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mukti

Mitglied
Buddh. Richtung:
Theravada
Begehren entsteht durch Unzufriedenheit mit der Gegenwart. Wenn man diese Unzufriedenheit beenden will, begehrt man etwas. Wenn man dieses Begehren aufgibt, leidet man unter der Unzufriedenheit. Also kann man dem Leid gar nicht entkommen, oder?
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Ich habe den Eindruck, dass Begehren zu weit gefasst wird. Es gibt nicht DAS Begehren, so wenig wie es DAS Leiden gibt. Es ist immer spezifisch: Ich begehre etwas, leide unter etwas. Und dann wird es praktikabel.

SN 51.15 ist hier eine gute Lektüre.

Hattest du vorher das Begehren, den Willen, die Energie, die Erwägung, in diesen Park zu kommen? Ja.
Und jetzt, da du angekommen bist: ist dieses Begehren noch da? Nein, es ist erloschen.


Da könnte man einwenden: dann folge doch einfach jedem Begehren, es erlischt ja mit der Ankunft. Das ist aber nicht der Punkt, denn dieses Erlöschen füttert das nächste Begehren gleich mit. Wenn man irgendein spezifisches Leiden verlöschen lassen möchte, beseitigt man die Gründe. Das ist natürlich Begehren. Karma wendet sich gegen Karma. Aber beide erlöschen am selben Punkt: das leidwirkende Wollen, weil seine Gründe erledigt sind, und der Wunsch danach, weil er sein Ziel erreicht hat.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Mir scheint, es umfasst alles: Ich begehre etwas, leide unter etwas - ich begehre nichts, leide unter nichts.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Wenn Begehren tatsächlich die Ursache von Leid ist, kann man entkommen, indem man nur diesen einen Wunsch hat, das Begehren aufzugeben. Wenn das gelungen ist, fällt auch dieser Wunsch weg.
"Nichts anderes lehre ich, als das Ende des Leids", sagt der Buddha. Demnach besteht die ganze Lehre und Praxis darin, die vier edlen Wahrheiten zu durchschauen und das Begehren zu beenden.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Du merkst schon, dass das 1:1 ist, was ich vorher geschrieben habe?
Ursache ist übrigens Unwissen, nicht Begehren, denn das erfolgt aus Unwissen.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Du merkst schon, dass das 1:1 ist, was ich vorher geschrieben habe?
Ursache ist übrigens Unwissen, nicht Begehren, denn das erfolgt aus Unwissen.
Ich habe einfach nach meinem Verständnis deine Frage beantwortet. Es ist ja kein Problem, dass wir hier dasselbe Verständnis haben.

Das unheilsame Begehren hört nicht auf, solange man nicht wirklich weiß bzw. nicht vollkommen durchschaut, dass es die Ursache von Leid ist.
Hier steht dieses, dort steht jenes, da ist ein Widerspruch, oder bloßer Dogmatismus - das hält doch nur auf. Ist unheilsames Begehren in mir und kann ich erkennen, wie daraus Leid entsteht? Darum geht es eigentlich finde ich.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Ist unheilsames Begehren in mir und kann ich erkennen, wie daraus Leid entsteht? Darum geht es eigentlich finde ich.
Das ist ein entscheidender Punkt. Wenn ich erkannt habe, dass unheilsame Geistesfaktoren wie Begehren usw. Leid verursachen, dann ist die nächste Frage, kann man Geistesfaktoren wie Begehren usw. überwinden? Gibt es geeignete Gegenmittel, um dies zu erreichen? Und wenn es sie gibt, welche sind es dann?
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Begehren entsteht durch Unzufriedenheit mit der Gegenwart. Wenn man diese Unzufriedenheit beenden will, begehrt man etwas. Wenn man dieses Begehren aufgibt, leidet man unter der Unzufriedenheit. Also kann man dem Leid gar nicht entkommen, oder?
Das ist ein entscheidender Punkt. Wenn ich erkannt habe, dass unheilsame Geistesfaktoren wie Begehren usw. Leid verursachen, dann ist die nächste Frage, kann man Geistesfaktoren wie Begehren usw. überwinden? Gibt es geeignete Gegenmittel, um dies zu erreichen? Und wenn es sie gibt, welche sind es dann?
Begehren ist nicht automatisch Leid.
Manch Begehren entspringt Grundbedürfnisse des Menschen. Diese - zumindest teilweise - zu erfüllen, sind sinnvoll und erhalten das Leben.
Anderes Begehren kann man fühlen und beobachten. Die darin enthaltene Freude zu Leben und das Leben zu lieben mitfühlen. Und dem Begehren nicht nachgeben. Vielleicht auch die freie Zeit mit anderem füllen, was Freude oder Sinn stiftet.
 
| Mein Blickwinkel: Praktisch orientiert. Nur versuchen den Ausspruch vom Dalai Lama "Meine Religion ist einfach. Meine Religion ist Güte." in den Alltag zu bringen.
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
"Mit dem Entstehen des Nichtwissens entstehen die Triebe." (MN 9)
Zitieren kann jeder. Schaue hier:

3. "Infolge des Sehens und der (sichtbaren) Formen entsteht das Bewußtsein des Sehens. Die Verbindung der drei ist die Berührung. Aus der Berührung als Ursache entsteht die Empfindung; aus der Empfindung als Ursache entsteht der Durst usw. usw. Auf solche Art kommt der Ursprung der ganzen Masse des Leidens zustande.
Also würde es doch nicht bedeuten, dass, wenn ich Nichts❗ sehe, damit das Ende des Leidens erreicht wäre. Das macht keinen Sinn. Deine Antwort?

S.12.45. Nātika - 5. Ñātika Sutta
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Hört sich an, als stände ich vor dem Hohen Orthodoxen Buddhisten Rat, zur Aufnahme als Novize, die Latrinen zu putzen. ;-)

Ich finde deinen Gedanken aber echt gut. Es geht nämlich ums Verlöschen [des Leidens]. Erinnere dich einfach mal an irgendein Leiden, vielleicht die letzten Zahnschmerzen. Wo sind sie jetzt? Verloschen. Der Grund: es wurde behandelt. Danach kann es nicht mehr in dein Gemüt treten. Es ist weg. Die Nerven im Zahn sind aber noch da.

Und so ist das eigentlich mit jeglichem Leiden. Wenn es verloschen ist, kann es nicht mehr ins Gemüt treten. Da ist nicht irgendein Objekt, das dich leiden liess, weil du es haben wolltest oder abgelehnt hast. Es erscheint nicht mehr in deinem Geist, weil der Grund des Leides, aka die Anhaftung verschwunden ist.

Der Denkfehler ist, Leiden, Begehren, Unwissen whatever zur Entität zu erheben. Das gibt es nicht. Wenn, gibt es das nur in Relation zu etwas. Und das kann man ganz pragmatisch beheben.

Versuch dich einfach mal an ein Leiden zu erinnern, das du meinst, überwunden zu haben. Da muss man sich richtig anstrengen.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Ich finde deinen Gedanken aber echt gut. Es geht nämlich ums Verlöschen [des Leidens]. Erinnere dich einfach mal an irgendein Leiden, vielleicht die letzten Zahnschmerzen. Wo sind sie jetzt? Verloschen. Der Grund: es wurde behandelt. Danach kann es nicht mehr in dein Gemüt treten. Es ist weg. Die Nerven im Zahn sind aber noch da.
Ha ha... Nein, ich habe zuerst keinen eigenen Gedanken geäußert. Und wenn das „Verloschen“ die echte Lösung oder eher Er-lösung wäre, dann wären Alter, Krankheit und das Sterben – dieser Logik folgend – der echte Segen.


Dann wäre es kein authentisches Leben, sondern eher eine "Plastik-Existenz."


Ich habe es aber anders gemeint. Mach noch einen Versuch.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Ha ha... Nein, ich habe zuerst keinen eigenen Gedanken geäußert. Und wenn das „Verloschen“ die echte Lösung oder eher Er-lösung wäre, dann wären Alter, Krankheit und das Sterben – dieser Logik folgend – der echte Segen.


Dann wäre es kein authentisches Leben, sondern eher eine "Plastik-Existenz."


Ich habe es aber anders gemeint. Mach noch einen Versuch.

Das wäre schon fast nekrophil und die Sucht nach Nichtwerden.

Wenn dein Leben so beschissen ist, so voller Leiden, dann lass sie doch verlöschen, die spezifischen Leiden.

Zum Beispiel das Leiden zwischen uns beiden. Ich habe es versucht in dem anderen Thread. Oberlehrerhaft wurde mir vorgeworfen und ich habe es mit der Figur erklärt und noch einige Erklärungen dazugepackt. Mehr kann ich nicht tun. Ich kenne dich nicht, ich weiß nichts. Alles was ich sehe ist was ich weiß. Und so habe ich versucht, mich zu erklären.

Aber du kannst natürlich gerne weitermachen und Haare in der Suppe suchen, ohne dich wirklich mit dem Thema auseinander zu setzen. Zur Not gibt es die Ignore Liste, die löst dann meinen Part sofort.
 
Re: Praxis Begehren ist die Ursache von Leid
Wenn dein Leben so beschissen ist, so voller Leiden, dann lass sie doch verlöschen, die spezifischen Leiden.
Das genau stellt eine sehr gute Illustration des Leidens dar. Es geht nicht einmal darum, dass jemand den anderen User so rein persönlich verbal angreift – das ist mir egal –, sondern darum, wie das Leiden entsteht. Und vergeht. Ich behalte diese Gedanken für mich. Zuerst.
Auch mit Nekrophilie hat das nichts zu tun. Deine Art zu kommunizieren lasse ich ohne Kommentar.

Und wünsche dir alles Gute.
 
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