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mukti

Mitglied
Buddh. Richtung:
Theravada
Als ich vor etwa 40 Jahren einmal versucht hatte, christlich zu praktizieren, war Franz von Assisi eines meiner großen Vorbilder. Damals kannte ich nur ein paar Zitate aus der ältesten Franziskus-Biografie, hab' jetzt mal im Netz nachgeschaut und da ist sie schon: "Das Große Franziskusleben" von Bonaventura, der Franz von Assisi als Kind begegnet ist und später Leiter (Generalminister) des Ordens wurde.

Schon im ersten Satz zeigt sich sowohl die Verschiedenheit als auch das Gemeinsame mit dem Buddhismus :
In diesen jüngsten Tagen ist die Güte Gottes, unseres Erlösers, in seinem Diener Franziskus allen wahrhaft Demütigen und allen Freunden der heiligen Armut erschienen.

Im Buddhismus wird man ja nicht von einem gütigen Gott, sondern durch eigene Anstrengung erlöst, das Hinausziehen in die Hauslosigkeit und zurücklassen alles Weltlichen haben aber beide Wege gemeinsam. Franz von Assisi hat tatsächlich alles für immer zurückgelassen, er hat aber keinen Lehrer aufgesucht, sondern nach dem Evangelium gelebt. Gewissermaßen glich er dem "Nashorn" aus dem Sutta Nipata I.3.:
Abstehend von Gewalt bei allen Lebewesen, nicht eins von ihnen irgendwie verletzend, nicht Sohn sich wünschend, noch Gefährten, allein mag wandern man, dem Nashorn gleich.

Das gilt für jene, die keine Gefährten finden können, die besser oder gleich sind. Einige Gefährten haben sich Franz von Assisi angeschlossen und dieses "Urasketentum" ist dort eine Zeitlang aufgeblüht, nachher konnte niemand mehr so kompromisslos leben: "Von der ganzen Welt brauchen wir nichts, außer Nahrung und Kleidung" - also betteln und eine geflickte Robe, wie bei den Bikkhus zu Buddhas Zeiten.

Dorther, wo sanfter wird der Sturz des Hanges,
Ließ eine Sonne Gott der Welt entbrennen,
Wie unsere manchmal aufsteigt aus dem Ganges.
"Assisi" sollte diesen Ort nicht nennen,
Wer von ihm spricht, weil es zu dürftig wäre:
Man sollt' vielmehr als Orient ihn kennen.

Dante, Göttliche Komödie XI.Gesang
 
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