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Igor07

Mitglied
Hallo, liebe Leute. Ich wollte hier ein sehr wichtiges Thema eröffnen, das nach meiner bescheidenen Meinung die ganze Essenz der Lehre darstellt.

Vor vielen Jahren habe ich diesen Vortrag von dem Meister der Waldtradition gesehen, und er hat mich niemals losgelassen. Ajahn Cattamalo Bhikkhu war damals 48 Jahre alt, und es war am 2.10.2015. Nur zwei User auf YouTube haben überhaupt diesen sehr weisen und zugleich humorvollen Beitrag kommentiert, und es war echt blöd, was ich dort lese.

Was mich an der Waldtradition so total besticht, ist diese Sichtweise, die immer, also rund um die Uhr, kultiviert werden sollte.

Also, durch GOOGLE-KI habe ich den ganzen Text als PDF erstellt, ich hänge ihn als Datei an.

Wer hier weiter über das Thema diskutieren möchte, den bitte ich sehr, das Ganze zu lesen oder zu hören. Das ist die Bedingung. Danke sehr für euer Verständnis. Und viel Spaß, obwohl es eher makaber klingen kann, wenn ich über das Ganze wirklich kontempliere.
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3.023 Aufrufe 12.10.2015

Ajahn Cattamalo Bhikkhu ist Senior Mönch im Waldkloster Muttodaya. Er ist gebürtiger Deutscher, wurde 1988 in Wat Nong Pa Phong, Thailand, in der Tradition des Ehrw. Ajahn Chah ordiniert. Er verbrachte 7 Jahre in verschiedenen Waldklöstern in Thailand. Dabei hat er mit einigen Meditationslehrern der Waldtradition studiert und praktiziert. Anschließend ließ er sich für 13 Jahre in Kloster Bodhinyana, Perth, Australien nieder. In den letzten fünf Jahren stand er Ajahn Brahmavamso als Vizeabt zur Seite.
 

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Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Bei meinen Recherchen zu dem Thema bin ich auf den echt wundervollen Vortrag von Mettiko Bhikkhu gestoßen: 17-11-08_urgency_and_death_mettiko.mp3. Klar, ich habe mir Mühe gegeben, ihn zu transkribieren und dann auch zu übersetzen. Das ist also ein praktischer Teil: Wie meditiert jemand über den Tod und die Vergänglichkeit? Welche konkreten Methoden gibt es dazu?

Ich wollte mich hier bei @mukti und @Martin herzlich für sehr viele Links und Informationen zur Waldkloster-Tradition bedanken.

Dringlichkeit und Tod




P.S.

Ach, Entschuldigung, das ist aber sehr wichtig, warum das alles so verdammt wichtig ist, also sogar entscheidend. Wollte nur ergänzen.
 

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Dringlichkeit und Tod.pdf
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Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Na ja, meine Lieben, wir führen hier alle Schlammschlachten über das Leben nach dem Tod und die Wiedergeburt.

Aber dem Tod ins Gesicht zu sehen, das ist nicht für jeden.

Ich kann dann das Problem anders gestalten, und zwar: Was ist eigentlich Todlosigkeit im Theravāda? Am Rande bemerkt: Mettiko Bhikkhu sagt, dass das Ziel des Buddhismus Nibbana ist, aber nicht die günstige Wiedergeburt.

Ich zitiere ihn selbst mal:

Der Buddha – nun, um genau zu sein: Der Buddha ist nicht gestorben; er hat lediglich seinen Körper abgelegt. Denn der Tod ist eine Veränderung – eine Art von Veränderung, die wir nicht mögen. Genau das ist der Tod. Der Buddha hatte das „Todlose“ erlangt; sein Körper ist einfach zerfallen, das ist alles.
Das ist so verdammt gut, dass ich darüber immer kontempliere. Der Körper, sowohl meiner als auch der Buddhas, wird zerfallen, aber für den Buddha würde das Nichts ausmachen, denn er ist befreit, während ich im Dukkha gefangen bin.

Anālayo schreibt dazu im praktischen Ratgeber zu Satipaṭṭhāna


Nach der Ariyapariyesanā-Sutta (MN 26; Anālayo 2013: 109 f. und 2017c: 8 ff.) veranlasste den zukünftigen Buddha neben anderen Erscheinungsformen des Leidens (dukkha), wie Alter und Krankheit, auch die Tatsache des Todes dazu, sich auf die Suche nach dem Erwachen zu begeben. Nachdem er das Erwachen erfolgreich verwirklicht hatte, verkündete der Buddha, dass er die Todlosigkeit verwirklicht habe. Dies bedeutete keine Form ewigen Lebens, denn sein Körper blieb weiterhin dem Sterben unterworfen. Er empfand lediglich keine Angst mehr angesichts des Todes. Mit anderen Worten: Nach frühbuddhistischem Denken kann die Freiheit vom Tod bereits zu Lebzeiten verwirklicht werden.
Sehr einfach und nicht kompliziert zu verstehen. Wir klammern uns an das, was vergänglich ist. Gerade deswegen leiden wir.. weiter.

Darf ich fragen, gibt es hier einen Menschen, der das ganze Video angesehen hat?
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Soeben habe ich diesen Vortrag "Alter, Krankheit Tod" ganz angehört und finde alles sehr gut. Am Ende der Vergleich des Meditationsobjekts mit einem Pflock, an dem sechs Tiere (die Sinne) angebunden sind und wenn sie sich beruhigt haben, bleibt die klare Präsenz in der Gegenwart, das trifft es genau. Mit klarer Präsenz bzw. reinem Gewahrsein hier und jetzt, lassen sich auch Alter, Krankheit und Tod transzendieren. Erstmal muss der Pflock 4 Meter tief in die Erde eingerammt werden, wie es Ajahn Cattamalo ausdrückt, also das Meditationsobjekt wird formal im Sitzen eingeübt und soll den ganzen Tag über bleiben. Danke für den Votrag, war sehr inspirierend für mich.
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Das Video finde ich großartig,
Lieber @Monkey Mind , ich kann im Tod selbst nichts Großartiges finden. Das ist nichts anderes als pures Entsetzen. Ich zitiere dazu Thanissaro Bhikkhu aus dem Buch "Edle Strategie":

Samvega war es, was der junge Prinz bei seiner ersten Begegnung mit Altern, Krankheit und Tod empfand. Es ist ein schwer zu übersetzendes Wort, weil es einen so komplexen Bereich von mindestens drei Gefühlsstimmungen gleichzeitig: Eine bedrückende Empfindung von Schock, Betroffenheit und Befremden, die mit der Erkenntnis der Vergeblichkeit und Bedeutungslosigkeit Bedeutungslosigkeit des Lebens, wie wir es normalerweise leben, einhergeht; ein ernüchterndes Gefühl unserer Mittäterschaft, Selbstgefälligkeit und Dummheit, die uns blindlings leben lassen, und ein unruhiges Gefühl der Dringlichkeit bei dem Versuch, einen Weg aus diesem sinnlosen Kreislauf zu finden. Das ist eine Vielschichtigkeit von Gefühlen, die wir alle schon zum einen oder anderen Zeitpunkt im Prozess des Erwachsenwerdens erfahren haben. Aber ich kenne keinen einzigen Ausdruck, der alle drei Gefühle gleichzeitig angemessen umschreibt. So ein Ausdruck wäre nützlich und das ist vielleicht schon Grund genug, das Wort samvega in unsere Sprache aufzunehmen.
Also, es geht um einen feinen existenziellen Schock, und daraus folgt diese Dringlichkeit, den Dhamma zu praktizieren und den Pfad zu verinnerlichen.

Und das zweite Gefühl heißt eigentlich das tiefste Vertrauen, dass der Ausweg möglich ist. Wir sind nicht dazu verdammt, zu leiden. Es heißt: pasada, also „Klarheit und gelassenes Vertrauen“. Ich verlinke das Ganze.


Danke für den Votrag, war sehr inspirierend für mich.
Freut mich sehr. 🙏
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Ich poste hier echt einen coolen und zugleich verdammt komischen Vortrag von Viranando Bhikkhu/aus der traditionsreichen Ajahn Chah Waldtradition/, ich habe mich fast vor Lachen gekrümmt. PDF wird angehängt. Meine herzliche Empfehlung, sich mit dem Sensenmann sehr ausführlich zu befassen. Tod-sicher macht Freude.


Etwas dazu, weil die zwei Stunden habe ich. (Dann ist es vorbei, nichts zu ändern).

Wie ich sehe, wollen die Leute sich nicht mit dem Thema befassen. Fast niemand erzählt zum Beispiel etwas Persönliches, oder wie kann man das Ganze ins Leben integrieren.
Ich erzähle jetzt etwas Persönliches, aber keine verdammt komplizierte Philosophie, wie auf dem anderen Faden.
Als mein Vater gestorben war, haben wir einen Profi – wie er heißt, weiß ich nicht – also, er sollte den Tod bestätigen. Irgendwie ist es echt komisch, denn der Mensch ist schon nicht mehr da, nur die Leiche, aber für die Behörden ist es sehr wichtig. Zum Kotzen, oder?
Na gut, das war schon dunkel. Die Leiche war unter dem Laken, also war es gut, es nicht zu sehen.
Dann kam endlich dieser Arzt. Er war echt schroff, er hatte uns alle fast angeschrien, dass wir alle weg sein sollten. Meine Frau und der Sohn haben das Zimmer verlassen. Ich sagte dann: Es ist mein Recht, ich weiß aus der Erfahrung, wie der tote Körper aussieht. Und ich war ganz wachsam, also kristallklar. Ich sah dann eigentlich in den Tod, wie er ist. Ich habe mir das Bild eingeprägt. Und es verfolgt mich bis heute.
Und so würde ich aussehen, wenn ich sterbe. Und das war meine Todes-Meditation . Immer im Hintergrund dieses Bild, und dann auf den Atem. Also zurück ins Jetzt. Das totale Akzeptieren des Todes kann wirklich befreiend wirken. Dort in Thailand beobachten diese Mönche die Autopsien oder Kremationen, das ist die echt effektivste Methode, besonders in der Waldkloster-Tradition, wie ich sie verstehe. Keine Identifikation mit dem Körper. Mit allem, was bedingt entstanden ist. Ich bin der Nächste an der Reihe. Wer das Ganze verdrängt oder rationalisiert – dazu etwas später –, der wird leiden. Ich meine: Werde bestimmt leiden. Nicht "würde" leiden. Im Satipatthana-Ratgeber betont der Autor es besonders, wie den Kern der ganzen Lehre.
 

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Viranando Bhikkhu.pdf
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Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Hier geht es um eine tiefere Ebene. Hinter diesen Meditationen über den Tod oder Leichen – was auf den ersten Blick sogar makaber klingt – steckt im Grunde genommen der zentrale Gedanke von MN 1: die Dinge so zu sehen und wahrzunehmen, wie sie wirklich sind, und nicht so, wie sie uns erscheinen. Denn normalerweise blenden sie uns.

Gewöhnlicherweise sehen wir die Welt als ob da da draußen wie durch eine Brille – ein Mechanismus, den Mettiko Bhikkhu in seinem Buch sehr gut erklärt. Das Ziel ist es, nur zu sehen oder nur zu hören, ohne daraus "verkehrte" Vorstellungen zu konstruieren. Es findet dann keine mentale Ausuferung statt. Die Folge davon ist, dass wir ernüchtert werden oder, wie es in vielen alten Texten heißt, „entreizt“. In modernen Begriffen formuliert: Wir brauchen keine „Dopamin-Spülung“ mehr (Ajahn Amaro).

Das ist, so scheint mir, nicht für jeden einfach zu verstehen: dass all dieses Begehren – also das ganze Leben, wie es gewöhnlich läuft, oder das Vergnügen – die Wurzel des Leidens ist (je nachdem, wie man es übersetzt, bleibt der Sinn identisch).

Ich hänge hier einen wirklich tollen Beitrag von Ajahn Cattamalo an (einem in Deutschland geborenen buddhistischen Mönch der thailändischen Waldtradition in der Nachfolge von Ajahn Chah). Es lohnt sich echt, weise darüber zu reflektieren.
 

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Vergnügen.pdf
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Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Ich finde das Thema sehr wichtig und spannend.
Mir wurde auch bewusst wie sehr sich der Blick auf das ganze sich verändert, je älter ich werde.
Als junger Mann habe ich tagtäglich diese Dinge kontempliert.
Für viele Jahre habe ich mich jünger gefühlt als ich war und ich wurde auch jünger wahrgenommen als ich war, aber jetzt geht es ziemlich rasant in die andere Richtung 😂

Ajahn Cattamalo hat das mal in einem seiner Dhammatalks erwähnt. So ab 40+ oder 50 Jahren wendet sich das Blatt ziemlich schnell…😂
Und das sozusagen live zu erleben ist noch mal eine andere Sache.

Vor vielen Jahren haben wir regelmäßig zwei Klöster besucht wo die Menschen mehr oder weniger zum sterben hingekommen sind.
Und in einem dieser Klöster sind so viele Menschen in der Woche gestorben, dass man Vorort mit dem Verbrennen der Körper nicht nachgekommen ist.
Noch vor einigen Wochen hat man mit der Person gesprochen und dann sah man die Leiche im Gang , weil die Öfen überlastet waren.
Das werde ich nicht vergessen.

Mögen wir alle Frieden finden
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Der Bruder meines Vaters, der Lehrer war, hatte meinem Vater einen echten Totenkopf geschenkt, der wohl aus dem Naturgeschichte-Unterricht stammte. Den habe ich in meinem Zimmer mit dem Gefühl hilflos ausgeliefert zu sein auf ein Podest gestellt, mit einem Zettel darunter auf den ich geschrieben hatte: "Knochenkopf der Spezies Mensch". Zu dieser Zeit kam mir das Leben sinnlos vor, weil doch alles was wir sind und erreichen bald vorbei sein wird und so neigte ich zu Fatalismus und Nihilismus.

Den Sinn fand ich dann in der indischen Philosophie und so begann ich nach dem Unzerstörbaren zu suchen, das sich ja mit der Erkenntnis, dass man nicht der Körper und der Geist ist, offenbaren wird. Jetzt bin ich alt und habe es noch immer nicht gefunden, aber die Zuversicht ist angewachsen und die Anhaftung an Körper und Geist ist weniger geworden.

Wie Menschen ohne Perspektive der Befreiung leben können, ist mir ein Rätsel. Ich wäre exzessiv oder kriminell geworden oder hätte mich umgebracht. Die Vergänglichkeit ist bitter wenn man sich mit Vergänglichem identifiziert, Loslösung ist höchstes Glück. Nur wer ganz ohne Weisheit ist, kann das bestreiten.
 
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Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Ich zitiere mal die Worte des Buddha aus dem Pali -Kanon, um zu zeigen, wie wichtig diese Betrachtungen über den Tod sind und wie sie die Lehre widerspiegeln. Später komme ich auf Anālayo zurück, der ein sehr langes und ausführliches Buch über das Sterben und den Tod aus der Theravāda-Sicht geschrieben hat. Darin zitiert und analysiert er sehr viele Suttas. Das ist sehr gut für Hospizmitarbeiter und Pflegepersonal in Altenheimen, wie der Autor selbst merkt.

Der Verlag hat mir persönlich erlaubt, alles von Anālayo in jede beliebige Sprache zu übersetzen. Deswegen gibt es kein Problem mit dem Copyright.

Ach, klar doch, wenn ich nicht vorher sterbe, oder?


„Was diejenigen unter euch betrifft, die die Achtsamkeit auf den Tod entwickeln, indem sie wünschen, noch einen Tag und eine Nacht zu leben … oder noch einen Tag … oder so lange wie es dauert, ein Almosenmahl einzunehmen … oder so lange wie es dauert, vier oder fünf Bissen zu kauen und zu schlucken – die nennt man Mönche und Nonnen, die nachlässig leben. Die Achtsamkeit auf den Tod zum Auflösen der Befleckungen entwickeln sie lasch.

Aber was diejenigen unter euch betrifft, die die Achtsamkeit auf den Tod entwickeln, indem sie wünschen, noch so lange zu leben wie es dauert, einen einzigen Bissen zu kauen und zu schlucken … oder so lange wie es dauert, nach dem Einatmen auszuatmen oder nach dem Ausatmen einzuatmen – die nennt man Mönche und Nonnen, die beflissen leben. Die Achtsamkeit auf den Tod zum Auflösen der Befleckungen entwickeln sie eifrig.

Daher sollt ihr euch so schulen: ‚Wir wollen beflissen leben. Wir wollen eifrig die Achtsamkeit auf den Tod zum Auflösen der Befleckungen entwickeln.‘ So sollt ihr euch schulen.“ (Zitieren geht im Moment nicht, wahrscheinlich etwas falsch gedrückt .)

Achtsamkeit auf den Tod (1)


25) Mindfully Facing Disease and Death, Compassionate Advice from Early Buddhist Texts, Cambridge: Windhorse, 2016. download


 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Ich finde das Thema sehr wichtig und spannend.
Mir wurde auch bewusst wie sehr sich der Blick auf das ganze sich verändert, je älter ich werde.
Als junger Mann habe ich tagtäglich diese Dinge kontempliert.
Für viele Jahre habe ich mich jünger gefühlt als ich war und ich wurde auch jünger wahrgenommen als ich war, aber jetzt geht es ziemlich rasant in die andere Richtung 😂
Was mir aber echt gefällt, Martin, ist, dass du darüber lachst. Genau das kann ich in vielen Vorträgen des Klosters Muttodaya wiederfinden, die dem Sensenmann echt in die entsetzliche Fresse lachen. Humor – meiner Meinung nach manchmal sogar bissig – ist ein einzigartiges Merkmal dieser Richtung.
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Ich lese gerade die neueste Monografie über das Leben des Buddha (wird am Ende verlinkt).

Der junge Prinz Siddhartha war schon lange vor seinem Erwachen – wie kann man es ausdrücken? – nahezu verzweifelt. Aus heutiger Sicht könnte man sagen, dass er richtig depressiv war. Denn er sah in absolut allem diese allumfassende Vergänglichkeit, die der normale Mensch meistens nicht wahrnimmt.

Es gibt eine Szene, in der er nachts durch den Palast ging und die vielen schönen Kurtisanen eher wie Leichen sah, die mit geöffnetem Mund sabbernd dalagen. Das muss für ihn ziemlich ekelhaft gewesen sein.

Ich habe darüber auch in einem Buch von Volker Zotz gelesen, ebenfalls über das Leben des Buddha. Darin ging es um eine von diesen Schönheiten, die mit unserem wunderschönen Prinzen schlafen wollte. Er ließ sich darauf ein – aber nicht aus Begierde, sondern aus Mitgefühl. Was ihn später fast zum Auskotzen bringen sollte.

Nach einigen Berichten war das seine letzte Nacht im Palast. Kann es sein, dass er einfach satt war – oder eher übersättigt? Tja, gute Frage.

Das Leben Buddhas ist von Legenden und Rätseln umrankt. Helwig Schmidt-Glintzer erklärt, was wir einigermaßen gesichert über den Zeitgenossen des Sokrates wissen können, und liest die klassischen Legenden rund um Geburt, Erleuchtung , Lehre und Erlöschen Siddhartha Gautamas mit frischem Blick neu. Seine wunderschön erzählte Biographie zeigt, warum es sich auch heute lohnt, dem «Erwachten» und seiner friedlichen Philosophie näherzukommen.
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Das neue Buch ist eine geneigte Vermischung aus historischen Tatsachen und eigenen Vorstellungen über das Leben des Buddha.
Ich habe es weggelegt, weil es dadurch so schwer ist, zwischen Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden.
Schmidt-Glintzer schreibt es stellenweise so, als habe er den Buddha gekannt. Es gibt ja viele Legenden, die sich um ihn ranken, aber da weiss man, dass es Legenden sind. Hier kam es mir wie eine Vereinnahmung vor und da das Leben des Buddha ca. 2500 Jahre her ist, und er keine Gegendarstellung verlangen kann, finde ich es schwierig. Aber es passt zum Thema Vergänglichkeit.
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Es gibt eine Szene, in der er nachts durch den Palast ging und die vielen schönen Kurtisanen eher wie Leichen sah, die mit geöffnetem Mund sabbernd dalagen. Das muss für ihn ziemlich ekelhaft gewesen sein.
Ha, da habe ich echt recht mit meiner Annahme! So lese ich, dass dieser Palast im Grunde wie die „Klausur der Lüste“ war (die Quelle steht im Buch). Und der junge Prinz hatte sich diesen Vergnügungen völlig hingegeben.
Und dann war da der Deva Shuddhavasa (hoffe, ich habe es korrekt abgeschrieben), der eingreifen sollte, um den künftigen Buddha vor Gier und Lust – also vor allen sechs sinnlichen Wahrnehmungen – zu warnen. Nach langer Reflexion hatte Gautama erkannt, dass unsere menschliche Natur im Grunde süchtig ist.
Na ja, er hatte recht. Wie leben wir alle? Ein Blick ins Handy, dann in die Zeitung, aber die Gedanken sind ganz woanders – etwa dabei, wie mein Chef oder meine Geliebte mich heute angeschnauzt hat. Wir sind niemals präsent im Hier und Jetzt. Diese Tänze und Gesänge, diese schönen Kurtisanen, die ganzen sportlichen Veranstaltungen, die der Prinz so lebte – ist das nicht unsere moderne Welt? Eins zu eins. Nur die Bühne sieht heute anders aus.
Durch dieses Begehren können wir die Flüchtigkeit in allem nicht sehen. Wir wollen besitzen, egal was, aber es ist nicht möglich. Und deswegen werden wir noch gieriger. Doch was wir ergreifen, entgleitet uns sowieso – und das ist Samsara .
Was ich an diesem Buch so schön finde, ist, dass der Autor uns alle dazu anregt, selbstständig zu denken. Denn die ganze Geschichte ist keine vertrocknete Philosophie oder eine reine Sammlung von Fakten aus dem Leben des Buddha, sondern eine Einladung, unsere eigene existenzielle menschliche Situation klar zu sehen.
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Ha, da habe ich echt recht mit meiner Annahme! So lese ich, dass dieser Palast im Grunde wie die „Klausur der Lüste“ war (die Quelle steht im Buch). Und der junge Prinz hatte sich diesen Vergnügungen völlig hingegeben.
Und dann war da der Deva Shuddhavasa (hoffe, ich habe es korrekt abgeschrieben), der eingreifen sollte, um den künftigen Buddha vor Gier und Lust – also vor allen sechs sinnlichen Wahrnehmungen – zu warnen. Nach langer Reflexion hatte Gautama erkannt, dass unsere menschliche Natur im Grunde süchtig ist.
Na ja, er hatte recht. Wie leben wir alle? Ein Blick ins Handy, dann in die Zeitung, aber die Gedanken sind ganz woanders – etwa dabei, wie mein Chef oder meine Geliebte mich heute angeschnauzt hat. Wir sind niemals präsent im Hier und Jetzt. Diese Tänze und Gesänge, diese schönen Kurtisanen, die ganzen sportlichen Veranstaltungen, die der Prinz so lebte – ist das nicht unsere moderne Welt? Eins zu eins. Nur die Bühne sieht heute anders aus.
Durch dieses Begehren können wir die Flüchtigkeit in allem nicht sehen. Wir wollen besitzen, egal was, aber es ist nicht möglich. Und deswegen werden wir noch gieriger. Doch was wir ergreifen, entgleitet uns sowieso – und das ist Samsara.
Was ich an diesem Buch so schön finde, ist, dass der Autor uns alle dazu anregt, selbstständig zu denken. Denn die ganze Geschichte ist keine vertrocknete Philosophie oder eine reine Sammlung von Fakten aus dem Leben des Buddha, sondern eine Einladung, unsere eigene existenzielle menschliche Situation klar zu sehen.
Wenn das die Kernaussage des Buches ist, dann wird in ihm aus meiner Sicht nichts Neues gesagt. Um die eigene existenzielle menschliche Situation klar zu sehen reicht es meines Erachtens, sich in die Lehrreden des Buddha zu vertiefen, sie zu studieren, zu meditieren und zu praktizieren.

Aber wenn es einem leichter fällt, seine eigene existenzielle menschliche Situation mittels der Lektüre dieses Buches zu verstehen anstatt mit den Lehrreden des Buddha, dann ist es sicherlich nicht verkehrt diese Buch zu lesen.
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Um die eigene existenzielle menschliche Situation klar zu sehen reicht es meines Erachtens, sich in die Lehrreden des Buddha zu vertiefen, sie zu studieren, zu meditieren und zu praktizieren.
Als ich selbst Hermann Hesses "Siddhartha" gelesen habe – und es ist so viele Jahre her –, da konnte ich nicht schlafen, nicht normal arbeiten und habe immer darüber nachgedacht. Dann sah ich den berühmten amerikanischen Film und war so tief berührt.
Sage mir bitte, lieber @Helmut , warum zitiert Mettiko Bhikkhu so viele existenzielle Philosophen? Und das sind keine Suttas.
Das ist eine kleine Auswahl aus dem letzten Buch "Gegen den Strich":

Wahrheit »gibt es« nur, sofern und solange Dasein ist. Seiendes ist nur dann entdeckt und nur solange erschlossen, als überhaupt Dasein ist. Die Gesetze Newtons, der Satz vom Widerspruch, jede Wahrheit überhaupt sind nur solange wahr, als Dasein ist. Vordem Dasein überhaupt nicht war, und nachdem Dasein überhaupt nicht mehr sein wird, war keine Wahrheit und wird keine sein, weil sie als Erschlossenheit, Entdeckung und Entdecktheit dann nicht sein kann.119
Martin Heidegger
S.189, PDF.

Heidegger hat festgestellt, dass es keine Wahrheit gibt, wenn niemand da ist (kein Dasein ist), der die Wirklichkeit (das Seiende) erschließt. Wie ist das mit der Wirklichkeit, den Dingen, dem Seienden? Existiert es auch, wenn niemand es erschließt?
Die Gesetze Newtons waren vor ihm weder wahr noch falsch, kann nicht bedeuten, das Seiende, das sie entdeckend aufzeigen, sei vordem nicht gewesen. Die Gesetze wurden durch Newton wahr, mit ihnen wurde für das Dasein Seiendes an ihm selbst zugänglich.121
Martin Heidegger
S. 190.

Und was finde ich im Buch: "Notizen zu Dhamma"? Hm?

Zwar ist Sartres philosophisches Hauptwerk L’Être et le Néant („Das Sein und das Nichts“) wohl leichter zugänglich, aber Heideggers Schriftefteen sind tiefer und damit dem Buddha näher.
S.7, PDF.

Aus einem Vortrag von Mettiko Bhikkhu, den ich fleißig transkribiert habe:

Ja, und der Wittgenstein, der hat eben bei dem Russell promoviert damals und das ist der Begründer des, oder ja, logischen Positivismus, könnte man sagen. Die Welt ist alles, was der Fall ist. Da kommt also kein Subjekt drin vor. Das Subjekt wird ausgeklammert, nicht eingeklammert, in Klammern gesetzt, sondern ausgeklammert. Während die Phänomenologie sagt: Wie wir mit den Dingen umgehen, das macht die Dinge eigentlich. Das heißt, ich als Wahrnehmender mache diese Tasse zu einer Tasse. Ein Kleinkind, was noch niemals eine Tasse gesehen hat, gar nicht weiß, wofür die da ist, wird denken, dieses, dieser Gegenstand ist etwas, um es in den Mund zu stecken. Das machen Kinder immer erstmal, weil was sie nicht kennen, stecken sie es erstmal in den Mund. Gut, aber dass das jetzt eine Tasse ist, wo man was reintun kann, das ist durch unser Erleben, unsere, unsere Erfahrung mit der Tasse wird das so gemacht. Gut.

Abschließend zitiere ich aus dem Buch: „Auf den Geist kommt’s an. Der phänomenologische Zugang zur Lehre des Buddha“ von Ajahn Amaro.
Der zeitgenössische Philosoph Steven French hat ebenfalls tief in diesen Bereich geblickt – hinsichtlich der Rolle des „Teilnehmers“ in der Quaantenmechanik und der Anwendung eines phänomenologischen Zugangs – und machte in einem kürzlich erschienenen Artikel8 folgende Anmerkungen:
London und Bauer9 verwerfen die „klassische“ Objektivität als nutzlos; sie sollte durch ein neues phänomenologisches Konzept ersetzt werden, dem entsprechend man die „objektive Welt“ als „die objektive Welt, wie sie für uns Bedeutung hat“ verstehen sollte.
n diesem Bild ist die Welt was sie ist, nur als das Korrelat eines erlebenden Bewusstseins, aber sowohl die Welt wie sie erlebt wird, wie auch jenes Bewusstsein, sind in deren wechselseitigem Abhängigkeitsverhältnis begründet.
Carlo Rovellis „relationsgemäße“ Interpretation der QuaQuaantentheorie (wurde) ursprünglich entwickelt, um dabei zu helfen, den Weg zu einer Form der QuaQuaantengravitation zu ebnen. Dieser Zugang nimmt die Zustände von Systemen in ihrer Natur als essentiell relational an: So wie Geschwindigkeit kein alleiniges Eigentum eines Systems ist, sondern nur in Relation zu einem anderen System steht, so ist der Zustand von „Katze tot/lebendig“ (in Schrödingers berühmten Gedankenexperiment) nicht einer, in dem sich die Katze an und für sich befindet, sondern nur im Verhältnis zum Zustand des anderen Systems der Mess-Interaktion – in diesem Fall dem des Beobachters. Rovellis Interpretation und der „korrelative“ Aspekt eines phänomenologischen Standpunkts greifen offe nsichtlich sehr schön ineinander, was aber letzterer ins Gespräch bringt, ist die Rolle des Bewusstseins als grundlegender „Pol“ in Rovellis Relationen. Der andere „Pol“ ist das System, das beobachtet wird, und so, um beim Bild zu bleiben, ist die Welt was sie ist, nur als das Korrelat eines erlebenden Bewusstseins, aber sowohl die Welt wie sie erlebt wird als auch jenes Bewusstsein sind in deren wechselseitigem Abhängigkeitsverhältnis begründet (Hervorhebung hinzugefügt).

Da bitteschön, dieser Mönch zitiert schon die moderne Quantenphysik, nicht übel, oder?
Und wer sich die Mühe gibt, das ganze Buch zu lesen und korrekt zu verstehen, der würde bestimmt auch Sutren besser hinkriegen. Denn diese Weisheit dort ist einfach zeitlos und kann immer aus sehr vielen Blickwinkeln und vielschichtig interpretiert werden.
Alle diese Bücher und Vorträge kann jeder auf der Homepage des Muttodaya-Klosters finden.

@Bubbles Kann sein, dass das die gute Methode ist, den Buddha als Menschen lebendig zu machen.
Schmidt-Glintzer schreibt es stellenweise so, als habe er den Buddha gekannt.



Das ist nicht alles zum Thema. Hellmuth Hecker, und das ist schon das Buddhististische Seminar, erzählt selbst über seine persönliche Bekanntschaft mit Martin Heidegger. Er hatte ihm sein Buch über das Leben des Buddha geschenkt, was den berühmten Philosophen tief bewegt habe. Und er bedauerte damals, dass es für ihn zu spät sei, die Lehre des Buddha zu studieren. Es gibt dazu sogar das Buch von Hellmuth Hecker.
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
In diesem Buch habe ich wirklich sehr wunderschöne, eher herzzerreißende Worte gefunden, die einem Bericht zufolge der Buddha sagte, als er sich von seinem Diener verabschiedete. Denn er hatte geweint und wollte den Prinzen nicht gehen lassen. Für mich klingen diese Zeilen total so, als ob ein existenzieller Philosoph spricht.

Schauen wir uns das mal an.

Zuerst sagt der Buddha:
"Starke Körper werden schwach, Lebenskraft schwindet mit dem Alter. Schließlich stirbt man und ist wie verschwunden. Wie kann man glücklich sein in der Welt?“
Für mich klingt das Ganze wie ein Schrei in der Wüste, wenn jemand vollkommen alleine und isoliert ist. Es erinnert mich an Martin Buber, den Irvin Yalom in der existenziellen Psychotherapie zitiert.
Und weiter folgt die Steigerung, da ist der Ausdruck der tiefsten Verzweiflung. Schauen wir uns das an:
„Das ist so in der Welt, dass man alleine geboren wird und allein stirbt. Wie kann man dabei einen Gefährten finden? Und zudem gibt es das Leid von Alter, Krankheit und Tod. Und wie kannst du zu deren Begleiter werden? Ich bin jetzt dabei, mich von all diesem zu lösen, und wenn ich das erst einmal geschafft habe, werde ich Freund allen lebenden Wesen sein.“
Diese Quelle habe ich noch in keiner Biografie gefunden. Und wie viele habe ich davon schon gelesen? Tja ...
Am Ende sagt der Prinz seinem treuen Diener:
„Sollte es mir aber nicht gelingen, wie sollte ich da auch nur Dein Freund sein können?“
Hier kann man schon die Grundideen des Mahayana vorwegnehmen, denn der Buddha wollte alle leidenden Wesen aus den Welten des Samsara retten. Er macht es nach der Überlieferung als die letzte Geburt, als ob alles schon wie in der Ewigkeit passiert wäre.

Und diesen letzten Gedanken habe ich einmal bei Hellmuth Hecker gefunden: Für die Erwachten gibt es keine lineare Zeit mehr, es ist wie das Leben im „ewigen grünen Nu“ (Meister Eckhart). Jemand hatte diese Passage einmal als zu mystisch kritisiert, aber wir leben wie auf einer eindimensionalen Ebene – wir können es einfach nicht nachvollziehen.

Echte Perlen, was ich da lese. Und das passt bestimmt zum Thema hier!
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Was mir aber echt gefällt, Martin, ist, dass du darüber lachst. Genau das kann ich in vielen Vorträgen des Klosters Muttodaya wiederfinden, die dem Sensenmann echt in die entsetzliche Fresse lachen. Humor – meiner Meinung nach manchmal sogar bissig – ist ein einzigartiges Merkmal dieser Richtung.

Ich habe am Anfang immer gedacht dass ich (speziell im Kloster) nicht lachen sollte, weil es nichts zum Lachen gibt.
Ich erinnere mich noch gut an ein treffen mit einem Rinpoche in Bangkok.
Er und seine Begleitung haben viel gelacht und waren ziemlich gut gelaunt, und ich dachte mir damals nur : Wo bin ich hier gelandet? 😂
Ich habe noch ein Foto von dem Tag 😂😂

Aber ich habe damals auch versucht meinen Lehrer zu imitieren, der sozusagen immer im Gleichmut verweilte.
Aber das funktioniert so nicht.

Später habe ich mal von Ajahn Brahm einen ziemlich guten Tipp bekommen, nämlich in der Früh nach dem aufstehen, einmal vor dem Spiegel zu lachen.
Auch wenn es nichts zum lachen gibt.
Und das mache Ich immer noch regelmäßig.

Und ich musste herausfinden, dass manche Lehrer in der thailändischen Waldtradition sehr viel Humor haben und hatten, und teilweise einen schwarzen Humor (den ich inzwischen teile und schätze), aber sie wollten uns niemals damit verletzen, sondern helfen.

Und so bin ich heute um vier Uhr aufgestanden und musste schon in der Früh lachen, obwohl es theoretisch gesehen in meinem weltlichen Leben derzeit überhaupt nichts zu lachen gibt.
Nach ein paar Minuten auf dem Kissen gehe ich mit einem Lächeln ins Chaos , dass heute wieder auf mich wartet.
Mögen wir alle Frieden finden!
 
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Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Ich habe am Anfang immer gedacht dass ich (speziell im Kloster) nicht lachen sollte, weil es nichts zum Lachen gibt.
Ich erinnere mich noch gut an ein treffen mit einem Rinpoche in Bangkok.
Er und seine Begleitung haben viel gelacht und waren ziemlich gut gelaunt, und ich dachte mir damals nur : Wo bin ich hier gelandet? 😂
Ich habe noch ein Foto von dem Tag 😂😂

Aber ich habe damals auch versucht meinen Lehrer zu imitieren, der sozusagen immer im Gleichmut verweilte.
Aber das funktioniert so nicht.

Später habe ich mal von Ajahn Brahm einen ziemlich guten Tipp bekommen, nämlich in der Früh nach dem aufstehen, einmal vor dem Spiegel zu lachen.
Auch wenn es nichts zum lachen gibt.
Und das mache Ich immer noch regelmäßig.

Und ich musste herausfinden, dass manche Lehrer in der thailändischen Waldtradition sehr viel Humor haben und hatten, und teilweise einen schwarzen Humor (den ich inzwischen teile und schätze), aber sie wollten uns niemals damit verletzen, sondern helfen.

Und so bin ich heute um vier Uhr aufgestanden und musste schon in der Früh lachen, obwohl es theoretisch gesehen in meinem weltlichen Leben derzeit überhaupt nichts zu lachen gibt.
Nach ein paar Minuten auf dem Kissen gehe ich mit einem Lächeln ins Chaos , dass heute wieder auf mich wartet.
Mögen wir alle Frieden finden!
Kann den Beitrag nicht mehr bearbeiten. Statt “dass“ lieber “das“, oder “welches“ 😂
Besser noch einen Kaffee trinken .
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Ich habe mal einen Bericht über Lach Yoga gesehen.
Auch wenn man quasi nur so tut, als lache man, signalisiert es dem Körper (Nervensystem) gute Vibes😊

Und ich finde, so ein feiner Humor - wie Du geschrieben hast, ohne zu verletzten- wo man auch über sich selbst lachen kann, ist ein enorm wertvoller Begleiter auf dem Weg🙂
 
Re: Theravada Die Vergänglichkeit.
Humor kann Leichtigkeit und Losgelöstheit ausdrücken oder auch vorübergehend herbeiführen. Vielleicht kann er auch zur Strategie der Loslösung beitragen, als "Geschicktes Mittel" (upāyakosalla). Weiß nicht, ich bin ja nicht gerade der geborene Humorist und allzuviel Gelächter erscheint mir oberflächlich und trügerisch.
 
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