'Samma‘, ‘Recht‘, bedeutet richtig, heilsam, angemessen, realistisch, wirklichkeitsgetreu.
(Fred von Allmen, aus seinen Vorträgen zum Achtfachen Pfad
Die Vorträge von Fred von Allmen hatte ich mir vor Jahren angehört, und fand die Bedeutung 'heilsam' hifreich; jetzt finde ich 'wirklichkeitsgetreu' interessant, wirklichkeitsgetreue Rede, wirklichkeitsgetreue Sichtweise.
Ach ja, und angemessene Rede, das natürlich auch.
Denn ich versuche mich zwar schon an die hier eingangs genannten Kritieren zu halten, bin mir aber halt dann doch oft unsicher, wie sie nun auszulegen sind.
Mir fallen zu allen 3 Zitaten die sogenannten "3 Siebe des Sokrates" ein: Wenn etwas weder heilsam, noch notwendig noch wahr ist, dann sollte man seine Energie nicht damit verschwenden, etwas zu sagen.
Der Umkehrschluß wäre, dass das, was man sagt, die Qualitäten der Heilsamkeit/Güte, Notwendigkeit und Wahrheit besitzen sollte.
Das deckt sich eigentlich mit der von
@Wetering weiter oben geposteten Definition von "samma"
Und auch bei dem was wahr oder unwahr ist, wird ja oft sehr schnell deutlich, das es eine eindeutige Wahrheit oft gar nicht gibt.
"Wahrheit" ist m.E. auch etwas sehr persönliches, was viel mit dem eigenen Verständnis und dem eigenen Hintergrund zu tun hat. Darüber läßt sich sehr oft keine Einigung erzielen.
Es gibt aber z.B. die "Wirklichkeit" (ich bleibe mal bei der relativen Wirklichkeit), oder die Realität. Da kann man sich auf Fakten berufen, auf Messbarkeit. Ich finde da auch
Poppers Falsifizierbarkeit hilfreich.
Die Spielregeln legt hier kein ein Schiedsrichter fest , sondern die Spielregeln sind der Dharma.
Nur welcher?
Direkt vorab, Tenzin Palmo hat mal ein schönes Bild benutzt, dass es viele verschiedene Wege den Berg rauf gibt, und dass alle auf ihren Wegen was anderes sehen - sind sie aber am Gipfel angekommen, haben alle die gleiche Sicht.
Und da denke ich, dass es immer wichtig ist, aus welcher Ecke des Berges gerade argumentiert wird. Wahrhaftigkeit z.B. wird teilweise von der
Bodhisattva -Ethik ausgehebelt. Aber sowohl für strikte Wahrhaftigkeit wie für das Lügen zum Nutzen anderer gibt es verläßliche und valide Dharma-Quellen.
Oder auch die Sicht der Leerheit: Man kann sich ihr unterschiedlich annähern. Da kann es im Fall eines Streites immer ganz gut sein, zu klären, von welcher Wand man sich gerade dem Gipfel nähert.
Sind so meine Gedanken dazu.