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Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Der Laienbruder lebt im Jahr 1471 in der Klause zwischen den Flüssen im Dharmaland. Vielleicht die anderen Artikel mal lesen. Die Schrift verhindert auch, dass sich dorthin Oberflächliche verirren.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Ausserdem ist altdeutsch (Fraktur) einfach passend zur Figur.
Darf ich mal fragen, gehören diese Texte dir?


Ich habe ein wenig andere gelesen. Was mir einfällt: Das ist nicht mit der traditionellen Interpretation verträglich. Obwohl – was ist heutzutage überhaupt die Tradition? Das wäre ein echt schwammiger Begriff.


Wenn ich alles aus der Sichtweise des Körpers, also des Fleisches, wahrnehme, dann brauche ich nichts zu tun, egal welche bewusste Absicht. Technisch: cetanā wäre für die Katz. Ich bin einfach versklavt von meinen Trieben, besonders wenn ich jung wäre. Der Körper stellt einen Teil der Natur dar – was sollte ich damit machen? Achtung, Ironie.


Gibt es den feinstofflichen Körper oder nicht (so der andere Text), darüber kann man meistens nur spekulieren. Aber was der Buddha sah, wer er in den vorherigen Leben war, das sind die Stellen, die in allen möglichen Quellen als gesichert gelten. Das würde keinen attā bedeuten, um das sofort klar zu positionieren. Aber wie fängt der Dhammapada an? Ich erspare mir das Zitieren.


Körper, also Fleisch, und Geist kann man als die zwei Seiten derselben Medaille betrachten, aber nicht nur aus der Fleisch-Perspektive.


So einige meiner Gedanken, bitte nicht persönlich gemeint.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Darf ich mal fragen, gehören diese Texte dir?
Ja. Autobiografisch sozusagen.

Wenn ich alles aus der Sichtweise des Körpers, also des Fleisches, wahrnehme, dann brauche ich nichts zu tun, egal welche bewusste Absicht.
Da hast du was falsch verstanden. Dein Körper ist reinstes Karma , ererbt von den Vorfahren, angelernt, etc., plus die Evolution. Du musst besser werden. Die Art soll überleben. Du musst die Nische suchen, dich fortpflanzen. Das ist deine Natur. Ich nenne das den Ochsen, das Unbewusste, da, wo die Triebe wohnen. Das ist das, was den Mülleimer an die Strasse stellt, während du an den nächsten Tag denkst. Es ist der Körper, der weiß, wie es geht. Den Kopf braucht er dazu nicht. Ist doch wunderbar!

Das Ich sehe ich nicht so negativ, weil nur das kann dir (dem Ochsen) neue Wege zeigen. Also wenn du leidest, dann ist der Weg eine neue Absicht zu fassen, weg davon bzw auflösen, und das erreichst du, indem du was änderst. So ist das gemeint. Ich widerspreche dem Buddha prinzipiell nicht, nur bei unbezeugten Dingen wie das Bewusstsein kommt runter zum Embryo usw, da setze ich moderne & bewiesene Fakten ein. Das konnte er nicht wissen.

Gibt es den feinstofflichen Körper oder nicht (so der andere Text), darüber kann man meistens nur spekulieren. Aber was der Buddha sah, wer er in den vorherigen Leben war, das sind die Stellen, die in allen möglichen Quellen als gesichert gelten.
Mir persönlich ist das schnuppe, weil es unbezeugt ist. Man müsste schon den feinstofflichen Körper sehen oder fühlen können. Aber das ist nicht möglich. Gut für die, die sich das einbilden. Schlecht für die, die das prüfen wollen.

Es bringt einfach nichts, sich aus der Natur zu verpissen. Man muss sie annehmen und man hat die Freiheit zu ändern. Das ist eigentlich alles.

Körper, also Fleisch, und Geist kann man als die zwei Seiten derselben Medaille betrachten, aber nicht nur aus der Fleisch-Perspektive.
Da habe ich eine Meinung zu. Nämlich dass alles vom Leib erzeugt wird, selbst die irrsten Illusionen. Ich habe gerade gelesen, da schrieb jemand, sie wäre während der Meditation von einem Unsichtbaren in den Hintern getreten worden und fiel nach vorn. Schön. Für mich ist das erstmal plötzliches Entspannen. Dann diese "Kundalini"-Erfahrungen. Bei Osho haben die dynamische Meditation gemacht, sich in Rausch getanzt. Was meinst du, was das mit dem Nervensystem macht? Alles Tricks und Kniffe um irgendwas Jenseitiges zu erzeugen. Gehört zum Geschäft.

Ist ja nicht so, dass ich keine Erfahrungen mache, die ich nicht erklären kann. Aber letztlich kann ich das immer darauf zurückführen, dass ich in diesen Momenten einfach ziemlich ausgependelt ("leer") war. Und nur dadurch habe ich es überhaupt bemerkt. Es fühlte sich jedoch als "von aussen gegeben an". Mehr packe ich da nicht rein. Das ist wie bei Künstlern oder Schriftstellern. Erst Schreibblockade und dann kommt irgendwas angeflogen, ein Ereignis, das genau passt etc. Und dann fliesst es wieder. Und weiter gehts.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Dein Körper ist reinstes Karma
Nein, natürlich nicht, wenn du mir das erlaubst.


Das würde bedeuten, dass alles determiniert wäre, also vorbestimmt, denn Karma kann man als einen separaten Fall der bedingten Entstehung betrachten.


Ich denke, das ist der Kardinalfehler. Alles andere ist bestimmt diskutabel, und mir ist das total wurscht, wie Kundalini oder der feinstoffliche Körper.


Das interessiert mich überhaupt nicht, reine Zeitverschwendung.


Karma kann man nur durch die bewusste Absicht verwirklichen, also im eigenen Geist – sehr vereinfacht ausgedrückt.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Jetzt aber …

„Dieser Körper ist nicht euer… er ist altes Karma, als gestaltet und gewollt zu betrachten” (SN 12.37).

Mein Satz ist keine These von mir, sondern eine Paraphrase des Buddha. Und dass daraus Determinismus folge, hat der Buddha selbst zurückgewiesen (AN 3.61):

Karma-Resultat ist nicht Vorbestimmung, sonst wäre der Pfad sinnlos.

Der Kardinalfehler liegt in der Verwechslung von Vipāka und Niyati.
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Dieser Körper ist nicht euer… er ist altes Karma, als gestaltet und gewollt zu betrachten” (SN 12.37).
Ach, bitte, nur weil es im Pali -Kanon steht, bedeutet das nicht automatisch die Wahrheit, oder?

Wenn man bis zum wahren Kern des Wirkens (kamma ) vordringt oder den Ursprung in den Blick nimmt – also unmittelbar und im engsten Sinne betrachtet –, so ist Wirken (kamma) nichts anderes als die „Absicht“ (cetanā): der Wille, der Vorsatz, das Prüfen und Entscheiden, das Beabsichtigen einer Handlung, die antreibende Kraft, die selbst die Handelnde ist. Diese Absicht (cetanā), dieser Wille, ist die Führungskraft, die die Absicht anzeigt und die Richtung des gesamten menschlichen Handelns bestimmt. Sie ist der Urheber oder der leitende Kern beim Anstoßen, Gestalten und Schaffen in allen Bereichen – und daher der eigentliche Kern des Wirkens (kamma). So lautet das Buddhawort: „Cetanāhaṃ bhikkhave kammaṃ vadāmi“ und so weiter, das heißt: „Ihr Mönche, die Absicht (cetanā) eben ist es, die ich Wirken (kamma) nenne. Hat man den Vorsatz gefasst, handelt man mit dem Körper, mit der Sprache und mit dem Geist.“14



Kamma
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Wenn der Kanon nicht automatisch die Wahrheit bedeutet, warum zitierst du ihn dann einen Absatz später als Beleg? Entweder gilt das Buddhawort für uns beide oder für keinen.

Im Übrigen sagt dein Zitat dasselbe wie meines: „Hat man den Vorsatz gefasst, handelt man mit dem Körper” (AN 6.63). Der Körper als gestaltet und gewollt (SN 12.37). Dieselbe Lehre, einmal vorwärts, einmal rückwärts gelesen.

In dem anderen Forum habe ich letztens gelesen „es treibt mich …“. Was das wohl ist? 😉
 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Danke. Ich habe gesehen, dass du im Februar einen fast ähnlichen Thread im anderen Forum gestartet hast.
Ja, das ist meine Leidenschaft, alles zu lesen, was den historischen Buddha betrifft.


Sollte bald das neue Buch kommen, ha:

 
Re: Theravada Vom Menschen Gautama
Und besieht man es recht, so gibt es das Leiden gar nicht als eigenes Ding. Es gibt nur die Natur: draussen das Gras, das wächst, und drinnen den Leib, der nicht will. Das Leiden ist bloss der trockene Gang zwischen beiden, das Ächzen der ungeschmierten Achse. Und Schmiere gibt es genug.
Das ist so verdammt gut geschildert, denn das Leiden ist eigentlich unpersönlich, es gibt keine Person dahinter. Keinen Träger. Nur durch diese innere Identifikation mit allem, was vergänglich und bedingt ist, erschaffen wir Leiden als den zweiten Pfeil, aber der erste bleibt bestehen. Wir werden alle alt, krank und sterben; Mutter Natur ist herzlich egal, was ich will.


Hinter deinen Wörtern kann man die echte Weisheit erspüren, die nicht durch viel Lesen oder Studieren zustande kommt, sondern als die lebendige, eher leibliche Erfahrung.


Manchmal denke ich, dass der Buddha nicht zu viele Optionen hatte. Er war wie gezwungen, die eigene Lehre so darzustellen, dass die Mehrheit der Leute in der damaligen Zeit sie akzeptieren konnte. Ohne das Leben nach dem Tod, die Wiedergeburt in anderen Bereichen und alles wörtlich, also buchstäblich, hätte er keine Chance gehabt.


Es lohnt sich immer zu kontemplieren, dass alle diese Texte nur annähernd die Wahrheit widerspiegeln können. Sie alle stellen nur einen Hinweis dar. Mehr nicht.
 
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