• Wichtige Änderungen an der Datenschutzerklärung. Mit der fortgesetzten Nutzung des Forums bestätigst Du die neuen Datenschutzrichtlinien. Bisher waren eingeschränkt Einbettungen in Posts möglich, teilweise wenn man zuvor explizit in den Einstellungen zugestimmt hat. Mit jeder Änderung der Soziale-Medien-Landschaft wird es schwieriger, alles mit eigenen Codes up-to-date zu halten und zusätzliche Dienste zu aktivieren. Ich habe daher standardmäßig über s9e eine Reihe an Diensten aktiviert - s9e aktualisiert die Codes, wenn sich etwas an den Diensten ändert. Folgende Drittanbieter sind nun also aktiv: s9e.github.io (Github), Youtube, Vimeo, Bluesky, Mastodon, Threads und Facebook. Details in der Datenschutzerklärung. (Dieser Hinweis kann über das X oben rechts ausgeblendet werden)
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Diese Dinge mit einsichtsvollen Menschen zu besprechen, ist auch heilsam.
Huhu ;)
die im Grunde in der falschen Ansicht besteht: 'Ich bin Körper und Geist'.
Die falsche Ansicht liegt nicht darin, dass ich Körper und Geist bin, sondern darin, dass da einer wäre, der Körper und Geist hat; wer umgekehrt sagt, ich sei es nicht, hat diesen Dritten nicht gestrichen, sondern nur hinter die Vorgänge verschoben.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid

Der Leib, wie er gelehrt wird​

Der Buddha sprach (SN 22.59):

„Der Leib ist nicht das Selbst."

Und er gab den Beweis gleich mit. Wäre der Leib dein Selbst, so würde er dir gehorchen. Du sprächest: bleib jung, und er bliebe; werde nicht krank, und er bliebe heil; vergeh mir nicht, und er stünde. Doch er hört nicht. Er altert, wann er will, erkrankt, wann es ihn trifft, und stirbt zu seiner Stunde, nicht zu deiner. Was dir nicht gehorcht, ist nicht dein eigen. Also ist der Leib nicht das Selbst.

Woraus aber ist er gefügt, dieser Leib, der dir nicht gehorcht? Die Lehre zählt es auf: aus vier Elementen ist er gemengt. Das Feste ist in ihm, das Erdige, was Knochen gibt und Zahn und Nagel. Das Flüssige ist in ihm, das Wässrige, was als Blut und Galle und Speichel rinnt. Die Wärme ist in ihm, das Feurige, was ihn durchglüht und die Speise verzehrt. Und die Bewegung ist in ihm, das Windige, was den Atem treibt und die Säfte wälzt. Mehr, so die Lehre, ist da nicht. Und keines davon, sagt sie, sei sein eigen: Die Erde in ihm ist dieselbe wie die des Ackers, das Wasser dasselbe wie das des Flusses, das Feuer dasselbe wie das des Herdes, der Wind derselbe wie der über dem Feld. Geliehen sei alles, und zurückzugeben, wenn er zerfällt.

So lehrt es der Erwachte weiter: Nicht nur der Leib ist solche Mengung, auch der ganze Mensch, den du dein Selbst nennst, sei nichts als ein Gezähltes. Fünf Haufen führt er auf, und aus ihnen, sagt er, ist alles, was du bist. Der erste ist die Form, der Leib selbst, von dem wir reden. Der zweite das Gefühl, das Angenehme und das Wehe. Der dritte das Wahrnehmen, das die Dinge bemerkt und scheidet. Der vierte die Regungen, die treiben und gestalten. Der fünfte das Bewusstsein, das um all dies weiß. Mehr, so seine Lehre, findest du nicht, wenn du dich zergliederst, und keiner dieser Haufen sei beständig, keiner trage einen Kern. Suchst du unter ihnen nach dem, der sie hat, nach einem Herrn der fünf, so greifst du nach seinem Wort ins Leere. Da sei niemand hinter ihnen; da seien nur sie.

Und damit der Mensch sähe, wohin dieser Leib geht, hieß der Erwachte ihn auf das Leichenfeld blicken. Sieh den Leichnam, sprach er, einen Tag, zwei Tage alt, aufgedunsen und blau und faulend. Sieh ihn, von Raben zerhackt, von Würmern durchwühlt. Sieh das Gerippe, noch von Sehnen gehalten, mit Fleisch und Blut beschmiert; dann ohne Fleisch; dann die Knochen, zerstreut nach allen Seiten; zuletzt gebleicht, vermodert, zu Staub. Und bei jedem Bild lehrte er den einen Spruch: Auch dieser mein Leib ist von gleicher Art, er wird so werden, er entgeht dem nicht.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid

Der Leib, wie er wirklich waltet​

Bis hierher habe ich nachgesprochen, was der Erwachte gelehrt hat, und es stehen lassen, wie es steht. Nun aber will ich selbst reden. Denn die Lehre hat uns den Leib gezeigt, wie er zerfällt, auf dem Leichenfeld, als geliehene Mengung, als Sack ohne Kern. Das ist wahr, und doch ist es nicht der ganze Leib. Eh ich ihn vor den Richterstuhl der Erfahrung führe, muss ich ihn ansehen, wie er nicht im Tode liegt, sondern im Leben waltet. Denn nur, wer gesehen hat, was dieser Leib vermag, wird begreifen, warum ich ihn und keine andere Macht zum Zeugen nehme.

Sieh zuerst auf das, was in dir geschieht, ohne dass du es heißt. Dein Herz schlägt, und du hast es nie schlagen geheißen; es schlug, ehe du wusstest, dass du eines hast, und es wird schlagen, wenn du längst an anderes denkst. Das Blut geht seine Runde, die Speise wird zerlegt und an tausend Orte verteilt, die Wunde schließt sich von selbst, der gebrochene Knochen fügt sich wieder, ohne dass du wüsstest, wie das zugeht. Müsstest du es selber tun, du wärst verloren; du wüsstest nicht einmal, wo anzufangen. Und doch geschieht es in dir, Tag und Nacht, dein Leben lang, ohne Fehl. Das ist das Mühlwerk, das im Stillen seine Räder dreht und die Last des Daseins trägt, ohne dass der stolze Geist es je bemerkt.

Steig nun eine Stufe höher, zu dem, was der Leib dir vor die Augen und Ohren stellt. Du meinst, du sähest die Welt, wie sie ist, und hörtest sie geradeheraus. Doch was geschieht, eh du auch nur hinblickst? Ein Licht fällt ins Auge, und der Leib macht dir daraus Farbe und Ferne, Gestalt und Ding. Ein Zittern der Luft trifft das Ohr, und er macht dir daraus Klang und Wort und Stimme. Ein Druck auf die Haut, und er macht dir daraus die ganze feste Welt, an die du dich lehnen kannst. Keines davon hast du getan. Der Leib hat dir die Welt schon gebaut und hingestellt, fertig, ehe dein Wille auch nur erwacht. Du wohnst in einem Haus, das er dir aufrichtet, und hältst es für die nackte Welt.

Und nun sieh auf dein Tun. Du greifst nach dem Becher, und deine Hand weiß tausend Griffe, ohne dass du einen Finger eigens lenkst. Du gehst über den Hof, und deine Beine tragen dich, während dein Sinn ganz woanders weilt. Du sprichst, und die Worte liegen dir auf der Zunge, gefügt und geordnet, ehe du sie gesucht hast. Was du einst mühsam lerntest, Schritt um Schritt, das tut der Leib nun von selbst, und je besser er es kann, desto weniger weißt du noch davon. Dein Wille reicht ihm nur die Richtung; den ganzen Vollzug, das tausendfache Gefüge der Glieder und Muskeln, besorgt er allein. Du befiehlst das Ziel, und er kennt den Weg.

Doch das Höchste hat der Leib sich aufgespart, und es ist so erstaunlich, dass die meisten es für einen Gast aus einer anderen Welt halten. Dieser Leib bringt ein Ich hervor. Er bildet in sich einen, der „ich" sagt, der sich von der Stunde lösen kann, der Vergangenes heraufruft und Künftiges entwirft, der sinnt „wäre es so" und „täte ich dies", ohne dass ein Glied sich rührt. Kein Tier vermag das so wie der Mensch. Nimm ein Bild dafür, wie es ein jeder kennt, der mit Vieh gearbeitet hat. Der Leib ist wie ein Ochse, schwer und stark und von altem Triebe geführt, der seine gewohnten Pfade zieht und sich nicht überreden lässt. Das Ich aber ist wie ein Kundschafter, leicht und vorausgesandt, der dem Ochsen den Weg erspäht, ehe der ihn geht.

Sieh, was dieser Kundschafter vermag. Er geht den Pfad voraus, den der Ochse noch nie gegangen ist, schreitet ihn ab im bloßen Sinnen, prüft, wo er trägt und wo er in den Abgrund führt, und das alles, ohne dass der Ochse einen Huf gerührt hätte. Hat er einen guten Weg gefunden, so führt er den schweren Ochsen hin, ein ums andere Mal, mit Mühe erst, denn der Ochse will zurück auf seine alten Pfade. Doch führt er ihn oft genug, so wird aus dem neuen Weg ein gegangener, und zuletzt geht der Ochse ihn von selbst, als wäre er nie anders gegangen. So legt der Leib sich neue Bahnen an. Nicht der Kundschafter trägt die Last, der Ochse trägt sie; aber der Kundschafter hat ihm den Weg gewiesen. Was der Leib nicht kann, das kann ich ihm beibringen, indem ich vorausgehe und ihn nachziehe, bis er es selber kann.

Und nun geschieht das Seltsamste von allem, das kein Tier vermag. Der Kundschafter kann sich umwenden und auf den Ochsen zurückblicken, der ihn ausgesandt hat. Er kann den Leib betrachten, der ihn trägt, kann seine eigenen Antriebe ansehen, das Greifen und das Stoßen, und kann sie benennen. Er wird sich selbst zum Gegenstand. Und wendet er sich weit genug zurück, so muss er erkennen, was ihm zuerst nicht in den Sinn will: dass er nicht der Herr des Ochsen ist, der ihn ritte und besäße, sondern selbst nur ein Spähen dieses Ochsen, von ihm ausgeschickt und wieder einzuholen. Nicht der Kundschafter hat den Ochsen, der Ochse hat den Kundschafter. Das Ich sitzt nicht im Leibe wie ein Herr in seinem Hause; es ist ein Werk des Leibes, sein feinstes, das er hervortreibt und wieder einzieht.

Und kann der Leib das Ich hervortreiben, so kann er es auch wieder einziehen. Der Kundschafter kehrt heim und schweigt, der Ochse aber bleibt und atmet weiter; im Schlaf ist es so, in der tiefen Stille ist es so. Das Ich ist nicht das Leben; es ist ein Vermögen des Lebens, das sich einschalten und auch wieder ablegen lässt. Der Leib aber bleibt unter allem, das Erste und das Letzte.

Das also ist der Leib, den die Lehre nur zerfallen sah: nicht ein Sack ohne Kern, sondern das, was verdaut und heilt, was mir die Welt baut, was sich selbst schult und mein Ich hervorbringt und wieder zurücknimmt. Auf ihm ruht alles, was ich bin; nichts an mir, das nicht durch ihn geschähe. Darum, und nur darum, nehme ich ihn zum Zeugen und zum Richter. Nicht weil er ohne Fehl wäre, sondern weil es nichts gibt, das tiefer läge als er. Was sich vor ihm nicht verantworten kann, hat keinen Boden. Und nun will ich die Lehre vor ihn führen.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Während sich die Materie selber betrachtet, entwickelt sie unheilsames Begehren, sie experimentiert wohl noch.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Und ein Letztes, das schwerer wiegt als aller Rat. Es gibt in fast jedem Menschen eine Hoffnung, die nach oben blickt und nach außen, die ein Getragensein erwartet von irgendwoher, von einem Himmel, einem Herrn, einer Hand, die aus der Höhe nach ihm griffe. Diese Hoffnung wird müde, denn sie wird nicht gestillt; sie blickt in die Ferne und findet dort nicht, wonach sie sich sehnt, und kehrt hungrig zurück, ein Leben lang. Ich sage nicht, Er solle sie sich ausreden, denn das gelänge Ihm nicht. Ich sage nur, woran ich gefunden habe, dass sie von selbst verstummt. Sie verstummt nicht, wenn man sie bekämpft, sondern wenn das Getragensein wirklich eintritt, und es tritt ein, wo keiner es sucht: nicht von oben, sondern von unten, durch diesen Leib, der Ihn schon trägt und immer getragen hat. Der Ihn durch jede Nacht bringt und am Morgen wieder aufrichtet, der heilt, ohne gefragt zu werden, der atmet, während Er schläft, der Ihn hält durch alles hindurch, ohne Lohn und ohne Dank. Wer das einmal spürt, dem fällt die Hoffnung auf das Ferne ab wie ein Mantel, den er nicht mehr braucht, nicht weil er sie verloren hätte, sondern weil sie erfüllt ist. Er hat das Getragensein gefunden, das Er im Himmel suchte, und es war das Nächste von allem, näher als jedes Gebet: der warme, atmende Leib, der Er ist. Hier ruhe Er aus. Hier ist Er zu Hause.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Und ein Letztes, das schwerer wiegt als aller Rat. Es gibt in fast jedem Menschen eine Hoffnung, die nach oben blickt und nach außen, die ein Getragensein erwartet von irgendwoher, von einem Himmel, einem Herrn, einer Hand, die aus der Höhe nach ihm griffe. Diese Hoffnung wird müde, denn sie wird nicht gestillt; sie blickt in die Ferne und findet dort nicht, wonach sie sich sehnt, und kehrt hungrig zurück, ein Leben lang. Ich sage nicht, Er solle sie sich ausreden, denn das gelänge Ihm nicht. Ich sage nur, woran ich gefunden habe, dass sie von selbst verstummt. Sie verstummt nicht, wenn man sie bekämpft, sondern wenn das Getragensein wirklich eintritt, und es tritt ein, wo keiner es sucht: nicht von oben, sondern von unten, durch diesen Leib, der Ihn schon trägt und immer getragen hat. Der Ihn durch jede Nacht bringt und am Morgen wieder aufrichtet, der heilt, ohne gefragt zu werden, der atmet, während Er schläft, der Ihn hält durch alles hindurch, ohne Lohn und ohne Dank. Wer das einmal spürt, dem fällt die Hoffnung auf das Ferne ab wie ein Mantel, den er nicht mehr braucht, nicht weil er sie verloren hätte, sondern weil sie erfüllt ist. Er hat das Getragensein gefunden, das Er im Himmel suchte, und es war das Nächste von allem, näher als jedes Gebet: der warme, atmende Leib, der Er ist. Hier ruhe Er aus. Hier ist Er zu Hause.
Einzig das "Er" im Text irritiert mich gerade. Warum groß?
 
| Mein Blickwinkel: Praktisch orientiert. Nur versuchen den Ausspruch vom Dalai Lama "Meine Religion ist einfach. Meine Religion ist Güte." in den Alltag zu bringen.
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Das ist Werbung, keine inhaltliche Antwort.
Der Laienbruder lebt im Jahr 1471 und spricht so. „Er“ für niedere Personen als er, „Ihr“ für gleich- oder höhergestellte Personen. Die oben geposteten Texte stammen aus einem Grundsatztraktat von ihm „Der Pfad des Fleisches“ und geht von oben nach unten, deshalb „Er“.

Ich hoffe, das beantwortet deine Fragen inhaltlich und danke, dass ich das nochmal bewerben konnte. 😉
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Was nun das Thema betrifft:

Objekte zeigen sich an den Toren der Sinne und lösen ein angenehmes Gefühl aus, das will man haben und behalten. Man achtet nicht darauf, dass es ein Geschmack ohne Dauer ist, unsicher und letztlich ersetzt durch unangenehme Gefühle. Jetzt will man es haben, so wie man ja immer in der Illusion eines ewigen Jetzt lebt - der Tod ist nur eine Vorstellung, aber eben jetzt nicht da. So bewegt man sich immer wieder von Leid zu Glück und von Glück zu Leid durch das Samsara .
Der Geschmack der Sinnesfreuden erscheint näher und leichter zu erlangen als der Geschmack der Befreiung. Jetzt ist er erhältlich, Befreiung erst nach einer Durststrecke der Entsagung. Obwohl dieses Leid der Entsagung eher im Geist stattfindet als im Körper, falls man nicht etwa heroinsüchtig ist. Der erkennende, achtsame Geist kann sich davon befreien und zur Ruhe kommen.

Aber wollen wir die Wahrheit sehen?

Ob man beim Gehen oder Stehen, Sitzen oder Liegen,
Beim Beugen, Strecken seine Glieder regt,
Die Regung eines Körpers ist dies nur!

Gefügt aus Knochen und aus Sehnen,
darauf geklebt dann die Gewebehaut und Fleisch, -
Den Körper, durch die Außenhaut verhüllt,
man sieht ihn nicht, so wie er wirklich ist.

Gefüllt ist er mit Eingeweiden, mit Magen, Leber und der Blase;
Gefüllt mit Herz und Lunge, Nieren und der Milz.

Mit Nasenschleim und Speichel, Schweiß und Fett,
Mit Blut, Gelenköl, Galle, Lymphe ist er voll.

In Rinnsal neunfach fließt aus ihm beständig Unrat:
Vom Auge sickert Augensaft, vom Ohre kommt das Ohrenschmalz;

Es träufelt aus der Nase Rotz, vom Mund auch manchmal bricht man aus;
Man sondert Galle aus und Schleim, vom Körper rinnt der schmutzige Schweiß;

Und seines Schädels Höhlung birgt die Masse des Gehirns.
Dies alles hält für schön der Tor! Unwissen ist es, dem er darin folgt!

Und wenn er dann als Leichnam daliegt, mit aufgequollenem Leibe und verfärbt,
Zur Leichenstätte fortgeschafft, nicht kümmert sich um ihn Verwandtschaft.

Es fressen an ihm Hunde und Schakale, die Wölfe und die vielen Würmer;
Die Raben fressen und die Geier und andere Lebewesen auch.

Doch wenn hier des Erwachten Wort ein weiser Mönch vernommen hat,
Durchaus versteht er diesen Leib, er sieht ihn, wie er wirklich ist.

Wie dieses, so ist jenes auch; wie jenes, so ist dieses hier!
So wissend löst man ab den Willen vom Körper eigen oder fremd.

Der weise Mönch, von jeder Gier des Willens hier entsüchtet
Todlosen Frieden hat er dann erreicht, die Stätte des Nibbāna unvergänglich!

Dies auf zwei Beinen hier, man pflegt's, das unrein ist und übel duftend,
Mit vieler Fäulnis angefüllt, die ausfließt hier und ausströmt dort!

Mit solchem Körper glaubt man's auch noch recht, sich selber zu erhöhen
Und andere zu verachten! Was kann dies anderes sein als Unverstand?

Sutta Nipata I.11.
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Ja, mucki. Danke, dass du das hier nochmal rein gekippt hast. Ich dachte schon, mein Post vom Leib, wie er gelehrt wird, ist eklig, aber hier hast du den Vogel abgeschossen. Beim Lesen könnte ich kotzen. Bis jetzt hatte ich ja noch Hoffnung bei dir. Aber jetzt irgendwie nicht mehr. Wer so nekrophil denkt, braucht keinen Buddha. Der braucht einen Arzt.

SN 54.9 berichtet, dass der Buddha in eine 2-Wochen Klausur ging, nachdem er o.a. Unschönheitsbetrachtung (asubha) gelehrt hatte. Er wollte nicht gestört werden.

Nachdem er wiederkam, wunderte er sich, warum die Sangha geschrumpft ist. Viele hatten sich umgebracht, an einem Tag 30 Mönche. Danach hat er erstmal nur Achtsamkeit auf den Atem gelehrt. Tja, Karma würde ich sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Nekrophil ist eher das Gegenteil, ansonsten ist schon klar, dass so etwas für Neulinge und Laien eher ungeeignet ist.
Kotzen, Arzt und Selbstmord - was ist nur aus deinen Lobeshymnen auf den Leib geworden? Übrigens nenne ich mich mukti , nicht mucki.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Nein, mein Lieber. Wer sowas in einem Forum postet und sich daran aufgeilt, der hat nekrophile Tendenzen (morbider Voyeurismus). Das zeigt auch dein letzter Satz. Frag dich mal, wie der Satz mit deinem Heiligenschein korreliert, den du hier ständig protzend zur Schau stellst.

Die Lobeshymnen auf den Leib schmettere ich nach wie vor, weil sie wahr sind. Ich habe aber auch nie abgestritten, dass der Leib vergänglich ist, nur erfahre ich das nicht mehr, weil ich dann nicht mehr bin aka ich bin nicht verschieden. Der Tod, den du so verehrst, kommt früh genug. Es geht ums Leben und das wird durch diesen Leib erfahren. Da kommst auch du nicht drum herum.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Nein, mein Lieber. Wer sowas in einem Forum postet und sich daran aufgeilt, der hat nekrophile Tendenzen (morbider Voyeurismus).
Das meinst du nicht ernst, so jemand wäre ja nicht dein Lieber. Du weißt schon worum es in Wirklichkeit geht.

Das zeigt auch dein letzter Satz. Frag dich mal, wie der Satz mit deinem Heiligenschein korreliert, den du hier ständig protzend zur Schau stellst.
Was man in der Vorstellung eines anderen ist, sagt etwas über ihn selber aus. Was meinen letzten Satz betrifft: Mukti (Sanskrit) bedeutet Befreiung.

Die Lobeshymnen auf den Leib schmettere ich nach wie vor, weil sie wahr sind.
War auch nicht meine Absicht, dir deine Wahrheit wegzunehmen.

Ich habe aber auch nie abgestritten, dass der Leib vergänglich ist, nur erfahre ich das nicht mehr, weil ich dann nicht mehr bin aka ich bin nicht verschieden. Der Tod, den du so verehrst, kommt früh genug. Es geht ums Leben und das wird durch diesen Leib erfahren. Da kommst auch du nicht drum herum.
Ich soll den Tod verehren? Vielleicht weißt du ja doch nicht, worum es geht. Um das Leben das wir durch den Leib erfahren und weiter nichts Wesentliches.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Aber wollen wir die Wahrheit sehen?
Meist nicht, das ist ja das Problem.

Ich liebe Terry Pratchett sehr, und in seiner Scheibenwelt gibt es den Tod als Entität. So, wie man ihn sich vorstellt, schwarzer Umhang, Sense. wenn er irgendwo erscheint, bildet sich um ihn ein Bereich, den alle instinktiv meiden. Er ist eigentlich nicht unsichtbar, aber er wird von normalen Menschen einfach nicht wahrgenommen, weil sie ihn nicht sehen wollen.
Wer so nekrophil denkt, braucht keinen Buddha. Der braucht einen Arzt.
Nekrophilie („Leichenliebe“) bezeichnet eine Paraphilie bzw. abweichende Sexualpräferenz, die auf sexuelle Befriedigung mit Hilfe von Leichen gerichtet ist.

Nur mal so zur Klärung. Nekrophilie ist weit weg von "morbidem Voyeurismus", wie du es nennst, @laienbruder .
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Zur Klärung: nekrophil war nicht klinisch gemeint, sondern im Sinne Erich Fromms, der so eine Charakterorientierung nannte, die das Tote und Verfallende über das Lebendige stellt, als Gegenteil der Biophilie. Ein Pater, den ich kenne, nannte seine eigene Kirche nekrophil, weil sie seit der Pest die Feier der Toten über die der Geburten stellt. In diesem Sinn galt mein Wort der Vorliebe für Leichenverse in einem Gespräch über das Leben, nicht der Person als Diagnose.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Ich soll den Tod verehren? Vielleicht weißt du ja doch nicht, worum es geht.
Mir kommt das so vor. Du willst raus aus dieser Welt.

Um das Leben das wir durch den Leib erfahren und weiter nichts Wesentliches
Ja, das sage ich auch. Nur nehme ich den Leib als Richter. Du scheinbar nicht.

Wenn ein strenger Übender statt der Wirklichkeit nur noch Schilder sieht, auf denen dukkha steht, damit er dort nicht anhafte, dann wird sein Leben nach diesen Schildern geordnet sein. Wo Freude ist, sieht er ihre Vergänglichkeit; wo Lust ist, ihren Durst; wo Liebe ist, den kommenden Verlust. Das Schild steht immer schon da, ehe er sieht, was darunterliegt. Aber wo soll er hin, wenn auf allem dukkha steht?
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Zur Klärung: nekrophil war nicht klinisch gemeint, sondern im Sinne Erich Fromms, der so eine Charakterorientierung nannte, die das Tote und Verfallende über das Lebendige stellt, als Gegenteil der Biophilie.
Da würde mich interessieren, wo er das in diesem Sinne beschreibt. Er widmet der Nekrophilie in seinem Werk "Anatomie der menschlichen Destruktivität" der Nekrophilie ein ganzes Kapitel (übrigens mit Fallbeispielen, die im Gegensatz zu dem von mukti zitierten Sutra wirklich sehr unappetitlich und potentiell brechreizauslösend sind). Bei den Fallbeispielen dort kommt es meiner Erinnerung nach entweder zu tatsächlich körperlich vollzogenen sexuellen Handlungen, oder diese konnten durch diejenigen selbst noch unterdrückt werden, weil sie selbst ihr Verlangen (zunächst in der konkreten Situation) gezügelt haben.

Also, es ist ja OT, deswegen würde mir ein Hinweis auf das Buch reichen, wo er das in dem oben von dir beschriebenen Sinne beschreibt, damit ich das nachlesen kann.

Ein Pater, den ich kenne, nannte seine eigene Kirche nekrophil, weil sie seit der Pest die Feier der Toten über die der Geburten stellt.

Nun, diesen Zusammenhang und die persönliche Interpretation können wir hier ja nicht herstellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Also, es ist ja OT, deswegen würde mir ein Hinweis auf das Buch reichen, wo er das in dem oben von dir beschriebenen Sinne beschreibt, damit ich das nachlesen kann.
Gerne:

Erich Fromm, Die Seele des Menschen (1964), Kapitel über die Liebe zum Toten und die Liebe zum Lebendigen; dort wird Nekrophilie als Charakterorientierung entwickelt, Gegenbegriff Biophilie, eröffnet mit Unamunos Antwort auf das falangistische “Viva la muerte”. In der Anatomie der menschlichen Destruktivität unterscheidet Fromm dann selbst die sexuelle Nekrophilie (deine Fallbeispiele) von der nichtsexuellen, charakterologischen, die den Hauptteil des Kapitels ausmacht, bis hin zu Hitler als Fallstudie in diesem Sinn.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Erich Fromm, Die Seele des Menschen (1964), Kapitel über die Liebe zum Toten und die Liebe zum Lebendigen; dort wird Nekrophilie als Charakterorientierung entwickelt, Gegenbegriff Biophilie, eröffnet mit Unamunos Antwort auf das falangistische “Viva la muerte”. In der Anatomie der menschlichen Destruktivität unterscheidet Fromm dann selbst die sexuelle Nekrophilie (deine Fallbeispiele) von der nichtsexuellen, charakterologischen, die den Hauptteil des Kapitels ausmacht, bis hin zu Hitler als Fallstudie in diesem Sinn.
Danke! Dann werde ich die entsprechenden Stellen noch mal checken.
 
Zurück
Oben Unten