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Re: Praxis Gut
Wer kann beurteilen, ob man gut ist?
Wer kann beurteilen, ob man gut in etwas ist?
Du bist auf jeden Fall gut!
Nur könnte das unter Schichten begraben sein, wo Du und jede/r sich nur für gut hält, es aber an der Stelle nicht unbedingt ist. Das eigene Beurteilen "Ach, was bin ich wieder gut heute" ist eben ganz nah dran an Arroganz, Selbstzentriertheit und Irrtum - was wir ja alles nicht gut finden.

Da wird deutlich, dass das Beurteilen eine heikle Sache ist. Man wähnt sich im Recht und hat dadurch unrecht.

Wir sind. Hier und jetzt.
Das Beurteilen ist oft das, was alles durcheinander bringt.
Ich glaub auch, dass buddhistische Ethik nicht be- bzw. verurteilt, sondern eher Richtlinien bietet (10 heilsame/unheilsame Handlungen), die man für sich selbst vernünftig anwenden muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
| Mein Blickwinkel: Lebenserfahrung, Lamrim, Shantideva
Re: Praxis Gut
Um die Bösen zu besiegen müssen wir noch böser werden, weil wir nämlich die Guten sind...:sick:

Hab` ich gerade von Eugen Drewermann aufgeschnappt.
 
Re: Praxis Gut
Vollkommen befreite bzw. erwachte Menschen wenden keine Gewalt an und sperren niemanden ein. Wenn das aber ein Grundsatz für alle Menschen wäre, gäbe es keine Gesetze und Sanktionen. Würde da nicht das Chaos ausbrechen, wenn jeder ungestraft tun darf was er will?
🙏 chaos? Ja und nein den wen ich chaos als geterennt fon ordnung sehe und das eine chaos nene und das andere ordnung und dan noch eines fon beiden will und das andere ablehne dan ist da nur wieder die nächste fessel.
Aber bis zur befreiung hab ich ja noch ein paar leben zeit 😅
 
Re: Praxis Gut
Herzlichen Dank für die Antworten.
 
| Mein Blickwinkel: Praktisch orientiert. Nur versuchen den Ausspruch vom Dalai Lama "Meine Religion ist einfach. Meine Religion ist Güte." in den Alltag zu bringen.
Re: Praxis Gut
Letztens war ich bei einem Rhetorikseminar, bei dem die vorletzte Aufgabe darin bestand, 2 min gut über sich selbst zu sprechen. Über Schokoladenseiten, Stärken, Gelungenes, etc.
Keine generelle Beurteilung, sondern ein guter Ausschnitt dessen, was man ist und tut. Wie schwer den meisten von uns diese Aufgabe gefallen ist, fand ich ziemlich erschreckend. Dabei ging es nur um 2 min „nur“ das Positive würdigen und laut vor einer Gruppe aussprechen.
 
| Mein Blickwinkel: Praktisch orientiert. Nur versuchen den Ausspruch vom Dalai Lama "Meine Religion ist einfach. Meine Religion ist Güte." in den Alltag zu bringen.
Re: Praxis Gut
Letztens war ich bei einem Rhetorikseminar, bei dem die vorletzte Aufgabe darin bestand, 2 min gut über sich selbst zu sprechen. Über Schokoladenseiten, Stärken, Gelungenes, etc.
Keine generelle Beurteilung, sondern ein guter Ausschnitt dessen, was man ist und tut. Wie schwer den meisten von uns diese Aufgabe gefallen ist, fand ich ziemlich erschreckend. Dabei ging es nur um 2 min „nur“ das Positive würdigen und laut vor einer Gruppe aussprechen.
Ja, sowas ist eine wichtige Übung. Sowas Ähnliches musste ich auch mal mitmachen.
Ich hab mich geschämt und innerlich dafür kritisiert, was ich wie gesagt habe, aber es war wie so eine Schwelle, die einmal überschritten werden musste.
 
| Mein Blickwinkel: Lebenserfahrung, Lamrim, Shantideva
Re: Praxis Gut
Vor über 43 Jahren musste ich an verschiedenen Monatsseminaren teilnehmen.Beruflich.

Unter anderem sollten wir ‚Jungen’das -Gute Sprechen- und noch mehr….
vor laufender Kamera üben.
Dann, anschließend durch Analyse der gesamten Gruppe verbessert lernen.
Schreckliche Übung dachten wir…

Die Übung war aber damit für Alle gleich😉 und wohl auch deshalb waren wir uns dann sehr Wohlgesonnen.
Wir hatten dabei noch viel Freude, viel Spaß, viel Lerneffekt.
Frisch, frei und auch sehr Kindlich….

Dann sahen wir unsere Masken, Fratzen, unsere Unsicherheiten und unsere Selbst-Unwissenheit,
würde es der Buddha bezeichnen.
Unsicherheit ‚ob seiner Selbst‘.

Spreche ich über Gute Eigenschaften kommt es wohl immer auch auf den Ton in mir an der nach außen schallt.

So kann dieser arrogant und voll Dünkel behaftet ankommen.Auch unsicher, unreif oder von Scham begleitet.
Spreche ich hingegen authentisch „in mir „ werden die Inhalte meist viel kürzer gehalten.

Wohl weil jeder sein Gutes kann, in sich hat und es sich heute eh angenehmer anfühlt es damit, also zurückhaltender,
ebenso dem Gegenüber zu zeigen.

Doch das empfindet wohl jeder anders.
Komisch , ich dachte grad an Politiker😳😂….

In Metta 🙏
 
Re: Praxis Gut
Wer kann beurteilen, ob man gut ist?
Wer kann beurteilen, ob man gut in etwas ist?
Ich dachte immer, dass ich der bin, der beurteilt und denkt, der, der bestimmt und lenkt, der, der geboren wird und stirbt .

Zuflucht suchte ich in den Gedanken, Bewertungen und den Urteilen von mir und den anderen.

Ich habe alles hinterfragt, und alles erforscht und zerlegt, aber jenes was nicht denkt, lenkt, beurteilt, verurteilt, stirbt oder geboren wurde, habe ich nie hinterfragt, untersucht .

Diese eine Stimme in mir hat niemals die Wahrheit gesagt. Suchte ich nun trost und Sicherheit , dann wurde ich enttäuscht.

Nicht das Leben hat mich enttäuscht und mir Kummer , Sorgen und Ängste bereitet, sondern meine Täuschung.

Tief in der Meditation , wenn der Samadhi -rausch abgeklungen ist , kommt man an einen Punkt, wo nur noch diese eine Stimme da ist, und dann kann man erkennen, dass da nichts ist. Kein Punkt auf dem jenes aufbauen kann, was wir als unser Leben bezeichnet haben. Nichts dass sich fürchten muss.

Das was denkt, spricht, fühlt, sagt nicht die Wahrheit. Hinter dem liegt ein stiller Frieden den man gekonnt ignoriert .

Das was weiß, ist still und friedlich
Das was nichts weiß, ist laut und leidhaft.

Ich bin mal in einen sehr kleinen Hundehaufen hinein getreten und später im Auto nahm ich einen üblen Geruch war.
Ich habe das Auto innen und außen gereinigt. Aber der üble Geruch war immer noch da.
Ich habe mir einen Duftspray gekauft, aber nach ein paar Stunden war der Geruch wieder da.
Erst als ich meine Schuhe kontrollierte und reinigte, wurde es besser

In der Praxis ist es so ähnlich. Unser selbstverständliche Glaube an ein Selbst, lässt die Herzensreinigung- und Heilung scheitern.

Es ist manchmal sehr anstrengend und manchmal auch langweilig, aber wir müssen uns immer wieder fragen, wer oder was da ist.
Steigt Wut und Abneigung auf, dann können wir uns der liebenden Güte zuwenden.
Steigt Verzückung oder was auch immer auf, dann wenden wir uns dem Meditationsobjekt zu.

Erholt und beruhigt wenden wir uns dann wieder dem vermeintlichen Selbst zu.

Und eines Tages kommen wir an einem Punkt an, wo es keinen Punkt mehr gibt.

Das Leiden verschwindet nicht
Wut, Freude, Angst usw verschwinden nicht, aber da ist dann niemand mehr, der darunter leiden könnte. Niemand mehr der diese Dinge ergreift.

Und wenn kein neuer Brennstoff hinzugefügt wird, dann erlischt dieses Feuer. Die Leute werden dich immer noch be- und verurteilen.
Sie werden sagen, dass du ein guter oder schlechter Mensch bist und warst, aber du wirst wissen, dass da niemand ist.

Mögen wir alle Frieden finden!
 
Re: Praxis Gut
Das Leiden verschwindet nicht
Wut, Freude, Angst usw verschwinden nicht, aber da ist dann niemand mehr, der darunter leiden könnte. Niemand mehr der diese Dinge ergreift.
Das ist wirklich subtil und steht in keinem beschissenen Buch.
Erinnert mich an eine Geschichte von Ajahn Chah. Ein Handleser hatte einmal seine Linien dort so lange studiert, dann sagte er: „Wow! Sie haben so viel Ärger in sich. Unfassbar.“ Der Meister lachte einfach. Dann sagte er: „Es stimmt. Aber ich kann damit umgehen.“


Wir wähnen uns, dass ein Arahat keine Gefühle haben sollte, weil es so in den Sutren steht. Das Leben schreibt seine eigenen Gesetze.
Der Buddha hatte manchmal sehr derbe Sprache benutzt, er hatte einige Mönche regelrecht verdammt – und das alles ohne Gefühle? So würde es niemals funktionieren.


Wir biegen ganze heilige Texte zurecht, aber die Wahrheit ist immer einfach und einladend. Im letzten Dreck und im Mist hier in der Mitte des Samsara das Gute sehen, das niemals vergeht.

Danke für das Teilen.🙏
 
Re: Praxis Gut
Es ist manchmal sehr anstrengend und manchmal auch langweilig, aber wir müssen uns immer wieder fragen, wer oder was da ist.
Offensichtlich ist hinter dem Körperlichen und Geistigen etwas, das dies alles wahrnimmt. Es denkt nicht, fühlt nicht, begehrt und hasst nicht, unbewegt nimmt es dies alles nur wahr und ist nicht involviert, jetzt, in jedem Moment.
Ich kann es nicht sein und nicht haben, es ist kein Selbst. Auch die körperlichen und geistigen Phänomene sind kein Ich oder Selbst. Der Daseinstrieb gaukelt das vor, er ist der tiefste Grund der Existenz.

Das Gute ist die Erinnerung an die Wahrheit und das Schlechte ist die Täuschung, das Vergessen der Wahrheit. Ich will die Wahrheit, muss aber einsehen, dass ich auch die Täuschung will. Der Buddha hat nur nach Wahrheit gestrebt, bis alle Täuschung verschwunden war. Deshalb ist er meine Zuflucht, seine Lehre, seine erwachten Schüler.
 
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