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Re: Mahayana Alles brennt - das Feuer-Sutta
Das kommt sehr oft vor.
Jemand hört nur, dann wird er sofort erlöst.
Im Zen gibt es so etwas, inwiefern ich mich erinnere.
Damals gab es keine Bücher, keine Kommunikation wie heute.
Sofort erlöst oder ohne Hangen befreit, vielleicht kann das auch Stromeintritt bedeuten. Die Lehrreden sind wohl nur kurze Zusammenfassungen, was genau und wie lange damals etwas vorgetragen und besprochen wurde, wissen wir nicht. Wir lesen nur ein paar Zeilen und versuchen die Bedeutung zu ergründen, von Mensch zu Mensch ist das bestimmt wirkungsvoller, besonders wenn es ein Erwachter ist. Manchmal gibt es auch Beschreibungen, wie jemand schon viele Leben hindurch praktiziert hat, bevor er dem Buddha persönlich begegnet ist.
Die Zahlen nehme ich übrigens nicht wörtlich, man sagt z.B. tausend, wenn man eine große Anzahl meint.
 
Re: Mahayana Alles brennt - das Feuer-Sutta
Hallo, @mukti
Ich melde mich sehr kurz. Zuerst vermisse ich deine Beiträge in beiden Foren, denn es gibt sehr wenig so echte und authentische Theravāda wie dich. Hoffe, es ist nicht wegen meiner Positionen, denn die haben sich auch geändert.


Ich habe das neue Buch von Tivagaro Bhikkhu gekauft, über das Leben des historischen Buddha und auch sehr Persönliches, was der Autor über sein Mönchsleben in Thailand erzählt. Auch alle grundlegenden Begriffe aus dem Theravāda werden so gut und prägnant erklärt, dass ich es nur jedem empfehlen kann.


Was ich echt komisch finde: Der Autor schreibt etwa sinngemäß, wenn jemand fragt, was mich nach dem Tod erwartet, setzt das voraus, dass es eine feste Entität wie ein „Ich“ gibt, aber so etwas gibt es im Buddhismus nicht. Aber von der anderen Seite sagt er, dass bestimmt jeder weiß, dass nach der Geburt der Tod folgt, aber es stimmt auch umgekehrt, dass nach dem Tod auch die Geburt folgt, was eher subtil ist und nicht sofort zugänglich. Also, lange Rede, kurzer Sinn: Es geht weiter. Wie, ist nicht so wichtig, zu viele Theorien, die manchmal sich selbst widersprechen.


Also, ich verlinke das Buch und wünsche dir und allen hier alles Gute und Metta von ganzem Herzen. Komm zurück. Lg, Igor.


Wo ist die Katze, wenn sie schläft?

– Eine biographische Skizze des historischen Buddha.
– Eine Darlegung seiner zentralen Modelle.
– Die Geschichte eines seiner Schüler – vom Türsteher zum Bhikkhu.

Als Paperback und Ebook bei Amazon erhältlich.​

 
Re: Mahayana Alles brennt - das Feuer-Sutta
Lieber @Igor07 ,

danke für deine Freundlichkeit. Meistens denke ich über ein Thema stundenlang nach, bevor ich ein paar Sätze hinschreibe, aber jetzt bin ich wieder im Garten beschäftigt.
Ich kann nicht gut mit Menschen umgehen, außerdem ermöglichen Worte nur eine sehr eingeschränkte Verständigung. Deshalb lese ich auch nicht mehr viel, alles liegt in der eigenen Erfahrung.

Natürlich gibt es das Bedürfnis nach Austausch, aber wie jedes Bedürfnis, ist auch dieses mit Dukkha verbunden. Alles brennt, weil es die Kilesa in Brand setzen. Das will uns der Buddha sagen und mit unendlichem Mitgefühl zeigen, wie wir den Brand löschen können. Es geht doch eigentlich nur darum und um nichts Anderes.
 
Re: Mahayana Alles brennt - das Feuer-Sutta
Warum wären sie dann Asketen geworden, wenn sie keinen blassen Schimmer über die drei Daseinsmerkmale gehabt hätten. Sie haben sich wohl schon lange um Loslösung bemüht und durch die eindringliche Lehrrede des Buddha den letzten Schritt geschafft.

Welch naive Betrachtungsweise!

Der Hintergrund ist ein anderer. Kurz vor dieser Predigt hatte der Buddha die drei Kassapa-Brüder in Uruvela bekehrt, Feueranbeter mit zusammen tausend Schülern (Mahavagga I). Das war die grösste Einzelübernahme seiner frühen Laufbahn: Auf einen Schlag hatte der junge Orden kritische Masse, unmittelbar bevor er in Rajagaha einzog und Bimbisara gewann.

Die Feuerpredigt auf dem Gayasisa ist die Antrittsrede vor dieser übernommenen Gemeinde. Sie nimmt deren Kultobjekt und dreht es um: Nicht das Opferfeuer brennt, sondern eure eigenen Sinne, mit Gier, Hass und Verblendung, und die Praxis ist nicht das Nähren, sondern das Verlöschenlassen. Der Buddha spricht die Sprache seines Publikums und zeigt ihm, dass sein eigenes Symbol bei ihm besser aufgehoben ist. Dasselbe Muster wie beim wahren Opfer vor Brahmanen.

Von langer Loslösungsbemühung berichten die Quellen nichts, eher vom Gegenteil: Uruvela-Kassapa hielt sich monatelang selbst für den Arahant. Die Schlussformel von der Befreiung aller tausend besiegelt literarisch den Erfolg der Übernahme. Historisch greifbar ist der strategische Coup, nicht das Massenerwachen.
 
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