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Re: Praxis Wahrnehmen
Toll!(y)

Dank dir habe ich diesen Autor vor langer Zeit gelesen.

Darum geht es eigentlich. Buddhismus kann man als eine bestimmte Art betrachten, die Welt und die Phänomene wahrzunehmen.

Ich habe damals den Abschnitt von Dtun zitiert, wo er reine mystische Erfahrung der allumfassenden Vergangenheit beschreibt. Das ist nicht für jeden.

Diese Mönche waren echt Heilige. Für sie gab es nur ein Ziel: Nibbāna in diesem Leben.

Ich verneige mich immer innerlich vor ihnen.

P.S.

Mögen alle Menschen die dieses Buch lesen von Ajahn Dtuns
Dhamma profitieren und Nibbāṇa in diesem Leben
verwirklichen.


🙏
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Praxis Wahrnehmen
@mukti .

Danke nochmal.

Was bedeutet es-konkret!-, die Vergänglichkeit in allem zu sehen? Also-wahr-zu-nehmen?

So lese ich bei Ajahn Dtun:

Als ich mich umblickte, war die ganze Halle voller Laien und ich sah alle als Leichen
in verschiedenen Stadien der Auflösung.
Einige waren im Begriff zu verrotten und
Eiter floss an ihnen herab, andere waren vertrocknet und hatten nur noch Hautfetzen
an den Knochen. Die ganze Meditationshalle war damit voll. Mit diesem Anblick
stieg ein starkes Gefühl von Ernüchterung in mir auf. Ich setzte meine Praxis fort. In
dieser Zeit war es generell ganz normal für mich, auch während der alltäglichen Verrichtungen
wie beim Wasser holen, wenn zwei Mönche den Behälter transportieren
mussten, dann sah ich den Mönch vor mir als Skelett. Ein Skelett ging vor mir. So war
es die meiste Zeit. Meine Mitmönche im Kloster nahm ich als Skelette bzw. Leichen
wahr,
die zusammenbrachen. Am Abend, während der Meetings, erlaubte ich mir
diese Wahrnehmung nicht. Ich konzentrierte mich auf die Praxis. Manchmal erschien
mit dieser Wahrnehmung Furcht. Ich verkürze jetzt den Bericht etwas, denn
die Zeit ist schon fortgeschritten.
Nicht für den "Otto-Normalen". Was dann als „normal“ gilt, wäre die andere Frage.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Man nimmt ja auch seine Vorstellungen von der Welt wahr, seine eigenen Eindrücke, Interpretationen, die sich mit der konkreten Wahrnehmung vermischen.
Der Sinn der Übung schien mir immer zu sein, von allen eigenen Aneignungen der Wahrnehmungen abzustehen, und sich auf das konkrete Hier und Jetzt zu konzentrieren.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
Der Sinn der Übung schien mir immer zu sein, von allen eigenen Aneignungen der Wahrnehmungen abzustehen, und sich auf das konkrete Hier und Jetzt zu konzentrieren.
Entschuldige, @Bubbles, ich würde hier widersprechen.
Im Theravāda sollte man die Dinge eigentlich so sehen,. wie sie wirklich sind. Und das bedeutet, sie unter dem Blickwinkel der drei, eher vier Daseinsmerkmale zu betrachten.Es ist kein Zen . Dieser Mönch kultivierte diese Zustände bewusst und mit voller Absicht.
So schildert er auch, wie er in einer jungen, schönen Frau ein Skelett sah, nichts weiter. Ha ha … Das sollte ich meiner Frau bestimmt nicht erzählen.Das könnte für mich elend enden …
Also zurück zum Thema. Nur wenige sind imstande, die Welt so unmittelbar wahrzunehmen, anstatt nur darüber zu lesen oder zu spekulieren.
In allen Festen diese Flüssigkeit und Vergänglichkeit zu sehen, im vermeintlichen Glück etwas Leidhaftes und Unzulängliches zu erkennen und in dem, was einen inneren Kern zu haben scheint, nur den Strom der bedingten Entstehung zu sehen.Und zwar so, dass kein eigenständiges Ding zu finden ist.Wie bei einer Kette, die aus vielen Bestandteilen besteht: Wenn ich nach dem Ding als solchem suche, kann ich nichts finden.
Der Dalai Lama sagt in seinen Harvard-Vorlesungen etwas dazu: Am Ende kann man weder Leerheit noch einen Buddha finden.Und ad infinitum.
Auf der absoluten Ebene gibt es weder einen Igor noch eine Katze, sondern nur die Elemente, gleich einem schillernden Spiel auf dem Wasser.
Auf der Ebene der Konventionen gibt es alles. Das sind zwei verschiedene Schuhe.
Ich könnte natürlich noch viel mehr dazu zitieren, aber ich finde es besser, die Dinge mit eigenen Worten zu erklären. LG.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
@mukti .

Was bedeutet es-konkret!-, die Vergänglichkeit in allem zu sehen? Also-wahr-zu-nehmen?

So lese ich bei Ajahn Dtun: ....
Das sind asubha nimitta, soweit ich mich erinnere, hat er sie nicht absichtlich herbeigeführt, sie können bei intensiver Praxis entstehen. Muss ich morgen nochmal nachlesen, es steht in seiner Autobiografie.
 
Re: Praxis Wahrnehmen
hat er sie nicht absichtlich herbeigeführt,
Bei Asubha kontempliert man, also visualisiert jemand eher die verschiedenen Stadien der Verwesung einer Leiche. Dazu steht mehr als genug im Visuddhimagga .

Und das sagt Ajahn Dtun:


Andere wenden die
Asubha-Betrachtung als Methode an und visualisieren die
innewohnende Unattraktivität des Körpers
des anderen
Menschen, egal ob er männlich oder weiblich ist. In Folge
dessen ruht ihr Geist in Gleichmut und fühlt sich in keiner
Weise vom Körper des anderen Menschen angezogen. Das
sind die Methoden, die die Edlen nutzen, um den
Geistestrübungen entgegenzuwirken.
Und:
Wiederum, ihr Bhikkhus, vergleicht ein Bhikkhu , als ob er eine Leiche sähe, die auf ein Leichenfeld geworfen wurde - schon einen, zwei oder drei Tage lang tot, aufgedunsen, blau angelaufen, aus der Flüssigkeiten heraussickern - so vergleicht er diesen seinen Körper damit: ,Dieser mein Körper ist von derselben Natur, so wird er sein, er kann diesem Schicksal nicht entgehen.’
Die Quelle:

 
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