mkha'

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Buddh. Richtung:
Tib. Buddh. - Gelug
Aryadeva.jpg


Da nicht alle Ziele mit Gewissheit
erlangt werden und jene, die man erlangt,
mit Sicherheit ein Ende finden,
warum zerstörst du dich um ihretwillen?

Sobald sie erreicht sind, vergehen jene Werke,
die man mühsam getan hat, ganz mühelos.
Obgleich dies die Wirklichkeit ist, löst du nicht
im Mindesten das Haften an weltlichen Taten.

Das vergangene Glück existiert nicht mehr,
das zukünftige existiert noch nicht
und das gegenwärtige vergeht sogleich,
wozu also mühst du dich?

(Vers 161-163)
…………

Carola Roloff: Buddhistische Klassiker, Teil 8: Āryadeva (PDF)
 
| Mein Blickwinkel: Ich schreibe nicht zwangsläufig aus dem Blickwinkel der Gelug-Prasaṅgika-Madhyamaka, sondern dem Standpunkt meiner Gesprächspartner entsprechend, (auf die ich bemüht bin, einzugehen), sodass es uns möglich ist, auf Augenhöhe zu kommunizieren.
Re: Tibetisch Aus Āryadevas Vierhundert Versen
Vielen Dank für die Einstellung der Verse @mkha' .

Die 400 Verse sind ein tiefgründiges Werk, aufgrund der recht kurzen Verse aber auch nicht immer ganz leicht zu verstehen. Die Verse 161 bis 163 gehören ja zu dem 7.Kapitel in dem es darum geht, das Verlangen nach Sinnesobjekten aufzugeben. Diese Kapitel besteht aus drei Abschnitten:
  • Die Nachteile Samsaras zu bedenken
  • Die befleckten Taten, welche die Ursache für Wiedergeburten im Samsara sind, aufzugeben
  • Die Notwenigkeit, befleckte Taten aufzugeben
Die Verse 161 bis 163 gehören zum zweiten Abschnitt.

Bei Vers 161 geht es darum, die Furcht vor befleckten Taten zu meditieren, indem man deren Wirkungen bedenkt.
Bei Vers 162 geht es darum, dass man die befleckten Taten aufgeben sollte, nachdem man ihre Fehler bedacht hat.
Bei Vers 163 geht es darum, dass man nicht an Taten anhaften sollte, nur weil sie vorübergehendes Glück bewirken.
 
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