaft, unedel und unheilbringend ist. M.139

Die beiden Extreme entstehen durch das Begehren angenehmer Sinneswahrnehmungen und das Hassen unangenehmer Sinneswahrnehmungen. Nichts mit Begierde oder Hass zu ergreifen, ist das Resultat des mittleren Weges. Es ist auch eine mögliche direkte Übung: Was immer genau jetzt da ist, nicht dranhängen - weil ja alles mit Leid verbunden ist, vergänglich und ohne Selbst. Das ist aber nicht klar und ununterbrochen bewusst, Gier und Hass sind eben mit Unwissenheit oder Verblendung verbunden, in der man sich von Natur aus befindet. Sie lässt sich nicht so einfach beenden, dafür gibt es den achtfachen Pfad:

Und was ist jener Mittlere Weg? Es ist eben dieser Edle Achtfache Pfad; nämlich Richtige Ansicht, Richtige Absicht, Richtige Rede, Richtiges Handeln, Richtige Lebensweise, Richtige Anstrengung, Richtige Achtsamkeit, Richtige Konzentration. Der Mittlere Weg, der vom Tathāgata entdeckt wurde, vermeidet beide Extreme; er gibt Schauung, gibt Wissen, er führt zum Frieden, zur höheren Geisteskraft, zur Erleuchtung , zu Nibbāna. M.139
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
weil ja alles mit Leid verbunden ist
Das ist zu stark, Entschuldigung.

Es kommt wieder darauf an.

Weil alles ausgerechnet sogar mit Leiden verbunden ist, kann man genießen und sich zugleich nicht daran anhängen.


So Ajahn Amaro als Veranschaulichung:

Mit Weisheit können wir etwas, das wir wirklich mögen, erleben – „Ah! So köstlich. Total schön!“ – und es genießen, ohne zu versuchen, es zu besitzen oder zu behalten.
S.50, PDF.

Ansonsten klingt es nach Pessimismus ohne Ende, aber der Buddhismus zielt auf das innerste Glück, das unabhängig von den äußeren Bedingungen und Zuständen in uns selbst liegt.
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Was auch immer genau jetzt da ist, nicht dranhängen.
Ich wollte irgendwann wissen, wer sich an Dinge dranhängen kann. Wer stirbt und wer geboren wurde. Wer Befreiung erlangt und wer nicht befreit ist.
Ich weiß nicht wie es den anderen Menschen geht, aber aus irgendeinem Grund habe ich automatisch angenommen, dass ich da bin.
Diese Stimme im Kopf habe ich nie hinterfragt.
Ich wollte diese Frage durch das Nachdenken beantworten, aber weder das Nachdenken noch das Lesen von Büchern konnte mir meine Fragen beantworten.

Selbst in der Meditation kam ich nur bis zu einem gewissen Punkt, wo ich noch einen Punkt wahrnahm. Diese Idee von einem Selbst war so tief verankert, dass ich selbstverständlich davon überzeugt war.

Ich nahm so eine Art von Urgrund war. Die Lehrer sprachen von Vergänglichkeit und Nicht-selbst , und so dachte ich, dass dieser Urgrund aus Energiepunkten ein Ich wäre. Sozusagen meine wahre Natur.
Aber es gibt in der Meditation einen Moment, wo man erkennt, dass diese Energiepunkte, dieser Urgrund auch ohne einem Selbst sind .
Ich hatte auch einfach ausgedrückt, aus 0+0 eine Eins gemacht. Und aus dieser Eins, entstand das ganze Universum, mit all den Folgen.
Diese erdachte eins, konnte sterben, geboren werden, verlieren und gewinnen.

Und aus dieser Täuschung heraus, entstand viel Enttäuschung. Es folgten Handlungen und Gedanken, die jene freien Energiepunkten fesselten und zu einer angreifbaren und scheinbar festen Masse machten, die durch diese erzwungene Existenz nun angreifbar und verwundbar waren.

Ich dachte immer, dass das was denkt ich bin, und habe jenes ignoriert, dass nicht denkt.
Die Wolken am Himmel sind manchmal weiß und manchmal Dunkel. Sie kommen und verschwinden. Ich erfreute mich an ihnen oder ich fürchtete sie, aber ich habe nie wirklich an den Hintergrund gedacht, an die Bühne.

Im Grunde sind wir wie Menschen die in einen Hundehaufen getreten sind und dann einen Duftbaum für das Auto kaufen, aber die Schuhe nicht waschen. Es wird immer stinken .

Im Grunde sollten wir in unserer Praxis nicht die ganze Welt erforschen und alle möglichen Bücher lesen. Wir müssen unablässig dieses Herz erforschen, befreien und heilen .

Diese ganzen Sachen..wie Metta , Sila, Samadhi helfen uns (und manchmal auch unserem Umfeld) in der Praxis .

Wie viele Bücher und Dhammatalks haben wir schon gelesen und gehört ? Vielleicht sind wir schon von einer Tradition zur nächsten gewechselt, weil diese “besser“ für uns geeignet sind. Wie viele Belehrungen, Einweihungen und Bücher brauchen wir noch?
Nach 10/20/50 Jahre in der Praxis haben wir alle nötigen Informationen und Hilfsmittel erhalten.

Es scheitert am kleinen Teufel auf der Schulter.

Vor sehr langer Zeit erwischte ich mich mal bei einem lustigen Gedanken . Ich war in einem Retreat und plante während dem Retreat mein nächstes. Ich stellte mir vor, wie ich im nächsten Retreat sehr gut vorbereitet, erfolgreich praktizieren werde. Und eines Tages werde ich in der Zukunft Befreiung erlangen.

Ich habe erstens dieses Ich als selbstverständlich akzeptiert und an eine Zukunft geglaubt, wo dieses Ich eine Befreiung erlangen würde.
Das ist das Werk von Mara , den kilesas und meinem Versuch der Gegenwart zu entkommen.

Manchmal sagen die Leute, dass die Praxis so schwer und kompliziert sei. Sie sagen sich dann : Oh im nächsten Leben werde ich dann loslegen, und eigentlich möchte ich allen Wesen helfen (dieser schöne und edle Gedanke gefällt uns) bevor ich Befreiung erlange. Oder sie sagen dir durch die Blume, dass sie eigentlich schon fertig sind mit der Praxis. Oder das es sowieso nichts zu erreichen gibt.

Es ist aber halt auch so, dass wir dieses Universum in jedem Moment neu erschaffen.

Wenn ich jetzt gerade auf mein Bett schaue, sehe ich da meine Katze die gefühlt 10 mal am Tag dem Verhungern nahe ist. Wenn ich nun nicht wirklich praktiziere, dann denke ich : “ICH sehe meine Katze “ und in dem Moment bildet man neue Fesseln im Herzen. Es entstehen Gedanken, Handlungen , Gefühle, die Folgen mit sich bringen.
Dukkha entsteht weil wir durch unsere Täuschung tagtäglich enttäuscht werden.

Die Praxis ist im Grunde genommen ganz einfach. Man muss herausfinden was und wer man ist. Aber mit Büchern und anderen Sachen kommt man irgendwann nicht mehr weiter.

Es gibt in der Meditation Bereiche und Erfahrungen die nicht mit unserem weltlichen Wissen erklärbar sind.
Aber oft fehlt uns die Kraft und Ausdauer um dieses Herz zu durchschauen und zu heilen und befreien.

Mögen wir alle Frieden finden !
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
Es gibt in der Meditation Bereiche und Erfahrungen die nicht mit unserem weltlichen Wissen erklärbar sind.
Aber oft fehlt uns die Kraft und Ausdauer um dieses Herz zu durchschauen und zu heilen und befreien.
Meditation bedeutet eigentlich nichts anderes als sehr gründlich und weise nachdenken, kontemplieren, so der Duden.
Und das passiert rund um die Uhr, wenn der konkrete Mensch im eigenen Herz-Geist verankert ist, verwurzelt ist.
Ajahn Chah hatte es manchmal einigen Mönchen verboten, zu meditieren, also formell; er schickte sie, sehr schwere Arbeit zu verrichten. Das erzählt auch Ajahn Sumedho. Er sollte die neue Straße bauen, aber nicht still in sich versunken meditieren.
Das Herz aller Dinge entpuppt sich dann einmal als das eigene Herz. Darüber spricht man aber nicht.
Aber das ist das Einzige Wahre, was es überhaupt gibt.❤️
 
Re: Praxis Was sagt man dazu?
P.S.

Hier gibt es zwei Momente, die ich auch nicht sofort mitgekriegt hatte. Nibbana sowie Anātman gehören nicht zu bedingten Phänomenen, also sind beide keine Saṅkhāra – das wäre dann der erste Schritt.

Der zweite Schritt: Wie kann ich etwas erlangen oder erreichen, was nicht bedingt ist, also mit anderen Worten schon immer da ist?
Nibbana ist ein beständiges Phänomen, weil es sich nicht von Moment zu Moment verändert wie ein Auto. In Bezug auf Nibbana gilt nicht der kausale Ursache-Wirkungs-Zusammenhang. Aber obwohl Nibbana beständig ist, ist es trotzdem ein abhängiges Phänomen, weil es nicht trennt von unserem Geist aus sich heraus existiert. Es ist eine Qualität unseres Geistes. Wir erkennen sie aber erst wirklich, wenn wir die wahren Leiden und die wahren Ursachen vollständig überwunden haben.

Die wahren Leiden und deren Ursachen gehören nicht zur Natur unseres Geistes. Sie sind wie Verhüllungen aufgrund derer wir dies nicht erkennen können. Mittels des achtfachen Pfades erzeugen wir nicht Nibbana, sondern mittels des achtfachen Pfades beseitigen wir unsere samsarischen Verblendungen, die verhindern, dass wir erkennen wie unser Geist tatsächlich beschaffen ist.
 
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