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Igor07

Mitglied
Manchmal lese oder höre ich, man sollte praktizieren, denn das ganze Wissen sei im eigenen Geist zu finden. Warum der historische Buddha dann etwa 45 Jahre die ganze Lehre verbreitet und ausführlich erörtert hat, bleibt mir nicht einleuchtend.
Dann gibt es andere Richtungen wie Mahayana , Zen und noch mehr. MMK wird in westlichen Universitäten studiert, dann folgen Prüfungen, aber am Ende verstehen es nur einige davon, wenn überhaupt.
Es gibt auch Chan -Lyrik, Gedichte, Haiku, Mantren, Visualisationen, es gibt Ikonografie und Gemälde, es gibt Parabeln und Legenden.
Ich denke, der Buddhismus vereint in sich alles, sowohl vielschichtige Philosophie als auch Religion und Kunst. Das alles kann das innere Leben enorm bereichern, wenn jemand gründlich darüber kontempliert und wenn es Freude bereitet oder Spaß macht.
Noch eine Bemerkung: Ich mache Yoga, weil es mir einfach gefällt. Ich denke nicht viel darüber nach, es ist wie Zähneputzen. In diesem Sinne könnte man sagen, dass ich etwas praktiziere.
Alles, was dem Leben Sinn und Halt gibt, mein Herz läutert und nicht finster macht, geschieht einfach, aber nicht, weil ich etwas extra praktiziere. Was mich erwartet, wenn mein Körper stirbt, interessiert mich wenig, ebenso wenig das Leben danach. Es spielt für mich keine Rolle. Wichtig ist für mich, was ich im Hier und Jetzt mache und wie wachsam und bewusst ich handle – im Körper, durch Sprache und im Geist.
Selbst kann ich es nicht als Praxis bezeichnen, aber man kann es eher als die Kunst des Lebens betrachten, das Leben, so wie es ist, zu genießen, denn es kann der letzte Tag oder die letzte Stunde sein. Warum denn nicht? Todsicher. Das Wort „Leben-sicher“ gibt es leid-er nicht.

Was sind eure Gedanken dazu?

LG.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Was ich dazu noch sagen wollte. Der Buddhismus ist ohne echte Freude und Glück kaum vorstellbar.
Die Leute denken so oft, dass das Leben Leiden ist, also dukkha . Aber das Leben ist echt so schön und einzigartig. Ich dachte zuerst, dass ich spinne. Dann habe ich sehr aufmerksam dieses Kapitel aus der neuen Version von Buddhadhamma gelesen, und es war für mich wie eine Bestätigung.
Kann sein, wir können das Leben, wie es ist, wirklich wertzuschätzen und mit vollen Zügen genießen, wenn wir die Vergänglichkeit in allem anerkennen, die auch diese Wunder um uns herum einfach erlaubt, macht das ganze Mysterium möglich.
Oder anders ausgedrückt, wegen der Vergänglichkeit lohnt es sich, glücklich zu sein. Im Hier und jetzt.
Da verlinke ich den Text, echt toll, das wenigstens zu wissen. Viel Spaß beim Lesen.(y)

Der Buddhismus ist ein System der Entwicklung von Glück.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Studieren ist auch ein Teil der Praxis, es ist nicht Selbstzweck. Die ganze Praxis hat den Zweck, Gier, Hass und Verblendung zu beseitigen. Die Lehre vermittelt dieses Wissen und die Anleitung, wie man das macht, nur studieren ohne danach zu handeln hat wenig Sinn.

Die Lehre verweist auf den eigenen Geist - z.B. "Begehren ist die Ursache von Leid": Erfahre ich es so? Entstehen meine Leiden aufgrund von Begehren? Das muss ich in mir selber finden. Wenn ich erkenne, dass es tatsächlich so ist, befasse ich mich mit den Methoden, die zur Auflösung des Begehrens führen und finde heraus, welche ich in meiner Situation anwenden kann. Manchmal durch Einsatz der Willenskraft, manchmal durch lesen oder Vorträge hören, durch Nachdenken, durch Fixierung auf ein einziges Meditationsobjekt, durch bestimmte Gespräche, durch Ersetzen eines niederen Genusses durch einen höheren, durch Betrachtung der khandha als Nicht-Selbst, durch zulassen des Begehrens und erkennen des darauf folgenden Leids, durch die Betrachtung des aufsteigenden Begehrens ohne es zu ergreifen, durch Besinnung auf die Vergänglichkeit, durch allumfassende Güte und Wohlwollen, usw. Wenn ich das Wissen erfolgreich anwende, kann Weisheit und Befreiung entstehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Es gibt auch ein gutes, eher "heilendes" Verlangen oder Begehren, das entsteht, wenn ich ein reines Interesse aufbringe und mich so an der Vollkommenheit der Dinge erfreue. Das betrifft nicht nur den Buddhismus, sondern gilt eigentlich allgemein.


Wenn ich mit echtem Genuss etwas studiere oder lese, dann nicht, weil ich besser sein will als andere, sondern weil es mir echte Freude bereitet.
Oder wenn ich Schach spiele, dann nicht, um zu gewinnen, sondern um die taktischen Raffinessen besser zu verstehen.


Ein echter Gärtner pflegt Pflanzen und Bäume, weil er die Natur liebt, nicht wegen der Entlohnung.
Ein echter Politiker würde alles für das Volk unternehmen, weil er gar nicht anders kann – nicht, um Wahlen zu gewinnen und weiter zu regieren.
Und ein Arzt behandelt seine Patienten mit ganzem Herzen, nicht, um möglichst viel Geld abzukassieren.


Dazu gibt es ein sehr interessantes Video von Tivagaro Bhikkhu :

Was der Mensch leisten muss – und was ihn niemals befrieden wird

5:52
5 Minuten, 52 Sekunden
Tanha will etwas dafür bekommen. Chanda will, dass etwas Richtiges geschieht. Tanha fragt: "Was bringt mir das?"
6:00
6 Minuten
Tschanda fragt: "Was braucht die Sache zur Vollendung?"
6:05
6 Minuten, 5 Sekunden
Dieser Unterschied wirkt zunächst unscheinbar, doch er verändert die gesamte innere Ökonomie des Handelns.
6:12
6 Minuten, 12 Sekunden
Denn wer aus Tanha, braucht stets ein Ergebnis, das die Anstrengung rechtfertigt. Bleibt das Ergebnis aus,
6:19
6 Minuten, 19 Sekunden
bricht die Motivation zusammen. Wer aus Chanda handelt, steht vor einer grundlegend anderen Situation. Das Tun
6:27
6 Minuten, 27 Sekunden
selbst ist bereits das, worauf es ankommt. Und hier liegt eine Insicht,
6:32
6 Minuten, 32 Sekunden
die leicht übersehen wird. Eine heilsame Handlung ist deshalb heilsam, weil sie zu einem günstigen Ergebnis führen wird.
6:40
6 Minuten, 40 Sekunden
Sie ist heilsam, während sie geschieht.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Es gibt auch ein gutes, eher "heilendes" Verlangen oder Begehren, das entsteht, wenn ich ein reines Interesse aufbringe und mich so an der Vollkommenheit der Dinge erfreue. Das betrifft nicht nur den Buddhismus, sondern gilt eigentlich allgemein.

Wenn ich mit echtem Genuss etwas studiere oder lese, dann nicht, weil ich besser sein will als andere, sondern weil es mir echte Freude bereitet.
Oder wenn ich Schach spiele, dann nicht, um zu gewinnen, sondern um die taktischen Raffinessen besser zu verstehen.

Ein echter Gärtner pflegt Pflanzen und Bäume, weil er die Natur liebt, nicht wegen der Entlohnung.
Ein echter Politiker würde alles für das Volk unternehmen, weil er gar nicht anders kann – nicht, um Wahlen zu gewinnen und weiter zu regieren.
Und ein Arzt behandelt seine Patienten mit ganzem Herzen, nicht, um möglichst viel Geld abzukassieren.

Es ist halt keine ungetrübte und dauerhafte Freude, weil alle Dinge mit dukkha, anicca und anatta verbunden sind. Auch die Lehre des Buddha, die ja mit einem Floß verglichen wird. Das Floß macht nur deshalb Freude, weil es allmählich zum Ende von dukkha führt, nicht weil es selber ohne dukkha wäre, nur das andere Ufer (Nibbana ) ist ohne dukkha.
Etwa das Entsagen unheilsamer Gewohnheiten ist mit dukkha verbunden, viel einfacher ist es, dukkha durch eine Sinnesfreude zu verdrängen.
Die Lehre kann verschwinden, in Vergessenheit geraten oder verfälscht werden (anicca).
Ich kann durch die Lehre kein ewig glückseliges Leben erreichen (anatta).

In dem Video heißt es: "Heilsames Tun ist in sich heilsam, als unmittelbare Tatsache" (7.10).
Wenn im Geist alle heilsamen Eigenschaften voll entwickelt sind, muss keine Befreiung mehr angestrebt werden. Für diese Entwicklung muss ich die heilsamen Eigenschaften auch außerhalb des Studierens beibehalten, in jeder Situation. Deshalb studiere ich die Lehre auch wie eine Gebrauchsanleitung, nicht nur weil ich unmittelbar Freude dabei habe.

Nur ein paar meiner unmaßgeblichen Gedanken dazu. Der Unterschied zwischen heilsamen Wollen und unheilsamer Begierde, der im Video angesprochen wird, ist wirklich interessant.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Es ist halt keine ungetrübte und dauerhafte Freude, weil alle Dinge mit dukkha, anicca und anatta verbunden sind. Auch die Lehre des Buddha, die ja mit einem Floß verglichen wird. Das Floß macht nur deshalb Freude, weil es allmählich zum Ende von dukkha führt, nicht weil es selber ohne dukkha wäre, nur das andere Ufer (Nibbana ) ist ohne dukkha.
Etwa das Entsagen unheilsamer Gewohnheiten ist mit dukkha verbunden, viel einfacher ist es, dukkha durch eine Sinnesfreude zu verdrängen.
Die Lehre kann verschwinden, in Vergessenheit geraten oder verfälscht werden (anicca).
Ich kann durch die Lehre kein ewig glückseliges Leben erreichen (anatta).

Da sehe ich einfach alles anders. Entschuldigung.


Nirvana ist nur im Hier und Jetzt erfahrbar oder erlebbar, also wie ein Prozess – nicht etwas, das man endgültig erlangen kann.


Auch die Sinnesfreude ist per se, finde ich, etwas Normales, gerade weil alles vergänglich ist.


Genau deshalb ist echtes Genießen möglich, ohne daran zu klammern oder anzuhaften.


Aber das sind meine eigenen Erfahrungen, also nicht das, was in den Büchern oder Sutren steht.


Ich würde keine meiner Wünsche – egal welche – mit Gewalt unterdrücken, nur weil sie als unedel gelten.


Es kann sein, dass ich in einer Stunde mause-tot bin – also warum nicht?


Das Problem liegt im Anhaften, als ob etwas mir gehört – aber so ist es nicht. Punkt.


Ich habe doch erzählt, wie Ajahn Chah rauchte und Betelnuss kaute.


Das Leben ist kurz. Da sollte ich einmal alle Bücher verbrennen, denn in den Sarg kann ich sie alle nicht mitnehmen.


Und wie ich schon bei Heinrich Dumoulin gefunden habe: Man sollte den Buddha „töten“, wenn jemand sich an ihn als Stütze klammert.


Genau diese Stütze kann ich als Schlupfloch für ein Atman betrachten.
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Da sehe ich einfach alles anders. Entschuldigung.
Da sehe ich nichts, was zu entschuldigen wäre.

Nirvana ist nur im Hier und Jetzt erfahrbar oder erlebbar, also wie ein Prozess – nicht etwas, das man endgültig erlangen kann.
Erfährst du es Hier und Jetzt? Meine Wenigkeit muss das erst anstreben.

Auch die Sinnesfreude ist per se, finde ich, etwas Normales, gerade weil alles vergänglich ist.
Genau deshalb ist echtes Genießen möglich, ohne daran zu klammern oder anzuhaften.
Aber das sind meine eigenen Erfahrungen, also nicht das, was in den Büchern oder Sutren steht.
Meine Erfahrung ist, dass Sinnesleiden ebenso natürlich und normal sind, deshalb ist echtes Leiden möglich, ohne daran zu klammern und anzuhaften. Sutren haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass Freuden und Leiden vergänglich sind.

Ich würde keine meiner Wünsche – egal welche – mit Gewalt unterdrücken, nur weil sie als unedel gelten.
Würde ich gerne tun, wenn sie dann nicht wieder kämen.

Es kann sein, dass ich in einer Stunde mause-tot bin – also warum nicht?
Kann auch sein, dass ich in einer Stunde ein anderes Dasein beginne, dann geht der Zirkus von vorne los.

Das Problem liegt im Anhaften, als ob etwas mir gehört – aber so ist es nicht. Punkt.
Begehren nach Dasein und Besitz ist wahrlich das Problem.

Ich habe doch erzählt, wie Ajahn Chah rauchte und Betelnuss kaute.
Da bin ich mir jetzt nicht sicher, bei so manchen Ajahns trifft das jedenfalls zu. Gefällt mir nicht, so wie mir ein kleiner Fliegenschiss auf einem Rosenblatt nicht gefällt, wenn ich durch einen unermesslich wunderbaren Garten gehe.

Das Leben ist kurz. Da sollte ich einmal alle Bücher verbrennen, denn in den Sarg kann ich sie alle nicht mitnehmen.
Herschenken ginge auch, vielleicht sind sie ja für andere von Nutzen.

Und wie ich schon bei Heinrich Dumoulin gefunden habe: Man sollte den Buddha „töten“, wenn jemand sich an ihn als Stütze klammert.
Genau diese Stütze kann ich als Schlupfloch für ein Atman betrachten.
Für mich ein Schlupfloch für die Hölle, den Buddha zu töten. Buddha, Dhamma , Sangha sind meine Stütze und Zuflucht .
 
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Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Erfährst du es Hier und Jetzt? Meine Wenigkeit muss das erst anstreben.
Wenn ich etwas anstrebe, verpasse ich genau das Hier und Jetzt. Ich hänge dann woanders fest, wie in einem Traum. Das ist leicht zu verstehen, denn Zeit ist nur eine Konstruktion des eigenen Denkens – mehr nicht.

Für mich ein Schlupfloch für die Hölle, den Buddha zu töten. Buddha, Dhamma , Sangha sind meine Stütze und Zuflucht .
Das Zitat gehört einem sehr guten Mönch aus der Zen-Richtung. Damit ist niemals gemeint, jemanden real zu töten – das ist absolut offensichtlich, scheint mir.


Das war eigentlich mein Anliegen: über den Dharma selbstständig zu reflektieren. Nicht weil es alles in den Sutren steht.


Der Buddha ist für mich der sterbliche Mensch , aber kein Jesus nach der Auferstehung. Ich mache mir keine Illusionen darüber, was mich nach dem Tod erwartet – das ist reine Zeitverschwendung. Usw.

Wenn es dir nicht gefällt, mein Freund, kann ich nichts dafür.

P.S.
Die Idee von Leben nach dem Tod und Wiedergeburt war in damaliger Zeit sehr präsent. Das war schon in den Veden oder den Upanishaden enthalten. Der historische Buddha sollte dieses Gedankengut in seine eigene Lehre integrieren, was später bei Nāgārjuna seine Krönung erreichte. Das Tetralemma bedeutet, alle vier möglichen Positionen loszulassen. Dann bleibt kein Anhaften mehr: kein Nirvana gegen Samsara , sondern das Leben genau in diesem einzigen Augenblick an der Schnittstelle zwischen Zeit und Ewigkeit.
 
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Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Kann auch sein, dass ich in einer Stunde ein anderes Dasein beginne, dann geht der Zirkus von vorne los.
Siehe hier, @mukti :

Wenn dann die Frage erscheint „Wo war ich, bevor ich da war?“, so setzt sie in ihrer Grundannahme bereits dieses feste Ich voraus. Aus buddhistischer Sicht liegt der Fehler jedoch schon in eben dieser Grundannahme selbst: in der Vorstellung, es gäbe ein stabiles Ich. Woher kommt es? Wohin geht es? All diese Fragen führen den menschlichen Verstand allzu schnell auf Irrwege. Zusätzliche Konzepte werden nötig: eine Seele, ein höheres Selbst, wie auch immer man es benennen mag. Doch diese Konzepte sind vage; sie halten bei genauer Betrachtung nicht stand. Wie sollte diese Seele aussehen? Wo war sie vorher, und wer hat sie erschaffen? Wo ist ein Gott, und wenn er wirklich guter Absicht sein sollte, wieso handelt er dann nicht, wenn schlimme Dinge geschehen?
Wo war ich, bevor ich da war?
 
Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
P.S.
Die Idee von Leben nach dem Tod und Wiedergeburt war in damaliger Zeit sehr präsent. Das war schon in den Veden oder den Upanishaden enthalten. Der historische Buddha sollte dieses Gedankengut in seine eigene Lehre integrieren, was später bei Nāgārjuna seine Krönung erreichte. Das Tetralemma bedeutet, alle vier möglichen Positionen loszulassen. Dann bleibt kein Anhaften mehr: kein Nirvana gegen Samsara, sondern das Leben genau in diesem einzigen Augenblick an der Schnittstelle zwischen Zeit und Ewigkeit.
Welche vier möglichen Positionen werden nach deiner Nagarjuna-Interpretation denn mittels des Tetralemma losgelassen?
 
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Re: Dharma Brauchen wir, das Dharma zu studieren?
Welche vier möglichen Positionen werden nach deiner Nagarjuna-Interpretation denn mittels des Tetralemma losgelassen?
Steht sogar in Wikipedia:

Der „Urteilsvierkant“ als theoretisches Modell bezieht in seiner Grundstruktur sowohl den Satz vom Widerspruch als auch den Satz vom ausgeschlossenen Dritten mit ein:


  1. Etwas ist (so)
  2. Etwas ist nicht (so)
  3. Etwas ist sowohl (so) als auch nicht (so)
  4. Etwas ist weder (so) noch nicht (so)
Und, apropos, gibt es eine fünfte Position!


So lese ich im Buch „Der Tiefe Wunsch nach Lebendigkeit“ von Ch. Dillo:

Der deutsche Logiker Matthias Varga von Kibéd nennt diese Leerheit der Leerheit die fünfte Position des Tetralemmas und formuliert sie wie folgt: All dies nicht – und selbst das nicht!‘“
S. 302.

Christian Dillo Der tiefe Wunsch nach Lebendigkeit Ein buddhistischer Wegweiser für das 21. Jahrhundert

Und wenn wieder die Antwort nach als ob" meiner" Interpretation gefragt wird, dann ist es eine Koan -Frage, also gibt es keine – außer:

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“ (Tractatus logico-philosophicus, Satz 5.6)
 
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