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Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Der Dalai Lama antwortete auf die Frage was denn das wichtigste in der Praxis sei,der Humor (was gleich herzliches Lachen bei ihm und im Saal auslöste)
Über die eigene Dummheit zu lachen ist nicht verkehrt ;)
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Der Dalai Lama antwortete auf die Frage was denn das wichtigste in der Praxis sei,der Humor (was gleich herzliches Lachen bei ihm und im Saal auslöste)
Über die eigene Dummheit zu lachen ist nicht verkehrt ;)
Das ist prima ausgedrückt. Zurück zum Thema. Ich habe irgendwo über einen Menschen gelesen, der sich immer in den eigenen Sarg hingelegt hat, als ob er noch im Leben wäre. Und alle haben gelacht. Dann, als er starb, lachten die Leute wieder.
In diesem Buch über den Buddha hatte er gesagt, die Leute sollten eigentlich feiern, wenn er verscheidet. Denn wenn sie ihn alle mit dem vergänglichen Körper identifizieren, dann haben sie den Sinn der Lehre nicht erfasst. Macht doch Sinn, scheint mir.
Ich denke, es lohnt sich, so zu praktizieren. Ich lebe jetzt den letzten Tag, dann die letzte Stunde, aber dann die letzte Minute. Was ist also wirklich wichtig im Leben, wenn es so vergänglich, flüchtig, verflogen ist... wie ein Wimpernschlag,- bumm!-, und es ist schon weg... Gute Übung. Manche machen das erst so, wenn es zu spät ist.
Ich denke inzwischen, es ist immer! zu spät.

Das Leben ist kurz und kann jeden Moment enden und daher vergeuden wir unsere kostbaren Gelegenheiten, die wir haben, nicht mehr, um etwas Sinnvolles zu tun solange wir noch die Chance dazu haben.
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Ich lebe jetzt den letzten Tag, dann die letzte Stunde, aber dann die letzte Minute. Was ist also wirklich wichtig im Leben, wenn es so vergänglich, flüchtig, verflogen ist..
Es geht um noch mehr: um die absolute Essenz der gesamten Lehre – nicht mehr und nicht weniger. Ich zitiere hier kurz Anālayo und verlinke noch eine Seite.

Zuerst analysiert und erörtert der Autor sehr ausführlich, warum wir alle diese Wahrheit über den Tod verdrängen oder rationalisieren, was ich mir im Moment hier erspare. Dann schließt er daraus – schauen wir uns das mal an:
Auf diese Weise breitet die Angst vor dem Tod ihre Fangarme wie ein
Polyp aus, wodurch das eigene Identitätsgefühl gestärkt und gefestigt wird.
Dies bildet den Hintergrund für den in frühen buddhistischen Texten
hergestellten Zusammenhang zwischen dem Gedenken an den Tod und
dem Erwachen – der Verwirklichung des Todeslosen. Die Angst vor dem
Tod ist eng mit dem Festhalten an einem Persönlichkeitsgefühl,
sakkāya, verknüpft. Wer die Wahrheit des „Nicht-Selbst“ vollständig erkannt hat, überwindet damit die Angst vor dem Tod.
Das ist wirklich faszinierend! Die Verwirklichung des Todlosen ist überhaupt nur dann möglich, wenn der Mensch keine Angst vor dem Tod hat.
Im Umkehrschluss bedeutet das: Wenn ich Angst vor dem Altern, vor Krankheit und vor dem Sterben habe und diese Prozesse nicht ohne Wenn und Aber akzeptiere, dann kann man tausend Reden halten oder Sutren zitieren – es wäre alles für die Katz. Es gäbe keine innere Transformation, sondern nur theoretisches Kopfwissen.
Das Heilmittel, das für diese Genesung erforderlich ist, ist erstaunlich
einfach: Man lenkt seine Aufmerksamkeit auf die Möglichkeit, dass der
eigene Tod genau hier und jetzt eintreten könnte.
Es genügt, sich der
eigenen Sterblichkeit im gegenwärtigen Augenblick bewusst zu werden.
Eine solche Praxis kann eine beachtliche transformative Wirkung entfalten –
nicht nur für einen selbst, sondern auch im Umgang mit anderen. Wie
Kübler-Ross betont: Wenn wir alle uns ernsthaft darum bemühen würden,
über unseren eigenen Tod nachzudenken, uns mit unseren Ängsten im
Zusammenhang mit dem Tod auseinanderzusetzen und anderen dabei zu
helfen, sich mit diesen Gedanken vertraut zu machen, gäbe es vielleicht
weniger Destruktivität um uns herum.
Weniger Destruktivität klingt für mich besonders bestechend, wenn wir uns vergegenwärtigen, in welcher wirren Zeit wir leben. Dazu gibt es den anderen Faden über die Politik, deswegen lasse ich das einfach.

Im Nachwort zum Buch von Aming Tu lese ich:

Während ich mich mit den entsprechenden Parallelen im Pali -Kanon befasste, stellte ich zudem fest, dass ein vergleichendes Studium der Texte mein Verständnis der Lehre vertiefte und mir dabei half, …...den Kern der Botschaft des Buddha zu erfassen.
Und dieser erfahrene Buddhist hatte Krebs, was er selbst beschreibt.
Er merkt:

Was ist der Kern der Lehre des Buddha? War es nicht die Begegnung mit Alter, Krankheit und Tod, die den Prinzen Siddhartha dazu veranlasste, seinen Palast zu verlassen und sich auf die Suche nach Befreiung von diesem Leiden zu begeben?
Erst da verstand ich wirklich die folgenden beiden Passagen: „Es gibt diese drei Dinge, über die die Welt nicht gerne nachdenkt. Was sind diese drei? Es sind Alter, Krankheit und Tod“ sowie: „Weil es diese drei Dinge in der Welt gibt, über die man nicht gerne nachdenkt – nämlich Alter, Krankheit und Tod –, erscheinen Buddhas, Tathāgatas, in der Welt, und die Welt erfährt von der Lehre, die von den Buddhas, den Tathāgatas, verwirklicht und [den Menschen] weithin vermittelt wurde.
Kein Kommentar ist hier nötig.

Der Buddha sagte zu Ananda, er sei sehr sorglos. Er selbst denke bei jedem Einatmen an den Tod. Er kontempliert, wenn er einatmet und nicht mehr ausatmet, dann würde er sterben. In ähnlicher Weise kontempliert er, wenn er ausatmet und nicht mehr einatmen kann, dann würde er sterben. So oft hat Buddha an den Tod, an die Vergänglichkeit gedacht. Dies ist eine ganz wichtige Lehre, die Buddha gegeben hat.

Nochmal: 25) Mindfully Facing Disease and Death, Compassionate Advice from Early Buddhist Texts, Cambridge: Windhorse, 2016. download

 
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