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Der Praktizierende der Meditation

von Rabjam Longchen

Als ein Individuum, das eine meditative Praxis aufnimmt,
musst Du Vertrauen, Beharrlichkeit, Entsagung
und ein Gefühl der Entzauberung aufbringen.

Du musst enttäuscht und erschöpft von Samsara sein und nach Freiheit streben.
Du musst den Belangen dieses Lebens entsagen und nach der Erleuchtung streben,
Du musst Ablenkungen und Geschäftigkeit weit hinter Dir lassen
und wenig geistige Störungen haben.

Sei gelassen und tolerant; habe eine reine Wahrnehmung und große Hingabe,
sowie Stabilität des Geistes und tiefen Respekt dem Dharma gegenüber.
Wer so praktiziert, wird die höchste Befreiung erlangen!

Du musst auf die bestmögliche Weise Deinen authentischen Lehrer wertschätzen,
und Deinen Geist durch Studium, Nachdenken und Meditation läutern.

Insbesondere solltest Du Deine Tage und Nächte damit verbringen
dich fleißig mit den wesentlichen mündlichen Unterweisungen
der Übertragungslinie beschäftigen.

Ohne auch nur einen Augenblick durch gewöhnliche Sorgen abgelenkt zu werden,
widme Dich gewissenhaft der tiefsten, innersten Bedeutung.

Übertrete niemals die Gebote der Shravakas, Bodhisattvas und Vidyadharas,
habe Deinen eigenen Geist im Griff, hilf anderen in jeder möglichen Weise,
und betrachte alles, was Du erfährst, als einen Teil des Pfades zur Befreiung.

Als Anfänger ist es am wichtigsten, dass Du Dein eigenes Wohlbefinden sicherstellst,
dass Du Deinen Geist in Zurückziehung beobachtest,
Ablenkungen und Geschäftigkeit unterlässt,
schwierige Situationen vermeidest und den geistigen Störungen
mit geeigneten Gegenmitteln entgegenwirkst.

Vergewissere Dich, dass Deine Sichtweise und Dein Verhalten im Einklang sind,
und widme Dich mit Begeisterung der Meditation.

Wann immer eines der fünf gewöhnlichen Gifte auftaucht, ergreife es genau in diesem Moment,
erfasse es mit Achtsamkeit , und wende ohne Ablenkung die Gegenmittel an.

Bringe mit Gewissenhaftigkeit, nach innen gerichteter Wachsamkeit, Selbstbeherrschung
und einem Gefühl der Würde Deinen eigenen Geist unter Kontrolle.

Erkenne die Gleichheit von Lob und Tadel,
Zustimmung und Missbilligung, gutem und schlechtem Ruf,
denn sie sind nur wie Illusionen oder Träume und haben keine wahre Existenz.

Lerne, sie zu tolerieren, als wären sie nur ein Echo und trenne die geistigen Impulse,
der sich an ein "Ich" oder ein Selbst klammern, an ihrer Wurzel ab.

Kurz gesagt, indem Du bei allem, was Du tust, niemals gegen den Dharma verstößt,
bringe Deinen Geist unter Kontrolle, füge anderen keinen Schaden zu
und ohne auch nur einen Augenblick lang den geistigen Störungen zu erliegen,
verbringe Deine Tage und Nächte tugendhaft - das ist entscheidend!

Heutzutage, wo die Menschen so widerspenstig sind, ist es unerlässlich,
dass Du zuerst Dein eigenes Wohlbefinden in der Zurückziehung erreichst.

So wie ein Vogel nicht mit einem Flügel fliegen kann, kann das Wohlergehen der anderen
nicht ohne die höheren Fähigkeiten der Wahrnehmung erreicht werden.

Strebe also unablässig nach Deinem eigenen Wohlergehen,
während Du im Geiste das Wohlergehen der anderen bedenkst.

Lasse Deinen Geist nicht von den hinterhältigen Maras
der Ablenkung und Geschäftigkeit täuschen,
Es ist wichtig, dass Du Dich der Praxis widmet.

Lege keine Ursachen dafür, zum Zeitpunkt Deines Todes Reue zu empfinden!

Deshalb bereite Deinen Geist jetzt vor, und bedenke dies:
Wenn Du jetzt sterben würdest, was würde aus Dir werden?

Ohne jede Gewissheit, wohin Du gehen wirst, oder was passieren könnte, bedeutet,
Deine Tage und Nächte in den Fängen der Verwirrung und Zerstreuung zu verbringen,
die Freiheiten und günstigen Umstände zu verschwenden und bedeutungslos zu machen.

Meditiere deshalb allein und in Zurückziehung über den tiefgründigsten Sinn,
denn gerade jetzt ist eine langfristige Strategie vonnöten.

Wie kannst Du sicher sein, was die Zukunft bringen wird?

Du musst Dich schon heute fleißig anstrengen!

Diese trügerischen Erscheinungen von Samsara sind wie tückische Pfade.

Behalte dies im Hinterkopf: Du musst die Methoden finden, mit denen Du zur Befreiung gelangst,
denn wenn Du jetzt an der Täuschung festhältst, wirst Du für immer in der Illusion umherwandern.

Erwecke also Beharrlichkeit und bewahre dies in Deinem Herzen.

Der Ozean der geistigen Störungen und das Meer
des Festhaltens an einem Selbst sind schwer zu durchqueren,
aber jetzt, da Du das Fahrzeug der Freiheiten und Begabungen hast,
nutze es, um das ferne Ufer zu erreichen!

Nun, da Du diese seltene Gelegenheit durch die Kraft Deines Verdienstes erlangt hast
- den Zugang zum Pfad der Befreiung und Erleuchtung -
stelle Deinen eigenen Nutzen und Dein Glück sicher,
indem Du Dich mit aufrichtigem Herzen bemühst!

Das Leben ist unbeständig und ändert sich von einem Moment zum nächsten,
und wir täuschen uns gekonnt mit Ablenkungen und verschieben die tugendhafte Praxis.

Wenn wir uns längst an die Täuschung gewöhnt haben,
werden wir in jedem Moment wie von selbst in die geistigen Störungen hineingezogen.

Und selbst wenn wir uns um Verdienst und Tugend bemühen,
stellen wir fest, dass dies nicht leicht ist.
Bemühe Dich deshalb, das durch Deine eigenen Handlungen
verursachte Elend abzuwenden!

In den Erfahrungen von Samsara ist nicht die geringste Freude zu finden.
Die Leiden des bedingten Daseins sind, wenn Du an sie denkst, unmöglich zu ertragen.
Deshalb wende Dich gleich jetzt den Mitteln zu, mit denen Du Freiheit erlangen kannst.

Wenn Du Dich nicht gewissenhaft dem tiefgründigen Sinn widmest,
wird Muße und unregelmäßige Dharmapraxis keinen Nutzen bringen.

Entwickle also ein starkes Gefühl des Überdrusses an allem, was unbeständig ist,
und, ohne auch nur einen Augenblick abgelenkt zu sein,
entfache Begeisterung für die Praxis!

Wenn Du Dir dies von Anfang an bewusst machst,
wirst Du schnell den Zustand eines Arya erreichen!

Wenn Du Dein eigenes Wohlergehen verwirklichst,
wird sich das Wohlergehen anderer von selbst einstellen,
und Du wirst den erhabenen Weg der Befreiung aus den Erfahrungen von Samsara finden.

Wenn alles, was Du tust, in Übereinstimmung mit dem Dharma ist,
dann bist Du einer, der die Grundlage hat, um Erleuchtung zu erlangen.


Damit endet der zweite Abschnitt, der eine Erklärung für den einzelnen Praktizierenden darstellt, der Samadhi kultiviert, aus 'Trost und Leichtigkeit in der Meditation der Großen Vollkommenheit finden'. (Dazu gibt es einen ersten Teil, der für uns m.E. nicht ganz so relevant ist.)

Englisch: Übersetzt von Adam Pearcey, basierend auf einer früheren, unveröffentlichten Übersetzung von "Finding Comfort and Ease in Meditation on the Great Perfection" von B. Alan Wallace und Adam Pearcey, vorbereitet für die Belehrungen S.H. des Dalai Lama in Lerab Gar, Frankreich, 2000.

 
Lizenz
Quelle: https://www.lotsawahouse.org/tibetan-masters/longchen-rabjam/practitioner-meditation
Lizenz: CC-BY-NC
Deutsche Übersetzung: buddhistischesforum.de (kilaya)
Bild "Shamata-Praxis": https://garchen.net/library-images-deity-shamata/
Zuletzt bearbeitet:

kilaya

Moderation
Teammitglied
Re: Vajrayana Rabjam Longchen - Der Praktizierende der Meditation
Erklärung von Garchen zum Bild Shamata -Praxis (eigene Übersetzung):

PathOfCalm_Garchen.net.jpg
Die Thangkas des Shamata-Pfades sind Lehrmittel, die uns auf dem Pfad der ruhigen, verweilenden Meditation (Shamata) anleiten. In ihnen sieht man einen Mann, einen Elefanten und einen Affen, die gemeinsam eine tückische Straße erklimmen. Der Mann ist der Meditierende, der Elefant ist der Geist, und der Affe ist die Unruhe des Geistes. Zunächst führt der Affe den Elefanten an, und der Mann folgt ihm von hinten. Mit Fleiß gewinnt der Mann etwas Kontrolle über den Elefanten, und schließlich verschwindet der Affe. Der Elefant und der Affe sehen anfangs schlammig grau oder schwarz aus. Aber je weiter sie auf dem Pfad voranschreiten, desto weißer werden sie - ein Symbol für die wachsende Stille des Geistes, die mit der Praxis kommt. So wird uns gezeigt, wie wir mit Fleiß den Geist zähmen und den Affen der Ablenkung vertreiben können; wie wir die Unreinheiten, die Aufregung, die Lethargie usw. des Geistes beruhigen können, sodass sie sich in Klarheit niederlassen - wie schlammiges Wasser, das man ungestört in einem Glas stehen lässt.
 
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