• Wichtige Änderungen an der Datenschutzerklärung. Mit der fortgesetzten Nutzung des Forums bestätigst Du die neuen Datenschutzrichtlinien. Bisher waren eingeschränkt Einbettungen in Posts möglich, teilweise wenn man zuvor explizit in den Einstellungen zugestimmt hat. Mit jeder Änderung der Soziale-Medien-Landschaft wird es schwieriger, alles mit eigenen Codes up-to-date zu halten und zusätzliche Dienste zu aktivieren. Ich habe daher standardmäßig über s9e eine Reihe an Diensten aktiviert - s9e aktualisiert die Codes, wenn sich etwas an den Diensten ändert. Folgende Drittanbieter sind nun also aktiv: s9e.github.io (Github), Youtube, Vimeo, Bluesky, Mastodon, Threads und Facebook. Details in der Datenschutzerklärung. (Dieser Hinweis kann über das X oben rechts ausgeblendet werden)
Re: Praxis Wahrnehmen
Toll!(y)

Dank dir habe ich diesen Autor vor langer Zeit gelesen.

Darum geht es eigentlich. Buddhismus kann man als eine bestimmte Art betrachten, die Welt und die Phänomene wahrzunehmen.

Ich habe damals den Abschnitt von Dtun zitiert, wo er reine mystische Erfahrung der allumfassenden Vergangenheit beschreibt. Das ist nicht für jeden.

Diese Mönche waren echt Heilige. Für sie gab es nur ein Ziel: Nibbāna in diesem Leben.

Ich verneige mich immer innerlich vor ihnen.

P.S.

Mögen alle Menschen die dieses Buch lesen von Ajahn Dtuns
Dhamma profitieren und Nibbāṇa in diesem Leben
verwirklichen.


🙏
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Praxis Wahrnehmen
@mukti .

Danke nochmal.

Was bedeutet es-konkret!-, die Vergänglichkeit in allem zu sehen? Also-wahr-zu-nehmen?

So lese ich bei Ajahn Dtun:

Als ich mich umblickte, war die ganze Halle voller Laien und ich sah alle als Leichen
in verschiedenen Stadien der Auflösung.
Einige waren im Begriff zu verrotten und
Eiter floss an ihnen herab, andere waren vertrocknet und hatten nur noch Hautfetzen
an den Knochen. Die ganze Meditationshalle war damit voll. Mit diesem Anblick
stieg ein starkes Gefühl von Ernüchterung in mir auf. Ich setzte meine Praxis fort. In
dieser Zeit war es generell ganz normal für mich, auch während der alltäglichen Verrichtungen
wie beim Wasser holen, wenn zwei Mönche den Behälter transportieren
mussten, dann sah ich den Mönch vor mir als Skelett. Ein Skelett ging vor mir. So war
es die meiste Zeit. Meine Mitmönche im Kloster nahm ich als Skelette bzw. Leichen
wahr,
die zusammenbrachen. Am Abend, während der Meetings, erlaubte ich mir
diese Wahrnehmung nicht. Ich konzentrierte mich auf die Praxis. Manchmal erschien
mit dieser Wahrnehmung Furcht. Ich verkürze jetzt den Bericht etwas, denn
die Zeit ist schon fortgeschritten.
Nicht für den "Otto-Normalen". Was dann als „normal“ gilt, wäre die andere Frage.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Man nimmt ja auch seine Vorstellungen von der Welt wahr, seine eigenen Eindrücke, Interpretationen, die sich mit der konkreten Wahrnehmung vermischen.
Der Sinn der Übung schien mir immer zu sein, von allen eigenen Aneignungen der Wahrnehmungen abzustehen, und sich auf das konkrete Hier und Jetzt zu konzentrieren.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Der Sinn der Übung schien mir immer zu sein, von allen eigenen Aneignungen der Wahrnehmungen abzustehen, und sich auf das konkrete Hier und Jetzt zu konzentrieren.
Entschuldige, @Bubbles, ich würde hier widersprechen.
Im Theravāda sollte man die Dinge eigentlich so sehen,. wie sie wirklich sind. Und das bedeutet, sie unter dem Blickwinkel der drei, eher vier Daseinsmerkmale zu betrachten.Es ist kein Zen . Dieser Mönch kultivierte diese Zustände bewusst und mit voller Absicht.
So schildert er auch, wie er in einer jungen, schönen Frau ein Skelett sah, nichts weiter. Ha ha … Das sollte ich meiner Frau bestimmt nicht erzählen.Das könnte für mich elend enden …
Also zurück zum Thema. Nur wenige sind imstande, die Welt so unmittelbar wahrzunehmen, anstatt nur darüber zu lesen oder zu spekulieren.
In allen Festen diese Flüssigkeit und Vergänglichkeit zu sehen, im vermeintlichen Glück etwas Leidhaftes und Unzulängliches zu erkennen und in dem, was einen inneren Kern zu haben scheint, nur den Strom der bedingten Entstehung zu sehen.Und zwar so, dass kein eigenständiges Ding zu finden ist.Wie bei einer Kette, die aus vielen Bestandteilen besteht: Wenn ich nach dem Ding als solchem suche, kann ich nichts finden.
Der Dalai Lama sagt in seinen Harvard-Vorlesungen etwas dazu: Am Ende kann man weder Leerheit noch einen Buddha finden.Und ad infinitum.
Auf der absoluten Ebene gibt es weder einen Igor noch eine Katze, sondern nur die Elemente, gleich einem schillernden Spiel auf dem Wasser.
Auf der Ebene der Konventionen gibt es alles. Das sind zwei verschiedene Schuhe.
Ich könnte natürlich noch viel mehr dazu zitieren, aber ich finde es besser, die Dinge mit eigenen Worten zu erklären. LG.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
@mukti .

Was bedeutet es-konkret!-, die Vergänglichkeit in allem zu sehen? Also-wahr-zu-nehmen?

So lese ich bei Ajahn Dtun: ....
Das sind asubha nimitta, soweit ich mich erinnere, hat er sie nicht absichtlich herbeigeführt, sie können bei intensiver Praxis entstehen. Muss ich morgen nochmal nachlesen, es steht in seiner Autobiografie.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
hat er sie nicht absichtlich herbeigeführt,
Bei Asubha kontempliert man, also visualisiert jemand eher die verschiedenen Stadien der Verwesung einer Leiche. Dazu steht mehr als genug im Visuddhimagga .

Und das sagt Ajahn Dtun:


Andere wenden die
Asubha-Betrachtung als Methode an und visualisieren die
innewohnende Unattraktivität des Körpers
des anderen
Menschen, egal ob er männlich oder weiblich ist. In Folge
dessen ruht ihr Geist in Gleichmut und fühlt sich in keiner
Weise vom Körper des anderen Menschen angezogen. Das
sind die Methoden, die die Edlen nutzen, um den
Geistestrübungen entgegenzuwirken.
Und:
Wiederum, ihr Bhikkhus, vergleicht ein Bhikkhu , als ob er eine Leiche sähe, die auf ein Leichenfeld geworfen wurde - schon einen, zwei oder drei Tage lang tot, aufgedunsen, blau angelaufen, aus der Flüssigkeiten heraussickern - so vergleicht er diesen seinen Körper damit: ,Dieser mein Körper ist von derselben Natur, so wird er sein, er kann diesem Schicksal nicht entgehen.’
Die Quelle:

 
Re: Praxis Wahrnehmen
Bei Asubha kontempliert man, also visualisiert jemand eher die verschiedenen Stadien der Verwesung einer Leiche.
Das hat Ajahn Dtun auch gemacht und dann sind sind diese Wahrnehmungen auch spontan aufgetreten:

Das Abendmeeting begann regulär mit einer Meditationsperiode. Dann erklang die Glocke um sich zu erheben und dann mit dem Chanting weiterzumachen. Das war der Zeitpunkt, als in mir der Gedanke erschien, mich umzudrehen und zu sehen, wie viele Menschen gekommen waren. Normalerweise sind es sehr viele Menschen, die für die ganze Nachkommen, um zu meditieren, zu chanten und Dhamma Talks zu hören.
Als ich mich umblickte, war die ganze Halle voller Laien und ich sah alle als Leichen in verschiedenen Stadien der Auflösung ...
Autobiographische Vorträge
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Gestern habe ich von einem Buddhisten gehört, der zwar die Sila befolgt hat, aber das Dhamma nur durch Lesen und Nachdenken über Lehrreden und Kommentare ergründen wollte. Er hat sich so darin verbissen, dass er verrückt wurde und in der Psychiatrie gelandet ist. Er hatte keinen Weg zur meditativen Vertiefung gefunden und seinen Geist überanstrengt.
Das ist ein falsches Anfassen der Lehre. Auf der mentalen Ebene lässt sich die Wahrheit nicht wirklich entdecken, denn sie ist "tiefgründig, schwer zu sehen und schwer zu verstehen, friedvoll und erhaben, durch bloßes Nachdenken nicht zu erlangen, subtil, von den Weisen selbst zu erfahren." (M.26)

Auch wenn man den Geist nicht durch zu viel Studium und Nachdenken überanstrengt, etwa indem man die Lehre in vernünftigem Maß auf einer Akademie studiert, erreicht man ohne Meditation nicht viel. Bücher, die von solchen Gelehrten verfasst wurden, lese ich gar nicht.

Gelehrte neigen dazu Bücher zu lesen und starr am Inhalt festzuhalten und sie als ihre Lehrer zu sehen. Viele von ihnen haben die Einstellung, dass alles mit den Texten übereinstimmen muss. Wenn das nicht der Fall ist, glauben sie, es wäre nicht korrekt. Viele Mönche und auch viele Laien denken so. Sie sehen fälschlicherweise ihr Bücherwissen als Weisheit, aber tatsächlich sind es nur Erinnerungen. Es ist bloß Wissen, dass sie auswendig gelernt haben. Sie haben sich vielleicht alle Abschnitte und Punkte verschiedener Lehrreden gemerkt und dann präsentieren sie sich als zuverlässige, vertrauenswürdige Lehrer, werden oft sehr berühmt, aber ihre Herzen sind immer noch nicht lauter. Durch ihr gelerntes Wissen waren sie nicht fähig die Geistestrübungen loszulassen.
Ajahn Dtun, "Die Heilige Gleichung"

Die heilige Gleichung ist die dreifache Übung von Sila, Samādhi und Paññā, Tugend, Sammlung und Weisheit. Bücher wie dieses lese ich mit großem Gewinn, z.B. erklärt Ajahn Dtun, dass sich das Wahrnehmen bzw. Beobachten des Geistes ohne Sammlung nicht aufrecht erhalten lässt. Sammlung ist das Richten des Geistes auf ein einziges Objekt, wie den Atem oder den Mantra "Buddho". Ajahn Maha Bua hat das auch aus seinem eigenen Erleben berichtet und wenn man es bei sich selber erfährt, hat man eine wichtige Anleitung erhalten.

Bemühung, Ausdauer und Beharrlichkeit sind heilsame Eigenschaften, wenn sie richtig angewendet werden. Aber diese ganze Kopflastigkeit, die sich so sehr verbreitet hat, ist entschieden nicht mein Ding.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Auf der mentalen Ebene lässt sich die Wahrheit nicht wirklich entdecken, denn sie ist "tiefgründig, schwer zu sehen und schwer zu verstehen, friedvoll und erhaben, durch bloßes Nachdenken nicht zu erlangen, subtil, von den Weisen selbst zu erfahren." (M.26)
Lieber @mukti, gerade daran sind Mettiko Bhikkhu, Phra Ajahn Payutto und auch Ajahn Buddhadāsa nicht einverstanden. Und sie sind echte Praktizierende und geistig absolut gesund. Zu allen Suttas im Pali -Kanon gibt es andere, die es anders sehen, oder?

Selbst der Buddha hatte viel intellektuell über die bedingte Entstehung reflektiert. Steht überall.

Siehe hier:

2. "Vor meiner Erleuchtung , ihr Bhikkhus, da ich noch nicht vollkommen erleuchtet, noch ein Bodhisattva war, kam mir der Gedanke: In Mühsal wahrlich ist diese Welt geraten usw. usw.





3. Da kam mir, ihr Bhikkhus, der Gedanke: Was muß denn vorhanden sein, daß Alter und Tod entsteht; aus welcher Ursache geht Alter und Tod hervor? Da ward mir, ihr Bhikkhus, nach reiflicher Erwägung die Erkenntnis zu teil: Wenn Geburt vorhanden ist, entsteht Alter und Tod; aus der Geburt als Ursache geht Alter und Tod hervor.





4-13. Da kam mir, ihr Bhikkhus, der Gedanke:
S.12.10. Der große Weise der Sakyas, Gotama - 10. Gotama Sutta
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Auch wenn man den Geist nicht durch zu viel Studium und Nachdenken überanstrengt, etwa indem man die Lehre in vernünftigem Maß auf einer Akademie studiert, erreicht man ohne Meditation nicht viel. Bücher, die von solchen Gelehrten verfasst wurden, lese ich gar nicht.
Dazu fällt mir eine Geschichte aus meinem monastischen Leben ein. Mein Upajjaya der mich Ordiniert hat, ist ein Mönch der sozusagen nicht meditiert. In meinem damaligen Tempel war die Halle für die Ordination noch nicht fertig, und so habe ich die höhere Ordination in Bangkok erhalten. Diese Mönche studieren die buddhistischen Schriften. Sie gehen teilweise auf eine Universität und erhalten nach dem Abschluss einen zusätzlichen Titel .

Für mich war die Meditation am Anfang ehrlicherweise nicht immer so einfach und eines Tages fragte ich meinen Lehrer ob ich mich nicht mehr auf das Studium konzentrieren sollte.

In seiner (unserer tradition) lag der Schwerpunkt auf der Meditation.
Er fragte mich was ich mir von der buddhistischen Lehre erwarte. Damals war meine Antwort darauf, dass ich glücklicher und zufriedener werden möchte.

Er sagte mir dann folgendes: Ich bin wie jemand der in einen Hundehaufen hinein getreten ist, und von ihm jetzt einen Raumspray kaufen möchte. Ich beklage mich über den üblen Geruch, aber ich möchte nicht meine Schuhe waschen, sondern von ihm einen Raumspray bekommen.
Ich kann mir jetzt unzählige Bücher über gute Gerüche kaufen, aber solange ich meine Schuhe nicht reinige, werde ich den üblen Geruch nicht los.

Unsere Lehrer waren aber keine Gegner von dem Studium.
Aber wir durften zum Beispiel am Anfang nur sehr wenig lesen und manche Fragen wurden nicht beantwortet. (Zum Beispiel: Wie oft kommt ein Sotapanna noch zurück, oder hat ein Arahat noch Kopfschmerzen)

Eines Tages erhielt ich die englische Biografie von Luang por Tate.
Ich wollte dann auf Wanderschaft gehen und so praktizieren wie dieser Mönch.
Mein Lehrer lachte dann und sagte mir dass ich erstmal Samadhi im Alltag kultivieren und halten sollte und endlich mal meine Kutti (Hütte) sauber halten soll.
Der Faulpelz möchte jetzt wie die Arahats praktizieren weil er durch die Bücher plötzlich inspiriert wurde 😂

Später durfte ich dann auf Wanderschaft gehen und mir wurde klar, dass ich keine Woche in einem Thailändischen Wald überstanden hätte .

Ich arbeite ja mit einem Mantra , und manchmal entstand die Idee, dass ich dieses oder jenes Buch lesen müsste um endlich weiter zu kommen. Mein zweiter Lehrer konnte sozusagen die Gedanken der Menschen lesen (hier im Westen kommen solche Geschichten nicht sehr gut an) und eines Tages während der Kontemplation über das Essen las er meine Gedanken.
Ich war hungrig und genervt von der Hitze. Ich wollte essen und endlich meine Körperposition verändern dürfen. Es war ein sehr striktes Kloster.
Ich folgte nicht mehr meinem Mantra .

Als die Kontemplation und die Zeremonie vorbei war, nahm er sein Essen und ging an mir vorbei. Er drehte sich um und sagte etwas zu seinem Assistenten. Er übersetzte die Worte für mich: “Egal wo wir sind, wir müssen hier in unserem Herzen eine Lösung für das Leiden finden, der Buddha ist nicht in den Büchern und auch nicht in den Statuen hier im Tempel zu finden. Der Buddha ist hier in unseren Herzen“

Ich glaube in einem anderen Thread habe ich schon mal was zum Thema “Bücher“ geschrieben.

Lg Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Praxis Wahrnehmen
Ich glaube in einem anderen Thread habe ich schon mal was zum Thema “Bücher“ geschrieben.
Lieber @Martin, auf diesem anderen Faden über die sogenannten Bücher hat @Helmut in Beitrag 74 so geschrieben:

Wahrheit gibt es auf zwei Ebenen: Man kann eine Wahrheit mittels begrifflicher Schlussfolgerung erkennen oder man hat eine unbegriffliche, unmittelbare geistige Wahrnehmung der Wahrheit. Die letztere kann man nicht ohne erstere im eigenen Geist hervorbringen. Sich selber Zuflucht zu sein mit der Lehre als Zuflucht, bedeutet meines Erachtens, dass man die Lehre des Buddha im eigenen Geist verwirklicht hat. Dann ist man nicht mehr auf den schriftlichen Dharma angewiesen. Um aber andere Menschen zu diesem Ziel zu führen, muss man ihnen den schriftlich überlieferten Dharma vermitteln.
Dem kann ich total zustimmen.Der Mensch ist mit dem Leben unzufrieden oder sogar verzweifelt. Er sehnt sich nach dem inneren Frieden, nach Erlösung.Jeder von uns hat tief im Inneren Angst vor dem Alter, der Krankheit und dem Tod.Der junge Prinz Siddhattha war tief erschüttert, als er diese himmlischen Boten, wie man so sagt, direkt ins Gesicht sah.Und danach suchen wir alle: in der Religion, in der Philosophie oder in dem, was uns die moderne Wissenschaft verspricht.Und wenn wir Glück haben, treffen wir den lebendigen Lehrer. Und er vermittelt uns unmittelbar, welche Methode wir benutzen sollen, um den Buddha im eigenen Herzen zu finden.

Um den Buddha im eigenen Herzen zu finden, sollte ich überhaupt irgendwelche Vorstellungen von dem Wort und Begriff „Buddha“ haben. Ein kleines Kind oder meine Katze würden überhaupt nicht nachvollziehen, worum es hier geht.Der Dalai- Lama betont ausdrücklich, wie wichtig das Studium ist.Und es war früher der Brauch, erzählt er weiter, im Streit mit logischen Argumenten zu beweisen, dass jemand die Lehre korrekt verstanden hatte.

Da gibt es keinen Widerspruch zwischen Studium und Meditation, egal, wie man sie definiert.Denn wenn jemand diese allumfassende Vergänglichkeit wirklich wahr-nimmt, wie Ajahn Dtun , dann würde er weiter praktizieren.So etwas wirklich spontan zu sehen, wie @mukti es ausdrückte, kann man als echten Segen betrachten.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Danke für deinen schönen Erfahrungsbericht @Martin, in so einem Kloster geht es ja richtig zur Sache. Ich habe früher in hinduistischen Ashrams praktiziert, unter persönlicher Anleitung ohne Studium. Später habe ich nur mal kurz In Thailand ein buddhistisches Kloster besucht, ich glaube es war Suan Mokkh. Zum Glück kann ich mich hier mit einem ehemaligen Mönch beraten, der viele Jahre in Wat Pah Nanachat praktiziert hat.
Den Gott der Hindus konnte ich nicht im Herzen finden, aber Buddha-Dhamma lässt sich dort mit Sicherheit entdecken.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Danke für deinen schönen Erfahrungsbericht @Martin, in so einem Kloster geht es ja richtig zur Sache. Ich habe früher in hinduistischen Ashrams praktiziert, unter persönlicher Anleitung ohne Studium. Später habe ich nur mal kurz In Thailand ein buddhistisches Kloster besucht, ich glaube es war Suan Mokkh. Zum Glück kann ich mich hier mit einem ehemaligen Mönch beraten, der viele Jahre in Wat Pah Nanachat praktiziert hat.
Den Gott der Hindus konnte ich nicht im Herzen finden, aber Buddha-Dhamma lässt sich dort mit Sicherheit entdecken.
🙏

Vor Wat Pah Nanachat hatte ich immer einen großen Respekt. Ich weiß nicht wie es heute ist, aber damals war es sehr schwer dort unterzukommen.
Wenn du dich dort für den monastischen Weg entscheidest, dann ändert sich dein ganzes Leben. Ich glaube damals musste man ein bis zwei Jahren als Phakhao dort leben. Dann kommt die Ordination zum Novizen und später zum Mönch . Die ersten 5 jahre machst du im Grunde nichts ohne Begleitung.
Aber dafür haben die Leute niemals ein Problem mit dem Visum. Ich kenne inzwischen zwei Westler die nach einer sehr langen Zeit in Thailand kein neues Visum bekommen haben und schlussendlich ihre Robe abgelegt haben.

Die Geschichten von Ajahn Chah usw sind zwar sehr inspirierend, aber die Ausbildung dort ist ziemlich heftig.
Aber während das restliche Land von Skandalen überschattet wurde, haben die ihren hohen Standard halten können.

Lg Martin
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Die Geschichten von Ajahn Chah usw sind zwar sehr inspirierend, aber die Ausbildung dort ist ziemlich heftig.
Hm, ich habe irgendwo gelesen, dass die meisten Mönche dort faul sind und überhaupt nicht meditieren, also eine totale Verrohung der Sitten, sozusagen.

Und Tivagaro Bhikkhu beschreibt dasselbe wie du, Martin.

Aber ich denke mal, wenn man diese persönlichen Herausforderungen auf dem eigenen Leib erlebt, kann man das als Anstoß betrachten, auf den Grund zu gehen, warum wir alle leiden.

Auch diese ganze Mühsal mit den Visa und Versicherungen, den ganzen Behördenkram, schildert dieser Bhikkhu...
Danke für den Bericht. Respekt!(y)
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Die Geschichten von Ajahn Chah usw sind zwar sehr inspirierend, aber die Ausbildung dort ist ziemlich heftig.
Kann mir vorstellen, dass das recht hart ist, besonders für Westler, die einen ganz anderen Lebensstil gewohnt sind. Lesen und nachdenken lässt sich damit wohl kaum vergleichen.

Aber während das restliche Land von Skandalen überschattet wurde, haben die ihren hohen Standard halten können.
Mögen sie ihn weiterhin halten können, jetzt wo die alten Meister nicht mehr da sind.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Kann mir vorstellen, dass das recht hart ist, besonders für Westler, die einen ganz anderen Lebensstil gewohnt sind. Lesen und nachdenken lässt sich damit wohl kaum vergleichen.


Mögen sie ihn weiterhin halten können, jetzt wo die alten Meister nicht mehr da sind.
Ich werde diesen Thread hier nicht länger mit einem anderen Thema “zerstören“.
Falls mal Interesse an dem Thema besteht, dann mache ich einen neuen Thread dazu auf .

Lg Martin
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Selbst der Buddha hatte viel intellektuell über die bedingte Entstehung reflektiert. Steht überall.

Siehe hier:
2. "Vor meiner Erleuchtung , ihr Bhikkhus, da ich noch nicht vollkommen erleuchtet, noch ein Bodhisattva war, kam mir der Gedanke: In Mühsal wahrlich ist diese Welt geraten usw. usw.

S.12.10. Der große Weise der Sakyas, Gotama - 10. Gotama Sutta

Das hat seine Reflexion bewirkt:
Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn ein Mann, in der Wildnis im Walde wandernd, eine alte Straße erblickte, einen alten Weg, von Menschen früherer Zeit begangen.
Er hat den Weg gesehen und ist ihn gegangen.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Sakkāya nach dem Wörterbuch von Klaus Mylius: Saka - mein, kaya - 1. Körper, Leib; 2. Masse, Menge, Haufen, Gruppe.
Wenn die Wahrnehmung 'Ich bin der Körper' überwunden ist, kann die Wahrnehmung entstehen 'Ich bin eine geistige Person, die sich im Körper befindet'. Wenn die Wahrnehmung 'Ich bin die Person' überwunden ist, kann die Wahrnehmung entstehen 'Ich bin das, was Geist und Körper wahrnimmt'. Das wäre das subtile Ich eines Sotapanna.
 
Zurück
Oben Unten