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Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Nur nehme ich den Leib als Richter.
Das Leben wird natürlich durch den eigenen Leib erfahren, aber das Bewusstsein, die bestimmten Pattern und Verhaltensmuster, unsere Erwartungen und die Sprache, also die ganze Welt der gesellschaftlichen Übereinkunft, stecken darin. Das Tier hat auch Fleisch – sollte es erwacht werden? Das wäre dann Unsinn.


Geist und Körper hängen zusammen, sie beide sind nicht unabhängig, sondern reziprok bedingt. Wenn wir aus dieser Gleichung eine Komponente wegwerfen, bleibt keine andere. Samsara ist ohne Nirvana nicht möglich, wie die Ziffern Null und Eins eigentlich.


Ich kann die Position von @mukti sehr gut nachvollziehen, aber die ganze Welt nur aus der Sicht des Fleischkörpers zu sehen, der dann das „Ich“ oder „Selbst“ gebiert, wäre meiner Meinung nach sehr kurz gegriffen.


Im Tao spricht man von Yin und Yang. Was war zuerst? Diese Frage gibt es einfach nicht.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Ich verstehe dieses Sträuben überhaupt nicht. Was ist denn dagegen einzuwenden, sich mit dem Körper und seinen Funktionen auseinander zu setzen?

Da haben wir doch alles beisammen. Such das Unterbewusste und du wirst seine Spuren finden. Alleine das ist schon faszinierend. Und dann dieses bewusste Ich, das sich nicht abschalten lässt. Oder doch? Aber das kannst du alles an dir selbst erforschen.

Wahrnehmen ohne Wahrnehmenden - das kannst du über den Körper rausfinden.

Warum das solche Reaktionen auslöst, who knows, wahrscheinlich… das lasse ich mal lieber unbeantwortet. Sonst gibts wieder was auf die Mütze.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Da haben wir doch alles beisammen. Such das Unterbewusste und du wirst seine Spuren finden. Alleine das ist schon faszinierend. Und dann dieses bewusste Ich, das sich nicht abschalten lässt. Oder doch? Aber das kannst du alles an dir selbst erforschen.
Du verstehst doch, was ich hier meine? In der Medizin gibt es die sogenannte Psychosomatik. Das ist einfach eine wirre Wortschöpfung, aber eigentlich geht es darum, dass unser Geist den Körper beeinflusst, manchmal sogar so stark, dass ein Mensch daran stirbt.


Siehe zum Beispiel diesen Begriff.Menschen können tatsächlich am gebrochenen Herzen sterben Er sagt aus, dass ein Mensch einen anderen verliert und seelisch oder geistig so stark leidet, dass das Herz das nicht aushalten kann.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Das gebrochene Herz ist mein Beispiel, nicht deins: Da wirkt kein Geist auf einen Körper, da trauert ein Leib von den Augen bis in die Herzkammer, in einem Stück; eben deshalb ist die Wortschöpfung wirr.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Da wirkt kein Geist auf einen Körper
Das spielt keine Rolle, wem was gehört.

Das ist eigentlich der Grundgedanke des Buddhismus :

Sehen lässt sich als ein biologisches Zwei-Komponenten-System interpretieren, dessen Komponenten nicht selbstständig funktionieren. Die eine Komponente existiert nicht ohne die andere; sie übernimmt nur eine Teilfunktion, die durch die andere ergänzt werden muss: Gehirn und Bewusstsein usw.“
So schreibt Christian Thomas Kohl im Buch „Buddhismus und Quantenphysik“.


Du siehst das Fleisch als die Ursache und den Geist als die Wirkung. Und so geht es leider nicht.


Natürlich kannst du weiter schreiben, was du willst. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Der Geist ist nicht, was der Leib hervorbringt, sondern wie er lebt. Die Welle ist nicht die Wirkung des Wassers, sie ist das Wasser selbst, insofern es sich hebt.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Das Thema ist "Begehren ist die Ursache von Leid" und hoffentlich hat niemand was dagegen, wenn man in einem buddhistischen Forum die Sache nach der überlieferten Lehre betrachtet.

Wenn man etwas Erwünschtes nicht erlangt, leidet man. Wenn man es erlangt und behalten will, leidet man ebenfalls, denn alles was man ist und hat, wird vergehen. Aus Begehren entsteht Anhaften, man will Sinnesglück, Gesundheit und das Leben erhalten. Nun sagt der Buddha, das Leben bzw. Dasein besteht aus körperlichen und geistigen Phänomenen, die allesamt kein Ich und kein Besitz eines Ich sind. Demnach ist das Leid zu Ende, wenn man nichts davon sein oder haben will. Die Konsequenz daraus ist nicht etwa die Vernichtung des Körpers, sondern die Vernichtung von Begehren und Anhaftung an etwas, das man in Wirklichkeit nicht ist oder besitzt, das Durchschauen dieser Täuschung, das Beenden der Unwissenheit, das Erwachen.

Das Bewusstsein von den Leidenschaften, die aus Gier, Hass und Verblendung entstanden sind zu reinigen, ist also die Aufgabe. Dazu ist die Entwicklung von rechter Erkenntnis, rechter Sittlichkeit und rechter Sammlung bzw. Geistesentfaltung nötig. Wenn man verstanden hat, dass Körper und Geist kein Ich sind, bemüht man sich um Sinneszügelung und ethisches Verhalten. Das klärt, beruhigt und schärft die Achtsamkeit und Konzentration. So wird das Verstandene zunehmend zu einer direkten Erfahrung der Wirklichkeit, dem Erkennen der Täuschung, die durch Begehren bedingt ist. Es ist eine lange und tiefgründige Untersuchung, denn die Unwissenheit besteht schon so lange, dass sogar der Buddha keinen Anfang finden konnte und unfassbar tief wurzelt sie in der Existenz.

Alles schon x-mal durchgenommen, aber anders als weltliche Themen wird es nicht langweilig sondern nimmt in der Gegenwart stets an Bedeutung zu: Der richtige Zeitpunkt zum Üben ist immer genau jetzt.
 
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Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Der Thread ist still; vielleicht, weil der letzte Beitrag klang, als hätte Shakyamuni himself gepredigt und damit sei alles gesagt. Es ist nicht alles gesagt.

wenn man in einem buddhistischen Forum die Sache nach der überlieferten Lehre betrachtet.

Du meinst, wie DU es siehst. Es gibt unterschiedliche Ansichten, durch Praxis untermauert, wie du wahrscheinlich schon festgestellt hast. Wenn du predigen willst, mach einen Blog auf. ;-)

Demnach ist das Leid zu Ende, wenn man nichts davon sein oder haben will.

DAS Leid gibt es nicht. Oder: zeig es mir! Es gibt nur Verhältnisse zwischen Dingen, die nicht so laufen, wie man sich das vorstellt. Und da gibt es meistens einige Möglichkeiten, das Rad wieder in Gang zu setzen. Zum Beispiel Wagenschmiere.

Btw, Gesundheit nicht mehr haben wollen, heisst Krankheit haben wollen. Eins oder das andere aber nicht nichts. Kannst du das verstehen?

dass sogar der Buddha keinen Anfang finden konnte und unfassbar tief wurzelt sie in der Existenz.

Das halte ich, gelinde gesagt, für unlösbar, wenn man es so sieht. Viel Spass bei der Übung während der nächsten Äonen.

Der richtige Zeitpunkt zum Üben ist immer genau jetzt.

Ein Pfad, dessen letztes Wort das ewige Üben ist, hat das Ziel durch den Weg ersetzt. Die Lehre kennt eine Ankunftsformel: getan ist, was zu tun war. Ein Baum ohne Wurzel treibt nicht mehr aus, und niemand muss ihn weiter bewachen.

So wird das Verstandene zunehmend zu einer direkten Erfahrung der Wirklichkeit

Erst das Gelernte, dann das Üben, am Ende erfährt man das Gelernte. Woran würde man auf diesem Weg bemerken, dass man sich geirrt hat? Eine Erfahrung, die nur bestätigen kann, was vorher feststand, ist keine Untersuchung, sondern eine Andacht.

Merk dir einfach mal, mucki: Du hast nur eine Meinung, und noch nicht einmal eine, die an der Oberfläche kratzt. Kleines Fahrzeug macht hier richtig Sinn... tröt, tröt

Einen Hinkelstein für dich, mucki.
 
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Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Das Thema ist "Begehren ist die Ursache von Leid" und hoffentlich hat niemand was dagegen, wenn man in einem buddhistischen Forum die Sache nach der überlieferten Lehre betrachtet.

Wenn man etwas Erwünschtes nicht erlangt, leidet man. Wenn man es erlangt und behalten will, leidet man ebenfalls, denn alles was man ist und hat, wird vergehen. Aus Begehren entsteht Anhaften, man will Sinnesglück, Gesundheit und das Leben erhalten. Nun sagt der Buddha, das Leben bzw. Dasein besteht aus körperlichen und geistigen Phänomenen, die allesamt kein Ich und kein Besitz eines Ich sind. Demnach ist das Leid zu Ende, wenn man nichts davon sein oder haben will. Die Konsequenz daraus ist nicht etwa die Vernichtung des Körpers, sondern die Vernichtung von Begehren und Anhaftung an etwas, das man in Wirklichkeit nicht ist oder besitzt, das Durchschauen dieser Täuschung, das Beenden der Unwissenheit, das Erwachen.

Das Bewusstsein von den Leidenschaften, die aus Gier, Hass und Verblendung entstanden sind zu reinigen, ist also die Aufgabe. Dazu ist die Entwicklung von rechter Erkenntnis, rechter Sittlichkeit und rechter Sammlung bzw. Geistesentfaltung nötig. Wenn man verstanden hat, dass Körper und Geist kein Ich sind, bemüht man sich um Sinneszügelung und ethisches Verhalten. Das klärt, beruhigt und schärft die Achtsamkeit und Konzentration. So wird das Verstandene zunehmend zu einer direkten Erfahrung der Wirklichkeit, dem Erkennen der Täuschung, die durch Begehren bedingt ist. Es ist eine lange und tiefgründige Untersuchung, denn die Unwissenheit besteht schon so lange, dass sogar der Buddha keinen Anfang finden konnte und unfassbar tief wurzelt sie in der Existenz.

Alles schon x-mal durchgenommen, aber anders als weltliche Themen wird es nicht langweilig sondern nimmt in der Gegenwart stets an Bedeutung zu: Der richtige Zeitpunkt zum Üben ist immer genau jetzt.
Sich für andere freuen, die Gewünschtes genießen dürfen, ist wahlweise eine Möglichkeit Freude zu erleben als auch die eigene Anhaftung zu reduzieren.

Über das Wort "Vernichtung" in deinem Text stolperte ich. Man kann vieles gründlich untersuchen, die leidvollen Komponenten von Gewünschten betrachten und auch darüber Anhaftung reduzieren. Es bleibt der Wunsch, möge es Menschen Wohlergehen. Nicht mit himmelhochjauchzender Messlatte. Nur mit gut. Andernfalls scheint es mir mehr Apathie als ein erwachter Zustand zu sein.
 
| Mein Blickwinkel: Praktisch orientiert. Nur versuchen den Ausspruch vom Dalai Lama "Meine Religion ist einfach. Meine Religion ist Güte." in den Alltag zu bringen.
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
So sprach mucki, als ich letztens gegangen bin.
Die Verwendung eines unkorrekten Namens, um dessen Berichtigung gebeten wurde, irritiert mich. Weil ich es für eine grundlegende Ausdrucksweise von Respekt halte, Namen richtig zu verwenden. Und damit um eine Grundlage, auf der Kommunikation gelingen kann, statt dass man sich gegenseitig mit Vorwürfen hochschaukelt oder zum Schweigen bringt.
 
| Mein Blickwinkel: Praktisch orientiert. Nur versuchen den Ausspruch vom Dalai Lama "Meine Religion ist einfach. Meine Religion ist Güte." in den Alltag zu bringen.
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Über das Wort "Vernichtung" in deinem Text stolperte ich. Man kann vieles gründlich untersuchen, die leidvollen Komponenten von Gewünschten betrachten und auch darüber Anhaftung reduzieren. Es bleibt der Wunsch, möge es Menschen Wohlergehen. Nicht mit himmelhochjauchzender Messlatte. Nur mit gut. Andernfalls scheint es mir mehr Apathie als ein erwachter Zustand zu sein.
@Kaffeetasse .

Die Sichtweise des Theravada , was die Sexualität und die Frauen betrifft, kann den "normalen" heutigen Menschen einfach schockieren. Oder wenn man in einem schönen jungen Mädel nur die Eingeweide sieht.

Das stellt den echten Extrem dar. Aber die Befriedigung ist die Wurzel des Leidens, und der Mensch kann niemals satt werden. Dieses tiefe innere existenzielle Loch soll permanent aufgefüllt werden.

Einige Individuen fühlen sich nur dann innerlich lebendig, wenn sie andere quälen oder sogar töten. So die psychoanalytischen Studien. Wegen der Sinnesvergnügen entstehen alle Kriege, Streite und Konflikte, dazu gibt es ein sehr tolles Büchlein. DIE WURZELN VON GUT UND BÖSE

Ich wollte noch anmerken, dass nur die innere Ein-sicht diese Perspektive verstehen kann. Anders geht es nicht.

So wie der Held im Roman von Jean-Paul Sartre: Der Ekel.


Also, dein Wort „Apathie“ trifft den Kern, aber dann sollte man "normal" leben und genießen, den "ursprünglichen" Buddhismus aber besser in Ruhe lassen.
Ich meine damit, dass wir aus dem Buddhismus die Ware, (was ist wirklich dann Wahr?) das Produkt, gemacht haben, wie alles in dieser Konsumgesellschaft. Aber das wäre dann ein anderes Thema.
 
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