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traditionsübergreifend
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Und das passt zu diesem Faden:

Das Studium und die Praxis des Dhamma verändern einen. Es führt irgendwohin. Im Pali heißt es„opanayiko“ – das bedeutet, es führt weiter – oder es führt nach innen, je nachdem, wie man den Begriff übersetzt.Im Gegensatz dazu führt das Ansammeln von gewöhnlichem,weltlichem Wissen oft zu einer Zunahme an Komplexität. Vielleicht kann man Wissen aus verschiedenenQuellen zusammentragen und daraus etwas Neuesschaffen, an das zuvor noch niemand gedacht hat – doch ob dies tatsächlich weiterführt oder nach innen führt,bleibt fraglich.Die Praxis des Dhamma – das Dhamma selbst – hält einer genauen Überprüfung stand. Es ist etwas, das zur Untersuchung einlädt, das Skepsis und Fragen willkommenheißt – ja, das geradezu Freude daran findet.
Nur wenn das, was ich selbst überprüfen kann, am eigenen Leib, auf den eigenen Zahn zu fühlen lerne, das ist der Buddhismus , keine Mystik , ja drin.

Ein Vortrag von Ajahn Jayasaro(Baanaree, Bangkok, 9. November 2009)

Was mich besticht, ist, dass diese Praxis echt Freude macht.

A book based on a talk given by Ajahn Jayasaro on November 9th, 2009.




Im anderen Buch von diesem Verlag lese ich über die Methode, welche Ajahn Chah benutzte, wie er die Lehre für alle vermittelt habe. Das hat eher mit der Zen -Methode zu tun. Er hat die Schüler herausgefordert, manchmal sogar erniedrigt. Und was diese Vorträge betrifft: keine Vorbereitung, eher immer aus dem Stegreif. Wow, so studiert man den Buddhismus. Durch das Leben im Hier und Jetzt, wie es ist. Das reicht total aus.

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Zuletzt bearbeitet:
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Von einigen Leuten, die nicht glauben, dass der Buddha die Fortsetzung des Daseins nach dem Tod gelehrt hat.
Das war aus dem anderen Faden.

Lieber @mukti , da wäre ich kein Buddhist, wenn ich das nicht einfach akzeptieren würde. Ohne Wenn und Aber. Mit blindem Glauben hat das aber nichts zu tun.

Ich zitiere mal, aber bevor du es liest, nimm es mir bitte nicht übel, wenn jemand zweifelt. Das ist normal.

Mettiko Bhikkhu sagt dazu sehr klar und eindeutig:
Es gibt zwei verschiedene Arten von Zweifeln. Die eine Art ist, wenn man nicht weiß – und sich dessen bewusst ist, dass man es nicht weiß. Auf Pali nennt man das kaṅkhā. Das ist nicht gefährlich, denn du weißt, dass du es nicht weißt, und wirst Wege finden, die Antwort zu entdecken. Die andere Art – vicikicchā – ist ein Zweifel, der entsteht, weil du glaubst, es besser zu wissen. In Wirklichkeit weißt du es nicht, bildest dir aber ein, es zu wissen. Das ist der gefährliche Zweifel, denn er lähmt deine Praxis. Du wirst niemanden mehr fragen, weil du ja glaubst, es schon zu wissen.
Ich habe hier Sokrates zitiert, also noch bevor ich diesen Text gelesen habe.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Hier wollte ich ein paar Gedanken zum existenziellen Zugang zum Dharma loswerden, wie ihn Mettiko Bhikkhu, Ñāṇavīra Thera oder Samanera Bodhesako verstehen. Und das ist nicht einfach.

Die alle verneinen keine Wiedergeburt im Sinne eines Lebens nach dem Tod – das wäre einfach dumm, das zu behaupten. Die Sache ist aber echt fein, sogar exzellent.

Ich leide immer jetzt. Wie kann ich mein Leiden im Jetzt lindern, wenn die Ursache aus vorherigen Existenzen stammt? Ich bin dann verdammt, weiter zu leiden, denn es ist mein Karma . Das wäre dann wie die lineare Logik. Ich habe dann keine Freiheit, etwas zu ändern, denn es gibt im Grunde genommen nur den Strom der bedingten Entstehung; für den freien Willen bleibt dann kein Platz.

Also, diese buddhistischen Denker argumentieren es so: Die Wiedergeburt ist nach ihrer Meinung und Analyse nicht korrekt verstanden – nicht im Sinne, dass sie in der Zukunft passiert. Denn, anders ausgedrückt: Wenn ich Angst vor dem Tod wie vor der Wiedergeburt habe, dann leide ich schon immer jetzt. Dabei zitieren sie alle M. Heidegger, was ich mir hier erspare.

Die Geburt entsteht durch das „Ich“ und dann „Mein“, als Hinausgeworfen-Sein in das fremde Universum – dann bin ich einfach verloren und existenziell isoliert. Ich reproduziere oder perpetuiere sozusagen immer wieder meine Geburt als diese Illusion des Ich, und als Folge sterbe ich. Richtig, ich werde als „Atta“ sterben. Im Moment des Todes, wenn ich alles nicht loslasse, sondern mich an diese Illusion klammere oder anhafte, dann passiert Wiedergeburt.

Das ist die Essenz. Diese Vorgehensweise braucht keine Beweise dafür, was nach dem Tod passiert. Sie alle befassen sich einfach nicht damit. Es macht bestimmt Sinn, sccheint mir.

Perpetuieren“ ist aber ein sehr gutes Wort. Ich reproduziere sozusagen mein Leiden durch Anhaften, dann sterbe ich bestimmt nicht anders.

Meine Dankbarkeit gilt @Martin, der mir sehr viele wertvolle Hinweise gegeben hatte🙏
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Ich habe mich sehr lange mit einem Vortrag von Mettiko Bhikkhu auseinandergesetzt, was technisch gar nicht so einfach ist, da die Audiodatei etwa 90 Minuten dauert.

Aber zur Sache: Was Mettiko Bhikkhu klar ausdrückt – und das ist sein Einwand gegen die Kritik von Bhikkhu Bodhi und Analayo –, ist, dass „Wiedergeburt“ als Begriff eben nicht diese einmalige Geburt in der Vergangenheit bedeutet. Vielmehr beschreibt er damit das kontinuierliche, also immerwährende innere „Sich-selbst-Gebären“ – das ständige Neuerzeugen/ „perpetuieren“/ von Identifikation und Dasein im gegenwärtigen Erleben.

Er bezieht sich hierbei auf das Dhātuvibhaṅga Sutta und den Begriff ajāyamāno.

Ich habe dazu weiter recherchiert und so lese ich : „Ajāyamāno“ („sich selbst gebären“) bezeichnet den unbewussten, permanenten Prozess, mit dem wir unsere eigene Identität im Geist erschaffen."

Jetzt, nicht woanders.

Wenn ein Verb aktiv verwendet wird, aber eine passive Form hat, dann ist eine mediale Bedeutung naheliegend: Jāyati bezeichnet „sich selbst erzeugen“, „sich selbst zur Welt bringen“ oder „sich selbst gebären“. Weil Letzteres seltsam klingt, habe ich als Übersetzung für jāti „Zur-Welt-Kommen“ gewählt, was den Sinn genau trifft und grammatisch ganz gut passt (man „kommt zur Welt“ und ist „zur Welt gekommen seiend“).
So steht es im Buch. Phänomenologisch betrachtet: Das Problem erscheint immer durch mein Erleben, durch mein Leiden. Also in der Welt zu erscheinen, wird gerade der ganzen Terminologie von M. Heidegger entsprechen. Und das ist echt ein Dorn im Auge von denen, die diese Wiedergeburt objektivieren und auch nachweisen wollten. Sei es dahingestellt, ob sie real ist oder nicht – anders ausgedrückt: Sie stellt keine Lösung dar. Trost bestimmt, mehr nicht.

Mit dem Überschreiten aller Vorstellungen aber, Bhikkhu, wird man ein „friedvoll Stiller“ genannt. Der friedvoll Stille aber kommt nicht zur Welt, er altert nicht, er stirbt nicht, er wird nicht erschüttert, er sehnt sich nicht. Denn da gibt es nämlich nichts für ihn, wodurch er zur Welt kommen könnte. Nicht zur Welt kommend, wie sollte er da altern? Nicht alternd, wie sollte er da sterben? Nicht sterbend, wie sollte er da erschüttert werden? Nicht erschüttert werdend, wie sollte er sich da sehnen?207​

M 140​

Ein Arahant stirbt nicht, weil er nicht zur Welt kommt, weil er keinen Mangel zur Welt bringt, nicht einmal eine Welt.​
Ein Arahat kann einfach nicht sterben, weil es für ihn keine Geburt mehr gibt. Denn erst mit der Geburt irgendwo in der Vergangenheit entsteht diese Identifikation mit allem, was vergänglich ist. Der phänomenale Zugang zur Lehre ist deswegen sehr schwer zu verstehen: Ein Arahat hat alle möglichen Dualismen(Überschreiten aller Vorstellungen) überwunden. Er lebt zwar in der Welt, aber er ist quasi nicht mehr auffindbar – was für den "Normalen" (was ist schon normal?) einfach nicht nachvollziehbar ist.
 
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